Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Gedächtnis ↑, bessere Kognition

    Einzelbefund, unbestätigt

    Kognition & Fokus · gesund (Erwachsene mit unzufriedenem Schlaf) · Mensch, randomisiert vom Hersteller finanziertAlle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.

    Bei Gesunden nur eine RCT mit dem Salz allein: kognitiver Gesamtwert knapp signifikant (p = 0,043), Raven-Test ohne Unterschied, vom Hersteller finanziert [8]. Die größere Wirkung bei Älteren mit Beschwerden stammt aus einer vom Entwickler ausgewerteten Studie mit 44 Personen [7]; eine weitere Studie prüfte eine Mischung [9].

  • Besserer Schlaf

    uneinheitlich

    Schlaf · gesund (selbstberichtete Schlafprobleme) · Mensch, randomisiert

    Eine Vertreiber-Studie fand bessere Tracker-Werte für Tief- und REM-Schlaf [10]; eine Hersteller-Studie fand keine Unterschiede in objektiven Schlafwerten und nur in einem von drei subjektiven Maßen [8]. In der Studie mit Älteren verhinderten Placeboeffekte eine Aussage [7]. Keine Polysomnografie.

  • Stress ↓, weniger Angst

    uneinheitlich

    Stimmung & Stress · gesund (Erwachsene mit Schlafproblemen) · Mensch, randomisiert

    Allgemeines Wohlbefinden unverändert, Herzfrequenz gesenkt und Herzfrequenzvariabilität erhöht [8]; bessere Stimmungswerte in der Vertreiber-Studie [10]; Angst bei Älteren wegen Placeboeffekten nicht bestimmbar, obwohl die Studie darauf ausgelegt war [7].

  • Hilft bei ADHS

    Einzelbefund, unbestätigt

    Kognition & Fokus · Patienten: Erwachsene mit ADHS · Mensch, nicht randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Offene Pilotstudie ohne Kontrollgruppe, 15 Personen, 47 % erfüllten die Responder-Kriterien [11].

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

vom Hersteller finanziert: Alle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.

Wirkweise

Evidenzkarte: Magnesium-L-Threonat

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Magnesium ist an über 600 enzymatischen Reaktionen beteiligt; Darm, Niere und Knochen regeln den Bestand [1]. An Nervenzellen blockiert Mg2+ den NMDA-Rezeptorkanal spannungsabhängig [2]. Magnesium-L-Threonat (L-TAMS, Handelsname Magtein) verbindet Magnesium mit L-Threonsäure; die Verbindung wurde von der Gruppe um G. Liu gezielt entwickelt, um Magnesium im Gehirn zu erhöhen [3].

Bei Ratten verbesserte Magnesium-L-Threonat Lernen sowie Arbeits-, Kurz- und Langzeitgedächtnis, erhöhte die Dichte präsynaptischer Marker im Hippocampus und die Menge NR2B-haltiger NMDA-Rezeptoren [3]. Das Magnesium im Liquor stieg in dieser Arbeit nach 24 Tagen um etwa 7 % gegenüber dem Ausgangswert und um 16 % gegenüber einer Kontrollgruppe, deren Werte durch die Probenentnahme sanken, wie die EFSA zusammenfasst [4]. In Nervenzellkulturen erhöhte Threonat selbst die intrazelluläre Magnesiumkonzentration, vermittelt über Glukosetransporter; andere Magnesium-Anionen taten das nicht [5]. Eine unabhängige Gruppe fand bei Mäusen mehr Magnesium im Liquor nach Magnesium-L-Threonat, nicht aber nach Magnesiumsulfat [6]. Beim Menschen wurde Magnesium in Liquor oder Gehirn nach Einnahme nie gemessen.

Wie gut Magnesium aus dieser Form im Vergleich zu anderen Salzen aufgenommen wird, ist beim Menschen nicht untersucht. Die EFSA stützte ihre Bewertung auf einen Lösungsversuch, zwei Rattenstudien und eine Humanstudie; in einer unveröffentlichten Rattenstudie des Antragstellers lag die relative Aufnahme bei etwa 60 % gegenüber 40–45 % für Chlorid, Gluconat und Citrat [4]. In der Humanstudie stieg Magnesium im Urin nach 12 Wochen um 41 % gegenüber 8 % unter Placebo, das Plasma nur nach 6 Wochen signifikant, das Magnesium der Erythrozyten gar nicht [4]. Die EFSA schloss, Magnesium sei aus dieser Quelle verfügbar; eine Überlegenheit gegenüber anderen Formen stellte sie nicht fest [4].

Alle randomisierten Humanstudien wurden von Herstellern oder Vertreibern finanziert. Bei 44 ausgewerteten 50- bis 70-Jährigen mit Gedächtnisbeschwerden verbesserte ein Präparat mit L-TAMS einen kognitiven Gesamtwert (d = 0,91); die Firma Neurocentria finanzierte die Studie, wertete die kognitiven Tests selbst aus und schrieb die Publikation, und die Fallzahl war auf einen Angst-Endpunkt ausgelegt, dessen Effekt wegen starker Placeboeffekte nicht bestimmbar war [7]. Bei 100 Erwachsenen (18–45 Jahre) mit unzufriedenem Schlaf stieg ein kognitiver Gesamtwert knapp signifikant (p = 0,043), der Raven-Test nicht; objektive Schlafwerte des Trackers änderten sich nicht (finanziert von Threotech) [8]. Eine Studie mit 109 Gesunden prüfte eine Mischung mit Phosphatidylserin und Vitaminen, sodass sich der Effekt nicht dem Magnesiumsalz zuordnen lässt (finanziert von einem Magtein-Hersteller) [9]. Eine vom Vertreiber AIDP finanzierte und mitverfasste Studie mit 80 Erwachsenen fand mit einem Fingerring-Tracker bessere Werte für Tief- und REM-Schlaf [10]; eine offene Pilotstudie mit 15 Erwachsenen mit ADHS ohne Kontrollgruppe berichtete Verbesserungen [11].

Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.

Nur Wirkmechanismus. Schematischer Schnitt durch eine erregende Synapse, nicht maßstabsgetreu: Vom NMDA-Rezeptor (Tetramer aus zwei GluN1 und zwei GluN2B) sind die beiden hinteren Untereinheiten gezeichnet, die vorderen sind weggeschnitten, damit die Pore sichtbar wird. Der Ablauf wiederholt sich in drei Takten: Glutamat mit Depolarisation, Glutamat allein, Depolarisation allein. Teilchenzahlen, Zeiten, Öffnungen und der Ca²⁺-Einstrom sind Ausgaben eines Modells dieser Abbildung, keine Messungen, und werden nicht als Zahl angezeigt. Die Zahlen in der Anzeige rechts unten stammen aus Labor- und Tierversuchen und sind nicht untereinander vergleichbar.
Wirkstoff
Ansicht

Glutamat  Glycin / D-Serin  Mg²⁺  Ca²⁺  Na⁺  K⁺  rot = Wirkstoff, in der Szene als verkleinerte Strukturformel · Formen wie in der Abbildung

Magnesium-L-Threonat wurde entwickelt, um Magnesium im Gehirn zu erhöhen. Bei Ratten stieg Liquor-Magnesium, und im Hippocampus fanden sich mehr NR2B-(GluN2B-)haltige NMDA-Rezeptoren [15]; beim Menschen wurde Hirn- oder Liquor-Magnesium nie gemessen. Am Kanal selbst wirkt das Mg²⁺-Ion wie aus jedem Salz: spannungsabhängiger Block [3]. Hervorgehoben sind Mg²⁺ und GluN2B; das Modell bleibt wie im Normalzustand.

Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.

Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet

  • CX-717: Ampakin; NMDA-Effekt nur indirekt, kein Angriff am Rezeptor selbst
  • Huperzin A: NMDA-Hemmung nur in einer Übersicht der Entwicklergruppe, ohne Bindestelle
  • L-Theanin: nur sehr schwache Bindung an Glutamatrezeptoren
  • Phenylpiracetam: keine Verdrängung der Liganden am NMDA-Rezeptor
  • Piracetam: nur veränderte Rezeptorzahl (Maus)
  • Selank: nur veränderte Zahl der Bindungsstellen (Maus)

Was die Abbildung zeigt und wie sicher das ist

Nur zur Erklärung des Wirkmechanismus. Keine medizinische Beratung und keine Aussage zu Nutzen, Risiken, Mengen oder Anwendung. Ketamin, Esketamin, Memantin und Atomoxetin sind Arzneistoffe; die meisten anderen Stoffe sind am NMDA-Rezeptor nur im Labor oder im Tier untersucht.

Vereinfacht. Ein Rezeptor steht für viele; Größen, Spaltbreite, Membrandicke, Zahl der Ionen und alle Zeiten sind illustrativ. Gezeichnet sind die hinteren zwei Untereinheiten eines GluN1-GluN2B-Rezeptors; NMDA-Rezeptoren mit GluN2A und anderen Untereinheiten sowie AMPA-Rezeptoren, die die Depolarisation mit auslösen, fehlen. Die Lage des Mg²⁺ im Filter und des Ketamins im Vestibül folgt [2] und [8]; für Atomoxetin und Crocetin ist der Platz in der Pore nicht bestimmt, für Agmatin der Bindeort überhaupt. Die Zahlen in [3], [4], [9], [11] bis [18], [20] bis [22], [24] und [26] bis [32] stammen aus den Synaptik-Profilen der Wirkstoffe und sind dort an den Abstracts geprüft; [1], [5] bis [8], [19], [23] und [25] wurden am PubMed-Abstract geprüft (25.10.2026), die Aussagen aus der Übersicht [2] (M1, M3, M4 und Porenschleife M2, M3 als Tor, Mg²⁺-Stelle an der Spitze von M2, Na⁺, K⁺ und Ca²⁺ als Ladungsträger, Kinasen und Gerüstproteine an der C-terminalen Domäne von GluN2B) in den betreffenden Abschnitten des Volltexts.

Bei Problemen mit Medikamenten, Alkohol oder anderen Substanzen helfen die Hausarztpraxis und örtliche Suchtberatungsstellen.

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
NMDA-Rezeptor, KanalporeIonenkanalHemmerspannungsabhängiger Block durch Mg2+ (Mausneurone) Labor[2]
NR2B-haltige NMDA-RezeptorenRezeptorExpression ↑Hippocampus der Ratte; Neuronenkultur Tierversuch[3][5]
Glukosetransporter (GLUT), Threonat-AufnahmeTransporterBindungvermittelt den Threonat-Effekt auf intrazelluläres Mg2+ (Zellkultur) Labor[5]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAmoduliert · Mg2+-Block des NMDA-Kanals (Labor); NR2B-haltige NMDA-Rezeptoren und Synapsendichte erhöht (Ratte, Zellkultur, Entwicklergruppe)[2][3][5]
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechsel↑ · Mitochondrienmembranpotenzial in Neuronenkultur erhöht[5]
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · L-Threonat (Magtein)

    beim Menschen nicht quantifiziert

    In der einzigen Humanstudie mit Statusmessung stieg Magnesium im Urin nach 12 Wochen um 41 % (Placebo 8 %), im Plasma nur nach 6 Wochen signifikant, in Erythrozyten nicht [4]. Kein Humanvergleich mit anderen Salzen.

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · L-Threonat, Tierdaten

    ≈ 60 % relative Aufnahme (Ratte; Chlorid, Gluconat, Citrat 40–45 %)

    Unveröffentlichte Studie des Antragstellers, von der EFSA zusammengefasst [4]; Liquor-Magnesium bei Ratten und Mäusen erhöht [3][4][6].[3][6]

    Tierversuch

Studien am Menschen

  • Kognition bei Älteren mit Gedächtnisbeschwerden (MMFS-01)

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, parallel; vom Hersteller finanziert und ausgewertet · Patienten: 50–70 Jahre mit Gedächtnis-, Schlaf- und Angstbeschwerden · n = 44 · 12 Wochen

    Gemessen: kognitiver Gesamtwert aus vier Bereichen

    Ergebnis: Besser als Placebo (p = 0,003, d = 0,91); Schlaf und Angst wegen Placeboeffekten nicht bestimmbar.[7]

    Mensch, randomisiert

  • Kognition und Schlaf bei jungen Erwachsenen

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert; vom Hersteller finanziert · gesund (18–45 Jahre, unzufriedener Schlaf) · n = 100 · 6 Wochen

    Gemessen: NIH Toolbox Gesamtkognition, Raven, Schlaffragebögen, Oura-Ring

    Ergebnis: Gesamtkognition p = 0,043, Raven p = 0,953; ein Schlafmaß besser (p = 0,043), objektive Schlafwerte ohne Unterschied.[8]

    Mensch, randomisiert

  • Mischpräparat mit Phosphatidylserin

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert; vom Hersteller finanziert · gesund (18–65 Jahre) · n = 109 · 30 Tage

    Gemessen: Clinical Memory Test

    Ergebnis: Alle fünf Untertests besser als Placebo; Effekt nicht dem Magnesiumsalz zuordenbar.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Schlaf bei Erwachsenen mit Schlafproblemen

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert; vom Vertreiber finanziert und mitverfasst · gesund (35–55 Jahre, selbstberichtete Schlafprobleme) · n = 80 · 21 Tage

    Gemessen: Schlaffragebögen, Oura-Ring

    Ergebnis: Bessere Tracker-Werte für Tief- und REM-Schlaf sowie subjektive Tagesbefindlichkeit.[10]

    Mensch, randomisiert

  • ADHS-Pilotstudie

    offen, ohne Kontrollgruppe · Patienten: Erwachsene mit ADHS · n = 15 · bis 12 Wochen

    Gemessen: AISRS, CGI-I

    Ergebnis: 47 % Responder; Verbesserungen in AISRS und CGI-I.[11]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Sicherheitsbewertung

    Die EFSA hält das Salz unter den beantragten Bedingungen für sicher; der Antrag schloss Schwangere und Stillende aus, und die Zulassung schreibt einen entsprechenden Hinweis vor [15]. Das Produkt kann bis zu 1 % Oxalsäure enthalten, was die EFSA als unbedenklich einstufte [4]. Magen-Darm-Beschwerden waren in der Studie mit Älteren nicht häufiger als unter Placebo (20,0 vs. 15,4 %) [7].

    Mensch, randomisiert

  • Hypermagnesiämie bei eingeschränkter Nierenfunktion

    Die Niere regelt den Magnesiumbestand [1]; in einer Kohorte mit Magnesiumoxid waren eingeschränkte Nierenfunktion, größere Mengen und längere Anwendung Risikofaktoren für erhöhte Werte [12]. Daten zu L-Threonat fehlen; die Übertragung ist eine Schlussfolgerung.

    Mensch, nicht randomisiert

Wechselwirkungen

  • Tetrazykline und Fluorchinolone: Mehrwertige Kationen wie Mg2+ bilden mit diesen Antibiotika Chelate und senken ihre Aufnahme; gezeigt für magnesiumhaltige Antazida [13]. Für L-Threonat nicht eigens untersucht.
  • Bisphosphonate: Gleicher Chelat-Mechanismus laut Fachinformationen, quantitative Daten fehlen [13].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Magnesium-L-Threonat ist die einzige Magnesiumform, die ins Gehirn gelangt“

    Liquor-Magnesium stieg bei Ratten um etwa 7 % gegenüber dem Ausgangswert [3][4] und bei Mäusen im Vergleich zu Magnesiumsulfat [6]. Beim Menschen gibt es keine Liquor- oder Hirnmessung, und mit den meisten anderen Formen wurde nie verglichen.

  • nicht belegt

    „Magtein macht das Gehirn rund neun Jahre jünger“

    Das „Hirnalter“ wurde aus der Geschwindigkeit in einem einzigen Test (Trail Making Test B) im Vergleich zu Normwerten geschätzt, in einer vom Hersteller ausgewerteten Studie mit 44 Personen [7]; die zweite Studie nennt ein geschätztes kognitives Alter, ebenfalls herstellerfinanziert [8].

  • teilweise belegt

    „Die Wirkung auf das Gedächtnis ist klinisch bewiesen“

    Zwei herstellerfinanzierte RCTs mit dem Salz zeigen Verbesserungen, bei jungen Erwachsenen nur knapp signifikant und nicht im Raven-Test [7][8]; die dritte prüfte eine Mischung [9]. Unabhängige Bestätigung fehlt.

  • nicht belegt

    „Magnesium-L-Threonat verbessert den Tiefschlaf“

    Nur Tracker-Schätzungen, keine Polysomnografie; positiv in einer Vertreiber-Studie [10], ohne Unterschied in einer Hersteller-Studie [8].

  • teilweise belegt

    „Das Threonat selbst ist für die Wirkung entscheidend“

    In Neuronenkulturen erhöhte nur Threonat das intrazelluläre Magnesium, nicht andere Anionen [5]; Daten aus der Entwicklergruppe, am Menschen ungeprüft.

Pharmakokinetik

Aufnahme
Über den Mund; Magnesium daraus verfügbar, gemessen an steigender Urinausscheidung (eine Studie) [4].
Halbwertszeit
Threonat-Anteil: Plasmahalbwertszeit etwa 2,5 Stunden nach Calcium-L-Threonat beim Menschen, laut EFSA [4]. Für Magnesium nicht sinnvoll angebbar.
Abbau
L-Threonsäure entsteht auch beim Abbau von Vitamin C; ihr weiterer Stoffwechsel beim Menschen ist kaum untersucht [4].
Weg ins Gehirn
Liquor-Magnesium bei Ratten etwa 7 % über dem Ausgangswert [3][4], bei Mäusen erhöht [6]; Threonat im Liquor von Ratten erhöht [5]. Beim Menschen nicht gemessen.

Rechtlicher Status

Deutschland
In AMIce kein verkehrsfähiges Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Magnesium-L-threonat gefunden (Suche nach Stoffname, Abruf 24.10.2026) [17]; als Mineralstoffverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [14].
EU
Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG („Magnesium-L-Threonat“, mit Verweis auf die Unionsliste) [14]. In der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel zugelassen am 7. November 2024 für Nahrungsergänzungsmittel für Erwachsene, ausgenommen Schwangere und Stillende, mit entsprechendem Pflichthinweis; Antragsteller AIDP Inc., Datenschutz bis 7. November 2029 [15]. Grundlage war die EFSA-Bewertung von 2024 (sicher, Magnesium daraus verfügbar) [4].
USA
Laut Studienautoren GRAS-Status („self-affirmed/FDA-affirmed“) [7]; nicht unabhängig geprüft.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „trägt zur normalen psychischen Funktion bei“

    Nährstoff
    Magnesium
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[16]
    Einordnung
    rechtlich zulässig für Magnesium allgemein, keine Aussage über Magnesium-L-Threonat; zur Kognition siehe das Versprechen „Gedächtnis ↑, bessere Kognition“ (Einzelbefund, unbestätigt)

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Steigt Magnesium im Liquor des Menschen nach Einnahme von Magnesium-L-Threonat stärker als nach anderen Salzen?
  • Bestätigen unabhängig finanzierte, präregistrierte Studien die kognitiven Effekte?
  • Wie verhält sich die Aufnahme beim Menschen im direkten Vergleich mit Citrat oder Glycinat?

Referenzen

  1. de Baaij JH, Hoenderop JG, Bindels RJ. Magnesium in man: implications for health and disease. Physiol Rev. 2015;95(1):1–46. doi:10.1152/physrev.00012.2014 · PubMed
  2. Nowak L, Bregestovski P, Ascher P, Herbet A, Prochiantz A. Magnesium gates glutamate-activated channels in mouse central neurones. Nature. 1984;307(5950):462–5. doi:10.1038/307462a0 · PubMed
  3. Slutsky I, Abumaria N, Wu LJ, Huang C, Zhang L, Li B, et al. Enhancement of learning and memory by elevating brain magnesium. Neuron. 2010;65(2):165–77. doi:10.1016/j.neuron.2009.12.026 · PubMed
  4. EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA); Turck D, Bohn T, Castenmiller J, De Henauw S, Hirsch-Ernst KI, et al. Safety of magnesium L-threonate as a novel food pursuant to regulation (EU) 2015/2283 and bioavailability of magnesium from this source in the context of Directive 2002/46/EC. EFSA J. 2024;22(3):e8656. doi:10.2903/j.efsa.2024.8656 · PubMed
  5. Sun Q, Weinger JG, Mao F, Liu G. Regulation of structural and functional synapse density by L-threonate through modulation of intraneuronal magnesium concentration. Neuropharmacology. 2016;108:426–39. doi:10.1016/j.neuropharm.2016.05.006 · PubMed
  6. Shen Y, Dai L, Tian H, Xu R, Li F, Li Z, et al. Treatment of magnesium-L-threonate elevates the magnesium level in the cerebrospinal fluid and attenuates motor deficits and dopamine neuron loss in a mouse model of Parkinson's disease. Neuropsychiatr Dis Treat. 2019;15:3143–53. doi:10.2147/NDT.S230688 · PubMed
  7. Liu G, Weinger JG, Lu ZL, Xue F, Sadeghpour S. Efficacy and safety of MMFS-01, a synapse density enhancer, for treating cognitive impairment in older adults: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. J Alzheimers Dis. 2016;49(4):971–90. doi:10.3233/JAD-150538 · PubMed
  8. Lopresti AL, Smith SJ. The effects of magnesium L-threonate (Magtein) on cognitive performance and sleep quality in adults: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Front Nutr. 2026;12:1729164. doi:10.3389/fnut.2025.1729164 · PubMed
  9. Zhang C, Hu Q, Li S, Dai F, Qian W, Hewlings S, et al. A Magtein, magnesium L-threonate, -based formula improves brain cognitive functions in healthy Chinese adults. Nutrients. 2022;14(24):5235. doi:10.3390/nu14245235 · PubMed
  10. Hausenblas HA, Lynch T, Hooper S, Shrestha A, Rosendale D, Gu J. Magnesium-L-threonate improves sleep quality and daytime functioning in adults with self-reported sleep problems: a randomized controlled trial. Sleep Med X. 2024;8:100121. doi:10.1016/j.sleepx.2024.100121 · PubMed
  11. Surman C, Vaudreuil C, Boland H, Rhodewalt L, DiSalvo M, Biederman J. L-threonic acid magnesium salt supplementation in ADHD: an open-label pilot study. J Diet Suppl. 2021;18(2):119–31. doi:10.1080/19390211.2020.1731044 · PubMed
  12. Wakai E, Ikemura K, Sugimoto H, Iwamoto T, Okuda M. Risk factors for the development of hypermagnesemia in patients prescribed magnesium oxide: a retrospective cohort study. J Pharm Health Care Sci. 2019;5:4. doi:10.1186/s40780-019-0133-7 · PubMed
  13. Ogawa R, Echizen H. Clinically significant drug interactions with antacids: an update. Drugs. 2011;71(14):1839–64. doi:10.2165/11593990-000000000-00000 · PubMed
  14. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  15. Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments und des Rates über neuartige Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810).
  16. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1. Konsolidierte Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820).
  17. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Magnesium-L-threonat“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
  • Am Abstract: Lernen, Gedächtnis, NR2B, Synapsenmarker bei Ratten [3]; Threonat über GLUTs, andere Anionen ohne Effekt [5]; Liquor-Magnesium bei Mäusen nach MgT, nicht nach Sulfat [6]; 23 vs. 21 Personen, p = 0,003, d = 0,91, Schlaf und Angst nicht bestimmbar [7]; 100 Personen, p = 0,043, Raven p = 0,953, Schlafmaße, HR p = 0,030, HRV p = 0,036, Finanzierung Threotech [8]; 109 Personen, Mischpräparat [9]; 80 Personen, Oura-Ring, Autorenschaft AIDP [10]; 15 Personen, 47 % Responder [11].
  • Im EFSA-Volltext [4]: Liquor +7 % vs. Ausgang und +16 % vs. Kontrolle (Ratte, nach Slutsky 2010); relative Aufnahme ≈ 60 % vs. 40–45 % (unveröffentlicht, Antragsteller); Humanstudie Urin +41 % vs. +8 % (p = 0,048), Plasma Woche 6 +4,9 % vs. −0,1 % (p = 0,026), Woche 12 nicht signifikant, Erythrozyten nicht signifikant; Oxalsäure bis 1 %; Threonat-Halbwertszeit ≈ 2,5 h (Calcium-L-Threonat).
  • Im Volltext [7]: Finanzierung durch Neurocentria, kognitive Statistik und Manuskript durch Neurocentria, Fallzahl nach HAM-A berechnet, „Hirnalter“ aus TMT-B-Normwerten (9,4 Jahre), GRAS-Formulierung, Magen-Darm-Nebenwirkungen 20,0 vs. 15,4 %.
  • Im Volltext [9]: Finanzierung durch Wu-xi Magtein Bioscience; [10]: Finanzierung durch AIDP, drei Autorinnen und Autoren bei AIDP angestellt.
  • ClinicalTrials.gov: 13 Treffer für „magnesium threonate“ (23.10.2026).
  • 24.10.2026 (Regelentscheidungen K1–K8): Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG (CELEX 02002L0046-20251126, Cellar-XHTML) enthält „Magnesium-L-Threonat“ mit Fußnote „Wie in der Unionsliste … geführt“. Unionsliste (CELEX 02017R2470-20260810, Cellar-XHTML): Eintrag „Magnesium-L-Threonat“, zugelassen am 7. November 2024, Nahrungsergänzungsmittel für Erwachsene ausgenommen Schwangere und Stillende, Pflichthinweis, Antragsteller AIDP Inc., Datenschutz bis 7. November 2029 (die dort genannte Höchstmenge ist bewusst nicht übernommen). Wortlaut „Magnesium trägt zur normalen psychischen Funktion bei“ in VO (EU) Nr. 432/2012 (CELEX 32012R0432 und 02012R0432-20250820) unverändert gefunden.
  • Interessenkonflikte (G9): Die bisher als eigenes Risiko geführte „herstellerabhängige Datenlage“ ist gestrichen; die erklärten Finanzierungen stehen weiter im Text, in der Studienliste und unter „geprueft“.
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Magnesium-L-threonat“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig): keine Treffer [17]. Ohne Frontmaskierung und bei abweichenden Stoffnamen ist das kein Beweis, dass es kein Arzneimittel gibt.
  • Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Gedächtnis ↑, bessere Kognition“ → herstellerfinanziert: [8] laut Finanzierungs- und Interessenangabe von Threotech Inc. finanziert, die auch das Prüfpräparat (Magtein) stellte; [7] laut Volltext von Neurocentria finanziert, mitgeplant, teils ausgewertet und geschrieben (Prüfpräparat MMFS-01); [9] prüfte eine Mischung und zählt nicht.
  • Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Hilft bei ADHS“ → kleine_studien: [11] n = 15 (Abstract).

Nicht verifiziert

  • Interessenkonflikte in Slutsky 2010 [3] nicht im Volltext geprüft (Volltext nicht frei zugänglich); dass G. Liu Mitentwickler ist, ergibt sich aus [7].
  • Liquor-Zahlen aus [3] nur über die EFSA-Zusammenfassung [4] geprüft, nicht im Originalartikel.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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