Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Stabilisiert den Blutzucker
kein NutzenIn RCTs speziell mit Chrompicolinat änderte sich die Insulinsensitivität weder bei gesunden Älteren noch bei Menschen mit metabolischem Syndrom ohne Diabetes; dort stieg nur die akute Insulinantwort auf Glukose [12][13]. Ein Review über alle Chromformen (ohne Diabetes keine Wirkung auf Glukose- und Fettstoffwechsel) und das EFSA-Gutachten (kein Nutzen bei Gesunden) stützen das, zählen aber nicht für die Stufe [2][11]. Die zugelassene EU-Angabe gilt für dreiwertiges Chrom allgemein und ist keine Evidenzstufe (siehe Abschnitt „Zugelassene EU-Angaben“) [15]. Aus dem gebündelten Auftragsversprechen „Stabilisiert den Blutzucker und reduziert Heißhunger“ getrennt; der Heißhunger steht als eigenes Versprechen. Beleg für „kleine Studien“: 19 [12] und 63 Teilnehmende [13].[2][11]
Senkt den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetes
uneinheitlichFormspezifisch: deutliche Senkung in einer RCT mit 180 Personen [9], kein Effekt in einer niederländischen RCT [10], beide mit Chrompicolinat. Formübergreifend (Reviews über alle Chromformen, zählen nicht für die Stufe): im Mittel −0,6 Prozentpunkte, getragen von Studien schlechter Qualität [11]; nur wenige Studien erreichten klinische Zielwerte [14].
Weniger Heißhunger auf Kohlenhydrate
Einzelbefund, unbestätigtEine RCT mit 42 Frauen: weniger Essmenge, Hunger und Fett-Heißhunger [16]. Bei atypischer Depression nur Einzelitems in einer Teilgruppe, Hauptendpunkte verfehlt [17].
Hilft beim Abnehmen
kleiner NutzenCochrane: −1,1 kg gegenüber Placebo nach 12–16 Wochen, fragliche klinische Bedeutung, niedrige Evidenzqualität, keine Dosis-Wirkungs-Beziehung [18].
kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.
Wirkweise
Evidenzkarte: Chrompicolinat
Dreiwertiges Chrom galt fast 60 Jahre als essenzielles Spurenelement, das die Insulinwirkung unterstützt; neuere Daten sprechen eher für eine pharmakologische Wirkung, und vorgeschlagene molekulare Mechanismen sind selbst im Tier nicht sicher gezeigt; der Autor dieser Übersicht ist Erfinder oder Miterfinder von sieben Patenten zu chromhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln und Wirkstoffen [1]. Die EFSA konnte 2014 weder einen Bedarf noch eine angemessene Zufuhr ableiten und fand keinen Hinweis auf Nutzen bei Gesunden [2]. Zu Chrompicolinat selbst kam die EFSA zu dem Schluss, dass es im Labor bei hohen Konzentrationen möglicherweise DNA schädigt, Langzeitstudien an Ratten und Mäusen aber nur einen fraglichen Befund bei männlichen Ratten ergaben; in Mengen unterhalb eines von der WHO genannten Wertes sei es unbedenklich [3].
Chrompicolinat steht in Anhang II Teil B der Richtlinie 2002/46/EG [4] und ist zusätzlich als neuartiges Lebensmittel für bestimmte Lebensmittelkategorien in der Unionsliste spezifiziert [5]. Mit radioaktiv markiertem Chrom wurde aus Chrompicolinat und Chromphenylalaninat beim Menschen nur etwa 0,8–1 % aufgenommen; frisch aufgenommenes Chrompicolinat wurde rasch mit dem Urin ausgeschieden, sodass nach sieben Tagen gleich wenig Chrom im Körper verblieb wie aus der Vergleichsform [6]. In einer Überkreuzstudie mit jungen Frauen führte Chrompicolinat zu höherem Urinchrom in 24 Stunden als zwei Nicotinat-Präparate und Chromchlorid in einem Multivitaminpräparat [7]. Bei sechs Erwachsenen lag das Urinchrom nach Chromhistidinat höher als nach Chrompicolinat [8]. Da Urinchrom auch die schnelle Ausscheidung widerspiegelt, ist eine höhere Urinmenge kein Beleg für mehr verfügbares Chrom [6].
Klinisch: In einer placebokontrollierten RCT mit 180 Menschen mit Typ-2-Diabetes (Verblindung im Abstract nicht genannt) sank der HbA1c-Wert unter der höheren von zwei Chrompicolinat-Mengen nach vier Monaten auf 6,6 % gegenüber 8,5 % unter Placebo [9]. Bei übergewichtigen, insulinpflichtigen Menschen mit Typ-2-Diabetes in den Niederlanden änderte Chrompicolinat den HbA1c-Wert nicht stärker als Placebo [10]. Ein systematischer Review von 41 RCTs über alle Chromformen fand bei Typ-2-Diabetes im Mittel −0,6 Prozentpunkte HbA1c, aber keinen Nutzen ohne Diabetes; größere Effekte stammten vor allem aus Studien schlechter Qualität, und die Autoren sahen Hinweise auf Unterschiede zwischen den Chromformen [11]. Speziell mit Chrompicolinat änderte sich die Insulinsensitivität in RCTs weder bei 19 gesunden, nicht adipösen Älteren [12] noch bei 63 adipösen Menschen mit metabolischem Syndrom ohne Diabetes, bei denen nur die akute Insulinantwort auf Glukose stieg [13]. Eine Übersicht über 20 RCTs mit verschiedenen Chromformen bei Typ-2-Diabetes stellte fest, dass nur wenige klinisch sinnvolle Zielwerte erreichten, und empfiehlt, künftig nur ähnliche Chromformen zusammenzufassen [14]. Die EU erlaubt für dreiwertiges Chrom dennoch die Angabe, es trage zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei [15]. Bei 42 übergewichtigen Frauen mit Heißhunger auf Kohlenhydrate verringerte Chrompicolinat in acht Wochen die gemessene Essmenge, Hunger und Heißhunger auf Fett; Ratten fraßen nach Injektion ins Gehirn weniger [16]. Bei atypischer Depression verfehlte es die Hauptendpunkte; Appetit und Kohlenhydrat-Heißhunger besserten sich nur in Einzelitems der auswertbaren Gruppe [17]. Eine Cochrane-Übersicht fand bei Übergewicht eine Gewichtsabnahme von 1,1 kg gegenüber Placebo nach 12–16 Wochen, von fraglicher klinischer Bedeutung und bei niedriger Evidenzqualität [18].
Formulierungen und Herkunft: Chrompicolinat wird synthetisch hergestellt [3]; die Spezifikation der Unionsliste verlangt einen definierten Chrom(III)-Gehalt und nicht nachweisbares Chrom(VI) [5]. In einer Studie blockierte das Vermischen einiger neu entwickelter Chromkomplexe mit Stärke die Aufnahme innerhalb eines Monats [8]; ob das für Chrompicolinat gilt, wurde nicht untersucht. Vergleichende Humandaten zu Darreichungsformen (Tabletten, Kapseln, Kombination mit Biotin) wurden nicht gefunden.
Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.
Insulin Glukose H⁺ Phosphokreatin Bicarbonat Wirkstoff Leuchten = aktiver Signalknoten
Normalzustand
Chrompicolinat
Links ohne Wirkstoff, rechts mit dem gewählten; beide Felder laufen mit demselben Wechsel aus Ruhe mit Insulin und Belastung. Die Balken sind Modellausgaben dieser Abbildung, keine Messungen: Sie zeigen die Richtung laut Studienlage, nicht das Ausmaß beim Menschen.
Chrom soll den Insulinsignalweg verstärken; vorgeschlagene molekulare Mechanismen sind aber selbst im Tier nicht sicher gezeigt, und ob Chrom überhaupt essenziell ist, ist fraglich [24]. In RCTs speziell mit Chrompicolinat änderte sich die Insulinempfindlichkeit weder bei 19 gesunden, nicht adipösen Älteren [25] noch bei 63 adipösen Menschen mit metabolischem Syndrom ohne Diabetes, bei denen nur die akute Insulinantwort auf Glukose stieg [26]. Im Modell bleibt deshalb alles wie im Normalzustand; das Fragezeichen markiert den postulierten Ort.
Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.
Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet
- Benfotiamin: nur Tierbefunde an der Netzhaut
- Calanusöl: nur Indizes der Insulinempfindlichkeit, uneinheitlich, vom Hersteller finanziert
- Guanidinoessigsäure (GAA): nicht gezeichnet
- Kreatin-Citrat: nicht gezeichnet
- Kreatin-Ethylester: nicht gezeichnet
- Kreatin-Nitrat: nicht gezeichnet
- Kreatin-Pyruvat: nicht gezeichnet
- Lacticaseibacillus rhamnosus GG + Bifidobacterium animalis subsp. lactis BB-12 (Zweierkombination): Befund zu Schwangerschaftsdiabetes, kein Angriffspunkt im Muskel
- Lacticaseibacillus rhamnosus HN001: Befund zu Schwangerschaftsdiabetes, kein Angriffspunkt im Muskel
- MOTS-c: beim Menschen nur eine Genvariante untersucht, Gabe nur bei Mäusen
- Panax Ginseng: Befund zum Nüchternblutzucker, kein Angriffspunkt im Muskel
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Insulin-Signalweg (postulierte Verstärkung) | Signalweg | positiver Modulator | nur in bestimmten Nagermodellen; Mechanismus nicht sicher gezeigt | Tierversuch[1] |
| Zentrale Appetitregulation | Signalweg | Hemmer | weniger Futteraufnahme nach Injektion ins Gehirn (Ratte) | Tierversuch[16] |
| DNA (Chromosomenschäden durch den Picolinat-Liganden) | Sonstiges | Bindung | Chromosomenaberrationen in CHO-Zellen; laut EFSA DNA-Schäden im Labor bei hohen Konzentrationen möglich, in Langzeitstudien an Nagern nur ein fraglicher Befund bei männlichen Ratten | Labor[3][19] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · GlukoseOhne Diabetes keine Änderung der Insulinsensitivität (RCTs mit Chrompicolinat); bei Typ-2-Diabetes widersprüchliche RCTs mit Chrompicolinat. Reviews über alle Chromformen zählen hier nicht[9][10][12][13]
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Chrompicolinat (radioaktiv markiert)
≈ 0,8–1 % (Mensch, Ganzkörperzählung)Intraindividueller Vergleich mit Chromphenylalaninat: gleiche geringe Aufnahme und gleiche Rückhaltung nach sieben Tagen, weil Chrompicolinat rasch im Urin erscheint [6].
Mensch, nicht randomisiert
Oral (geschluckt) · Chrompicolinat vs. Nicotinat, Chlorid, Histidinat (Urinchrom)
Mehr Urinchrom als nach Nicotinat und Chlorid (Überkreuzstudie in zufälliger Reihenfolge) [7], weniger als nach Chromhistidinat (sechs Personen) [8]. Urinchrom ist nur ein indirekter Marker [6].
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
Typ-2-Diabetes, 180 Personen
Gemessen: HbA1c, Glukose, Insulin
Ergebnis: HbA1c 6,6 % (höhere Stufe) bzw. 7,5 % vs. 8,5 % unter Placebo.[9]
Mensch, randomisiert
Insulinpflichtiger Typ-2-Diabetes, Niederlande
Gemessen: HbA1c
Ergebnis: HbA1c sank in allen drei Gruppen um etwa 0,4 Prozentpunkte; kein Unterschied (Per-Protocol-Auswertung).[10]
Mensch, randomisiert
Gesunde Ältere ohne Adipositas
Gemessen: Insulinsensitivität (intravenöser Glukosetoleranztest), Serumlipide, Körperzusammensetzung
Ergebnis: Keine Veränderung gegenüber Placebo.[12]
Mensch, randomisiert
Metabolisches Syndrom ohne Diabetes
Gemessen: Insulinsensitivitätsindex (intravenöser Glukosetoleranztest)
Ergebnis: Kein Unterschied (P = 0,14); akute Insulinantwort auf Glukose höher (P = 0,02); Gewicht, Lipide, Entzündungs- und Oxidationsmarker unverändert.[13]
Mensch, randomisiert
Heißhunger und Essmenge
Gemessen: gemessene Essmenge, Hunger, Heißhunger
Ergebnis: Essmenge (p < 0,0001), Hunger (p < 0,05) und Fett-Heißhunger (p < 0,0001) geringer; Gewicht p = 0,08.[16]
Mensch, randomisiert
Atypische Depression
Gemessen: HAM-D-29, CGI-I
Ergebnis: Hauptendpunkte ohne Unterschied; Einzelitems zu Appetit und Kohlenhydrat-Heißhunger besser.[17]
Mensch, randomisiert
Aufnahme mit Radiochrom
Gemessen: Ganzkörperaufnahme und -rückhaltung
Ergebnis: ≈ 0,8–1 % aufgenommen, gleiche Rückhaltung wie Chromphenylalaninat.[6]
Mensch, nicht randomisiert
Urinchrom nach vier Handelsformen
Gemessen: Urinchrom in 24 h
Ergebnis: Chrompicolinat höher als zwei Nicotinate und Chromchlorid.[7]
Mensch, randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Erbgutschäden im Labor
Chrompicolinat erzeugte in Hamsterzellen Chromosomenschäden, die auf den Picolinat-Liganden zurückgeführt wurden; Chromnicotinat und Chromchlorid taten das nicht [19]. Laut EFSA kann Chrompicolinat im Labor bei hohen Konzentrationen DNA schädigen; Langzeitstudien an Ratten und Mäusen ergaben nur einen fraglichen Befund bei männlichen Ratten, und die EFSA leitete einen NOAEL ab [3].
Labor
Nieren- und Leberschäden bei hohen Mengen (Fallbericht)
Eine Frau entwickelte nach monatelanger Einnahme hoher Chrompicolinat-Mengen zum Abnehmen Blutarmut, Hämolyse, Leberfunktionsstörung und Nierenversagen, die sich erholten [20]. Einzelfall, Kausalität nicht gesichert.
Mensch, nicht randomisiert
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- teilweise belegt
„Chrompicolinat ist die am besten aufgenommene Chromform“
Mehr Urinchrom als nach Nicotinat und Chlorid [7], aber weniger als nach Chromhistidinat [8]; im Radiotracer-Versuch nicht mehr im Körper zurückgehalten als eine Vergleichsform [6].
- nicht belegt
„Chrommangel ist verbreitet und fördert Diabetes“
Die Essenzialität von Chrom ist fraglich [1]; die EFSA konnte keinen Bedarf ableiten und fand keinen Nutzen bei Gesunden [2].
- widerlegt
„Die EU bestätigt, dass Chrom den Blutzucker senkt“
Zugelassen ist nur die Angabe zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels [15]; die EFSA fand später keinen Nutzen bei Gesunden [2].
- nicht belegt
„Chrompicolinat lässt das Gewicht deutlich sinken“
Im Mittel 1,1 kg mehr Abnahme als unter Placebo, von fraglicher Bedeutung und bei niedriger Evidenzqualität [18].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Gering, ≈ 0,8–1 % beim Menschen [6]; dreiwertiges Chrom wird insgesamt schlecht aufgenommen [3].
- Halbwertszeit
- Nicht verifiziert.
- Abbau
- Frisch aufgenommenes Chrompicolinat wird rasch mit dem Urin ausgeschieden [6]; ob der Komplex intakt aufgenommen wird, ist beim Menschen nicht geklärt (bei Ratten Hinweise auf einen anderen Aufnahmeweg als bei ionischem Chrom) [6].
- Weg ins Gehirn
- Keine Humandaten; zentrale Wirkung auf die Nahrungsaufnahme nur nach Injektion ins Rattenhirn gezeigt [16].
Rechtlicher Status
- Deutschland
- In AMIce kein verkehrsfähiges Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Chrompicolinat gefunden (Suche nach Stoffname, Abruf 24.10.2026) [21]; als Mineralstoffverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [4].
- EU
- Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG („Chrompicolinat“); damit als Chromquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [4]. Zusätzlich in der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel für Lebensmittel nach VO (EU) Nr. 609/2013 und für angereicherte Lebensmittel nach VO (EG) Nr. 1925/2006, mit Höchstgehalten und Spezifikation (Chrom(VI) nicht nachweisbar) [5]. Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben für dreiwertiges Chrom stehen unter health_claims.
- USA
- Nicht verifiziert.
Zugelassene EU-Angaben
„Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei“
- Nährstoff
- Chrom (dreiwertig)
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[15]
- Einordnung
- rechtlich zulässig; mit dieser Form bei Menschen ohne Diabetes keine Änderung der Insulinsensitivität, siehe Versprechen „Stabilisiert den Blutzucker“
„Chrom trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei“
- Nährstoff
- Chrom (dreiwertig)
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[15]
- Einordnung
- rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Gibt es eine Untergruppe mit Typ-2-Diabetes, die in hochwertigen RCTs von Chrompicolinat profitiert?
- Bestätigt sich die Wirkung auf Heißhunger und Essmenge in größeren, unabhängig finanzierten Studien?
- Wie viel Chrompicolinat wird intakt aufgenommen, und welche Rolle spielt der Picolinat-Ligand beim Menschen?
Referenzen
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- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific opinion on dietary reference values for chromium. EFSA J. 2014;12(10):3845. doi:10.2903/j.efsa.2014.3845
- EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food (ANS). Scientific opinion on the safety of chromium picolinate as a source of chromium added for nutritional purposes to foodstuff for particular nutritional uses and to foods intended for the general population. EFSA J. 2010;8(12):1883. doi:10.2903/j.efsa.2010.1883
- Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
- Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments und des Rates über neuartige Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810).
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- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Chrompicolinat“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript); Abstracts der EFSA-Gutachten [2] und [3] über Crossref gelesen.
- Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG, konsolidierte Fassung CELEX 02002L0046-20251126 (Cellar, XHTML, 24.10.2026): Eintrag „Chrompicolinat“ (ohne Fußnote).
- Unionsliste CELEX 02017R2470-20260810 (Cellar, XHTML): Eintrag „Chrompicolinat“ für Lebensmittel nach VO (EU) Nr. 609/2013 und angereicherte Lebensmittel nach VO (EG) Nr. 1925/2006 mit Höchstgehalten an Gesamtchrom; Spezifikation Tris(2-pyridincarboxylat)chrom(III), Chrom(VI) nicht nachweisbar.
- VO (EU) 432/2012 (CELEX 32012R0432, Ursprungsfassung): „Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei“ und „… zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei“, Bedingung Quelle von dreiwertigem Chrom.
- Am Abstract: fast 60 Jahre Essenzialitätsannahme, Mechanismen nicht gezeigt; Autor hält Patente [1]; kein Bedarf ableitbar, kein Nutzen bei Gesunden [2]; In-vitro-DNA-Schäden, fraglicher Befund männliche Ratten, unbedenklich unter WHO-Wert [3]; Mensch 0,8–1 %, gleiche Rückhaltung nach 7 Tagen [6]; Picolinat > Nicotinate und Chlorid, zufällige Reihenfolge [7]; sechs Personen, Histidinat > Picolinat, Stärke-Effekt [8]; 180 Personen, HbA1c 6,6/7,5 vs. 8,5 % [9]; 46 Personen per protocol, ≈ 0,4 % in allen Gruppen [10]; 41 Studien, −0,6 %, kein Nutzen ohne Diabetes [11]; 20 RCTs, wenige Zielwerte [14]; 42 Frauen, p-Werte, Rattenversuch [16]; 113 Patienten, Hauptendpunkte verfehlt [17]; 9 RCTs, 622 Teilnehmende, −1,1 kg [18]; CHO-Zellen, Picolinsäure klastogen [19]; Fallbericht [20].
- PubChem: CID 151932, C18H12CrN3O6.
- ClinicalTrials.gov: 51 Studien mit „chromium picolinate“ als Intervention (24.10.2026).
- Gegenprüfung (24.10.2026) am Abstract: [11] RCTs „of chromium supplement intake“ ohne Formbeschränkung, „differences among chromium formulations“; [14] 20 RCTs verschiedener Chromformen, Empfehlung „similar forms of chromium“; [12] 19 Personen 63–77 Jahre, Chrompicolinat, keine Änderung; [13] 63 Personen mit metabolischem Syndrom ohne Diabetes, Chrompicolinat, Insulinsensitivität P = 0,14, akute Insulinantwort P = 0,02; [3] (Crossref) nennt nur In-vitro-DNA-Schäden bei hohen Konzentrationen und einen fraglichen Befund bei männlichen Ratten, keine In-vivo-Genotoxizitätstests; [1] Interessenkonflikt: sieben Patente des Autors; [20] Einzelfall. PubMed-Suche nach Chrompicolinat-RCTs zu Glukose (41 Treffer) für [12] und [13].
- VO (EU) Nr. 432/2012: Wortlaut der eingetragenen Angaben in der Basisfassung (CELEX 32012R0432, Cellar, XHTML) und unverändert in der konsolidierten Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820, Cellar, XHTML) geprüft am 24.10.2026. Angaben zu Blutzuckerspiegel und Makronährstoff-Stoffwechsel (Bedingung: Quelle von dreiwertigem Chrom) [15].
- Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Chrompicolinat“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig): keine Treffer [21]. Ohne Frontmaskierung und bei abweichenden Stoffnamen ist das kein Beweis, dass es kein Arzneimittel gibt.
- Präzisions-Flags (m004; Regeln Leitfaden 26.10.2026; Teilnehmendenzahlen, Richtung und Finanzierung am 26.10.2026 per PubMed efetch an Abstract, COI-Angabe und Affiliationen geprüft): „Stabilisiert den Blutzucker“: kleine_studien – [12] 19, [13] 63 ([2], [11] zählen laut Begründung nicht für die Stufe). „Weniger Heißhunger auf Kohlenhydrate“: kleine_studien – [16] 42 ([17] Patientinnen/Patienten mit atypischer Depression, andere Population).
- 26.10.2026, Gegenprüfung der Präzisions-Flags (m004): Belege für die gesetzten Flags zusätzlich in die begruendung übernommen („Beleg für …“, Leitfaden „Präzisions-Flags“); Zahlen und Angaben erneut per PubMed efetch (Abstract, Interessen- und Förderangaben, Affiliationen) geprüft: „Blutzucker“: [12] „19 subjects“, [13] „Sixty three patients“.
Nicht verifiziert
- Rechtsstatus in den USA.
- Herstellerbeteiligung: J. R. Komorowski (Mitautor von [17]) wird häufig dem Chrompicolinat-Hersteller Nutrition 21 zugeordnet; die Affiliation steht nicht im PubMed-Datensatz. Finanzierung von [16] (Volltext nicht zugänglich).
- Fallzahlen von [6] (menschliche Freiwillige) und [7] (junge Frauen) stehen nicht im Abstract.
- Im Abstract von [16] steht die Menge mit „mg“; das ist vermutlich ein Tippfehler (µg), wurde aber nicht am Volltext geprüft. Im Profil steht keine Menge.
- Studienort und Verblindung von [9]: Das Abstract nennt weder Land noch Verblindung (nur „divided randomly“ und Placebo); Volltext nicht über Europe PMC zugänglich. Die frühere Angabe „China“ wurde deshalb entfernt.
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