Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Oral eingenommenes Glutathion entgiftet den Körper

    nicht untersucht

    Langlebigkeit · gesund · Keine Daten

    Keine Studie an Gesunden mit einem klinischen Endpunkt zur „Entgiftung“ gefunden; die vorhandenen Studien messen nur Glutathionspiegel und Oxidationsmarker (nächstes Versprechen) [2][3][4]. Das Werbeversprechen „füllt die Speicher auf und entgiftet“ ist nach K4 zerlegt. Bereich Langlebigkeit als Ersatzbereich, weil es keinen Bereich „Entgiftung“ gibt und Glutathion nicht im Darmlumen binden, sondern im Körper wirken soll.[2][3][4]

  • Oral eingenommenes Glutathion füllt die Glutathionspeicher auf (nur Marker)

    uneinheitlich

    Langlebigkeit · gesund · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Nur Marker. Nach einer Einzelgabe kein Anstieg im Plasma (sieben Gesunde, nicht randomisiert) [2]; nach vier Wochen im Vergleich der Gruppen keine Änderung des Glutathionstatus (RCT, 40 Gesunde) [3]; nach sechs Monaten zeit- und dosisabhängig 17 bis 35 % mehr Glutathion in Blut und Blutzellen, nach einem Monat Pause wieder Ausgangswert (RCT, 54 Gesunde) [4]. Diese Anstiege gibt das Abstract von [4] nur gegenüber dem Ausgangswert an; einen Unterschied zu Placebo nennt es nur für die NK-Zytotoxizität. Ein Gruppenunterschied beim Glutathion ist damit nicht belegt, im Gegensatz zum direkten Gruppenvergleich in [3]. Liposomales Glutathion nur in einer unkontrollierten, herstellerfinanzierten Pilotstudie [13].

  • Stärkt das Immunsystem (nur Marker)

    Einzelbefund, unbestätigt

    Immunsystem & Infekte · gesund · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Nur Marker: In der sechsmonatigen RCT stieg die Zytotoxizität natürlicher Killerzellen in der höheren Dosisgruppe nach drei Monaten auf mehr als das Doppelte [4]; in der unkontrollierten liposomalen Pilotstudie ebenfalls [13]. Infekte oder andere klinische Endpunkte wurden nicht gemessen.

  • Glutathion-Kapseln hellen die Haut auf

    uneinheitlich

    Haut & Haare · gesund · Mensch, randomisiert

    Zwei placebokontrollierte RCTs mit oralem Glutathion allein an Gesunden: Bei 60 Medizinstudierenden nahm der Melaninindex nach vier Wochen an allen sechs Messstellen ab, stärker als unter Placebo aber nur an zwei Stellen [6]; bei 60 Frauen über zwölf Wochen lag er nur tendenziell niedriger als unter Placebo, signifikant nur in einer Untergruppe über 40 Jahren an einer Stelle (vom Hersteller Kyowa Hakko Bio finanziert) [7]. Eine systematische Übersicht nennt die Befunde uneinheitlich und nicht schlüssig [8], eine andere berichtet für fünf RCTs, teils mit Kombinationen, signifikante Abnahmen [9]. Langzeitdaten fehlen [5].

  • Glutathion-Infusionen hellen die Haut auf

    kein Nutzen

    Haut & Haare · gesund · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Eine placebokontrollierte, nicht randomisierte Studie mit 50 gesunden Frauen (Kombinationspräparat mit Vitamin C und Kollagenhydrolysat, Kontrollen nach Hautton und Alter zugeordnet): Besserung des Hauttons bei 6 von 16 gegenüber 3 von 16 unter Placebo (p = 0,054), danach fast vollständiger Verlust des Effekts; nur 32 von 50 ausgewertet, weil 9 Behandelte wegen Nebenwirkungen abbrachen und ihre Kontrollen mit ausgeschlossen wurden [10]. Eine Übersicht hält Design und Auswertung für fragwürdig [11], eine systematische Übersicht sieht keinen Wirksamkeitsnachweis [9]. Weitere Studien fehlen; Sicherheitsdaten zu wiederholten Infusionen sind unzureichend [12].

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: Glutathion

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Glutathion (GSH) ist das häufigste nicht an Proteine gebundene Thiol in Säugetierzellen; es schützt vor oxidativem Stress, wirkt bei der Entgiftung von Fremdstoffen mit und wird im Zytosol gebildet. Die Syntheserate bestimmen vor allem das Angebot an Cystein und die Glutamat-Cystein-Ligase, deren Gene unter anderem über Nrf2 reguliert werden [1]. Die ungewöhnliche γ-Peptidbindung kann nur die γ-Glutamyltransferase spalten, die an der Außenseite bestimmter Zellen sitzt; außerhalb der Zelle wird Glutathion deshalb abgebaut und seine Bausteine werden wieder aufgenommen [1].

Daraus folgt die Kernfrage oraler Präparate: Kommt Glutathion intakt an? Bei sieben Gesunden stiegen Glutathion, Cystein und Glutamat im Plasma nach einer hohen Einzelgabe nicht signifikant; die Autoren hielten die systemische Verfügbarkeit wegen der Spaltung durch γ-Glutamyltransferase in Darm und Leber für vernachlässigbar [2]. In einer RCT mit 40 Gesunden änderten sich nach vier Wochen weder Oxidationsmarker im Urin noch der Glutathionstatus der Erythrozyten [3]. Eine sechsmonatige RCT mit 54 Nichtrauchenden fand dagegen zeit- und dosisabhängig höhere Glutathionspiegel in Blut, Erythrozyten, Plasma, Lymphozyten und Wangenschleimhaut, die nach einem Monat Pause zum Ausgangswert zurückkehrten; diese Anstiege gibt das Abstract gegenüber dem Ausgangswert an, einen Unterschied zu Placebo nennt es nur für die Immunzellaktivität: in der höheren Dosisgruppe stieg die Aktivität natürlicher Killerzellen nach drei Monaten [4]. Alle drei Studien messen Marker; eine Wirkung auf Gesundheit oder „Entgiftung“ prüfte keine.

Bei der Hautaufhellung, für die Glutathion vor allem in Asien beworben wird, wird eine Hemmung der Tyrosinase und eine Verschiebung von braunem Eumelanin zu rötlichem Phäomelanin angenommen [5]. Eine RCT mit 60 gesunden Medizinstudierenden fand nach vier Wochen oraler Einnahme eine stärkere Abnahme des Melaninindex als unter Placebo nur an zwei von sechs Messstellen [6]. In einer zweiten RCT mit 60 gesunden Frauen über zwölf Wochen lag der Melaninindex unter reduziertem wie oxidiertem Glutathion nur tendenziell niedriger als unter Placebo; signifikant war der Unterschied nur in einer Untergruppe über 40 Jahren an einem Unterarm. Die Studie finanzierte der Hersteller Kyowa Hakko Bio, der auch die Präparate stellte [7]. Zwei systematische Übersichten werten die Lage unterschiedlich: Die eine hält die Evidenz wegen uneinheitlicher Befunde und geringer Studienqualität für nicht schlüssig, mit einem möglichen Effekt nur an sonnenexponierter Haut [8]; die andere berichtet für fünf RCTs zu oralem Glutathion, teils in Kombination, eine signifikante Abnahme des Melaninindex gegenüber Placebo [9]. Zu intravenösem Glutathion gibt es eine placebokontrollierte, nicht randomisierte Studie mit 50 gesunden Frauen; als Kontrolle diente je eine Frau mit gleichem Hautton und Alter, die Kochsalzlösung erhielt. Gegeben wurde ein Kombinationspräparat mit Glutathion, Vitamin C und Kollagenhydrolysat. Nach zwölf Injektionen hatte sich der Hautton bei 6 von 16 ausgewerteten Frauen gebessert, unter Placebo bei 3 von 16 (p = 0,054), und der Effekt ging nach dem Absetzen fast vollständig verloren. Alle 25 behandelten Frauen hatten Nebenwirkungen; 8 brachen wegen erhöhter Leberwerte ab, eine wegen eines anaphylaktischen Schocks [10]. Eine Übersicht beschreibt Design und Auswertung dieser Studie als fragwürdig [11]. Zur Sicherheit wiederholter Infusionen fehlen weitere Daten [12]; eine Übersicht weist zudem darauf hin, dass der Wechsel zu Phäomelanin das Risiko sonnenbedingter Hautkrebse erhöhen könnte, was nicht untersucht ist [12].

Formulierungen und Herkunft: Neben Kapseln mit reduziertem Glutathion gibt es liposomale, sublinguale und S-acetylierte Zubereitungen. Liposomales Glutathion hob in einer offenen Pilotstudie mit zwölf Gesunden ohne Kontrollgruppe nach ein bis zwei Wochen die Glutathionspiegel im Blut; die Studie wurde von einem Anbieter liposomalen Glutathions finanziert, der auch das Präparat stellte [13]. Randomisierte Vergleiche liposomal gegen nicht liposomal wurden nicht gefunden; zu S-Acetylglutathion und sublingualen Formen wurden keine geprüften Humandaten gefunden.

Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.

Nur Wirkmechanismus. Schematischer Schnitt durch fünf Enterozyten des Dünndarms, nicht maßstabsgetreu: Mikrovilli und Proteine stark vergrößert, Zellen gekürzt. Jede Zelle trägt hier eine Gruppe von Angriffspunkten; tatsächlich trägt ein Enterozyt viele davon zugleich, und den B12-Rezeptor Cubam gibt es nur im Ileum. Teilchenzahlen, Geschwindigkeiten, Wartezeiten an den Transportern und Anteile abgewiesener Teilchen sind Ausgaben eines einfachen Modells und illustrativ, keine Messungen; die Abbildung nennt sie nicht als Zahl.
Wirkstoff
Ansicht

Nährstoff aus der Nahrung  gewählter Wirkstoff (bzw. seine Spaltprodukte)  Hemmstoff gebunden  Kreuz = gehemmt · gestrichelter Kreis = Weg ohne gezeigtes Protein

Die γ-Glutamyl-Bindung des Glutathions spaltet nur die γ-Glutamyltransferase an der Außenseite von Zellen; außerhalb der Zelle wird Glutathion deshalb abgebaut und seine Bausteine werden wieder aufgenommen [17]. Bei 7 Gesunden stiegen Glutathion, Cystein und Glutamat im Plasma nach einer hohen Einzelgabe nicht signifikant [18]. Gezeigt: γ-Glutamylrest über den Aminosäuretransporter, Cysteinylglycin als Dipeptid über PepT1 [13].

Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.

Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet

Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.

Nur Wirkmechanismus. Schematischer Schnitt durch eine Zelle, nicht maßstabsgetreu; die Membran in der Lupe ist stark vergrößert, das Nebenfeld zeigt das α-Tocopherol-Transferprotein (α-TTP) der Leber. Teilchen, Geschwindigkeiten und die Modellanzeige unten sind illustrativ und keine Messung. Die Werte oben rechts stammen aus den Synaptik-Profilen; viele davon sind Marker (Spiegel, Enzymaktivität), kein klinischer Nutzen.
Wirkstoff
Ansicht

Superoxid, H₂O₂, Radikale  Glutathion (GSH)  gewählter Wirkstoff  Gold = Angriffspunkt des Wirkstoffs

Die γ-Bindung des Glutathions spaltet nur die γ-Glutamyltransferase (GGT), ein Ektoenzym an der Außenseite bestimmter Zellen; das entstandene Cysteinylglycin zerlegt eine Dipeptidase in Cystein und Glycin, die wieder in die Zelle aufgenommen werden [1]. Nach einer hohen Einzelgabe stieg das Plasma-Glutathion bei sieben Gesunden nicht signifikant [21], nach vier Wochen änderte sich in einer RCT mit 40 Gesunden nichts [22]; eine sechsmonatige RCT mit 54 Nichtrauchenden fand in der höheren Mengenstufe 30–35 % mehr in Erythrozyten, Plasma und Lymphozyten gegenüber dem Ausgangswert [23]. Alles Marker.

Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.

Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Glutathionsynthese (Glutamat-Cystein-Ligase, Glutathion-Synthetase)EnzymBindungEndprodukt; GCL-Aktivität und Cysteinangebot bestimmen die Synthese; GSH hemmt GCL rückkoppelnd Labor[1]
γ-Glutamyltransferase (Darm, Leber, Zelloberflächen)EnzymBindungeinziges Enzym, das die γ-Bindung spaltet; Abbau vor der systemischen Aufnahme Mensch, nicht randomisiert[1][2]
Tyrosinase (Melaninbildung)EnzymHemmerdirekte und indirekte Hemmung, Verschiebung zu Phäomelanin (Übersicht) Labor[5]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativunklar · Oxidationsmarker nach vier Wochen unverändert; GSSG/GSH-Verhältnis nach sechs Monaten gesunken (nur Marker)[3][4]
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystem↑ · Aktivität natürlicher Killerzellen in einer RCT nach drei Monaten erhöht (Hochdosisgruppe, nur Marker)[4]
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · reduziertes Glutathion (Kapseln)

    nach Einzelgabe kein messbarer Plasmaanstieg (Mensch)

    Spaltung durch γ-Glutamyltransferase [1][2]; nach monatelanger Einnahme in einer RCT höhere Spiegel in Blutzellen [4], nach vier Wochen in einer anderen RCT nicht [3].[1][2]

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · liposomal

    Glutathion im Vollblut nach zwei Wochen bis 40 % höher; offene Pilotstudie mit zwölf Personen ohne Kontrollgruppe, vom Anbieter finanziert [13].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Intravenös · Infusion (zur Hautaufhellung beworben)

    Zur Hautaufhellung in der einzigen placebokontrollierten Studie nicht signifikant wirksam (Kombinationspräparat, nicht randomisiert); Nebenwirkungen bei allen Behandelten, darunter Leberwertanstiege und ein anaphylaktischer Schock [10]. Sicherheit wiederholter Anwendung sonst kaum untersucht [12].

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Systemische Verfügbarkeit

    offen, Einzelgabe · gesund · n = 7 · 270 Minuten

    Gemessen: Glutathion, Cystein, Glutamat im Plasma

    Ergebnis: Kein signifikanter Anstieg.[2]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Oxidationsmarker

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund · n = 40 · 4 Wochen

    Gemessen: F2-Isoprostane und 8-OHdG im Urin, Erythrozyten-Glutathion

    Ergebnis: Keine Änderung gegenüber Placebo.[3]

    Mensch, randomisiert

  • Körperspeicher über sechs Monate

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, zwei Dosisgruppen · gesund (Nichtrauchende) · n = 54 · 6 Monate

    Gemessen: Glutathion in Blut, Zellen, Wangenschleimhaut; Immunmarker

    Ergebnis: Hochdosisgruppe 30–35 % mehr in Erythrozyten, Plasma und Lymphozyten (gegenüber dem Ausgangswert); NK-Zytotoxizität nach 3 Monaten mehr als verdoppelt (gegenüber Placebo); nach Pause zurück.[4]

    Mensch, randomisiert

  • Liposomales Glutathion

    offene Pilotstudie, zwei Dosisgruppen · gesund · n = 12 · 4 Wochen

    Gemessen: Glutathion in Blut und Zellen, Oxidations- und Immunmarker

    Ergebnis: Anstieg bis 40 % im Vollblut; finanziert von einem Anbieter liposomalen Glutathions.[13]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Hautaufhellung oral

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (Medizinstudierende) · n = 60 · 4 Wochen

    Gemessen: Melaninindex an sechs Stellen

    Ergebnis: Signifikant stärkere Abnahme als unter Placebo nur an zwei Stellen.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Hautaufhellung oral, zwei Formen

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, drei Arme (GSH, GSSG, Placebo) · gesund (Frauen, 20–50 Jahre) · n = 60 · 12 Wochen

    Gemessen: Melaninindex (primär), Falten, Elastizität

    Ergebnis: Melaninindex nur tendenziell niedriger als unter Placebo; signifikant nur in einer Untergruppe über 40 Jahren an einer Stelle; finanziert von Kyowa Hakko Bio.[7]

    Mensch, randomisiert

  • Hautaufhellung intravenös

    placebokontrolliert, nicht randomisiert (zugeordnete Kontrollen) · gesund (Frauen, 25–47 Jahre) · n = 50 · 6 Wochen plus 6 Monate Nachbeobachtung

    Gemessen: Hautton (Taylor-Skala)

    Ergebnis: Besserung bei 6/16 gegenüber 3/16 (p = 0,054), danach verloren; 32 ausgewertet; Nebenwirkungen bei allen 25 Behandelten, 8 mit Leberwertanstieg, 1 anaphylaktischer Schock.[10]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Glutathion-Infusionen zur Hautaufhellung

    In der einzigen placebokontrollierten Studie hatten alle 25 Frauen unter Glutathion-Infusionen Nebenwirkungen (unter anderem Wärmegefühl, Bauchkrämpfe, Herzklopfen, Durchfall); 8 brachen wegen erhöhter Leberwerte ab, eine erlitt einen anaphylaktischen Schock; unter Kochsalz traten keine Nebenwirkungen auf [10]. Daten zur Sicherheit wiederholter oder langfristiger Infusionen fehlen sonst [12]. Laut einer Übersicht warnte die philippinische Arzneimittelbehörde wegen Nebenwirkungen vor diesem Gebrauch [5].

    Mensch, randomisiert

  • Möglicher Hautkrebs durch Phäomelanin (Hypothese)

    Eine Übersicht hält es für möglich, dass die Verschiebung zu Phäomelanin das Risiko sonnenbedingter Hautkrebse erhöht; untersucht ist das nicht [12].

    Keine Daten

  • Orale Einnahme

    In den Hautaufhellungs-RCTs war orales Glutathion gut verträglich, ohne schwere Nebenwirkungen [6][7]; Langzeitdaten über sechs Monate hinaus fehlen.

    Mensch, randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • teilweise belegt

    „Oral eingenommenes Glutathion wird im Darm vollständig abgebaut und ist wirkungslos“

    Nach einer Einzelgabe stieg der Plasmaspiegel nicht [2], nach vier Wochen änderte sich nichts [3]; nach sechs Monaten stiegen die Spiegel in Blutzellen aber messbar [4]. Wirkungslos im klinischen Sinn ist nicht geprüft.

  • nicht belegt

    „Liposomales Glutathion wird viel besser aufgenommen“

    Nur eine unkontrollierte, vom Anbieter finanzierte Pilotstudie mit zwölf Personen [13]; kein randomisierter Vergleich mit nicht liposomalem Glutathion.

  • nicht belegt

    „Glutathion entgiftet den Körper von Schwermetallen und Umweltgiften“

    Glutathion ist an der zellulären Entgiftung beteiligt [1]; dass zugeführtes Glutathion bei Gesunden mehr entgiftet, wurde nicht untersucht [2][3][4].

  • widerlegt

    „Glutathion-Infusionen sind ein sicherer Weg zu hellerer Haut“

    In der einzigen placebokontrollierten Studie war die Wirkung nicht signifikant und nicht anhaltend, und alle Behandelten hatten Nebenwirkungen, darunter Leberwertanstiege und ein anaphylaktischer Schock [10]; Daten zu wiederholten Infusionen fehlen [12].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Abbau durch γ-Glutamyltransferase in Darm und Leber; nach Einzelgabe kein Plasmaanstieg [2]. Nach monatelanger Einnahme höhere Spiegel in Blutzellen in einer RCT [4].
Abbau
Extrazelluläre Spaltung durch γ-Glutamyltransferase, Wiederaufnahme der Bausteine (γ-Glutamylzyklus) [1].

Rechtlicher Status

Deutschland
Kein Eintrag „Glutathion“ in AMVV Anlage 1 [15]. Einstufung als Nahrungsergänzungsmittel und etwaige Arzneimittelzulassungen (AMIce) nicht verifiziert.
EU
Kein Eintrag „Glutathion“ in der konsolidierten Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Stand 10.08.2026 [14]. Der Novel-Food-Katalog wurde nicht geprüft; daraus folgt keine Aussage zur Verkehrsfähigkeit.
USA
Nicht verifiziert.
Andere Länder
Philippinen: Laut einer Übersicht warnte die dortige Arzneimittelbehörde wegen Nebenwirkungen vor intravenösem Glutathion zur Hautaufhellung [5]; das Originaldokument wurde nicht geprüft.

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Bringt ein höherer Glutathionspiegel in Blutzellen nach monatelanger Einnahme einen klinischen Nutzen?
  • Erklären Unterschiede bei Dauer, Menge oder Ausgangsstatus die gegensätzlichen RCTs?
  • Wie sicher sind wiederholte Glutathion-Infusionen, und tritt der Leberwertanstieg auch mit reinen Glutathion-Präparaten auf?

Referenzen

  1. Lu SC. Glutathione synthesis. Biochim Biophys Acta. 2013;1830(5):3143–53. doi:10.1016/j.bbagen.2012.09.008 · PubMed
  2. Witschi A, Reddy S, Stofer B, Lauterburg BH. The systemic availability of oral glutathione. Eur J Clin Pharmacol. 1992;43(6):667–9. doi:10.1007/BF02284971 · PubMed
  3. Allen J, Bradley RD. Effects of oral glutathione supplementation on systemic oxidative stress biomarkers in human volunteers. J Altern Complement Med. 2011;17(9):827–33. doi:10.1089/acm.2010.0716 · PubMed
  4. Richie JP, Nichenametla S, Neidig W, Calcagnotto A, Haley JS, Schell TD, et al. Randomized controlled trial of oral glutathione supplementation on body stores of glutathione. Eur J Nutr. 2015;54(2):251–63. doi:10.1007/s00394-014-0706-z · PubMed
  5. Sonthalia S, Daulatabad D, Sarkar R. Glutathione as a skin whitening agent: facts, myths, evidence and controversies. Indian J Dermatol Venereol Leprol. 2016;82(3):262–72. doi:10.4103/0378-6323.179088 · PubMed
  6. Arjinpathana N, Asawanonda P. Glutathione as an oral whitening agent: a randomized, double-blind, placebo-controlled study. J Dermatolog Treat. 2012;23(2):97–102. doi:10.3109/09546631003801619 · PubMed
  7. Weschawalit S, Thongthip S, Phutrakool P, Asawanonda P. Glutathione and its antiaging and antimelanogenic effects. Clin Cosmet Investig Dermatol. 2017;10:147–53. doi:10.2147/CCID.S128339 · PubMed
  8. Dilokthornsakul W, Dhippayom T, Dilokthornsakul P. The clinical effect of glutathione on skin color and other related skin conditions: a systematic review. J Cosmet Dermatol. 2019;18(3):728–37. doi:10.1111/jocd.12910 · PubMed
  9. Sarkar R, Yadav V, Yadav T, P J, Mandal I. Glutathione as a skin-lightening agent and in melasma: a systematic review. Int J Dermatol. 2025;64(6):992–1004. doi:10.1111/ijd.17535 · PubMed
  10. Zubair S, Hafeez S, Mujtaba G. Efficacy of intravenous glutathione vs. placebo for skin tone lightening. J Pak Assoc Dermatol. 2016;26(3):177–81. doi:10.66344/jpad.v26i3.18
  11. Sonthalia S, Jha AK, Lallas A, Jain G, Jakhar D. Glutathione for skin lightening: a regnant myth or evidence-based verity? Dermatol Pract Concept. 2018;8(1):15–21. doi:10.5826/dpc.0801a04 · PubMed
  12. Davids LM, Van Wyk JC, Khumalo NP. Intravenous glutathione for skin lightening: inadequate safety data. S Afr Med J. 2016;106(8):782–6. doi:10.7196/SAMJ.2016.v106i8.10878 · PubMed
  13. Sinha R, Sinha I, Calcagnotto A, Trushin N, Haley JS, Schell TD, et al. Oral supplementation with liposomal glutathione elevates body stores of glutathione and markers of immune function. Eur J Clin Nutr. 2018;72(1):105–11. doi:10.1038/ejcn.2017.132 · PubMed
  14. Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments und des Rates über neuartige Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810).
  15. Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5): Stoffe und Zubereitungen nach § 1 Nr. 1. Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 24.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Alle PMIDs per PubMed efetch aufgelöst; DOIs aus dem PubMed-Datensatz übernommen und mit tools/pruefe_profile.py über Crossref geprüft.
  • Abstracts: [2] n = 7, kein signifikanter Anstieg, GGT-Spaltung; [3] n = 40 (39 ausgewertet), vier Wochen, keine Änderung; [4] n = 54, sechs Monate, Hochdosis 30–35 % (Erythrozyten, Plasma, Lymphozyten), Niedrigdosis 17 bzw. 29 % (Blut, Erythrozyten), NK-Zytotoxizität mehr als verdoppelt, Rückkehr nach Pause; [13] n = 12, offene Pilotstudie, bis 40 % im Vollblut, COI (Finanzierung und Präparat von Researched Nutritionals); [5] Tyrosinase, Phäomelanin, keine Evidenz für i.v., Warnung der philippinischen FDA; [12] keine Studien zu i.v.-Glutathion zur Hautaufhellung, Hautkrebs-Hypothese; [6] n = 60, zwei von sechs Stellen signifikant, gut verträglich.
  • Volltext [1] (PMC3549305): GGT als einziges spaltendes Enzym, γ-Glutamylzyklus, Cystein und GCL als Hauptdeterminanten.
  • Unionsliste (CELEX 02017R2470-20260810) und AMVV Anlage 1 (24.10.2026): keine Treffer für „Glutathion“.
  • PubChem: CID 124886.
  • Fix-Runde 24.10.2026: Volltext [10] (PDF der Zeitschrift, über Crossref-Link) gelesen: 25 + 25 Frauen, Kontrollen nach Hautton und Alter zugeordnet, Teilnehmende zahlten die Injektionen selbst, Kombinationspräparat (Glutathion, Ascorbinsäure, Kollagenhydrolysat), 6/16 gegenüber 3/16 (p = 0,054), Tabelle 2 der Nebenwirkungen; keine Angabe zu Randomisierung oder Verblindung. Volltext [11] (PMC5808366): Studie [10] als einzige zu i.v.-Glutathion, „open-label, placebo-controlled“, Design „dubious“.
  • Abstracts [8] (vier Studien, „inconclusive … inconsistent findings“, Effekt nur an sonnenexponierter Haut) und [9] (fünf RCTs oral, signifikante Abnahme des Melaninindex; einzige i.v.-Studie p = 0,054) per efetch; Volltext [7] (PMC5413479): primäre Analyse nicht signifikant, Untergruppe > 40 Jahre p = 0,031, Finanzierung und Präparate von Kyowa Hakko Bio.
  • Abstract [4] erneut: Glutathion-Anstiege „versus baseline“, NK-Zytotoxizität „versus placebo“; Abstract [3] erneut: Vergleich zwischen den Gruppen, Glutathionstatus unverändert.
  • 25.10.2026: Entscheidung q070 (klasse „Aminosäure/Vorstufe“ bleibt; der Leitfaden fasst darunter Aminosäuren, ihre Derivate und Vorstufen) sowie q068 (K4-Zerlegung des Detox-Versprechens freigegeben: „entgiftet“ 0 · nicht untersucht, „füllt die Speicher auf (nur Marker)“ 4 · uneinheitlich) und q002 (Ersatzbereich „Langlebigkeit“ bleibt, kein eigener Bereich „Schadstoffe & Entgiftung“) bestätigt; keine inhaltliche Änderung. q012: Volltexte gelesen [1], [7], [10], [11]; alle übrigen Studienbefunde nur Abstract geprüft.
  • Präzisions-Flags (m004, Regeln vorläufig, zur Bestätigung durch Tilman), am 26.10.2026 an den Quellen geprüft (PubMed efetch, Volltexte wie angegeben): „Oral eingenommenes Glutathion füllt die Glutathionspeicher auf (nur Marker)“ → kleine_studien: [2] 7, [3] 40, [4] 54, [13] 12 (Abstracts); „Stärkt das Immunsystem (nur Marker)“ → kleine_studien: [4] 54, [13] 12 (Abstracts); nicht herstellerfinanziert, weil die Finanzierung von [4] im Abstract nicht angegeben ist; „Glutathion-Infusionen hellen die Haut auf“ → kleine_studien: einzige Studie [10] mit 16 gegenüber 16 Ausgewerteten laut Abstract der systematischen Übersicht [9].

Nicht verifiziert

  • Finanzierung und Interessenkonflikte von [4] (Volltext nicht frei zugänglich; im PubMed-Datensatz keine Angaben).
  • Die Warnung der philippinischen Arzneimittelbehörde nur aus der Übersicht [5], Originaldokument nicht geprüft.
  • Humandaten zu S-Acetylglutathion und sublingualem Glutathion nicht recherchiert.
  • Lebensmittelrechtliche Einstufung von Glutathion als Nahrungsergänzungsmittel (Novel-Food-Katalog nicht geprüft).
  • Welche fünf oralen RCTs die Übersicht [9] einschließt (Volltext nicht frei zugänglich); einzeln geprüft sind nur [6] und [7].
  • Finanzierung von [6] (nur Abstract gelesen).

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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