Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Organisches Selen, besser verwertbar als Selenit

    uneinheitlich

    Energie & Stoffwechsel · gesund · Mensch, randomisiert

    Nur Marker (Statusmarker): Aufnahme 97 vs. 57 % [6], Plasmaselen steigt stärker [7]; bei Selenmangel wird die GPx mit weniger Selen voll ausgeprägt [8]. Bei guter Versorgung bilden beide Formen nicht mehr Selenoproteine [7]; der höhere Spiegel spiegelt Speicherung in Körpereiweiß [5][9]. Klinische Kopf-an-Kopf-Vergleiche fehlen. Bereich „Energie & Stoffwechsel“, weil es um Aufnahme und Verwertung geht.[5][9]

  • Senkt Schilddrüsen-Antikörper bei Hashimoto

    Einzelbefund, unbestätigt

    Schilddrüse · Patienten: Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto) · Mensch, randomisiert

    Nur Marker: In RCTs mit Selenomethionin sanken die TPO-Antikörper [11][12]. Das ist ein einzelner Surrogatmarker; Lebensqualität und Levothyroxin-Bedarf wurden nicht untersucht, die klinische Bedeutung ist laut Cochrane unklar [12]. Ein positiver Befund nur an einem Surrogat gilt deshalb als „Einzelbefund, unbestätigt“.[11]

  • Schützt vor Krebs, besonders Prostatakrebs

    kein Nutzen

    Langlebigkeit · gesund (Männer ab 50 bzw. 55 Jahren) · Mensch, randomisiert

    SELECT mit 35 533 Männern: Prostatakrebs HR 1,04, keine anderen Krebsarten seltener [13]; bei hohem Ausgangsselen mehr aggressiver Prostatakrebs [14]. Cochrane über alle Selenformen (zählt nicht für die Stufe): kein Nutzen von Selen bei hoher Evidenzsicherheit [15].

Wirkweise

Evidenzkarte: L-Selenomethionin

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

L-Selenomethionin ist eine organische Selenform, die der Körper wie die Aminosäure Methionin verwertet. Für alle Selenformen gilt: Selen wirkt als Selenocystein in Selenoproteinen wie Glutathionperoxidasen und den Deiodinasen der Schilddrüsenhormon-Aktivierung, Nutzen und Schaden hängen U-förmig vom Selenstatus ab [1], die Leber verteilt Selen als Selenoprotein P (SEPP1) [2], und die EFSA wertet das SEPP1-Plateau im Plasma als ausreichende Versorgung ohne Zusatznutzen darüber hinaus [3]. L-Selenomethionin steht in Anhang II Teil B der Richtlinie 2002/46/EG [4]. Es ist eine wichtige natürliche Selenform in Lebensmitteln; nach der Aufnahme wird es entweder zu reaktiven Selenformen abgebaut oder anstelle von Methionin in Körpereiweiß eingebaut, sein Stoffwechsel ist deshalb an den Proteinumsatz gekoppelt [5]. In einer Tracerstudie mit stabilen Isotopen wurden aus Selenomethionin 97 % aufgenommen, aus Selenit 57 %; nach zwei Jahren Selenomethionin-Gabe war der Selenbestand des Körpers im Modell fast verdoppelt, weil die Ausscheidung den Mehrbedarf nicht ausglich [6]. Bei gut versorgten Erwachsenen stieg das Plasmaselen unter Selenomethionin mengenabhängig, unter Selenit nicht; GPx-Aktivität und SEPP1 änderten sich unter keiner Form [7]. In einem Selenmangelgebiet Chinas war Selenomethionin für die Plasma-GPx knapp doppelt so gut verfügbar wie Selenit [8]. In einer zweiten Studie dort war SEPP1 schon mit kleinen Selenomethionin-Mengen optimiert, während das Plasmaselen mit jeder Stufe weiter stieg [9]. Ein hoher Selenspiegel unter Selenomethionin zeigt daher vor allem gespeichertes Selen, nicht mehr funktionelle Selenoproteine. Selenhefe hob das Vollblutselen in einer dänischen Studie stärker als synthetisches L-Selenomethionin bei einer vergleichbaren, nicht randomisierten Gruppe [10].

Klinisch: Bei 65 Personen mit Autoimmunthyreoiditis unter Levothyroxin sanken die TPO-Antikörper unter Selenomethionin nach drei Monaten um 46 %, unter Placebo um 21 %; das Serumselen erreichte nach etwa vier Stunden sein Maximum [11]. Eine Cochrane-Übersicht fand in drei Selenomethionin-Studien sinkende Antikörper, hält deren klinische Bedeutung aber für unklar [12]. Die SELECT-Studie mit 35 533 Männern prüfte L-Selenomethionin zur Krebsvorbeugung: Prostatakrebs (HR 1,04) und andere Krebsarten traten nicht seltener auf, Typ-2-Diabetes nicht signifikant häufiger [13]. In einer Fall-Kohorten-Auswertung derselben Studie (1739 Fälle, Zufallskohorte von 3117 Männern; Selen allein und Selen plus Vitamin E gemeinsam ausgewertet) stieg bei Männern mit hohem Ausgangsselen das Risiko für aggressiven Prostatakrebs um 91 % [14]. Die Cochrane-Übersicht zur Krebsvorbeugung fand keinen Nutzen von Selen und nennt für SELECT mehr Haarausfall und Dermatitis [15]; die EFSA leitet die tolerierbare Obergrenze für Selen aus dem Haarausfall in SELECT ab [16].

Formulierungen und Herkunft: Anhang II nennt ausdrücklich die L-Form [4]. L-Selenomethionin ist zugleich die Hauptform in selenangereicherter Hefe, die als eigene Form zugelassen ist [4]; Hefe und synthetisches L-Selenomethionin sind deshalb nicht gleichzusetzen [10]. Vergleichende Humandaten zu Darreichungsformen (Tabletten, Kapseln, Tropfen) wurden nicht gefunden.

Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.

Nur Wirkmechanismus. Schematischer Schnitt durch eine Zelle, nicht maßstabsgetreu; die Membran in der Lupe ist stark vergrößert, das Nebenfeld zeigt das α-Tocopherol-Transferprotein (α-TTP) der Leber. Teilchen, Geschwindigkeiten und die Modellanzeige unten sind illustrativ und keine Messung. Die Werte oben rechts stammen aus den Synaptik-Profilen; viele davon sind Marker (Spiegel, Enzymaktivität), kein klinischer Nutzen.
Wirkstoff
Ansicht

Superoxid, H₂O₂, Radikale  Glutathion (GSH)  gewählter Wirkstoff  Gold = Angriffspunkt des Wirkstoffs

Glutathionperoxidasen 1–4 sind Selenoproteine [2]; Selen sitzt dort als Selenocystein, das am Ribosom an einem UGA-Codon eingebaut wird [3]. Selenomethionin wurde in einer Tracerstudie zu 97 % aufgenommen (Selenit 57 %) [24] und zum Teil anstelle von Methionin in Körpereiweiß gespeichert [25]. Im Selenmangelgebiet Chinas war es für die Plasma-GPx knapp doppelt so gut verfügbar wie Selenit [26]; bei gut versorgten Erwachsenen änderten sich GPx und Selenoprotein P unter keiner Form [27]. Das Modell zeigt eine gut versorgte Zelle: der Weg leuchtet, die Menge GPx bleibt gleich.

Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.

Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Glutathionperoxidasen (Plasma-GPx)EnzymExpression ↑nur bei Selenmangel; bei guter Versorgung keine Änderung Mensch, randomisiert[7][8]
Selenoprotein P (SEPP1)SonstigesExpression ↑Plateau bei Selenmangel schon mit kleinen Mengen erreicht Mensch, randomisiert[9]
Körpereiweiß (Einbau anstelle von Methionin)SonstigesBindungunspezifischer Speicher, an den Proteinumsatz gekoppelt Mensch, nicht randomisiert[5][6]
Iodthyronin-DeiodinasenEnzymAktivatorSelenoenzyme (allgemeine Biochemie, nach Gabe nicht gemessen) Labor[1]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukoseunklar · In SELECT nicht signifikant mehr Typ-2-Diabetes; das leicht erhöhte Risiko über alle Selen-RCTs laut Cochrane ist nicht formspezifisch[13][15]
  • Entzündung · oxidativmoduliert · Mehr GPx-Aktivität nur bei Selenmangel; bei guter Versorgung unverändert[7][8]
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · L-Selenomethionin (Tracer)

    ≈ 97 % (stabile Isotope, Gesunde; Selenit 57 %)

    Fast vollständige Aufnahme, auch nach zwei Jahren Gabe unverändert; Netto-Speicherung in Körperpools [6].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Oral (geschluckt) · L-Selenomethionin (Tablette)

    Serumselen stieg nach einer Einzelgabe innerhalb von zwei Stunden und erreichte nach etwa vier Stunden sein Maximum (10 Erkrankte, 8 Freiwillige) [11].

    Mensch, nicht randomisiert

Studien am Menschen

  • SELECT (Krebsvorbeugung)

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, 2 × 2 faktoriell mit Vitamin E · gesund (Männer ab 50 bzw. 55 Jahren) · n = 35533 · Median 5,5 Jahre

    Gemessen: Prostatakrebs, andere Krebsarten

    Ergebnis: Prostatakrebs HR 1,04 (99 % KI 0,87–1,24); Typ-2-Diabetes RR 1,07 (n. s.).[13]

    Mensch, randomisiert

  • SELECT nach Ausgangsselen

    Fall-Kohorten-Auswertung einer RCT · gesund (Männer, SELECT; 1739 Fälle, Zufallskohorte 3117) · wie SELECT

    Gemessen: Prostatakrebs nach Zehennagelselen

    Ergebnis: Selenarme (Selen allein und Selen plus Vitamin E) gemeinsam ausgewertet: kein Nutzen bei niedrigem Status; bei höherem Status 91 % mehr aggressiver Prostatakrebs (p = 0,007).[14]

    Mensch, randomisiert

  • Autoimmunthyreoiditis

    RCT, placebokontrolliert · Patienten: Autoimmunthyreoiditis unter Levothyroxin · n = 65 · 6 Monate

    Gemessen: TPO-Antikörper

    Ergebnis: −46 % nach 3 Monaten, −55,5 % nach 6 Monaten vs. −21 % bzw. −27 % unter Placebo.[11]

    Mensch, randomisiert

  • Selenomethionin vs. Selenit bei Selenmangel

    RCT, placebokontrolliert, mehrere Mengenstufen · gesund (Selenmangelgebiet in China) · n = 120 · 20 Wochen

    Gemessen: Plasma-GPx, SEPP1

    Ergebnis: Selenomethionin knapp doppelt so gut verfügbar wie Selenit (GPx).[8]

    Mensch, randomisiert

  • Mengenstufen bei Selenmangel

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (Selenmangelgebiet in China) · n = 98 · 40 Wochen

    Gemessen: SEPP1, GPx, Plasmaselen

    Ergebnis: SEPP1 und GPx erreichten ein Plateau, Plasmaselen stieg weiter.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Tracerkinetik vor und nach 2 Jahren Selenomethionin

    nicht randomisiert, intraindividueller Vergleich zweier Tracer · gesund · n = 31 · 2 Jahre Gabe, Tracer je 4 Monate verfolgt

    Gemessen: Aufnahme, Plasmapools, Körperbestand

    Ergebnis: Aufnahme 97 % (Selenit 57 %); Körperbestand im Modell fast verdoppelt.[6]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Haarausfall und Dermatitis

    In SELECT traten unter L-Selenomethionin häufiger Haarausfall und Dermatitis auf [15]. Die EFSA nutzt den Haarausfall als kritischen Endpunkt der tolerierbaren Obergrenze; regelmäßige Nutzende hoch dosierter Selenpräparate können diese überschreiten [16].

    Mensch, randomisiert

  • Aggressiver Prostatakrebs bei hohem Ausgangsselen

    In einer Fall-Kohorten-Auswertung von SELECT stieg bei Männern mit höherem Selenstatus das Risiko für aggressiven Prostatakrebs um 91 % [14]; die Arme Selen allein und Selen plus Vitamin E wurden dabei gemeinsam ausgewertet. Als Subgruppenergebnis einer RCT einzuordnen.

    Mensch, randomisiert

  • Typ-2-Diabetes

    In SELECT nicht signifikant mehr Diabetes (RR 1,07) [13]; über alle Selen-RCTs sieht Cochrane ein leicht erhöhtes Risiko [15].

    Mensch, randomisiert

  • Speicherung in Körpereiweiß

    Weil Selenomethionin anstelle von Methionin eingebaut wird, wächst der Körperbestand bei längerer Gabe; im Tracermodell fast eine Verdopplung nach zwei Jahren [5][6]. Ob das gesundheitlich relevant ist, wurde nicht untersucht.

    Mensch, nicht randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • teilweise belegt

    „L-Selenomethionin ist die natürliche Selenform aus Lebensmitteln“

    Es ist eine wichtige natürliche Nahrungsform von Selen [5]; Lebensmittel enthalten aber auch andere Selenverbindungen, und selenangereicherte Hefe verhält sich nicht wie synthetisches L-Selenomethionin [10].

  • widerlegt

    „Ein höherer Selenspiegel unter Selenomethionin zeigt eine bessere Versorgung“

    Plasmaselen stieg mit jeder Menge weiter, während SEPP1 und GPx schon ein Plateau erreicht hatten [9]; bei guter Versorgung änderten sich die Selenoproteine nicht [7].

  • teilweise belegt

    „Selenomethionin reichert sich nicht an, weil der Körper den Bestand regelt“

    Laut Übersicht stellt sich bei gleichbleibender Zufuhr ein Gleichgewicht ein [5]; im Tracerversuch nahm der Körperbestand nach zwei Jahren aber deutlich zu [6].

  • widerlegt

    „Selen beugt Prostatakrebs vor“

    In SELECT kein Schutz [13], bei hohem Ausgangsselen mehr aggressiver Prostatakrebs [14]; Cochrane: kein Nutzen bei hoher Evidenzsicherheit [15].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Fast vollständig (≈ 97 % im Tracerversuch) [6]; Serummaximum etwa vier Stunden nach einer Einzelgabe [11].
Halbwertszeit
Durch den Einbau in Körpereiweiß an den Proteinumsatz gekoppelt [5]; ein einzelner Wert ist nicht sinnvoll angebbar.
Abbau
Abbau zu reaktiven Selenformen für Selenoproteine oder Einbau anstelle von Methionin in Proteine [5]; Netto-Speicherung bei längerer Gabe [6].
Weg ins Gehirn
Keine Daten zur Hirngängigkeit dieser Form gefunden.

Rechtlicher Status

Deutschland
In AMIce kein verkehrsfähiges Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Selenomethionin gefunden (Suche nach Stoffname, Abruf 24.10.2026) [18]; als Mineralstoffverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [4].
EU
Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG („L-Selenomethionin“); damit als Selenquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [4]. Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben für Selen stehen unter health_claims.
USA
Nicht verifiziert.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei“

    Nährstoff
    Selen
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[17]
    Einordnung
    rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht (mit dieser Form nur Antikörper bei Hashimoto, siehe Versprechen)
  • „Selen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“

    Nährstoff
    Selen
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[17]
    Einordnung
    rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Ist der wachsende Selenbestand im Körpereiweiß bei langer Gabe unbedenklich?
  • Unterscheiden sich Selenomethionin und Selenit bei Hashimoto in klinischen Endpunkten, wenn beide gleich viel Selenoproteine bilden?
  • Warum hebt Selenhefe das Blutselen in manchen Studien stärker als synthetisches L-Selenomethionin?

Referenzen

  1. Rayman MP. Selenium and human health. Lancet. 2012;379(9822):1256–68. doi:10.1016/S0140-6736(11)61452-9 · PubMed
  2. Burk RF, Hill KE. Regulation of selenium metabolism and transport. Annu Rev Nutr. 2015;35:109–34. doi:10.1146/annurev-nutr-071714-034250 · PubMed
  3. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific opinion on dietary reference values for selenium. EFSA J. 2014;12(10):3846. doi:10.2903/j.efsa.2014.3846
  4. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  5. Schrauzer GN. Selenomethionine: a review of its nutritional significance, metabolism and toxicity. J Nutr. 2000;130(7):1653–6. doi:10.1093/jn/130.7.1653 · PubMed
  6. Patterson BH, Combs GF Jr, Taylor PR, Patterson KY, Moler JE, Wastney ME. Selenium kinetics in humans change following 2 years of supplementation with selenomethionine. Front Endocrinol (Lausanne). 2021;12:621687. doi:10.3389/fendo.2021.621687 · PubMed
  7. Burk RF, Norsworthy BK, Hill KE, Motley AK, Byrne DW. Effects of chemical form of selenium on plasma biomarkers in a high-dose human supplementation trial. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2006;15(4):804–10. doi:10.1158/1055-9965.EPI-05-0950 · PubMed
  8. Xia Y, Hill KE, Byrne DW, Xu J, Burk RF. Effectiveness of selenium supplements in a low-selenium area of China. Am J Clin Nutr. 2005;81(4):829–34. doi:10.1093/ajcn/81.4.829 · PubMed
  9. Xia Y, Hill KE, Li P, Xu J, Zhou D, Motley AK, et al. Optimization of selenoprotein P and other plasma selenium biomarkers for the assessment of the selenium nutritional requirement: a placebo-controlled, double-blind study of selenomethionine supplementation in selenium-deficient Chinese subjects. Am J Clin Nutr. 2010;92(3):525–31. doi:10.3945/ajcn.2010.29642 · PubMed
  10. Larsen EH, Hansen M, Paulin H, Moesgaard S, Reid M, Rayman M. Speciation and bioavailability of selenium in yeast-based intervention agents used in cancer chemoprevention studies. J AOAC Int. 2004;87(1):225–32. PubMed
  11. Duntas LH, Mantzou E, Koutras DA. Effects of a six month treatment with selenomethionine in patients with autoimmune thyroiditis. Eur J Endocrinol. 2003;148(4):389–93. doi:10.1530/eje.0.1480389 · PubMed
  12. van Zuuren EJ, Albusta AY, Fedorowicz Z, Carter B, Pijl H. Selenium supplementation for Hashimoto's thyroiditis. Cochrane Database Syst Rev. 2013;(6):CD010223. doi:10.1002/14651858.CD010223.pub2 · PubMed
  13. Lippman SM, Klein EA, Goodman PJ, Lucia MS, Thompson IM, Ford LG, et al. Effect of selenium and vitamin E on risk of prostate cancer and other cancers: the Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial (SELECT). JAMA. 2009;301(1):39–51. doi:10.1001/jama.2008.864 · PubMed
  14. Kristal AR, Darke AK, Morris JS, Tangen CM, Goodman PJ, Thompson IM, et al. Baseline selenium status and effects of selenium and vitamin E supplementation on prostate cancer risk. J Natl Cancer Inst. 2014;106(3):djt456. doi:10.1093/jnci/djt456 · PubMed
  15. Vinceti M, Filippini T, Del Giovane C, Dennert G, Zwahlen M, Brinkman M, et al. Selenium for preventing cancer. Cochrane Database Syst Rev. 2018;1(1):CD005195. doi:10.1002/14651858.CD005195.pub4 · PubMed
  16. EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA), Turck D, Bohn T, Castenmiller J, et al. Scientific opinion on the tolerable upper intake level for selenium. EFSA J. 2023;21(1):e07704. doi:10.2903/j.efsa.2023.7704 · PubMed
  17. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
  18. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Selenomethionin“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
  • Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG, konsolidierte Fassung CELEX 02002L0046-20251126 (Cellar, XHTML, 24.10.2026): Eintrag „L-Selenomethionin“; Fußnote 13 zur Selenhefe (Selenomethionin als vorherrschende Selenart).
  • VO (EU) 432/2012 (CELEX 32012R0432, Ursprungsfassung): Angaben zu Schilddrüsenfunktion und Immunsystem für Selen allgemein.
  • Am Abstract: [1]–[3] wie im Profil Natriumselenit; Einbau anstelle von Methionin, Kopplung an Proteinumsatz, Gleichgewicht bei konstanter Zufuhr [5]; Plasmaselen mengenabhängig, Selenit nicht, GPx/SEPP1 unverändert, Urinselen [7]; „nearly twice the bioavailability“ [8]; 98 Personen, 40 Wochen, SEPP1-Optimierung, Plasmaselen ohne Plateau [9]; dänische Hefe vs. synthetisches L-Selenomethionin, p < 0,001 [10]; 65 Patienten, −46 % bzw. −55,5 % vs. −21 %/−27 %, Maximum nach 4 h [11]; drei Selenomethionin-Studien [12]; 35 533 Männer, HR 1,04, Diabetes RR 1,07 [13]; 1739 Fälle und 3117 Kohortenmitglieder, +91 %, p = 0,007 [14]; Haarausfall und Dermatitis in SELECT, leicht erhöhtes Diabetesrisiko [15]; Haarausfall als kritischer Endpunkt [16].
  • Im Volltext von [6] (Europe PMC): Tabelle 2 (97 ± 0,2 % vs. 57 ± 2 %), Körperbestand im Modell vor und nach Supplementierung.
  • PubChem: CID 105024, C5H11NO2Se, (2S)-Konfiguration.
  • ClinicalTrials.gov: 47 Studien mit „selenomethionine“ als Intervention (24.10.2026).
  • Gegenprüfung (24.10.2026) am Abstract von [14]: Fall-Kohorten-Design, Selenwirkung aus den Armen Selen allein und Selen plus Vitamin E zusammen geschätzt; Effektmodifikation durch Zehennagelselen vor Studienbeginn, kein Bezug zum unter Selenomethionin aufgebauten Speicher.
  • VO (EU) Nr. 432/2012: Wortlaut der eingetragenen Angaben in der Basisfassung (CELEX 32012R0432, Cellar, XHTML) und unverändert in der konsolidierten Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820, Cellar, XHTML) geprüft am 24.10.2026. Angaben zu Schilddrüsenfunktion und Immunsystem [17].
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Selenomethionin“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig): keine Treffer [18]. Ohne Frontmaskierung und bei abweichenden Stoffnamen ist das kein Beweis, dass es kein Arzneimittel gibt.

Nicht verifiziert

  • Rechtsstatus in den USA.
  • Ob in der Hashimoto-Studie [11] L- oder DL-Selenomethionin verwendet wurde (Abstract: „selenomethionine“).
  • Gesamtzahl der Personen in der Fall-Kohorten-Auswertung [14]: Das Abstract nennt nur 1739 Fälle und 3117 Männer der Zufallskohorte; weil die Zufallskohorte auch Fälle enthält, ist die Summe nicht die Studiengröße (n deshalb leer).
  • Welche Selenformen die übrigen Studien der Cochrane-Krebsübersicht [15] verwendeten (außer SELECT).

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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