Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Besserer Schlaf

    kein Nutzen

    Schlaf · gesund (Ältere mit schlechtem Schlaf) · Mensch, randomisiert

    In der RCT mit Citrat (Placebo: Natriumcitrat) besserte sich der Schlafindex unter Verum und Placebo gleich stark [9]. Eine Metaanalyse von drei kleinen RCTs fand eine kürzere Einschlafzeit bei Evidenz niedriger bis sehr niedriger Qualität; sie fasst Oxid und Citrat zusammen und zählt deshalb nicht für die Stufe [10].

  • Weniger Muskelkrämpfe

    kein Nutzen

    Muskel & Leistung · gesund (Erwachsene mit regelmäßigen nächtlichen Wadenkrämpfen) · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Zwei randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Überkreuzstudien mit Citrat fanden bei der Krampfzahl (in [19] ausdrücklich Hauptendpunkt) keinen signifikanten Unterschied: bei 46 Personen nur ein Trend (p = 0,07) mit starkem Periodeneffekt, Schwere und Dauer unverändert [16]; bei 45 Personen kein Unterschied bei irgendeinem Endpunkt (11,8 vs. 11,1 Krämpfe, p = 0,59) [19]. Günstiger fiel nur die subjektive Einschätzung in einer der beiden Studien aus (78 vs. 54 %, p = 0,03) [16]; ein Nebenendpunkt trägt keinen Nutzen. Der Cochrane-Review, der bei älteren Menschen keinen relevanten Nutzen sah, fasst verschiedene Magnesiumformen zusammen und zählt nicht für die Stufe [12].

  • Stress ↓, weniger Angst

    kein Nutzen

    Stimmung & Stress · gesund (Studierende vor einer Prüfung) · Mensch, randomisiert

    Einzige gefundene Studie mit Citrat: doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 122 ausgewerteten Studierenden; die Zustandsangst am Vorabend der ersten Abschlussprüfung unterschied sich nicht von Placebo (p = 0,69) [20], ebenso berichtet im systematischen Review [14]. Geprüft ist damit nur akute, situative Prüfungsangst nach fünf Tagen Einnahme, nicht chronische Angst oder Stress; das Review betont, dass sich Stichprobe und Angstkontext deutlich von den Studien an chronisch ängstlichen Personen unterscheiden [14]. Die übrigen Studien des Reviews (positive Effekte in etwa der Hälfte, schlechte Studienqualität) verwendeten andere Magnesiumformen und zählen nicht für die Stufe [14].

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: Magnesiumcitrat

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Magnesium ist an über 600 enzymatischen Reaktionen beteiligt; Darm, Niere und Knochen regeln den Bestand [1]. An Nervenzellen blockiert Mg2+ den NMDA-Rezeptorkanal spannungsabhängig [2]. Diese Wirkungen gelten für Magnesium allgemein; zwischen den Salzen unterscheidet sich vor allem, wie viel Magnesium aufgenommen wird.

Magnesiumcitrat löste sich im Versuch schon in Wasser zu 55 %, Oxid dagegen kaum und selbst unter simulierter maximaler Magensäure nur zu 43 %; nach einer Einzelgabe stieg die Magnesiumausscheidung im Urin bei Gesunden nach Citrat deutlich stärker als nach Oxid [3]. In einer randomisierten Studie mit 46 Gesunden führte Citrat akut und nach 60 Tagen zum höchsten Serumspiegel, verglichen mit einem Aminosäurechelat und Oxid [4]. Zwei Studien mit vorher gesättigten Magnesiumspeichern bestätigten eine höhere Urinausscheidung als nach Oxid: bei 20 Männern im Mittel 0,565 mmol mehr in 24 Stunden, finanziert vom Citrat-Anbieter Verla-Pharm [5], bei 14 Männern ein signifikanter Anstieg nur nach Citrat [6]. Ein systematischer Review fand organische Salze insgesamt besser verfügbar als anorganische, hält aber alle Präparate bei Gesunden ohne Mangel für geeignet, normale Spiegel zu halten [7]. Ein Vorteil gegenüber anderen organischen Salzen ist nicht belegt; in einer Rattenstudie gehörten Citrat und Oxid sogar zu den am schlechtesten verfügbaren von fünf Verbindungen [8].

Bei 100 Älteren mit schlechtem Schlaf verbesserte sich der Schlafindex unter Citrat und Placebo gleichermaßen [9]; eine Metaanalyse von drei kleinen RCTs mit Oxid und Citrat fand eine kürzere Einschlafzeit, bei Evidenz niedriger bis sehr niedriger Qualität [10]. In einer RCT mit 81 Migränebetroffenen senkte Trimagnesiumdicitrat die Attackenhäufigkeit stärker als Placebo (41,6 vs. 15,8 %); Durchfall trat bei 18,6 % auf [11]. Ein Cochrane-Review fand für Magnesium bei älteren Menschen mit nächtlichen Wadenkrämpfen keinen relevanten Nutzen [12]. Als Abführmittel wird Magnesiumcitrat zusammen mit Natriumpicosulfat in der Darmvorbereitung eingesetzt; dabei lag der Serumspiegel am Untersuchungstag bei 10 % über dem Normbereich und normalisierte sich binnen 24 bis 48 Stunden [13].

Studien speziell mit Citrat zu den übrigen Werbeversprechen: Ein systematischer Review zu Angst und Stress fasst verschiedene Magnesiumformen zusammen; die einzige Citrat-Studie darin (RCT, 122 Studierende, fünf Tage vor einer Prüfung) fand keinen Unterschied zu Placebo [14]. In einer randomisierten, doppelblinden Überkreuzstudie mit 46 Freiwilligen mit regelmäßigen Wadenkrämpfen gab es unter Citrat nur einen Trend zu weniger Krämpfen (p = 0,07), Schwere und Dauer unterschieden sich nicht, bei einem deutlichen Periodeneffekt; mehr Teilnehmende hielten die Behandlung für hilfreich (78 vs. 54 %), und Durchfall trat als Nebenwirkung auf [16]. Eine zweite randomisierte, doppelblinde Überkreuzstudie mit 45 Personen mit nächtlichen Wadenkrämpfen fand bei keinem Endpunkt einen Unterschied (im Mittel 11,8 Krämpfe unter Citrat vs. 11,1 unter Placebo, p = 0,59); alle Teilnehmenden besserten sich im Studienverlauf unabhängig von der Reihenfolge der Behandlungen [19]. Laut Originalarbeit der Angststudie wurden 147 Studierende aufgenommen und 122 ausgewertet; sie erhielten doppelblind Citrat oder ein Gelatine-Placebo über die fünf Tage vor ihrer ersten Abschlussprüfung, und die Zustandsangst am Vorabend der Prüfung unterschied sich nicht (p = 0,69) [20].

Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.

Nur Wirkmechanismus. Schematischer Schnitt durch eine erregende Synapse, nicht maßstabsgetreu: Vom NMDA-Rezeptor (Tetramer aus zwei GluN1 und zwei GluN2B) sind die beiden hinteren Untereinheiten gezeichnet, die vorderen sind weggeschnitten, damit die Pore sichtbar wird. Der Ablauf wiederholt sich in drei Takten: Glutamat mit Depolarisation, Glutamat allein, Depolarisation allein. Teilchenzahlen, Zeiten, Öffnungen und der Ca²⁺-Einstrom sind Ausgaben eines Modells dieser Abbildung, keine Messungen, und werden nicht als Zahl angezeigt. Die Zahlen in der Anzeige rechts unten stammen aus Labor- und Tierversuchen und sind nicht untereinander vergleichbar.
Wirkstoff
Ansicht

Glutamat  Glycin / D-Serin  Mg²⁺  Ca²⁺  Na⁺  K⁺  rot = Wirkstoff, in der Szene als verkleinerte Strukturformel · Formen wie in der Abbildung

Magnesiumcitrat liefert Mg²⁺. Dieses Ion sperrt die Pore schon im Normalzustand und löst sich bei Depolarisation [3]; die Abbildung hebt es deshalb nur hervor und ändert das Modell nicht. Ob mehr Magnesium aus der Nahrung oder aus Salzen den Block im Gehirn verstärkt, ist nicht gezeigt. Wie viel Magnesium aus den einzelnen Salzen aufgenommen wird, steht in den Formprofilen.

Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.

Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet

  • CX-717: Ampakin; NMDA-Effekt nur indirekt, kein Angriff am Rezeptor selbst
  • Huperzin A: NMDA-Hemmung nur in einer Übersicht der Entwicklergruppe, ohne Bindestelle
  • L-Theanin: nur sehr schwache Bindung an Glutamatrezeptoren
  • Phenylpiracetam: keine Verdrängung der Liganden am NMDA-Rezeptor
  • Piracetam: nur veränderte Rezeptorzahl (Maus)
  • Selank: nur veränderte Zahl der Bindungsstellen (Maus)

Was die Abbildung zeigt und wie sicher das ist

Nur zur Erklärung des Wirkmechanismus. Keine medizinische Beratung und keine Aussage zu Nutzen, Risiken, Mengen oder Anwendung. Ketamin, Esketamin, Memantin und Atomoxetin sind Arzneistoffe; die meisten anderen Stoffe sind am NMDA-Rezeptor nur im Labor oder im Tier untersucht.

Vereinfacht. Ein Rezeptor steht für viele; Größen, Spaltbreite, Membrandicke, Zahl der Ionen und alle Zeiten sind illustrativ. Gezeichnet sind die hinteren zwei Untereinheiten eines GluN1-GluN2B-Rezeptors; NMDA-Rezeptoren mit GluN2A und anderen Untereinheiten sowie AMPA-Rezeptoren, die die Depolarisation mit auslösen, fehlen. Die Lage des Mg²⁺ im Filter und des Ketamins im Vestibül folgt [2] und [8]; für Atomoxetin und Crocetin ist der Platz in der Pore nicht bestimmt, für Agmatin der Bindeort überhaupt. Die Zahlen in [3], [4], [9], [11] bis [18], [20] bis [22], [24] und [26] bis [32] stammen aus den Synaptik-Profilen der Wirkstoffe und sind dort an den Abstracts geprüft; [1], [5] bis [8], [19], [23] und [25] wurden am PubMed-Abstract geprüft (25.10.2026), die Aussagen aus der Übersicht [2] (M1, M3, M4 und Porenschleife M2, M3 als Tor, Mg²⁺-Stelle an der Spitze von M2, Na⁺, K⁺ und Ca²⁺ als Ladungsträger, Kinasen und Gerüstproteine an der C-terminalen Domäne von GluN2B) in den betreffenden Abschnitten des Volltexts.

Bei Problemen mit Medikamenten, Alkohol oder anderen Substanzen helfen die Hausarztpraxis und örtliche Suchtberatungsstellen.

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
NMDA-Rezeptor, KanalporeIonenkanalHemmerspannungsabhängiger Block durch Mg2+ (Mausneurone) Labor[2]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDA↓ · Mg2+ blockiert den NMDA-Kanal spannungsabhängig (Labor); nicht formspezifisch[2]
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativ↓ · CRP nur bei Personen mit erhöhtem Ausgangswert gesenkt (Ältere mit schlechtem Schlaf)[9]
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Citrat

    höher als Oxid (Urin, Serum); absoluter Anteil nicht verifiziert

    Gut löslich [3]; höhere Urinausscheidung und Serumspiegel als nach Oxid in vier Humanstudien [3][4][5][6], eine davon herstellerfinanziert [5]. Organische Salze laut systematischem Review insgesamt besser verfügbar als anorganische [7]; in einer Rattenstudie dagegen schlecht verfügbar [8].[4][6]

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · Citrat in Darmvorbereitung (mit Natriumpicosulfat)

    Abführender Einsatz vor Darmspiegelungen; vorübergehend erhöhte Serumwerte [13]. In der Migränestudie war Durchfall die häufigste Nebenwirkung [11].

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Vergleich Citrat, Aminosäurechelat, Oxid

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, parallel · gesund · n = 46 · 60 Tage

    Gemessen: Magnesium in Urin, Serum, Erythrozyten, Speichel

    Ergebnis: Citrat höchster Serumspiegel akut (p = 0,026) und nach 60 Tagen (p = 0,006); Oxid nicht verschieden von Placebo.[4]

    Mensch, randomisiert

  • Citrat vs. Oxid nach Sättigung, Überkreuz

    randomisiert, offen, Überkreuz, Einzelgabe; vom Hersteller finanziert · gesund (Männer) · n = 20 · Einzelgaben nach Sättigungsphase

    Gemessen: Magnesium im 24-Stunden-Urin

    Ergebnis: Im Mittel 0,565 mmol mehr nach Citrat (95-%-KI 0,212–0,918; p = 0,0034); Serum zu mehreren Zeitpunkten höher.[5]

    Mensch, randomisiert

  • Citrat vs. Oxid nach Sättigung

    Einzelgabe nach Sättigungsphase · gesund (Männer) · n = 14 · 5 Tage Sättigung, dann Einzelgaben

    Gemessen: Magnesium im 24-Stunden-Urin und Plasma

    Ergebnis: Urinanstieg nur nach Citrat signifikant; Plasma nach 4 und 8 Stunden höher als nach Oxid.[6]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Schlaf und Entzündung bei Älteren

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (51–85 Jahre, schlechter Schlaf) · n = 100 · 7 Wochen

    Gemessen: PSQI, Magnesiumstatus, CRP

    Ergebnis: PSQI in beiden Gruppen gleich verbessert; CRP nur bei erhöhtem Ausgangswert gesenkt.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Migräneprophylaxe

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch · Patienten: Migräne · n = 81 · 12 Wochen

    Gemessen: Attackenhäufigkeit

    Ergebnis: −41,6 % vs. −15,8 % (p < 0,05); Durchfall 18,6 %.[11]

    Mensch, randomisiert

  • Nächtliche Wadenkrämpfe, Überkreuz

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Überkreuz · gesund (Freiwillige mit regelmäßigen Wadenkrämpfen) · n = 46 · je 6 Wochen Citrat und Placebo

    Gemessen: Krampfzahl laut Tagebuch, Schwere, Dauer, subjektive Wirksamkeit

    Ergebnis: Trend zu weniger Krämpfen (p = 0,07), deutlicher Periodeneffekt (p = 0,008); Schwere und Dauer gleich; subjektiv hilfreich 78 vs. 54 % (p = 0,03).[16]

    Mensch, randomisiert

  • Nächtliche Wadenkrämpfe, Überkreuz (Buenos Aires)

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Überkreuz, Placebo-Auswaschphasen · gesund (Erwachsene aus einer Universitätsambulanz mit mindestens 6 Krämpfen im Vormonat) · n = 45 · je 1 Monat Citrat und Placebo, 4 Monate insgesamt

    Gemessen: Krampfzahl; Dauer, Schwere, krampfbedingte Schlafstörungen

    Ergebnis: Kein Unterschied bei irgendeinem Endpunkt: 11,8 vs. 11,1 Krämpfe (p = 0,59); Periodeneffekt, alle besserten sich im Verlauf; 42 schlossen ab.[19]

    Mensch, randomisiert

  • Prüfungsangst bei Studierenden

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert (Gelatine); Zuteilung nach gerader oder ungerader Teilnehmernummer · gesund (Studierende) · n = 122 · 5 Tage

    Gemessen: Zustandsangst am Vorabend der ersten Abschlussprüfung (Spielberger State Anxiety Inventory, Form Y-1)

    Ergebnis: Kein Unterschied zu Placebo (p = 0,69), auch nicht in Abhängigkeit von der vorbestehenden Prüfungsangst; 147 aufgenommen, 25 ohne Fragebogen nicht ausgewertet; keine Nebenwirkungen berichtet.[20]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden

    In der Migränestudie Durchfall bei 18,6 % und Magenreizung bei 4,7 % [11]; über alle Formen vor allem Magen-Darm-Nebenwirkungen [12].

    Mensch, randomisiert

  • Hypermagnesiämie bei eingeschränkter Nierenfunktion

    Die Niere regelt den Magnesiumbestand [1]. Hypermagnesiämie ist bei magnesiumhaltigen Abführmitteln vor allem bei älteren Menschen und eingeschränkter Nierenfunktion beschrieben; in der Darmvorbereitungsstudie blieben die Werte auch bei leichter bis mittlerer Nierenschwäche unter kritischen Konzentrationen und normalisierten sich rasch [13].

    Mensch, randomisiert

Wechselwirkungen

  • Tetrazykline und Fluorchinolone: Mehrwertige Kationen wie Mg2+ bilden mit diesen Antibiotika Chelate und senken ihre Aufnahme; gezeigt für magnesiumhaltige Antazida [15]. Für Citrat nicht eigens untersucht.
  • Bisphosphonate: Gleicher Chelat-Mechanismus laut Fachinformationen, quantitative Daten fehlen [15].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • belegt

    „Magnesiumcitrat wird besser aufgenommen als Magnesiumoxid“

    Übereinstimmend in mehreren Humanstudien mit Urin- und Serummessung [3][4][5][6], eine davon vom Hersteller finanziert [5].

  • nicht belegt

    „Citrat ist die am besten verfügbare Magnesiumform überhaupt“

    Belegt ist nur der Vorteil gegenüber Oxid; gegenüber einem Aminosäurechelat lag nur der Serumspiegel höher [4]. Mit Glycinat oder Threonat wurde beim Menschen nicht verglichen, und in einer Rattenstudie schnitt Citrat schlecht ab [8].

  • teilweise belegt

    „Magnesiumcitrat beugt Migräne vor“

    Eine RCT mit 81 Personen aus dem Jahr 1996 zeigte weniger Attacken als unter Placebo [11]; eine physiologische Übersichtsarbeit nennt Migräne unter den Anwendungen, bei denen Magnesium nützte [1]. Neuere große Studien speziell mit Citrat wurden nicht gefunden.

  • nicht belegt

    „Magnesiumcitrat hilft gegen nächtliche Wadenkrämpfe“

    Zwei kleine Überkreuz-RCTs mit Citrat fanden keinen signifikanten Effekt auf die Krampfzahl: nur ein Trend (p = 0,07) [16] bzw. kein Unterschied (p = 0,59) [19]; laut Cochrane-Review über alle Formen bei älteren Menschen kein relevanter Nutzen von Magnesium [12].

  • belegt

    „Magnesiumcitrat wirkt abführend“

    Einsatz in Darmvorbereitungen [13]; Durchfall war in der Migränestudie die häufigste Nebenwirkung [11].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Über den Mund; gut löslich, höhere Urinausscheidung als nach Oxid [3][5][6].
Halbwertszeit
Für ein körpereigenes Mineral nicht sinnvoll angebbar; nicht verifiziert.
Abbau
Citrat wird verstoffwechselt, Magnesium über die Niere ausgeschieden [1].
Weg ins Gehirn
Kein Beleg für eine formspezifische Anreicherung im Gehirn beim Menschen.

Rechtlicher Status

Deutschland
Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Magnesiumcitrat verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [21]; als Mineralstoffverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [17].
EU
Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG („Magnesiumsalze der Zitronensäure“); damit als Magnesiumquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [17].
USA
Nicht verifiziert.
Andere Länder
Als Bestandteil von Darmvorbereitungen vor Darmspiegelungen in klinischen Studien eingesetzt [13]; rechtlicher Status nicht geprüft.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“

    Nährstoff
    Magnesium
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[18]
    Einordnung
    rechtlich zulässig für Magnesium allgemein, keine Aussage über Magnesiumcitrat; zu Wadenkrämpfen mit Citrat siehe das Versprechen „Weniger Muskelkrämpfe“ (kein Nutzen in zwei RCTs)
  • „trägt zur normalen psychischen Funktion bei“

    Nährstoff
    Magnesium
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[18]
    Einordnung
    rechtlich zulässig für Magnesium allgemein, keine Aussage über Magnesiumcitrat; zu Angst und Stress mit Citrat siehe das Versprechen „Stress ↓, weniger Angst“ (kein Nutzen in einer RCT)

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Ist Citrat bei Gesunden mit gesättigten Speichern besser verfügbar als Glycinat oder andere organische Salze?
  • Lässt sich der Migräne-Befund von 1996 in größeren, unabhängigen Studien bestätigen?
  • Warum widersprechen Rattenstudien den Humandaten zur Verfügbarkeit von Citrat?

Referenzen

  1. de Baaij JH, Hoenderop JG, Bindels RJ. Magnesium in man: implications for health and disease. Physiol Rev. 2015;95(1):1–46. doi:10.1152/physrev.00012.2014 · PubMed
  2. Nowak L, Bregestovski P, Ascher P, Herbet A, Prochiantz A. Magnesium gates glutamate-activated channels in mouse central neurones. Nature. 1984;307(5950):462–5. doi:10.1038/307462a0 · PubMed
  3. Lindberg JS, Zobitz MM, Poindexter JR, Pak CY. Magnesium bioavailability from magnesium citrate and magnesium oxide. J Am Coll Nutr. 1990;9(1):48–55. doi:10.1080/07315724.1990.10720349 · PubMed
  4. Walker AF, Marakis G, Christie S, Byng M. Mg citrate found more bioavailable than other Mg preparations in a randomised, double-blind study. Magnes Res. 2003;16(3):183–91. PubMed
  5. Kappeler D, Heimbeck I, Herpich C, Naue N, Höfler J, Timmer W, et al. Higher bioavailability of magnesium citrate as compared to magnesium oxide shown by evaluation of urinary excretion and serum levels after single-dose administration in a randomized cross-over study. BMC Nutr. 2017;3:7. doi:10.1186/s40795-016-0121-3
  6. Werner T, Kolisek M, Vormann J, Pilchova I, Grendar M, Struharnanska E, et al. Assessment of bioavailability of Mg from Mg citrate and Mg oxide by measuring urinary excretion in Mg-saturated subjects. Magnes Res. 2019;32(3):63–71. PubMed
  7. Pardo MR, Garicano Vilar E, San Mauro Martín I, Camina Martín MA. Bioavailability of magnesium food supplements: a systematic review. Nutrition. 2021;89:111294. doi:10.1016/j.nut.2021.111294 · PubMed
  8. Uysal N, Kizildag S, Yuce Z, Guvendi G, Kandis S, Koc B, et al. Timeline (bioavailability) of magnesium compounds in hours: which magnesium compound works best? Biol Trace Elem Res. 2019;187(1):128–36. doi:10.1007/s12011-018-1351-9 · PubMed
  9. Nielsen FH, Johnson LK, Zeng H. Magnesium supplementation improves indicators of low magnesium status and inflammatory stress in adults older than 51 years with poor quality sleep. Magnes Res. 2010;23(4):158–68. PubMed
  10. Mah J, Pitre T. Oral magnesium supplementation for insomnia in older adults: a systematic review & meta-analysis. BMC Complement Med Ther. 2021;21(1):125. doi:10.1186/s12906-021-03297-z · PubMed
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  12. Garrison SR, Korownyk CS, Kolber MR, Allan GM, Musini VM, Sekhon RK, et al. Magnesium for skeletal muscle cramps. Cochrane Database Syst Rev. 2020;9(9):CD009402. doi:10.1002/14651858.CD009402.pub3 · PubMed
  13. Bertiger G, Jones E, Dahdal DN, Marshall DC, Joseph RE. Serum magnesium concentrations in patients receiving sodium picosulfate and magnesium citrate bowel preparation: an assessment of renal function and electrocardiographic conduction. Clin Exp Gastroenterol. 2015;8:215–24. doi:10.2147/CEG.S79216 · PubMed
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  15. Ogawa R, Echizen H. Clinically significant drug interactions with antacids: an update. Drugs. 2011;71(14):1839–64. doi:10.2165/11593990-000000000-00000 · PubMed
  16. Roffe C, Sills S, Crome P, Jones P. Randomised, cross-over, placebo controlled trial of magnesium citrate in the treatment of chronic persistent leg cramps. Med Sci Monit. 2002;8(5):CR326–30. PubMed
  17. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  18. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1. Konsolidierte Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820).
  19. Frusso R, Zárate M, Augustovski F, Rubinstein A. Magnesium for the treatment of nocturnal leg cramps: a crossover randomized trial. J Fam Pract. 1999;48(11):868–71. PubMed
  20. Gendle MH, O'Hara KP. Oral magnesium supplementation and test anxiety in university undergraduates. J Artic Support Null Hypothesis. 2015;11(2):21–30. Verfügbar unter: https://www.jasnh.com/pdf/Vol11-No2-article2.pdf
  21. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Magnesiumcitrat“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript); [5] ist nicht in PubMed gelistet, DOI über Crossref geprüft; für [4], [6] und [9] (Magnes Res) liefert Crossref keine DOI, daher nur PMID.
  • Am Abstract: Löslichkeit 55 % bzw. 43 %, höherer Urinanstieg nach Citrat [3]; 46 Gesunde, p = 0,033, 0,026, 0,006, Oxid wie Placebo [4]; 20 Männer, 0,565 mmol (KI 0,212–0,918; p = 0,0034) [5]; 14 Männer, Plasma nach 4 und 8 h höher [6]; 14 Studien, organisch besser [7]; Ratten: Citrat und Oxid niedrigste Verfügbarkeit [8]; 100 Ältere, PSQI in beiden Gruppen verbessert, CRP [9]; drei RCTs, 151 Personen, Einschlafzeit −17,36 min, niedrige Qualität [10]; 81 Personen, −41,6 vs. −15,8 %, Durchfall 18,6 %, Magenreizung 4,7 % [11]; Cochrane [12]; 10 % über Norm, Normalisierung in 24–48 h [13]; Review Angst [14]; Chelat-Interaktionen [15]; Migräne unter den Anwendungen mit Nutzen laut Abstract [1].
  • Auf der Verlagsseite von [5]: Finanzierung durch Verla-Pharm Arzneimittel GmbH & Co. KG, offenes Überkreuzdesign.
  • Im Volltext von [10]: eingeschlossene Formulierungen Magnesiumoxid und Magnesiumcitrat.
  • ClinicalTrials.gov: 240 Treffer für „magnesium citrate“ (23.10.2026).
  • 24.10.2026 (Regelentscheidungen K1–K8): Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG (CELEX 02002L0046-20251126, Cellar-XHTML) enthält „Magnesiumsalze der Zitronensäure“. Wortlaut der beiden Magnesium-Angaben in VO (EU) Nr. 432/2012, Basisfassung (CELEX 32012R0432) und konsolidierte Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820), unverändert gefunden.
  • Formspezifische Prüfung (K2): Abstract [9] bestätigt Magnesiumcitrat (Placebo Natriumcitrat). Abstract [16] (PubMed, Roffe 2002): Citrat, 29 + 17 Personen, p = 0,07, Periodeneffekt p = 0,008, 78 vs. 54 % (p = 0,03), Durchfall. Volltext [14] (PMC5452159): einzige Citrat-Studie Gendle und O’Hara 2015 (RCT, 122 Studierende, 5 Tage, kein signifikanter Unterschied); im Text des Reviews: „no effects of citrate … have been demonstrated“.
  • Nachprüfung 24.10.2026: Abstract [19] (PubMed, Frusso 1999): Magnesiumcitrat, randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, Überkreuz; 93 in der Placebo-Einlaufphase, 45 randomisiert, 42 abgeschlossen; keine signifikanten Unterschiede bei irgendeinem Endpunkt, 11,1 (Placebo) vs. 11,8 (Magnesium) Krämpfe, P = 0,59; signifikanter Periodeneffekt. Damit zwei formspezifische RCTs, beide ohne signifikanten Effekt auf die Krampfzahl.
  • Volltext [20] (PDF der Verlagsseite jasnh.com, gelesen 24.10.2026): Magnesiumcitrat gegen Gelatine-Placebo, doppelblind, 147 aufgenommen, 122 ausgewertet (25 ohne Fragebogen), 5 Tage, SSAI am Vorabend der ersten Prüfung, Behandlung p = 0,69, Wechselwirkung mit WTAS-Gruppe p = 0,75; keine Nebenwirkungen berichtet; Finanzierung durch das Honors Program der Elon University. Die Zuteilung erfolgte nach gerader oder ungerader Teilnehmernummer. Nicht in PubMed gelistet, keine DOI.
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Magnesiumcitrat“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 11 Treffer, einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [21]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
  • Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Weniger Muskelkrämpfe“ → kleine_studien: [16] n = 46 (29 + 17), [19] n = 45 randomisiert (je Abstract); [12] zählt laut Begründung nicht.

Nicht verifiziert

  • Rechtlicher Status in den USA nicht in Registern geprüft.
  • Ob die Autorinnen und Autoren von [6] (u. a. NuOmix Research) Verbindungen zu Herstellern haben, nicht geprüft.
  • Welche Magnesiumformen die Studien im Cochrane-Review [12] verwendeten und ob [16] und [19] darin enthalten sind, nicht im Einzelnen geprüft (Volltext nicht frei zugänglich).
  • Ob die abführende Wirkung in [13] dem Citrat oder dem Picosulfat zuzuschreiben ist, lässt die Kombination nicht erkennen.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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