Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Schützt vor Depression und Angst nach der Geburt
Einzelbefund, unbestätigtDer Befund ist ein sekundärer Endpunkt einer Studie an 423 Frauen mit familiärem Allergierisiko – also keiner Patientinnengruppe –, deren Hauptziel die Vorbeugung von Neurodermitis beim Kind war: niedrigere Depressions- (7,7 gegenüber 9,0; p = 0,037) und Angstwerte bei 380 auswertbaren Frauen [8]. Die Studie wurde vom Hersteller Fonterra mitfinanziert, und es gibt keine Wiederholung mit Stimmung als Hauptendpunkt. Alle drei später eigens angelegten, von Fonterra finanzierten Studien zu Stress und Wohlbefinden blieben ohne Effekt [9][10][11].[9][10][11]
Senkt Stress und macht zufriedener
kein NutzenIn der PRESS-Studie an 483 Studierenden gab es keinen Unterschied in Stress, Angst oder Wohlbefinden [9]; bei Pflegekräften ebenfalls nicht [10]. Eine Studie an 120 Erwachsenen, deren beide Autorinnen bzw. Autoren bei Fonterra angestellt sind, verfehlte den Hauptvergleich für Glücks- und Stressfragebogen; signifikant war nur eine Post-hoc-Analyse [11]. Alle drei Studien wurden laut Finanzierungsangabe vom Hersteller Fonterra finanziert [9][10][11].
Verhindert Neurodermitis beim Kind
Einzelbefund, unbestätigtIn der Ausgangsstudie war das Ekzemrisiko nach zwei Jahren etwa halbiert (Hazard Ratio 0,51; 95 % KI 0,30–0,85), der Vergleichsstamm HN019 wirkte nicht [4]; in derselben Kohorte hielt der Vorteil bis zum Alter von elf Jahren an [5]. Eine unabhängige Wiederholung mit diesem Stamm fehlt, und die Nachfolgestudie mit Gabe nur an die Mütter verfehlte den Effekt [6]. Deshalb „Einzelbefund“ trotz langer Nachbeobachtung.
Senkt das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes
Einzelbefund, unbestätigtNach der international üblichen Definition war der Unterschied nur tendenziell (relatives Risiko 0,59; 95 % KI 0,32–1,08; p = 0,08; absolute Häufigkeiten im Abstract nicht berichtet), nach der neuseeländischen Definition signifikant (Schwangerschaftsdiabetes bei 2 von 100 unter HN001 und 7 von 100 unter Placebo; p = 0,03) [12]. Das Ergebnis hängt an der Definition, stammt aus derselben Teilnehmerinnengruppe wie die Allergiestudie und wurde nicht wiederholt. Neben dem Health Research Council of New Zealand hat der Hersteller Fonterra die Studie mitfinanziert und die Kapseln gestellt [12].
vom Hersteller finanziert: Alle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.
Wirkweise
Evidenzkarte: Lacticaseibacillus rhamnosus HN001
Der Stamm wird seit den 1990er-Jahren von einem neuseeländischen Milchkonzern vermarktet und trug früher die Bezeichnung DR20; untersucht wurde unter anderem seine Überlebensfähigkeit beim Trocknen [1]. Der gültige Artname lautet nach der Neuordnung der Gattung Lactobacillus Lacticaseibacillus rhamnosus [2]. Hier gibt es eine Besonderheit: Das EFSA-QPS-Update von 2026 hat innerhalb der Laktobazillen korrekten Namen und Synonym getauscht [3]. Die aktuelle QPS-Liste der EFSA (Fassung vom 17.09.2026) führt die Art jetzt als Lactobacillus rhamnosus mit Lacticaseibacillus rhamnosus als Synonym (Beleg unter EU-Status); der Text des Updates schreibt den neuen Namen „Lactibacillus rhamnosus“, eine Schreibweise, die in der Liste selbst nicht vorkommt [3]. Die Nomenklaturdatenbank LPSN weist am 24.10.2026 weiterhin Lacticaseibacillus rhamnosus als korrekten Namen aus. Das Profil folgt LPSN und vermerkt die Abweichung.
Der Ursprung der Datenlage ist eine Studie zur Vorbeugung von Neurodermitis. Schwangere mit familiärer Allergiebelastung und ihre Kinder erhielten HN001, Bifidobacterium animalis subsp. lactis HN019 oder Placebo; bei 474 Kindern war das Ekzemrisiko nach zwei Jahren unter HN001 etwa halbiert (Hazard Ratio 0,51; 95 % KI 0,30–0,85), unter HN019 nicht (0,90; 0,58–1,41). Die Sensibilisierung im Hauttest änderte sich nicht. HN001 war bei 71,5 % der Kinder nach drei Monaten im Stuhl nachweisbar, HN019 nur bei 22,6 % [4]. Das ist ein Lehrbeispiel für Stammspezifität: Zwei Stämme, dieselbe Studie, unterschiedliche Ergebnisse. In derselben Kohorte war die Lebenszeitprävalenz von Ekzem (Hazard Ratio 0,58), Atopie (0,71) und Giemen (0,76) bis zum Alter von elf Jahren niedriger [5]. Eine Nachfolgestudie, in der nur die Mütter und nicht die Kinder den Stamm erhielten, verfehlte den Effekt [6] – die Wirkung hängt also an der Gabe an das Kind. Eine genetische Auswertung fand Wechselwirkungen mit Varianten in Toll-like-Rezeptor-Genen [7]; das ist eine Untergruppenanalyse vieler Genvarianten und als solche vorsichtig zu lesen.
Der psychische Befund, für den der Stamm heute beworben wird, stammt aus derselben Studie: Die Symptome von Depression und Angst der Mütter nach der Geburt waren ein sekundärer Endpunkt. Bei 380 von 423 Frauen mit auswertbaren Fragebögen lagen Depressionswerte (Mittelwert 7,7 gegenüber 9,0; Effektgröße −1,2; 95 % KI −2,3 bis −0,1; p = 0,037) und Angstwerte niedriger, und klinisch relevante Angst war seltener [8]. Die Studie wurde unter anderem von dem Hersteller mitfinanziert. Ein sekundärer Endpunkt einer Allergiestudie ist kein Wirkungsnachweis für Stimmung; er begründet eine Hypothese.
Diese Hypothese wurde dann zweimal eigens geprüft und zweimal nicht bestätigt. In der PRESS-Studie nahmen 483 Studierende über ein Semester bis zu den Prüfungen HN001 oder Placebo ein; es gab keinen Unterschied in Stress, Angst oder psychischem Wohlbefinden [9]. In einer Studie an Pflegekräften im ersten Pandemiejahr unterschieden sich wahrgenommener Stress und die Anzahl der Krankheitstage ebenfalls nicht [10]. Eine vom Hersteller finanzierte und von dessen Beschäftigten verfasste Studie an 120 Erwachsenen mit leichtem bis hohem Stress fand im Hauptvergleich keinen signifikanten Unterschied im Glücksfragebogen und in der Stressskala; signifikant war erst eine Post-hoc-Analyse der Wechselwirkung mit der Studiendauer [11]. Das Muster ist damit: ein positiver sekundärer Befund in einer besonderen Lebenslage, drei Fehlschläge in eigens angelegten Studien.
Ein zweiter eigenständiger Befund betrifft den Schwangerschaftsdiabetes: In derselben Teilnehmerinnengruppe wie die Allergiestudie (212 gegenüber 211 Frauen, Einnahme ab der 14. bis 16. Woche) war die Häufigkeit nach der international üblichen Definition nur tendenziell niedriger (relatives Risiko 0,59; 95 % KI 0,32–1,08; p = 0,08), nach der neuseeländischen Definition dagegen signifikant (2,1 gegenüber 6,5 %; p = 0,03); deutlicher war der Unterschied bei Frauen ab 35 Jahren und bei früherem Schwangerschaftsdiabetes [12]. Das Ergebnis hängt also an der gewählten Definition und ist nicht wiederholt worden.
Zur Besiedlung: Der Nachweis im Stuhl der Kinder war in der Allergiestudie häufig [4]; bei Müttern, die den Stamm allein einnahmen, war er in der Muttermilch nicht nachweisbar, und TGF-β und IgA der Milch blieben unverändert [6]. Allgemein ist die Besiedlung der Darmschleimhaut individuell und meist vorübergehend [13]. Rechtlich ist der Stamm nicht in der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel geführt [14], und eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe gibt es nicht [15]. Für die Art sind Einzelfälle invasiver Infektionen beschrieben, darunter eine Sepsis bei einem Frühgeborenen nach Probiotikumgabe [16]; die EFSA ließ den QPS-Status der Laktobazillen-Arten 2026 unverändert [3].
Eingeordnet am Wirkort Skelettmuskelfaser: Insulinrezeptor bis GLUT4, Kreatinkinase, Carnosin, MCT und Mitochondrium; in der Abbildung dort nicht gezeichnet: Befund zu Schwangerschaftsdiabetes, kein Angriffspunkt im Muskel.
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Besiedlung des Säuglingsdarms (Nachweis im Stuhl) | Mikroorganismus/Taxon | Abundanz ↑ | bei 71,5 % der Kinder nach drei Monaten nachweisbar (HN019: 22,6 %) | Mensch, randomisiert[4] |
| Glukosetoleranz in der Schwangerschaft | Sonstiges | negativer Modulator | relatives Risiko für Schwangerschaftsdiabetes 0,59 (95 % KI 0,32–1,08) | Mensch, randomisiert[12] |
| Toll-like-Rezeptor-Genvarianten als Modifikator des Ekzemschutzes | Rezeptor | Bindung | Mensch, randomisiert[7] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · GlukoseHäufigkeit von Schwangerschaftsdiabetes nach einer Definition signifikant, nach der international üblichen nur tendenziell niedriger[12]
- Entzündung · oxidativTGF-β und IgA in der Muttermilch unverändert; Wechselwirkungen mit Toll-like-Rezeptor-Genvarianten nur in einer Untergruppenanalyse[6][7]
- Stressachsein zwei eigens angelegten Studien (483 Studierende, Pflegekräfte) kein Unterschied bei Stressmaßen[9][10]
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Darmbarriere
- Mikrobiomim Stuhl der Kinder häufig nachweisbar, deutlich häufiger als der Vergleichsstamm HN019; in der Muttermilch nicht nachweisbar[4][6]
- Kurzkettige Fettsäuren
- Gallensäuren
- Darmhormone
- Darm-Hirn-Achse
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Kapsel mit lebenden Bakterien (gefriergetrocknet)
In allen Studien oral. In der Allergiestudie war der Stamm bei 71,5 % der Kinder nach drei Monaten im Stuhl nachweisbar, der Vergleichsstamm HN019 nur bei 22,6 % [4]. Bei Gabe nur an die Mutter war er in der Muttermilch nicht nachweisbar [6]. Die Überlebensfähigkeit beim Trocknen wurde eigens untersucht [1].
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
Vorbeugung von Ekzem und Atopie (Ausgangsstudie)
Gemessen: kumulative Ekzemhäufigkeit und Atopie im Hauttest nach 2 Jahren
Ergebnis: Ekzemrisiko unter HN001 etwa halbiert (Hazard Ratio 0,51; 95 % KI 0,30–0,85), unter HN019 nicht (0,90; 0,58–1,41); Atopie unverändert. HN001 nach drei Monaten bei 71,5 % im Stuhl, HN019 bei 22,6 %.[4]
Mensch, randomisiert
Nachbeobachtung derselben Kohorte bis 11 Jahre
Gemessen: Lebenszeit- und 12-Monats-Häufigkeit von Ekzem, Asthma, Giemen, Heuschnupfen, Sensibilisierung
Ergebnis: Niedrigere Lebenszeithäufigkeit von Ekzem (Hazard Ratio 0,58), Sensibilisierung (0,71) und Giemen (0,76); 12-Monats-Häufigkeit von Ekzem (relatives Risiko 0,46) und Heuschnupfen (0,73) niedriger. HN019 ohne Effekt.[5]
Mensch, randomisiert
Gabe nur an die Mutter
Gemessen: Ekzemhäufigkeit, SCORAD, Giemen, Sensibilisierung im ersten Lebensjahr
Ergebnis: Kein signifikanter Effekt; der Stamm war in der Muttermilch nicht nachweisbar, TGF-β und IgA der Milch unverändert.[6]
Mensch, randomisiert
Depression und Angst nach der Geburt (sekundärer Endpunkt)
Gemessen: Depressions- und Angstsymptome nach der Geburt (abgewandelte Edinburgh-Skala und State-Trait-Angstinventar)
Ergebnis: Niedrigere Depressions- (7,7 gegenüber 9,0; Effektgröße −1,2; 95 % KI −2,3 bis −0,1; p = 0,037) und Angstwerte; klinisch relevante Angst seltener. 380 Frauen auswertbar; Mitfinanzierung durch den Hersteller.[8]
Mensch, randomisiert
Schwangerschaftsdiabetes
Gemessen: Häufigkeit von Schwangerschaftsdiabetes nach zwei Definitionen
Ergebnis: International übliche Definition: relatives Risiko 0,59 (95 % KI 0,32–1,08; p = 0,08). Neuseeländische Definition: 2,1 gegenüber 6,5 % (p = 0,03). Stärkere Unterschiede bei Frauen ab 35 Jahren und bei früherem Schwangerschaftsdiabetes.[12]
Mensch, randomisiert
PRESS, Prüfungsstress bei Studierenden
Gemessen: Stress, Angst, psychisches Wohlbefinden
Ergebnis: Kein Unterschied zu Placebo; 391 Personen beantworteten die Nachbefragung. Die Pandemiebedingungen könnten den üblichen Stressverlauf verändert haben.[9]
Mensch, randomisiert
Stress und Infekte bei Pflegekräften
Gemessen: wahrgenommener Stress, Anzahl der Tage mit Symptomen einer Virusinfektion
Ergebnis: Kein Unterschied zu Placebo; Stress und Symptome gingen in beiden Gruppen zurück. Teilnehmerzahl nicht im Abstract.[10]
Mensch, randomisiert
Glücksempfinden bei leichtem bis hohem Stress
Gemessen: Oxford-Glücksfragebogen (primär), Stressskala, DASS-21
Ergebnis: Hauptvergleich nicht signifikant (Glücksfragebogen 13,3 gegenüber 10,2; Stressskala −8,1 gegenüber −6,6); signifikant nur die Post-hoc-Wechselwirkung mit der Studiendauer (p = 0,014 bzw. 0,043). Vom Hersteller finanziert, Autorenschaft dort angestellt.[11]
Mensch, randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Invasive Infektionen in Einzelfällen
Für Lacticaseibacillus rhamnosus ist eine Sepsis bei einem Frühgeborenen nach Probiotikumgabe beschrieben [16]. Die EFSA fasst entsprechende Fallberichte für die Laktobazillen zusammen; sie betreffen fast ausschließlich Frühgeborene und Menschen mit schweren Grunderkrankungen, und der QPS-Status blieb 2026 unverändert [3]. Stammspezifische Fälle zu HN001 sind nicht bekannt.
Mensch, nicht randomisiert
Herstellerbeteiligung bei den positiven Befunden
Die Studie mit dem positiven Stimmungsbefund wurde von einem Forschungsrat und dem Hersteller gemeinsam finanziert [8], und die Studie zum Glücksempfinden wurde vom Hersteller finanziert und von dessen Beschäftigten verfasst [11]. Die beiden unabhängig angelegten Stressstudien blieben ohne Effekt [9][10].
Keine Daten
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- teilweise belegt
„HN001 schützt vor Wochenbettdepression“
Der Befund ist echt, aber ein sekundärer Endpunkt einer Allergiestudie mit Herstellerbeteiligung [8]. Eine Studie mit Stimmung als Hauptendpunkt gibt es nicht, und drei eigens angelegte Studien zu Stress und Wohlbefinden blieben ohne Effekt [9][10][11].
- widerlegt
„HN001 senkt Stress bei Gesunden“
In zwei unabhängig angelegten Studien (483 Studierende; Pflegekräfte) gab es keinen Unterschied zu Placebo [9][10], und die vom Hersteller finanzierte Studie an 120 Erwachsenen verfehlte ihren Hauptendpunkt [11].
- nicht belegt
„Der Stamm siedelt sich dauerhaft im Darm an“
Der Nachweis im Stuhl von Kindern war häufig, aber nach 24 Monaten glich sich die Nachweisrate dem Vergleichsstamm an [4]. Daten zur Persistenz nach dem Absetzen fehlen; die Besiedlung der Schleimhaut ist individuell und meist vorübergehend [13].
- nicht belegt
„Was für Lacticaseibacillus rhamnosus gilt, gilt auch für HN001“
Wirkungen sind stammspezifisch, und für andere rhamnosus-Stämme (etwa GG) übertragbare Daten gibt es nicht; Studien zu ihnen sind kein Beleg für HN001. Wie stark Präparate sich unterscheiden können, zeigt dieselbe Studie, in der HN001 das Ekzemrisiko senkte, Bifidobacterium animalis subsp. lactis HN019 aber nicht [4] – das ist allerdings ein Vergleich mit einer anderen Art und widerlegt die Verallgemeinerung innerhalb der Art nicht, sondern belegt sie nur nicht.
- widerlegt
„Die Einnahme durch die Mutter genügt“
Die Nachfolgestudie mit Gabe nur an die Mutter verfehlte den Ekzemeffekt, und der Stamm war in der Muttermilch nicht nachweisbar [6].
Rechtlicher Status
- Deutschland
- nicht verifiziert (AMIce/PharmNet und Marktstatus nicht geprüft); eine Einordnung als Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel wird hier nicht getroffen.
- EU
- Kein Eintrag zu Lacticaseibacillus- oder Lactobacillus-Stämmen in der konsolidierten Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Stand 10.08.2026 [14]. Keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach VO (EU) Nr. 432/2012 [15]. Ob „probiotisch“ als Angabe zulässig ist, wurde nicht geprüft. Lacticaseibacillus rhamnosus gilt laut Novel-Food-Katalog der Kommission als nicht neuartig (POL-NF-10681, Abruf 26.10.2026) [17]. Der Eintrag gilt auf Artebene, nicht für den Stamm; der Katalog ist eine Orientierungshilfe der Kommission, kein Rechtsakt. In der QPS-Liste der EFSA (Fassung vom 17.09.2026) steht Lactobacillus rhamnosus (in der Liste mit dem Synonym Lacticaseibacillus rhamnosus) mit der Qualifikation, dass die Stämme keine erworbenen Resistenzgene gegen klinisch relevante antimikrobielle Wirkstoffe tragen sollen [18]. QPS bewertet die Art, nicht den Stamm.
- USA
- nicht verifiziert
- Andere Länder
- nicht verifiziert
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Gibt es eine Studie mit Stimmung als Hauptendpunkt bei Schwangeren oder Frauen nach der Geburt?
- Warum wirkt der Stamm in der besonderen Lage um die Geburt, aber nicht bei Prüfungs- oder Arbeitsstress?
- Lässt sich der Ekzemschutz von einer unabhängigen Arbeitsgruppe wiederholen?
- Welche Definition von Schwangerschaftsdiabetes ist für die Bewertung des Befunds angemessen?
- Wie ist die abweichende Namensführung zwischen EFSA-QPS-Update 2026 und LPSN einzuordnen?
Referenzen
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- Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810); abgerufen am 24.10.2026.
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. Konsolidierte Fassung vom 17.05.2021 (CELEX 02012R0432-20210517); abgerufen am 24.10.2026.
- Farella I, Fortunato M, Martinelli D, De Carlo C, Sparapano E, Stolfa S, et al. Lactobacillus rhamnosus sepsis in a preterm infant following probiotic administration: challenges in diagnosis. Microorganisms. 2025;13(2):265. doi:10.3390/microorganisms13020265 · PubMed
- Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Lacticaseibacillus rhamnosus [Datenbank]. POL-NF-10681, letzte Änderung 05.08.2024 [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
- EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ). Updated list of QPS-recommended microorganisms for safety risk assessments carried out by EFSA. Appendix E – Updated list of QPS recommended biological agents (Panel Statement 24, Juni 2026), Blätter „QPS List“ und „Excluded from QPS“ [Datensatz]. Zenodo; Version vom 17.09.2026 [zitiert 26.10.2026]. doi:10.5281/zenodo.22812707 doi:10.5281/zenodo.22812707
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Frühere Bezeichnung DR20 im Titel von [1] belegt und in die Synonyme übernommen.
- Zahlen an Abstracts geprüft: n = 474, Hazard Ratio 0,51 (0,30–0,85) für HN001 und 0,90 (0,58–1,41) für HN019, Stuhlnachweis 71,5 gegenüber 22,6 % [4]; Hazard Ratios 0,58, 0,71 und 0,76 sowie relative Risiken 0,46 und 0,73 [5]; n = 423 und fehlender Effekt bei Gabe nur an die Mutter [6]; 7,7 gegenüber 9,0, Effektgröße −1,2 (−2,3 bis −0,1), p = 0,037, 380 von 423 auswertbar [8]; n = 483 und 391 Nachbefragungen [9]; n = 120 sowie p = 0,014 und 0,043 für die Post-hoc-Wechselwirkung [11]; relatives Risiko 0,59 (0,32–1,08), p = 0,08 bzw. 2,1 gegenüber 6,5 %, p = 0,03 [12].
- Herkunft des Stimmungsbefunds als sekundärer Endpunkt im Abstract von [8] wörtlich belegt („This was a secondary outcome, the primary outcome being eczema …“).
- Interessenkonflikte und Finanzierung geprüft: Health Research Council of New Zealand und Fonterra Co-operative Group Ltd. als Geldgeber [8]; Anstellung beim Hersteller und dessen Finanzierung in [11]; keine Interessenkonflikte angegeben in [9] und [10].
- Rechtsstatus: konsolidierte Unionsliste (CELEX 02017R2470-20260810) selbst abgerufen und durchsucht, 0 Treffer für Lactobacillus und Lacticaseibacillus [14]; konsolidierte VO (EU) Nr. 432/2012 durchsucht, keine Angabe zu Probiotika [15].
- Nomenklatur: LPSN führt am 24.10.2026 Lacticaseibacillus rhamnosus als korrekten Namen; das QPS-Update 2026 tauscht korrekten Namen und Synonym und nennt „Lactibacillus rhamnosus“ [3]. Die Abweichung steht im Text und in den offenen Fragen.
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Schützt vor Depression und Angst nach der Geburt“ → herstellerfinanziert: [8] laut Finanzierungsangabe (Volltext) vom Health Research Council of New Zealand und von Fonterra gefördert, Fonterra stellte die Studienkapseln (Mitfinanzierung); [9], [10] und [11] laut Finanzierungsangabe von Fonterra finanziert, in [11] beide Autorinnen bzw. Autoren bei Fonterra angestellt.
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Senkt Stress und macht zufriedener“ → herstellerfinanziert: [9], [10] und [11] laut Finanzierungsangabe (Volltexte) von Fonterra finanziert, in [10] stellte Fonterra auch die Kapseln; in [11] beide Autorinnen bzw. Autoren bei Fonterra angestellt.
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Senkt das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes“ → herstellerfinanziert: [12] laut Finanzierungsangabe (Volltext) vom Health Research Council of New Zealand und von Fonterra gefördert; Fonterra steuerte Mittel bei und stellte die Studienkapseln (Mitfinanzierung).
- Gegenprüfung 26.10.2026 (m004, Umsetzung Claude, zur Bestätigung durch Tilman): Belege der gesetzten Präzisions-Flags (Teilnehmendenzahlen bzw. Finanzierungs- und Interessenangaben) aus den Prüfnotizen in die Begründung übernommen, damit sie für Lesende nachprüfbar sind; Teilnehmendenzahlen erneut an den PubMed-Abstracts abgeglichen. Zahlenregel (m003) in der überarbeiteten Begründung zu Schwangerschaftsdiabetes umgesetzt: neuseeländische Definition 2,1 % gegenüber 6,5 % laut Abstract [12]; für die IADPSG-Definition nennt der Abstract nur das relative Risiko.
- 26.10.2026, Folgearbeit Bogen 2 (Prüfbericht E-20, Block E; eigener Abruf): Novel-Food-Katalog über die Backend-Schnittstelle der Kommission (979 Einträge) abgerufen, Statustexte auf der öffentlichen Katalogseite gegengelesen: POL-NF-10681 „Lacticaseibacillus rhamnosus“ (Teil „Whole“, NOT_NOVEL_IN_FOOD, letzte Änderung 05.08.2024). EFSA-QPS-Liste (Zenodo, doi:10.5281/zenodo.22812707, Version 17.09.2026, Panel Statement 24) heruntergeladen und im aktuellen Blatt „QPS List“ bzw. „Excluded from QPS“ gelesen, nicht im ausgeblendeten alten Blatt „QPS_list“. Slug, name und Artnamen nicht geändert, deshalb keine LPSN-Abfrage.
- 26.10.2026, Gegenprüfung der Folgearbeit (Befund zu Commit 8e436a0): wirkweise_text und status.eu nannten unterschiedliche Namen. QPS-Update [3] (Volltext PMC12824592) erneut durchsucht: dreimal „a swap between correct name and synonym resulting in Lactibacillus rhamnosus (correct name) and Lacticaseibacillus rhamnosus and Lacticaseibacillus casei subsp. rhamnosus (synonyms)“. QPS-Liste [18] am 26.10.2026 neu von Zenodo geladen (Record 22812707, Veröffentlichung 17.09.2026, Datei-MD5 cc4e6c5c8301f9372d4a814677894bbc), Blatt „QPS List“: „Lactobacillus | Lactobacillus rhamnosus | Lacticaseibacillus rhamnosus, Lactobacillus casei subsp. rhamnosus“; „Lactibacillus“ kommt in der Liste nicht vor. wirkweise_text auf die Schreibweise der Liste umgestellt, die Schreibweise des Updates als solche vermerkt (ohne sie als Schreibfehler zu werten).
Nicht verifiziert
- Teilnehmerzahl und Dauer der Studie an Pflegekräften [10] stehen nicht im Abstract.
- Die Teilnehmerzahl der Elfjahresnachbeobachtung [5] steht nicht im Abstract.
- Eine Hinterlegungsnummer bei einer Kultursammlung (DSM, ATCC, CNCM) wurde für HN001 nicht gefunden; belegt ist nur die frühere Bezeichnung DR20 [1].
- Die genetische Untergruppenanalyse [7] prüfte 54 Genvarianten; welche Korrektur für multiples Testen verwendet wurde, ist aus dem Abstract nicht ersichtlich. Der Befund steht deshalb nur als Hinweis im Profil.
- Keine Daten zur Persistenz nach dem Absetzen gefunden.
- Arzneimittelstatus in Deutschland (AMIce/PharmNet) nicht geprüft.
- Dass der Stamm von einem neuseeländischen Milchkonzern vermarktet wird, ergibt sich aus der Finanzierungsangabe in [8] und der Anstellungsangabe in [11]; ein Produktbeleg wurde nicht herangezogen.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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