Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Besserer Schlaf
kein NutzenIn der RCT mit Citrat (Placebo: Natriumcitrat) besserte sich der Schlafindex unter Verum und Placebo gleich stark [9]. Eine Metaanalyse von drei kleinen RCTs fand eine kürzere Einschlafzeit bei Evidenz niedriger bis sehr niedriger Qualität; sie fasst Oxid und Citrat zusammen und zählt deshalb nicht für die Stufe [10].
Weniger Muskelkrämpfe
kein NutzenZwei randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Überkreuzstudien mit Citrat fanden bei der Krampfzahl (in [19] ausdrücklich Hauptendpunkt) keinen signifikanten Unterschied: bei 46 Personen nur ein Trend (p = 0,07) mit starkem Periodeneffekt, Schwere und Dauer unverändert [16]; bei 45 Personen kein Unterschied bei irgendeinem Endpunkt (11,8 vs. 11,1 Krämpfe, p = 0,59) [19]. Günstiger fiel nur die subjektive Einschätzung in einer der beiden Studien aus (78 vs. 54 %, p = 0,03) [16]; ein Nebenendpunkt trägt keinen Nutzen. Der Cochrane-Review, der bei älteren Menschen keinen relevanten Nutzen sah, fasst verschiedene Magnesiumformen zusammen und zählt nicht für die Stufe [12].
Stress ↓, weniger Angst
kein NutzenEinzige gefundene Studie mit Citrat: doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 122 ausgewerteten Studierenden; die Zustandsangst am Vorabend der ersten Abschlussprüfung unterschied sich nicht von Placebo (p = 0,69) [20], ebenso berichtet im systematischen Review [14]. Geprüft ist damit nur akute, situative Prüfungsangst nach fünf Tagen Einnahme, nicht chronische Angst oder Stress; das Review betont, dass sich Stichprobe und Angstkontext deutlich von den Studien an chronisch ängstlichen Personen unterscheiden [14]. Die übrigen Studien des Reviews (positive Effekte in etwa der Hälfte, schlechte Studienqualität) verwendeten andere Magnesiumformen und zählen nicht für die Stufe [14].
kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.
Wirkweise
Evidenzkarte: Magnesiumcitrat
Magnesium ist an über 600 enzymatischen Reaktionen beteiligt; Darm, Niere und Knochen regeln den Bestand [1]. An Nervenzellen blockiert Mg2+ den NMDA-Rezeptorkanal spannungsabhängig [2]. Diese Wirkungen gelten für Magnesium allgemein; zwischen den Salzen unterscheidet sich vor allem, wie viel Magnesium aufgenommen wird.
Magnesiumcitrat löste sich im Versuch schon in Wasser zu 55 %, Oxid dagegen kaum und selbst unter simulierter maximaler Magensäure nur zu 43 %; nach einer Einzelgabe stieg die Magnesiumausscheidung im Urin bei Gesunden nach Citrat deutlich stärker als nach Oxid [3]. In einer randomisierten Studie mit 46 Gesunden führte Citrat akut und nach 60 Tagen zum höchsten Serumspiegel, verglichen mit einem Aminosäurechelat und Oxid [4]. Zwei Studien mit vorher gesättigten Magnesiumspeichern bestätigten eine höhere Urinausscheidung als nach Oxid: bei 20 Männern im Mittel 0,565 mmol mehr in 24 Stunden, finanziert vom Citrat-Anbieter Verla-Pharm [5], bei 14 Männern ein signifikanter Anstieg nur nach Citrat [6]. Ein systematischer Review fand organische Salze insgesamt besser verfügbar als anorganische, hält aber alle Präparate bei Gesunden ohne Mangel für geeignet, normale Spiegel zu halten [7]. Ein Vorteil gegenüber anderen organischen Salzen ist nicht belegt; in einer Rattenstudie gehörten Citrat und Oxid sogar zu den am schlechtesten verfügbaren von fünf Verbindungen [8].
Bei 100 Älteren mit schlechtem Schlaf verbesserte sich der Schlafindex unter Citrat und Placebo gleichermaßen [9]; eine Metaanalyse von drei kleinen RCTs mit Oxid und Citrat fand eine kürzere Einschlafzeit, bei Evidenz niedriger bis sehr niedriger Qualität [10]. In einer RCT mit 81 Migränebetroffenen senkte Trimagnesiumdicitrat die Attackenhäufigkeit stärker als Placebo (41,6 vs. 15,8 %); Durchfall trat bei 18,6 % auf [11]. Ein Cochrane-Review fand für Magnesium bei älteren Menschen mit nächtlichen Wadenkrämpfen keinen relevanten Nutzen [12]. Als Abführmittel wird Magnesiumcitrat zusammen mit Natriumpicosulfat in der Darmvorbereitung eingesetzt; dabei lag der Serumspiegel am Untersuchungstag bei 10 % über dem Normbereich und normalisierte sich binnen 24 bis 48 Stunden [13].
Studien speziell mit Citrat zu den übrigen Werbeversprechen: Ein systematischer Review zu Angst und Stress fasst verschiedene Magnesiumformen zusammen; die einzige Citrat-Studie darin (RCT, 122 Studierende, fünf Tage vor einer Prüfung) fand keinen Unterschied zu Placebo [14]. In einer randomisierten, doppelblinden Überkreuzstudie mit 46 Freiwilligen mit regelmäßigen Wadenkrämpfen gab es unter Citrat nur einen Trend zu weniger Krämpfen (p = 0,07), Schwere und Dauer unterschieden sich nicht, bei einem deutlichen Periodeneffekt; mehr Teilnehmende hielten die Behandlung für hilfreich (78 vs. 54 %), und Durchfall trat als Nebenwirkung auf [16]. Eine zweite randomisierte, doppelblinde Überkreuzstudie mit 45 Personen mit nächtlichen Wadenkrämpfen fand bei keinem Endpunkt einen Unterschied (im Mittel 11,8 Krämpfe unter Citrat vs. 11,1 unter Placebo, p = 0,59); alle Teilnehmenden besserten sich im Studienverlauf unabhängig von der Reihenfolge der Behandlungen [19]. Laut Originalarbeit der Angststudie wurden 147 Studierende aufgenommen und 122 ausgewertet; sie erhielten doppelblind Citrat oder ein Gelatine-Placebo über die fünf Tage vor ihrer ersten Abschlussprüfung, und die Zustandsangst am Vorabend der Prüfung unterschied sich nicht (p = 0,69) [20].
Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.
Glutamat Glycin / D-Serin Mg²⁺ Ca²⁺ Na⁺ K⁺ rot = Wirkstoff, in der Szene als verkleinerte Strukturformel · Formen wie in der Abbildung
Normalzustand
Ca²⁺-Einstrom (Modell): Ausgangslage
Magnesiumcitrat
Ca²⁺-Einstrom (Modell): unverändert
Links läuft der Normalzustand, rechts der gewählte Wirkstoff, beide mit denselben Takten. Wort und Balken unter den Feldern zeigen ohne Zahl nur die Richtung (weniger oder mehr Ca²⁺ als im Normalzustand). Das Modell ist illustrativ, keine Messung, und sagt nichts über das Ausmaß im Gehirn.
Magnesiumcitrat liefert Mg²⁺. Dieses Ion sperrt die Pore schon im Normalzustand und löst sich bei Depolarisation [3]; die Abbildung hebt es deshalb nur hervor und ändert das Modell nicht. Ob mehr Magnesium aus der Nahrung oder aus Salzen den Block im Gehirn verstärkt, ist nicht gezeigt. Wie viel Magnesium aus den einzelnen Salzen aufgenommen wird, steht in den Formprofilen.
Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.
Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet
- CX-717: Ampakin; NMDA-Effekt nur indirekt, kein Angriff am Rezeptor selbst
- Huperzin A: NMDA-Hemmung nur in einer Übersicht der Entwicklergruppe, ohne Bindestelle
- L-Theanin: nur sehr schwache Bindung an Glutamatrezeptoren
- Phenylpiracetam: keine Verdrängung der Liganden am NMDA-Rezeptor
- Piracetam: nur veränderte Rezeptorzahl (Maus)
- Selank: nur veränderte Zahl der Bindungsstellen (Maus)
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| NMDA-Rezeptor, Kanalpore | Ionenkanal | Hemmer | spannungsabhängiger Block durch Mg2+ (Mausneurone) | Labor[2] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDAMg2+ blockiert den NMDA-Kanal spannungsabhängig (Labor); nicht formspezifisch[2]
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativCRP nur bei Personen mit erhöhtem Ausgangswert gesenkt (Ältere mit schlechtem Schlaf)[9]
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Citrat
höher als Oxid (Urin, Serum); absoluter Anteil nicht verifiziertGut löslich [3]; höhere Urinausscheidung und Serumspiegel als nach Oxid in vier Humanstudien [3][4][5][6], eine davon herstellerfinanziert [5]. Organische Salze laut systematischem Review insgesamt besser verfügbar als anorganische [7]; in einer Rattenstudie dagegen schlecht verfügbar [8].[4][6]
Mensch, randomisiert
Oral (geschluckt) · Citrat in Darmvorbereitung (mit Natriumpicosulfat)
Abführender Einsatz vor Darmspiegelungen; vorübergehend erhöhte Serumwerte [13]. In der Migränestudie war Durchfall die häufigste Nebenwirkung [11].
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
Vergleich Citrat, Aminosäurechelat, Oxid
Gemessen: Magnesium in Urin, Serum, Erythrozyten, Speichel
Ergebnis: Citrat höchster Serumspiegel akut (p = 0,026) und nach 60 Tagen (p = 0,006); Oxid nicht verschieden von Placebo.[4]
Mensch, randomisiert
Citrat vs. Oxid nach Sättigung, Überkreuz
Gemessen: Magnesium im 24-Stunden-Urin
Ergebnis: Im Mittel 0,565 mmol mehr nach Citrat (95-%-KI 0,212–0,918; p = 0,0034); Serum zu mehreren Zeitpunkten höher.[5]
Mensch, randomisiert
Citrat vs. Oxid nach Sättigung
Gemessen: Magnesium im 24-Stunden-Urin und Plasma
Ergebnis: Urinanstieg nur nach Citrat signifikant; Plasma nach 4 und 8 Stunden höher als nach Oxid.[6]
Mensch, nicht randomisiert
Schlaf und Entzündung bei Älteren
Gemessen: PSQI, Magnesiumstatus, CRP
Ergebnis: PSQI in beiden Gruppen gleich verbessert; CRP nur bei erhöhtem Ausgangswert gesenkt.[9]
Mensch, randomisiert
Migräneprophylaxe
Gemessen: Attackenhäufigkeit
Ergebnis: −41,6 % vs. −15,8 % (p < 0,05); Durchfall 18,6 %.[11]
Mensch, randomisiert
Nächtliche Wadenkrämpfe, Überkreuz
Gemessen: Krampfzahl laut Tagebuch, Schwere, Dauer, subjektive Wirksamkeit
Ergebnis: Trend zu weniger Krämpfen (p = 0,07), deutlicher Periodeneffekt (p = 0,008); Schwere und Dauer gleich; subjektiv hilfreich 78 vs. 54 % (p = 0,03).[16]
Mensch, randomisiert
Nächtliche Wadenkrämpfe, Überkreuz (Buenos Aires)
Gemessen: Krampfzahl; Dauer, Schwere, krampfbedingte Schlafstörungen
Ergebnis: Kein Unterschied bei irgendeinem Endpunkt: 11,8 vs. 11,1 Krämpfe (p = 0,59); Periodeneffekt, alle besserten sich im Verlauf; 42 schlossen ab.[19]
Mensch, randomisiert
Prüfungsangst bei Studierenden
Gemessen: Zustandsangst am Vorabend der ersten Abschlussprüfung (Spielberger State Anxiety Inventory, Form Y-1)
Ergebnis: Kein Unterschied zu Placebo (p = 0,69), auch nicht in Abhängigkeit von der vorbestehenden Prüfungsangst; 147 aufgenommen, 25 ohne Fragebogen nicht ausgewertet; keine Nebenwirkungen berichtet.[20]
Mensch, randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden
In der Migränestudie Durchfall bei 18,6 % und Magenreizung bei 4,7 % [11]; über alle Formen vor allem Magen-Darm-Nebenwirkungen [12].
Mensch, randomisiert
Hypermagnesiämie bei eingeschränkter Nierenfunktion
Die Niere regelt den Magnesiumbestand [1]. Hypermagnesiämie ist bei magnesiumhaltigen Abführmitteln vor allem bei älteren Menschen und eingeschränkter Nierenfunktion beschrieben; in der Darmvorbereitungsstudie blieben die Werte auch bei leichter bis mittlerer Nierenschwäche unter kritischen Konzentrationen und normalisierten sich rasch [13].
Mensch, randomisiert
Wechselwirkungen
- Tetrazykline und Fluorchinolone: Mehrwertige Kationen wie Mg2+ bilden mit diesen Antibiotika Chelate und senken ihre Aufnahme; gezeigt für magnesiumhaltige Antazida [15]. Für Citrat nicht eigens untersucht.
- Bisphosphonate: Gleicher Chelat-Mechanismus laut Fachinformationen, quantitative Daten fehlen [15].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- belegt
„Magnesiumcitrat wird besser aufgenommen als Magnesiumoxid“
Übereinstimmend in mehreren Humanstudien mit Urin- und Serummessung [3][4][5][6], eine davon vom Hersteller finanziert [5].
- nicht belegt
„Citrat ist die am besten verfügbare Magnesiumform überhaupt“
Belegt ist nur der Vorteil gegenüber Oxid; gegenüber einem Aminosäurechelat lag nur der Serumspiegel höher [4]. Mit Glycinat oder Threonat wurde beim Menschen nicht verglichen, und in einer Rattenstudie schnitt Citrat schlecht ab [8].
- teilweise belegt
„Magnesiumcitrat beugt Migräne vor“
Eine RCT mit 81 Personen aus dem Jahr 1996 zeigte weniger Attacken als unter Placebo [11]; eine physiologische Übersichtsarbeit nennt Migräne unter den Anwendungen, bei denen Magnesium nützte [1]. Neuere große Studien speziell mit Citrat wurden nicht gefunden.
- nicht belegt
„Magnesiumcitrat hilft gegen nächtliche Wadenkrämpfe“
Zwei kleine Überkreuz-RCTs mit Citrat fanden keinen signifikanten Effekt auf die Krampfzahl: nur ein Trend (p = 0,07) [16] bzw. kein Unterschied (p = 0,59) [19]; laut Cochrane-Review über alle Formen bei älteren Menschen kein relevanter Nutzen von Magnesium [12].
- belegt
„Magnesiumcitrat wirkt abführend“
Einsatz in Darmvorbereitungen [13]; Durchfall war in der Migränestudie die häufigste Nebenwirkung [11].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Über den Mund; gut löslich, höhere Urinausscheidung als nach Oxid [3][5][6].
- Halbwertszeit
- Für ein körpereigenes Mineral nicht sinnvoll angebbar; nicht verifiziert.
- Abbau
- Citrat wird verstoffwechselt, Magnesium über die Niere ausgeschieden [1].
- Weg ins Gehirn
- Kein Beleg für eine formspezifische Anreicherung im Gehirn beim Menschen.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Magnesiumcitrat verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [21]; als Mineralstoffverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [17].
- EU
- Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG („Magnesiumsalze der Zitronensäure“); damit als Magnesiumquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [17].
- USA
- Nicht verifiziert.
- Andere Länder
- Als Bestandteil von Darmvorbereitungen vor Darmspiegelungen in klinischen Studien eingesetzt [13]; rechtlicher Status nicht geprüft.
Zugelassene EU-Angaben
„trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“
- Nährstoff
- Magnesium
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[18]
- Einordnung
- rechtlich zulässig für Magnesium allgemein, keine Aussage über Magnesiumcitrat; zu Wadenkrämpfen mit Citrat siehe das Versprechen „Weniger Muskelkrämpfe“ (kein Nutzen in zwei RCTs)
„trägt zur normalen psychischen Funktion bei“
- Nährstoff
- Magnesium
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[18]
- Einordnung
- rechtlich zulässig für Magnesium allgemein, keine Aussage über Magnesiumcitrat; zu Angst und Stress mit Citrat siehe das Versprechen „Stress ↓, weniger Angst“ (kein Nutzen in einer RCT)
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Ist Citrat bei Gesunden mit gesättigten Speichern besser verfügbar als Glycinat oder andere organische Salze?
- Lässt sich der Migräne-Befund von 1996 in größeren, unabhängigen Studien bestätigen?
- Warum widersprechen Rattenstudien den Humandaten zur Verfügbarkeit von Citrat?
Referenzen
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- Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1. Konsolidierte Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820).
- Frusso R, Zárate M, Augustovski F, Rubinstein A. Magnesium for the treatment of nocturnal leg cramps: a crossover randomized trial. J Fam Pract. 1999;48(11):868–71. PubMed
- Gendle MH, O'Hara KP. Oral magnesium supplementation and test anxiety in university undergraduates. J Artic Support Null Hypothesis. 2015;11(2):21–30. Verfügbar unter: https://www.jasnh.com/pdf/Vol11-No2-article2.pdf
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Magnesiumcitrat“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript); [5] ist nicht in PubMed gelistet, DOI über Crossref geprüft; für [4], [6] und [9] (Magnes Res) liefert Crossref keine DOI, daher nur PMID.
- Am Abstract: Löslichkeit 55 % bzw. 43 %, höherer Urinanstieg nach Citrat [3]; 46 Gesunde, p = 0,033, 0,026, 0,006, Oxid wie Placebo [4]; 20 Männer, 0,565 mmol (KI 0,212–0,918; p = 0,0034) [5]; 14 Männer, Plasma nach 4 und 8 h höher [6]; 14 Studien, organisch besser [7]; Ratten: Citrat und Oxid niedrigste Verfügbarkeit [8]; 100 Ältere, PSQI in beiden Gruppen verbessert, CRP [9]; drei RCTs, 151 Personen, Einschlafzeit −17,36 min, niedrige Qualität [10]; 81 Personen, −41,6 vs. −15,8 %, Durchfall 18,6 %, Magenreizung 4,7 % [11]; Cochrane [12]; 10 % über Norm, Normalisierung in 24–48 h [13]; Review Angst [14]; Chelat-Interaktionen [15]; Migräne unter den Anwendungen mit Nutzen laut Abstract [1].
- Auf der Verlagsseite von [5]: Finanzierung durch Verla-Pharm Arzneimittel GmbH & Co. KG, offenes Überkreuzdesign.
- Im Volltext von [10]: eingeschlossene Formulierungen Magnesiumoxid und Magnesiumcitrat.
- ClinicalTrials.gov: 240 Treffer für „magnesium citrate“ (23.10.2026).
- 24.10.2026 (Regelentscheidungen K1–K8): Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG (CELEX 02002L0046-20251126, Cellar-XHTML) enthält „Magnesiumsalze der Zitronensäure“. Wortlaut der beiden Magnesium-Angaben in VO (EU) Nr. 432/2012, Basisfassung (CELEX 32012R0432) und konsolidierte Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820), unverändert gefunden.
- Formspezifische Prüfung (K2): Abstract [9] bestätigt Magnesiumcitrat (Placebo Natriumcitrat). Abstract [16] (PubMed, Roffe 2002): Citrat, 29 + 17 Personen, p = 0,07, Periodeneffekt p = 0,008, 78 vs. 54 % (p = 0,03), Durchfall. Volltext [14] (PMC5452159): einzige Citrat-Studie Gendle und O’Hara 2015 (RCT, 122 Studierende, 5 Tage, kein signifikanter Unterschied); im Text des Reviews: „no effects of citrate … have been demonstrated“.
- Nachprüfung 24.10.2026: Abstract [19] (PubMed, Frusso 1999): Magnesiumcitrat, randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, Überkreuz; 93 in der Placebo-Einlaufphase, 45 randomisiert, 42 abgeschlossen; keine signifikanten Unterschiede bei irgendeinem Endpunkt, 11,1 (Placebo) vs. 11,8 (Magnesium) Krämpfe, P = 0,59; signifikanter Periodeneffekt. Damit zwei formspezifische RCTs, beide ohne signifikanten Effekt auf die Krampfzahl.
- Volltext [20] (PDF der Verlagsseite jasnh.com, gelesen 24.10.2026): Magnesiumcitrat gegen Gelatine-Placebo, doppelblind, 147 aufgenommen, 122 ausgewertet (25 ohne Fragebogen), 5 Tage, SSAI am Vorabend der ersten Prüfung, Behandlung p = 0,69, Wechselwirkung mit WTAS-Gruppe p = 0,75; keine Nebenwirkungen berichtet; Finanzierung durch das Honors Program der Elon University. Die Zuteilung erfolgte nach gerader oder ungerader Teilnehmernummer. Nicht in PubMed gelistet, keine DOI.
- Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Magnesiumcitrat“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 11 Treffer, einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [21]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Weniger Muskelkrämpfe“ → kleine_studien: [16] n = 46 (29 + 17), [19] n = 45 randomisiert (je Abstract); [12] zählt laut Begründung nicht.
Nicht verifiziert
- Rechtlicher Status in den USA nicht in Registern geprüft.
- Ob die Autorinnen und Autoren von [6] (u. a. NuOmix Research) Verbindungen zu Herstellern haben, nicht geprüft.
- Welche Magnesiumformen die Studien im Cochrane-Review [12] verwendeten und ob [16] und [19] darin enthalten sind, nicht im Einzelnen geprüft (Volltext nicht frei zugänglich).
- Ob die abführende Wirkung in [13] dem Citrat oder dem Picosulfat zuzuschreiben ist, lässt die Kombination nicht erkennen.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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