Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Weniger Muskelkrämpfe

    uneinheitlich

    Muskel & Leistung · gesund (Erwachsene mit nächtlichen Wadenkrämpfen) · Mensch, randomisiert

    Zwei RCTs mit Magnesiumoxid widersprechen sich: Die methodisch stärkere RCT (94 Personen) fand keinen Unterschied zu Placebo [11]; eine spätere, nachträglich registrierte RCT mit einem Monohydrat-Präparat fand einen kleinen Vorteil (−3,4 vs. −2,6 Krämpfe pro Woche) [12]. Der Cochrane-Review, der für ältere Menschen keinen relevanten Nutzen sah, fasst verschiedene Magnesiumformen zusammen und zählt deshalb nicht für die Stufe [13].

  • Besserer Schlaf

    Einzelbefund, unbestätigt

    Schlaf · Patienten: ältere Menschen mit primärer Insomnie · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Eine RCT mit 46 Personen: bessere Werte im Insomnie-Index, kürzere Einschlafzeit, niedrigeres Cortisol; Gesamtschlafzeit unverändert [10].

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: Magnesiumoxid

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Magnesium ist an über 600 enzymatischen Reaktionen beteiligt; Darm, Niere und Knochen regeln den Bestand [1]. An Nervenzellen blockiert Mg2+ den NMDA-Rezeptorkanal spannungsabhängig [2]. Diese Wirkungen gelten für Magnesium allgemein; zwischen den Salzen unterscheidet sich vor allem, wie viel aufgenommen wird.

Magnesiumoxid ist in Wasser praktisch unlöslich und löste sich selbst unter simulierter maximaler Magensäure nur zu 43 %; nach einer Einzelgabe stieg die Magnesiumausscheidung im Urin bei Gesunden kaum, nach Citrat deutlich [3]. Gemessen am Urinanstieg lag die Aufnahme bei Gesunden bei nur etwa 4 %, während Chlorid, Lactat und Aspartat gleich gut und deutlich besser aufgenommen wurden [4]. In einer randomisierten Studie mit 46 Gesunden unterschied sich Oxid nach 60 Tagen nicht von Placebo, während Citrat und ein Aminosäurechelat die Ausscheidung erhöhten [5]; in einer herstellerfinanzierten Überkreuzstudie mit 20 Männern blieb Oxid ebenfalls hinter Citrat zurück [6]. Anders bei 12 Menschen nach Dünndarmresektion: Mit Isotopenmarkierung wurde aus Oxid insgesamt ebenso viel aufgenommen wie aus Glycinat (22,8 vs. 23,5 %) [7]. Ein systematischer Review fand anorganische Formen insgesamt schlechter verfügbar, hält aber alle Präparate bei Gesunden ohne Mangel für geeignet, normale Spiegel zu halten [8].

Der schlecht aufgenommene Anteil bleibt im Darm und wirkt abführend. In einer placebokontrollierten RCT mit 90 Menschen mit chronischer Verstopfung besserten sich die Beschwerden unter Oxid bei 68,3 % gegenüber 11,7 % unter Placebo, etwa so häufig wie unter Senna [9]. Bei 46 älteren Menschen mit Insomnie verbesserte Oxid mehrere subjektive Schlafmaße und senkte Cortisol im Serum, die Gesamtschlafzeit unterschied sich nicht [10]. Gegen nächtliche Wadenkrämpfe war Oxid in einer RCT mit 94 Personen nicht besser als Placebo, die Krämpfe nahmen in beiden Gruppen ähnlich ab [11]; eine spätere RCT mit einem Magnesiumoxid-Monohydrat fand einen kleinen Vorteil [12], während ein Cochrane-Review für ältere Menschen insgesamt keinen relevanten Nutzen sah [13].

Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.

Nur Wirkmechanismus. Schematischer Schnitt durch eine erregende Synapse, nicht maßstabsgetreu: Vom NMDA-Rezeptor (Tetramer aus zwei GluN1 und zwei GluN2B) sind die beiden hinteren Untereinheiten gezeichnet, die vorderen sind weggeschnitten, damit die Pore sichtbar wird. Der Ablauf wiederholt sich in drei Takten: Glutamat mit Depolarisation, Glutamat allein, Depolarisation allein. Teilchenzahlen, Zeiten, Öffnungen und der Ca²⁺-Einstrom sind Ausgaben eines Modells dieser Abbildung, keine Messungen, und werden nicht als Zahl angezeigt. Die Zahlen in der Anzeige rechts unten stammen aus Labor- und Tierversuchen und sind nicht untereinander vergleichbar.
Wirkstoff
Ansicht

Glutamat  Glycin / D-Serin  Mg²⁺  Ca²⁺  Na⁺  K⁺  rot = Wirkstoff, in der Szene als verkleinerte Strukturformel · Formen wie in der Abbildung

Magnesiumoxid liefert Mg²⁺, das die Pore schon im Normalzustand sperrt und sich bei Depolarisation löst [3]. Die Abbildung hebt das Ion hervor, ändert das Modell aber nicht: Ob ein Magnesiumsalz den Block im Gehirn verstärkt, ist nicht gezeigt. Wie viel Magnesium aus Oxid aufgenommen wird, steht im Formprofil.

Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.

Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet

  • CX-717: Ampakin; NMDA-Effekt nur indirekt, kein Angriff am Rezeptor selbst
  • Huperzin A: NMDA-Hemmung nur in einer Übersicht der Entwicklergruppe, ohne Bindestelle
  • L-Theanin: nur sehr schwache Bindung an Glutamatrezeptoren
  • Phenylpiracetam: keine Verdrängung der Liganden am NMDA-Rezeptor
  • Piracetam: nur veränderte Rezeptorzahl (Maus)
  • Selank: nur veränderte Zahl der Bindungsstellen (Maus)

Was die Abbildung zeigt und wie sicher das ist

Nur zur Erklärung des Wirkmechanismus. Keine medizinische Beratung und keine Aussage zu Nutzen, Risiken, Mengen oder Anwendung. Ketamin, Esketamin, Memantin und Atomoxetin sind Arzneistoffe; die meisten anderen Stoffe sind am NMDA-Rezeptor nur im Labor oder im Tier untersucht.

Vereinfacht. Ein Rezeptor steht für viele; Größen, Spaltbreite, Membrandicke, Zahl der Ionen und alle Zeiten sind illustrativ. Gezeichnet sind die hinteren zwei Untereinheiten eines GluN1-GluN2B-Rezeptors; NMDA-Rezeptoren mit GluN2A und anderen Untereinheiten sowie AMPA-Rezeptoren, die die Depolarisation mit auslösen, fehlen. Die Lage des Mg²⁺ im Filter und des Ketamins im Vestibül folgt [2] und [8]; für Atomoxetin und Crocetin ist der Platz in der Pore nicht bestimmt, für Agmatin der Bindeort überhaupt. Die Zahlen in [3], [4], [9], [11] bis [18], [20] bis [22], [24] und [26] bis [32] stammen aus den Synaptik-Profilen der Wirkstoffe und sind dort an den Abstracts geprüft; [1], [5] bis [8], [19], [23] und [25] wurden am PubMed-Abstract geprüft (25.10.2026), die Aussagen aus der Übersicht [2] (M1, M3, M4 und Porenschleife M2, M3 als Tor, Mg²⁺-Stelle an der Spitze von M2, Na⁺, K⁺ und Ca²⁺ als Ladungsträger, Kinasen und Gerüstproteine an der C-terminalen Domäne von GluN2B) in den betreffenden Abschnitten des Volltexts.

Bei Problemen mit Medikamenten, Alkohol oder anderen Substanzen helfen die Hausarztpraxis und örtliche Suchtberatungsstellen.

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
NMDA-Rezeptor, KanalporeIonenkanalHemmerspannungsabhängiger Block durch Mg2+ (Mausneurone) Labor[2]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDA↓ · Mg2+ blockiert den NMDA-Kanal spannungsabhängig (Labor); nicht formspezifisch[2]
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninunklar · Laut Schlussfolgerung einer RCT verändert; Kennzahlen im Abstract nicht angegeben[10]
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachse↓ · Cortisol im Serum gesenkt bei älteren Menschen mit Insomnie (eine RCT, 46 Personen)[10]
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Oxid

    ≈ 4 % (Urinanstieg, Gesunde)

    Kaum löslich [3]; in mehreren Humanstudien schlechter aufgenommen als Citrat, Chlorid, Lactat oder Aspartat [3][4][6]; nach 60 Tagen kein Unterschied zu Placebo [5].[4][6]

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · Oxid, Patienten nach Ileumresektion

    ≈ 22,8 % (Isotop Magnesium-26)

    Bei 12 Patienten insgesamt so gut aufgenommen wie Glycinat; bei schlechter Aufnahme war Glycinat überlegen [7].

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · Oxid als Abführmittel

    Der nicht aufgenommene Anteil wirkt abführend; in einer RCT gleich wirksam wie Senna gegen chronische Verstopfung [9].

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Chronische Verstopfung: Senna vs. Oxid vs. Placebo

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: chronische idiopathische Verstopfung · n = 90 · 28 Tage

    Gemessen: Gesamtbesserung der Beschwerden

    Ergebnis: Ansprechen 68,3 % (Oxid) vs. 69,2 % (Senna) vs. 11,7 % (Placebo), p < 0,0001; keine schweren Nebenwirkungen.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Nächtliche Wadenkrämpfe

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (Erwachsene ab 21 Jahren mit nächtlichen Wadenkrämpfen) · n = 94 · 4 Wochen

    Gemessen: Krämpfe pro Woche

    Ergebnis: −3,41 vs. −3,03 pro Woche, Unterschied 0,38 (p = 0,67); Schlaf und Lebensqualität ohne Unterschied.[11]

    Mensch, randomisiert

  • Nächtliche Wadenkrämpfe, Monohydrat-Präparat

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch, nachträglich registriert · gesund (Erwachsene mit nächtlichen Wadenkrämpfen) · n = 175 · 60 Tage

    Gemessen: Zahl der Krampfepisoden

    Ergebnis: −3,4 vs. −2,6 Episoden (p = 0,01); 175 von 216 Personen ausgewertet.[12]

    Mensch, randomisiert

  • Primäre Insomnie bei Älteren

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: ältere Menschen mit primärer Insomnie · n = 46 · 8 Wochen

    Gemessen: Insomnia Severity Index, Schlaftagebuch, Cortisol

    Ergebnis: ISI (p = 0,006), Einschlafzeit (p = 0,02) und Cortisol (p = 0,008) besser; Gesamtschlafzeit p = 0,37.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Isotopenstudie Oxid vs. Glycinat

    RCT, doppelblind, Überkreuz · Patienten: nach Ileumresektion · n = 12 · Einzelgaben

    Gemessen: Aufnahme des Isotops Magnesium-26

    Ergebnis: 22,8 vs. 23,5 % insgesamt; bei vier Personen 11,8 vs. 23,5 %.[7]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Hypermagnesiämie bei eingeschränkter Nierenfunktion

    In einer japanischen Krankenhauskohorte mit Magnesiumoxid hatten 75 von 320 Patientinnen und Patienten (23 %) erhöhte Werte, 13 davon Grad 3; unabhängige Risikofaktoren waren eingeschränkte Nierenfunktion, erhöhter Harnstoff, größere Tagesmengen und Anwendung über mehr als etwa fünf Wochen [14].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Durchfall

    Abführende Wirkung ist der Hauptgrund für die medizinische Anwendung [9]; unter oralem Magnesium überwiegen Magen-Darm-Nebenwirkungen [13].

    Mensch, randomisiert

Wechselwirkungen

  • Tetrazykline und Fluorchinolone: Mehrwertige Kationen in Antazida bilden mit diesen Antibiotika schwer lösliche Chelate und senken deren Aufnahme klinisch relevant [15].
  • Bisphosphonate: Gleicher Chelat-Mechanismus laut Fachinformationen, quantitative Daten fehlen [15].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • teilweise belegt

    „Magnesiumoxid wird praktisch nicht aufgenommen“

    Bei Gesunden nur etwa 4 % [4], nach 60 Tagen kein Unterschied zu Placebo [5] und weniger als Citrat [6]. Bei Patienten nach Ileumresektion wurde aber ebenso viel aufgenommen wie aus Glycinat [7].

  • nicht belegt

    „Weil Oxid viel Magnesium pro Gramm enthält, ist es die effektivste Form“

    Entscheidend ist, wie viel aufgenommen wird; hier schnitt Oxid in mehreren Humanstudien schlechter ab als organische Salze und Chlorid [3][4][6].

  • nicht belegt

    „Magnesiumoxid hilft gegen nächtliche Wadenkrämpfe“

    Die größere unabhängige RCT fand keinen Unterschied zu Placebo [11], der Cochrane-Review keinen relevanten Nutzen bei Älteren [13]; nur eine nachträglich registrierte Studie mit Monohydrat-Präparat war positiv [12].

  • belegt

    „Magnesiumoxid hilft gegen Verstopfung“

    Placebokontrollierte RCT mit 90 Personen: Ansprechen 68,3 vs. 11,7 % [9].

  • widerlegt

    „Magnesium ist harmlos, weil Überschüsse einfach ausgeschieden werden“

    Die Ausscheidung hängt von der Niere ab [1]; bei Patientinnen und Patienten mit Oxid-Verordnung traten in 23 % erhöhte Werte auf, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion [14].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Über den Mund; schlecht löslich, geringe Aufnahme bei Gesunden (≈ 4 % in einer Studie) [3][4]. Serum-Magnesium bildet den Bestand nur unzureichend ab, da etwa 99 % in Knochen und Weichgewebe liegen [10].
Halbwertszeit
Für ein körpereigenes Mineral nicht sinnvoll angebbar; nicht verifiziert.
Abbau
Aufgenommenes Magnesium wird über die Niere ausgeschieden [1].
Weg ins Gehirn
Kein Beleg für eine formspezifische Anreicherung im Gehirn beim Menschen.

Rechtlicher Status

Deutschland
Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Magnesiumoxid verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [18]; als Mineralstoffverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [16].
EU
Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG („Magnesiumoxid“); damit als Magnesiumquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [16]. Die Anwendung als Abführmittel oder Antazidum fällt nicht unter diese Richtlinie; ihr Arzneimittelstatus wurde nicht geprüft.
USA
Nicht verifiziert.
Andere Länder
Japan: als Antazidum und Abführmittel weit verbreitet verordnet, laut einer japanischen Kohortenstudie [14]; Zulassungsstatus nicht geprüft.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“

    Nährstoff
    Magnesium
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[17]
    Einordnung
    rechtlich zulässig für Magnesium allgemein, keine Aussage über Magnesiumoxid; zu Wadenkrämpfen mit Magnesiumoxid siehe das Versprechen „Weniger Muskelkrämpfe“ (uneinheitlich)

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Wie viel Magnesium nehmen Menschen mit echtem Mangel aus Oxid im Vergleich zu Citrat auf?
  • Hängt der Unterschied zwischen den Krampfstudien vom Präparat (Monohydrat) oder vom Studiendesign ab?
  • Lässt sich der Schlafbefund bei älteren Menschen in größeren Studien bestätigen?

Referenzen

  1. de Baaij JH, Hoenderop JG, Bindels RJ. Magnesium in man: implications for health and disease. Physiol Rev. 2015;95(1):1–46. doi:10.1152/physrev.00012.2014 · PubMed
  2. Nowak L, Bregestovski P, Ascher P, Herbet A, Prochiantz A. Magnesium gates glutamate-activated channels in mouse central neurones. Nature. 1984;307(5950):462–5. doi:10.1038/307462a0 · PubMed
  3. Lindberg JS, Zobitz MM, Poindexter JR, Pak CY. Magnesium bioavailability from magnesium citrate and magnesium oxide. J Am Coll Nutr. 1990;9(1):48–55. doi:10.1080/07315724.1990.10720349 · PubMed
  4. Firoz M, Graber M. Bioavailability of US commercial magnesium preparations. Magnes Res. 2001;14(4):257–62. PubMed
  5. Walker AF, Marakis G, Christie S, Byng M. Mg citrate found more bioavailable than other Mg preparations in a randomised, double-blind study. Magnes Res. 2003;16(3):183–91. PubMed
  6. Kappeler D, Heimbeck I, Herpich C, Naue N, Höfler J, Timmer W, et al. Higher bioavailability of magnesium citrate as compared to magnesium oxide shown by evaluation of urinary excretion and serum levels after single-dose administration in a randomized cross-over study. BMC Nutr. 2017;3:7. doi:10.1186/s40795-016-0121-3
  7. Schuette SA, Lashner BA, Janghorbani M. Bioavailability of magnesium diglycinate vs magnesium oxide in patients with ileal resection. JPEN J Parenter Enteral Nutr. 1994;18(5):430–5. doi:10.1177/0148607194018005430 · PubMed
  8. Pardo MR, Garicano Vilar E, San Mauro Martín I, Camina Martín MA. Bioavailability of magnesium food supplements: a systematic review. Nutrition. 2021;89:111294. doi:10.1016/j.nut.2021.111294 · PubMed
  9. Morishita D, Tomita T, Mori S, Kimura T, Oshima T, Fukui H, et al. Senna versus magnesium oxide for the treatment of chronic constipation: a randomized, placebo-controlled trial. Am J Gastroenterol. 2021;116(1):152–61. doi:10.14309/ajg.0000000000000942 · PubMed
  10. Abbasi B, Kimiagar M, Sadeghniiat K, Shirazi MM, Hedayati M, Rashidkhani B. The effect of magnesium supplementation on primary insomnia in elderly: a double-blind placebo-controlled clinical trial. J Res Med Sci. 2012;17(12):1161–9. PubMed
  11. Roguin Maor N, Alperin M, Shturman E, Khairaldeen H, Friedman M, Karkabi K, et al. Effect of magnesium oxide supplementation on nocturnal leg cramps: a randomized clinical trial. JAMA Intern Med. 2017;177(5):617–23. doi:10.1001/jamainternmed.2016.9261 · PubMed
  12. Barna O, Lohoida P, Holovchenko Y, Bazylevych A, Velychko V, Hovbakh I, et al. A randomized, double-blind, placebo-controlled, multicenter study assessing the efficacy of magnesium oxide monohydrate in the treatment of nocturnal leg cramps. Nutr J. 2021;20(1):90. doi:10.1186/s12937-021-00747-9 · PubMed
  13. Garrison SR, Korownyk CS, Kolber MR, Allan GM, Musini VM, Sekhon RK, et al. Magnesium for skeletal muscle cramps. Cochrane Database Syst Rev. 2020;9(9):CD009402. doi:10.1002/14651858.CD009402.pub3 · PubMed
  14. Wakai E, Ikemura K, Sugimoto H, Iwamoto T, Okuda M. Risk factors for the development of hypermagnesemia in patients prescribed magnesium oxide: a retrospective cohort study. J Pharm Health Care Sci. 2019;5:4. doi:10.1186/s40780-019-0133-7 · PubMed
  15. Ogawa R, Echizen H. Clinically significant drug interactions with antacids: an update. Drugs. 2011;71(14):1839–64. doi:10.2165/11593990-000000000-00000 · PubMed
  16. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  17. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1. Konsolidierte Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820).
  18. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Magnesiumoxid“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript); [4], [5], [10] ohne DOI, nur PMID; [6] nicht in PubMed, DOI über Crossref.
  • Am Abstract: Löslichkeit 43 % unter maximaler Säure [3]; fraktionelle Aufnahme 4 %, Chlorid, Lactat, Aspartat gleich und höher [4]; Oxid wie Placebo [5]; Citrat > Oxid, 0,565 mmol [6]; 22,8 vs. 23,5 % [7]; 14 Studien [8]; 90 Personen, 68,3 / 69,2 / 11,7 % [9]; 46 Personen, p-Werte ISI, Einschlafzeit, Cortisol, Gesamtschlafzeit [10]; 94 Personen, −3,41 vs. −3,03, p = 0,67 [11]; 175 von 216, −3,4 vs. −2,6, p = 0,01, nachträglich registriert [12]; Cochrane [13]; 75 von 320, 13 Grad 3, Risikofaktoren [14]; Chelat-Interaktionen [15].
  • Im Volltext von [10]: Magnesium als Magnesiumoxid-Tabletten; 99 % in Knochen und Weichgewebe.
  • ClinicalTrials.gov: 214 Treffer für „magnesium oxide“ (23.10.2026).
  • 24.10.2026 (Regelentscheidungen K1–K8): Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG in der konsolidierten Fassung CELEX 02002L0046-20251126 über Cellar (XHTML) gelesen, Eintrag „Magnesiumoxid“ gefunden. Wortlaut „Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“ in VO (EU) Nr. 432/2012, Basisfassung (CELEX 32012R0432) und konsolidierte Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820, laut Cellar-SPARQL die neueste), unverändert gefunden.
  • Formspezifische Prüfung (K2): Stufe und Ergebnis des Krampfversprechens beruhen nur auf den beiden Oxid-RCTs [11][12]; der Cochrane-Review [13] mischt Magnesiumformen und zählt nicht. Das Schlafversprechen beruht auf einer Studie mit Magnesiumoxid-Tabletten (Volltext [10]).
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Magnesiumoxid“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 45 Treffer, einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [18]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
  • Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Besserer Schlaf“ → kleine_studien: [10] n = 46 (Abstract).

Nicht verifiziert

  • Rechtlicher Status in den USA nicht geprüft; Anwendungsgebiete der in AMIce verzeichneten Präparate (z. B. Abführmittel, Antazidum) nicht einzeln gelesen.
  • Melatonin-Ergebnisse aus [10] nur aus der Schlussfolgerung des Abstracts, Kennzahlen nicht geprüft.
  • Ob der Hersteller des Monohydrat-Präparats die Studie [12] finanzierte, nicht geprüft (Autoren erklären keine Interessenkonflikte).

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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