Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Schützt Kleinkinder nach Fieberkrämpfen, ohne der Entwicklung zu schaden
VerschlechterungRandomisierte, placebokontrollierte Studie mit 217 Kindern: IQ nach zwei Jahren 7,03 Punkte niedriger (95-%-KI −11,52 bis −2,5), sechs Monate nach dem Absetzen noch 5,2 Punkte (knapp nicht signifikant); keine signifikant geringere Rückfallrate [5].
Verhindert schwere Verläufe beim Alkoholentzug
Einzelbefund, unbestätigtDoppelblinde, placebokontrollierte RCT mit 102 ausgewerteten Patienten: eine zusätzliche Einzelgabe zu einem Lorazepam-Protokoll senkte die Aufnahme auf die Intensivstation (8 % gegenüber 25 %), ohne mehr Nebenwirkungen [10].
Wirkweise
Evidenzkarte: Phenobarbital
Phenobarbital verstärkt in niedrigen Konzentrationen die Antwort des GABA-A-Rezeptors auf GABA und aktiviert ihn in hohen Konzentrationen direkt. Kryo-EM-Strukturen des α1β2γ2-Rezeptors mit 3,1 Å Auflösung zeigen Phenobarbital in zwei Taschen im Membranbereich, an den Grenzflächen α-β und γ-β zwischen den Segmenten M3 und M1; Mutationen an diesen Stellen (αS270M, γS280M) schwächten die Verstärkung, eine Mutation an der β-Position nicht. Eine der Membranstellen von Diazepam überlappt mit der γ-β-Stelle von Phenobarbital [1]. In Einzelkanal-Messungen an Rückenmarksneuronen der Maus verlängerten beide Stoffe die mittlere Öffnungszeit, aber auf unterschiedliche Weise: Diazepam erhöhte die Häufigkeit von Öffnungsserien, Phenobarbital deren Dauer [2].
Nach dem Schlucken wird Phenobarbital nahezu vollständig aufgenommen (absolute Bioverfügbarkeit 94,9 %, Höchstspiegel nach 2,3 Stunden); die Eliminationshalbwertszeit betrug bei sechs Gesunden 5,1 bis 5,8 Tage, etwa ein Viertel der Clearance lief über die Niere [3]. Phenobarbital induziert Leberenzyme der CYP- und UGT-Familien und beschleunigt so den Abbau anderer Arzneistoffe [4].
In einer placebokontrollierten Studie mit 217 Kleinkindern nach Fieberkrämpfen lag der IQ nach zwei Jahren Phenobarbital um 7 Punkte niedriger als unter Placebo, ohne dass weniger Anfälle auftraten [5]. Bei Epilepsie unterschieden sich Anfallsfreiheit und Zeit bis zum ersten Anfall in einer Cochrane-Analyse individueller Patientendaten nicht von Phenytoin, Phenobarbital wurde aber häufiger abgesetzt [6]. In einer RCT in ländlichen Gebieten Indiens traten Verhaltensprobleme bei Kindern nicht häufiger auf als unter Phenytoin [7]. Beim offenen generalisierten Status epilepticus beendete Phenobarbital die Anfälle in 58,2 % der Fälle, Lorazepam in 64,9 %; in der Intention-to-treat-Analyse unterschieden sich die vier Behandlungen nicht signifikant (P = 0,12) [8]; bei Neugeborenen kontrollierten Phenobarbital und Phenytoin Anfälle gleich häufig, aber jeweils bei weniger als der Hälfte [9]. Beim Alkoholentzug senkte eine zusätzliche Einzelgabe die Aufnahme auf die Intensivstation [10].
Im europäischen Schwangerschaftsregister traten nach Phenobarbital bei 6,5 % der Kinder schwere Fehlbildungen auf, mit steigendem Risiko bei höherer Tagesmenge [11]. Barbiturate wurden ab den 1950er-Jahren wegen Abhängigkeit und tödlicher Überdosen weitgehend verdrängt [12]; ihre geringe therapeutische Breite führte zu vielen Vergiftungen mit Koma, Atemdepression und Kreislaufschock [13]. In Tierversuchen zur Selbstverabreichung wirkten Barbiturate zuverlässiger verstärkend als Benzodiazepine, ein Modell für Missbrauchspotenzial [14]. In einer großen randomisierten Absetzstudie bei Menschen mit Epilepsie in Remission fand sich nach langsamem Ausschleichen kein Hinweis auf Entzugsanfälle durch das Absetzen von Phenobarbital, wohl aber mehr Rückfälle als bei Weiterbehandlung [15]. Phenobarbital interagiert mit den Substitutionsmitteln Buprenorphin und Methadon; ein Kommentar warnt, dass dies einen verzögerten Opioidentzug und Rückfälle begünstigen kann, und rät meist von Phenobarbital im Alkoholentzug bei gleichzeitiger Opioidabhängigkeit ab [16].
Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.
GABA Cl⁻ K⁺ Wirkstoff (Form je Stelle) Ringe = Bindungsstellen
Normalzustand
Ionenfluss durch hemmende Kanäle (Modell): Ausgangslage
Phenobarbital
Ionenfluss durch hemmende Kanäle (Modell): mehr
Links ohne Wirkstoff, rechts mit dem gewählten Wirkstoff; beide mit derselben Ausgangslage. Wort und Balken unter den Feldern zeigen ohne Zahl nur die Richtung (Cl⁻ hinein und K⁺ hinaus zusammen). Bei den GABA-B-Agonisten laufen zwei belegte Teile gegeneinander, mehr K⁺ über GIRK und weniger GABA-Freisetzung; dass ihre Summe steigt, ist eine Setzung des Modells, keine Messung. Das Teilchenmodell ist illustrativ, keine Messung, und sagt nichts über das Ausmaß beim Menschen.
Phenobarbital bindet in der Transmembrandomäne des α1β2γ2-Rezeptors in zwei Taschen an den Grenzflächen α+/β− und γ+/β−, zwischen M3 der einen und M1 der anderen Untereinheit; die Mutationen αS270M und γS280M schwächten die Verstärkung, βN265M nicht [5]. In niedriger Konzentration verstärkt es GABA, in hoher öffnet es den Kanal auch direkt [5, 10]. Im Einzelkanal verlängerte es die Öffnungsserien, Diazepam machte sie häufiger [10]. Die γ+/β−-Stelle teilt es teilweise mit Diazepam [5].
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Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet
- Ashwagandha: Extrakt; partieller Agonist nur in Froscheizellen, Bindungsstelle offen
- Cortexin: nur ein Bindungsscreening
- Fasoracetam: nur veränderte Rezeptorexpression
- IDRA-21: GABA-Ströme nur in Zellkultur verstärkt; vor allem AMPA-Modulator
- Magnesiumglycinat: betrifft nur den Glycinanteil; Beleg nur eine Übersicht zu Glycin
- Nefiracetam: Affinität nur laut einer Übersicht
- Selank: Bindungsstelle ungeklärt
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| GABA-A-Rezeptor, Membranstellen an den Grenzflächen α-β und γ-β (M3/M1) | Rezeptor | positiver Modulator | Kryo-EM 3,1 Å (α1β2γ2-Rezeptor); Mutationen αS270M und γS280M schwächen die Verstärkung, βN265M nicht | Labor[1] |
| GABA-A-Rezeptor (Kanalöffnung) | Ionenkanal | Aktivator | längere Dauer der Öffnungsserien (Einzelkanal, Rückenmarksneurone der Maus); direkte Aktivierung bei hohen Konzentrationen | Labor[1][2] |
| CYP- und UGT-Enzyme der Leber | Enzym | Expression ↑ | Induktion; beschleunigter Abbau anderer Arzneistoffe (Übersicht) | Mensch, nicht randomisiert[4] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABAVerlängert GABA-A-Kanalöffnungen über eigene Membranstellen; in hohen Konzentrationen direkte Aktivierung (Struktur, Einzelkanalmessung)[1][2]
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Tablette
≈ 95 % (Mensch)Absolute Bioverfügbarkeit 94,9 % (81–112 %), Höchstspiegel nach 2,3 Stunden, Halbwertszeit 5,1 Tage [3].
Mensch, nicht randomisiert
Intravenös · Injektion
Halbwertszeit nach intravenöser Gabe 5,8 Tage [3]; beim Status epilepticus [8], bei Neugeborenen [9] und im Alkoholentzug [10] intravenös geprüft.
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
Pharmakokinetik
Gemessen: Bioverfügbarkeit, Halbwertszeit, Clearance
Ergebnis: Bioverfügbarkeit 94,9 %, Halbwertszeit 5,1–5,8 Tage, keine Autoinduktion im Studienzeitraum.[3]
Mensch, nicht randomisiert
Fieberkrämpfe und IQ
Gemessen: IQ, Rückfälle
Ergebnis: IQ 7,03 Punkte niedriger; keine weniger Rückfälle.[5]
Mensch, randomisiert
Cochrane-Analyse gegen Phenytoin
Gemessen: Therapieabbruch, Remission, erster Anfall
Ergebnis: Abbruch häufiger (HR 1,62); Remission und erster Anfall ohne Unterschied.[6]
Mensch, randomisiert
Kindliche Epilepsie in Indien
Gemessen: Verhaltensprobleme, Anfälle
Ergebnis: Kein Unterschied bei Verhalten (OR 0,51; 0,16–1,59) und Wirksamkeit.[7]
Mensch, randomisiert
Status epilepticus
Gemessen: Anfallsende in 20 Minuten ohne Rückfall in 40 Minuten
Ergebnis: Offener Status: Lorazepam 64,9 %, Phenobarbital 58,2 %, Diazepam plus Phenytoin 55,8 %, Phenytoin 43,6 %. Intention-to-treat: kein signifikanter Unterschied (P = 0,12).[8]
Mensch, randomisiert
Neugeborenenanfälle
Gemessen: Anfallskontrolle im EEG
Ergebnis: 43 % gegenüber 45 %; mit beiden Mitteln 57 % bzw. 62 %.[9]
Mensch, randomisiert
Fehlbildungen in der Schwangerschaft
Gemessen: schwere angeborene Fehlbildungen
Ergebnis: Phenobarbital 6,5 % (19 von 294), dosisabhängig; Valproat 10,3 %, Lamotrigin 2,9 %.[11]
Mensch, nicht randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Kognition bei Kindern
IQ nach zwei Jahren Behandlung 7 Punkte niedriger als unter Placebo, teils über das Absetzen hinaus [5]. In einer RCT in Indien keine häufigeren Verhaltensprobleme als unter Phenytoin [7].
Mensch, randomisiert
Fehlbildungen
6,5 % schwere Fehlbildungen nach Exposition in der Frühschwangerschaft, dosisabhängig; oberhalb einer bestimmten Tagesmenge signifikant mehr als unter niedrig dosiertem Lamotrigin. Das Register wurde u. a. von mehreren Pharmaunternehmen finanziert [11].
Mensch, nicht randomisiert
Überdosis
Barbiturate haben eine geringe therapeutische Breite; Vergiftungen führten zu Koma, Atemdepression und Kreislaufschock und waren vor der Intensivmedizin häufig tödlich [13]. Die Gefahr tödlicher Überdosen trug zum Rückgang der Barbiturate bei [12].
Mensch, nicht randomisiert
Abhängigkeit und Absetzen
Abhängigkeit war ein Hauptgrund für die Verdrängung der Barbiturate [12]; in Tiermodellen der Selbstverabreichung wirkten Barbiturate zuverlässiger verstärkend als Benzodiazepine [14]. In der MRC-Absetzstudie (1013 Personen, langsames Ausschleichen über sechs Monate bei niedrigen Spiegeln) gab es keinen Hinweis auf Entzugsanfälle durch das Absetzen von Phenobarbital, aber mehr Anfallsrückfälle als bei Weiterbehandlung [15]. Für abruptes Absetzen nach hohen Mengen liegt hier keine Primärquelle vor. Hilfe bieten Hausarztpraxis und Suchtberatung.
Mensch, nicht randomisiert
Verträglichkeit
Gegenüber Phenytoin häufiger abgesetzt (HR 1,62), vermutlich wegen Nebenwirkungen [6].
Mensch, randomisiert
Wechselwirkungen durch Enzyminduktion
Induziert CYP- und UGT-Enzyme und kann so die Spiegel anderer Arzneistoffe senken [4].
Mensch, nicht randomisiert
Wechselwirkungen
- Buprenorphin und Methadon: Phenobarbital interagiert mit diesen Substitutionsmitteln und kann laut einem Kommentar ohne eigene Daten einen verzögerten Opioidentzug und Rückfälle begünstigen [16]. Ob dies über die bekannte Enzyminduktion [4] läuft, steht nicht im Abstract.
- Über CYP oder UGT abgebaute Arzneistoffe: Beschleunigter Abbau durch Enzyminduktion, besonders relevant bei Mitteln mit geringer therapeutischer Breite [4].
- Benzodiazepine: Überlappende Bindestelle im Membranbereich des GABA-A-Rezeptors [1]; klinisch zusätzlich zu Lorazepam im Alkoholentzug ohne mehr Nebenwirkungen eingesetzt [10].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- teilweise belegt
„Phenobarbital ist veraltet und wirkt schlechter als neuere Antiepileptika“
Gegen Phenytoin keine Unterschiede bei der Anfallskontrolle [6][7]; beim Status epilepticus ähnlich wie Diazepam plus Phenytoin, in der Intention-to-treat-Analyse ohne signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungen [8]. Es wird aber häufiger abgesetzt [6], und bei höherer Tagesmenge traten mehr Fehlbildungen auf als unter niedrig dosiertem Lamotrigin [11].
- widerlegt
„Dauerbehandlung nach Fieberkrämpfen schützt Kinder“
Keine weniger Rückfälle, aber niedrigerer IQ in einer placebokontrollierten RCT [5].
- teilweise belegt
„Phenobarbital wirkt genauso wie Diazepam“
Beide verstärken den GABA-A-Rezeptor, aber über verschiedene Bindestellen und unterschiedliche Kanalmuster: Diazepam erhöht die Häufigkeit, Phenobarbital die Dauer von Öffnungsserien [1][2].
- teilweise belegt
„Phenobarbital macht Kinder verhaltensauffällig“
In einer RCT in Indien nicht häufiger als unter Phenytoin [7]; in einer US-Studie aber niedrigerer IQ als unter Placebo [5].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Bioverfügbarkeit 94,9 %, Höchstspiegel nach 2,3 Stunden [3].
- Halbwertszeit
- 5,1 Tage oral, 5,8 Tage intravenös (6 Gesunde) [3].
- Abbau
- Gesamtclearance 3,0 ml/h/kg, davon 0,8 ml/h/kg über die Niere; im Studienzeitraum keine Autoinduktion [3]. Induziert CYP- und UGT-Enzyme [4].
- Weg ins Gehirn
- Zentral wirksam: krampfhemmend beim Menschen [6][8]; IQ-Effekte bei Kindern [5].
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Betäubungsmittel der Anlage III BtMG; Zubereitungen unterhalb einer festgelegten Wirkstoffmenge je Einheit sind als „ausgenommene Zubereitungen“ vom Betäubungsmittelrecht ausgenommen und nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig (Gesetzestexte BtMG Anlage III, § 2 BtMG und AMVV Anlage 1, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 24.10.2026).
- EU
- Nicht verifiziert.
- USA
- Nicht verifiziert.
- Andere Länder
- Weltweit, besonders in ärmeren Ländern, wegen geringer Kosten verbreitet [6]; seit 1911 bekannt, die krampfhemmende Wirkung wurde danach entdeckt [12].
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Bleiben die IQ-Einbußen nach früher Behandlung dauerhaft? Die Nachbeobachtung in [5] endete sechs Monate nach dem Absetzen.
- Wie häufig ist Abhängigkeit unter heutiger Epilepsiebehandlung mit Phenobarbital?
- Welchen Anteil haben die beiden Membranstellen jeweils an Krampfschutz und Sedierung?
- Wie stark verstärkt Phenobarbital die Atemdepression durch Opioide, Alkohol oder Benzodiazepine beim Menschen? Hier ist keine Primärquelle ausgewertet.
- Lösen abruptes Absetzen oder hohe Mengen Entzugsanfälle aus? Belegt ist nur das langsame Ausschleichen ohne Hinweis darauf [15].
Referenzen
- Kim JJ, Gharpure A, Teng J, Zhuang Y, Howard RJ, Zhu S, et al. Shared structural mechanisms of general anaesthetics and benzodiazepines. Nature. 2020;585(7824):303–308. doi:10.1038/s41586-020-2654-5 · PubMed
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- Terasaki D, Kulick B, Calcaterra S, Ray L. Phenobarbital for alcohol withdrawal in the context of the opioid epidemic: a neglected caveat. Addiction. 2023;118(7):1198–1200. doi:10.1111/add.16194 · PubMed
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Alle Abstracts über PubMed gelesen; Vancouver-Angaben aus PubMed-XML erzeugt; DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py aufgelöst.
- Im Volltext (PMC7486282): Potenzierung bei niedrigen, direkte Aktivierung bei hohen Konzentrationen; Phenobarbital an α-β- und γ-β-Grenzflächen (M3-M1), 3,1 Å; αS270M, γS280M und Doppelmutante schwächen die Potenzierung, βN265M nicht; Diazepam-Membranstelle an γ-β überlappt [1].
- Am Abstract: mittlere Öffnungszeit, Burst-Frequenz (Diazepam) vs. Burst-Dauer (Phenobarbital), Rückenmarksneurone der Maus [2]; n = 6, F 94,9 % (81–111,9 %), Tmax 2,3 h, t½ 5,8 d i. v. und 5,1 d oral, Clearance 3,0 und 0,8 ml/h/kg [3]; CYP- und UGT-Induktion [4]; n = 217, −7,03 Punkte (korrigiert), −5,2 nach Absetzen [5]; 4 Studien, n = 599, HR 1,62 [6]; n = 94, OR 0,51 [7]; n = 518, 64,9/58,2/55,8/43,6 % [8]; n = 59, 43 vs. 45 %, 57 vs. 62 % [9]; n = 102, 8 vs. 25 % [10]; 19/294 = 6,5 %, dosisabhängig, Finanzierung u. a. Bial, Eisai, GSK, Janssen-Cilag, Novartis, Pfizer, Sanofi-Aventis, UCB [11]; Phenobarbital 1911, Rückgang wegen Abhängigkeit und Überdosen [12]; geringe Breite, Koma, Atemdepression, Schock [13]; Selbstverabreichung [14].
- Rechtsstatus Deutschland am Gesetzestext (BtMG Anlage III, § 2 BtMG, AMVV Anlage 1) geprüft, 24.10.2026.
- ClinicalTrials.gov: 99 Einträge zu „phenobarbital“ (24.10.2026); kein Eintrag des Sponsors „Hudson Biotech“.
- Gegenprüfung 24.10.2026: ITT-Ergebnis der Status-epilepticus-Studie ergänzt (P = 0,12) [8]; Vergleich mit Levetiracetam aus der Behauptung entfernt (in [11] nicht direkt gegen Phenobarbital geprüft); MRC-Absetzstudie ergänzt (1013 Randomisierte, 72 unter Phenobarbital/Primidon, kein Hinweis auf Entzugsanfälle) [15]; Kommentar zur Interaktion mit Buprenorphin/Methadon ergänzt [16].
- 25.10.2026, Entscheidung q012 (nur Abstract geprüft): Alle Bewertungen aus Zeitschriftenartikeln beruhen nur auf den Abstracts, soweit oben kein Volltext, keine Fachinformation und kein Gesetzestext als gelesen genannt ist.
- 25.10.2026, Entscheidung q018 (Handelsnamen): „Luminal“ und „Luminaletten“ in synonyme ergänzt. Beleg: EMA-Datenbank nach Art. 57 (Article 57 product data, EMA/518502/2018 Rev. 90, Datenstand 09.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen): „Luminal“ (oral und Injektion) in Deutschland, Spanien, Tschechien und der Slowakei, „Luminaletten“ (oral) in Deutschland. Weitere nationale Markennamen (z. B. Gardenal in Frankreich und Belgien) nicht aufgenommen.
- 25.10.2026, q010 (Bereich Nervensystem): Das Fieberkrampf-Versprechen bleibt „Kognition & Fokus“: Abstract [5] erneut gelesen, die Bewertung „Verschlechterung“ beruht auf dem IQ-Endpunkt (−7,03 Punkte nach zwei Jahren), der Anteil ohne weitere Anfälle unterschied sich nicht signifikant. Ein Versprechen „Patienten: Epilepsie“ wurde nicht angelegt; ob es nach eigener Primärquellen-Recherche in einer späteren Welle dazukommt, ist offen und bleibt als Rückfrage stehen (q010 regelt das für Phenobarbital nicht). Korrektur nach Gegenprüfung (25.10.2026): Ein früherer Vermerk hatte diese Rückfrage fälschlich als erledigte Frage nach dem fehlenden Bereich geführt.
Nicht verifiziert
- EU- und US-Zulassungsstatus nicht an einer Primärquelle geprüft (deutsche Handelsnamen seit 25.10.2026 über die EMA-Datenbank nach Art. 57 belegt, siehe geprueft).
- Heutige Vergiftungs- und Todesfalldaten zu Phenobarbital nicht gefunden; die Überdosis-Angaben stammen aus historischen Übersichten [12][13].
- Die Verknüpfung von direkter Rezeptoraktivierung und geringer therapeutischer Breite ist eine plausible Annahme, kein Studienergebnis (in der Evidenzkarte als Annahme gekennzeichnet).
- Entzugskrampfanfälle nach abruptem Absetzen von Phenobarbital nicht an einer Primärquelle belegt; die MRC-Studie [15] fand nach langsamem Ausschleichen keinen Hinweis darauf.
- Kombination mit Opioiden, Alkohol oder Benzodiazepinen (Atemdepression, Überdosis) beim Menschen nicht an einer Primärquelle geprüft; belegt ist nur die pharmakokinetische Interaktion mit Buprenorphin/Methadon über einen Kommentar [16] und die Zusatzgabe zu Lorazepam ohne mehr Nebenwirkungen [10].
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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