Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Verlangsamt das Altern über die Sirtuine

    kein Nutzen

    Langlebigkeit · gesund (ältere Erwachsene) · Mensch, nicht randomisiert

    Ob Resveratrol SIRT1 direkt aktiviert, ist umstritten und hängt im Labor vom Testsubstrat ab (mit Fluor de Lys artifiziell [2][3], mit bestimmten Substraten ohne Fluorophor nachweisbar [11]); die Lebensverlängerung in Hefe ließ sich nicht bestätigen [2]. In einer Kohorte hing Resveratrol aus der Nahrung nicht mit der Sterblichkeit zusammen [5]; Langzeitstudien mit Supplementen fehlen.[1][3]

  • Ahmt Kalorienrestriktion nach und verbessert den Stoffwechsel

    uneinheitlich

    Energie & Stoffwechsel · gesund (Adipositas bzw. ohne Adipositas) · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Positive, herstellernahe Überkreuzstudie mit elf Männern [6]; zwei RCTs mit 24 Männern mit Adipositas bzw. 45 Frauen ohne Adipositas (drei Gruppen zu je 15) ohne Effekt auf Insulinempfindlichkeit, Energieumsatz oder Entzündung [7][8].[7][8]

  • Unterstützt Training und Herz-Kreislauf-Fitness

    Verschlechterung

    Muskel & Leistung · gesund (inaktive ältere Männer) · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    In einer RCT mit 27 Männern stieg unter Resveratrol die maximale Sauerstoffaufnahme weniger, Blutdruck und Blutfette verbesserten sich durch Training nicht [9].

  • Bessere geistige Leistung und Stimmung

    uneinheitlich

    Kognition & Fokus · gemischt: Gesunde und Patienten · Mensch, randomisiert

    Metaanalyse von zehn RCTs: fünf ohne Effekt, drei positiv, zwei gemischt; gepoolt nur verzögertes Wiedererkennen (SMD 0,39) und negative Stimmung (SMD −0,18) verbessert [10].

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: Resveratrol

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Bekannt wurde Resveratrol durch eine Arbeit von 2003: Es senkte im Labor die Michaelis-Konstante des menschlichen Enzyms SIRT1, ahmte in Hefe die Kalorienrestriktion nach und verlängerte deren Lebensspanne um 70 % [1]. Zwei Folgearbeiten stellten den Mechanismus infrage. Resveratrol beschleunigte die Deacetylierung nur bei Peptiden mit dem künstlichen Fluoreszenzfarbstoff „Fluor de Lys“, nicht bei Substraten ohne diesen Farbstoff, und verlängerte in drei Hefestämmen die Lebensspanne nicht [2]. Auch mit einem p53-Peptid oder mit aus Zellen isoliertem PGC-1α aktivierte es SIRT1 nicht; die pharmakologischen Effekte beruhen danach kaum auf einer direkten SIRT1-Aktivierung [3].

Die Pharmakokinetik schränkt die Wirkung zusätzlich ein. Bei sechs Freiwilligen wurden mindestens 70 % einer oralen, radioaktiv markierten Gabe aufgenommen, unverändertes Resveratrol war im Plasma aber nur in Spuren nachweisbar. Geschwindigkeitsbestimmend ist die extrem rasche Sulfatierung in Darm und Leber; daneben entstehen Glucuronide und, vermutlich durch Darmbakterien, Dihydroresveratrol. Die Halbwertszeit von Resveratrol samt Metaboliten betrug 9,2 Stunden [4]. In einer Kohorte von 783 älteren Menschen in der Toskana hing die Resveratrolmenge aus der Ernährung, gemessen an den Metaboliten im Urin, weder mit Sterblichkeit noch mit Entzündungswerten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs zusammen [5].

Zum Stoffwechsel widersprechen sich die randomisierten Studien. Bei elf Männern mit Adipositas senkte Resveratrol über 30 Tage Ruhe- und Schlafumsatz, Leberfett, Blutzucker und Entzündungswerte und aktivierte AMPK im Muskel, ähnlich einer Kalorienrestriktion; das Präparat stellte ein Hersteller, und ein Mitglied des Autorenteams arbeitete dort [6]. Eine von Forschenden initiierte Studie mit 24 Männern mit Adipositas und einer höheren Menge fand dagegen keinerlei Effekt auf Insulinempfindlichkeit, Energieumsatz, Fettverteilung oder Entzündungsmarker [7], ebenso eine RCT mit Frauen ohne Adipositas nach der Menopause, in der sich auch die vermuteten Zielmoleküle AMPK und SIRT1 in Muskel und Fettgewebe nicht änderten [8].

Bei 27 inaktiven Männern um 65 Jahre schwächte Resveratrol die Wirkung eines achtwöchigen intensiven Trainings ab: Die maximale Sauerstoffaufnahme stieg unter Placebo um 45 % stärker, nur unter Placebo sank der Blutdruck, und die günstigen Trainingseffekte auf LDL-Cholesterin und Triglyceride blieben unter Resveratrol aus [9]. Zur Kognition fand eine Metaanalyse von zehn RCTs drei positive, zwei gemischte und fünf Studien ohne Effekt; gepoolt verbesserte sich nur das verzögerte Wiedererkennen und leicht die negative Stimmung, bei insgesamt uneinheitlicher Datenlage [10].

Zur SIRT1-Frage gibt es eine Gegenposition: Eine Laborarbeit von 2013 fand eine allosterische Aktivierung von SIRT1 durch Resveratrol und synthetische Aktivatoren auch mit Substraten ohne Fluorophor. Sie hing von hydrophoben Motiven im Substrat ab, wie sie etwa PGC-1α und FOXO3a tragen, und von der Aminosäure Glu230 im Enzym. 14 der 30 Autorinnen und Autoren waren bei Sirtris, einem Unternehmen von GSK, angestellt; der Letztautor beriet die Firma und ist Erfinder von an sie lizenzierten Patenten [11]. Die direkte SIRT1-Aktivierung ist damit umstritten und substratabhängig; ob sie im Menschen eine Rolle spielt, ist nicht belegt.

Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.

Nur Wirkmechanismus. Schematischer Schnitt, nicht maßstabsgetreu: links eine Körperzelle mit den Nährstoffschaltern AMPK und mTORC1, rechts zwei seneszente Zellen. Teilchen, Geschwindigkeiten und Schalterstellungen sind illustrativ und zeigen nur die Richtung eines Befunds; die Schalterleiste nennt, woher er stammt (Zellkultur, Tier oder Mensch). Lebensdauerbefunde stammen aus Würmern und Mäusen; die Lebensdauer von Menschen wurde mit keinem dieser Wirkstoffe untersucht.

AMPK im Muskel: in einer RCT an, in einer anderen unverändert · Ergebnis uneinheitlich

AMPK
uneinheitlich2 RCTs, gegensätzlich
mTORC1
nicht gemessen
Autophagie
nicht gemessen
Seneszente Zellen
nicht gemessen
Wirkstoff
Ansicht

ATP  AMP  Aminosäuren  SASP  mTORC1-Hemmer  AMPK-Aktivatoren  Autophagie  Senolytika  Teilchen illustrativ

Resveratrol aktivierte bei elf Männern mit Adipositas über 30 Tage die AMPK im Skelettmuskel, ähnlich einer Kalorienrestriktion; das Präparat stellte ein Hersteller [25]. In einer RCT mit normalgewichtigen Frauen nach der Menopause änderten sich AMPK und SIRT1 in Muskel und Fettgewebe dagegen nicht [26]. Die Figur zeigt die AMPK deshalb nur halb angeschaltet: Der Befund ist uneinheitlich, über welchen Weg Resveratrol die AMPK erreicht, ist hier nicht dargestellt.

Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.

Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet

  • AICAR: nicht gezeichnet
  • Calcium-Alpha-Ketoglutarat: Daten widersprüchlich: TOR-abhängige Lebensverlängerung nur beim Wurm, bei Mäusen keine mTORC1-Hemmung
  • Epitalon: Angriffspunkt Telomerase (hTERT), in dieser Abbildung nicht gezeichnet
  • Noopept: Angriffspunkt HIF/PHD2, ein anderer Wirkort
  • Pentadecansäure (C15:0): nur Herstellerangaben
  • Pinealon: Befund an Caspase-3 und p53, in dieser Abbildung nicht gezeichnet
  • Sulforaphan: Befund an der Glukoneogenese (Zellen, Tiere; beim Menschen nur Blutzucker in einer Untergruppe), im Profil kein Angriffspunkt an AMPK oder mTOR
  • Tauroursodesoxycholsäure (TUDCA): wirkt als Chaperon am endoplasmatischen Retikulum, ein anderer Wirkort

Was die Abbildung zeigt und wie sicher das ist

Nur zur Erklärung von Wirkmechanismen. Keine medizinische Beratung und keine Aussage zu Nutzen, Risiken, Mengen oder Anwendung. Sirolimus, Everolimus, Metformin, Canagliflozin und Dasatinib sind verschreibungspflichtige Arzneimittel; eine Anwendung gegen das Altern ist für keinen von ihnen zugelassen.

Vereinfacht. Eine Zelle steht für viele Zelltypen; die Befunde stammen aus Leber-, Muskel-, Fett- und Herzzellen verschiedener Arten, die Figur zeigt nur, wo der Wirkstoff ansetzt. Größen, Zahl der Organellen, Teilchen und Geschwindigkeiten sind illustrativ; die Glukoseabgabe gilt nur für Leberzellen. Die Signallinien stehen für mehrere Zwischenschritte (z. B. AMPK über TSC2 und Raptor). Schalter, deren Wert „nicht gemessen“ ist, folgen nicht dem Lehrbuchweg: Ob etwa Metformin in diesen Zellen die Autophagie steigert, steht nicht in den Quellen des Profils. Wirkstoffe sind als Marken gezeichnet, nicht als Strukturformeln. Calcium-Alpha-Ketoglutarat, Pentadecansäure, Sulforaphan, TUDCA und weitere Stoffe stehen im Figuren-Katalog an diesem Ort, sind aber nicht gezeichnet; die Gründe stehen in der Liste unter der Abbildung. Die γ-Untereinheit ist mit vier CBS-Domänen gezeichnet, Nukleotide nur an den drei Bindestellen aus [3]. Die Zahlen aus [5], [6], [8] bis [15] und [17] bis [35] stammen aus den Synaptik-Profilen der Wirkstoffe und sind dort an den Quellen geprüft. [1] und [2] wurden am Volltext, [3], [4], [7] und [16] am PubMed-Abstract geprüft (25.10.2026).

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
SIRT1 (NAD⁺-abhängige Deacetylase)EnzymBindungumstritten, substratabhängig: mit dem Fluorophor-Substrat Fluor de Lys artifiziell, mit p53-Peptid und PGC-1α keine Aktivierung; mit bestimmten Substraten mit hydrophoben Motiven allosterische Aktivierung über Glu230 (Labor, firmennahe Arbeit) Labor[1][2][3][11]
Sulfotransferasen und UDP-Glucuronosyltransferasen in Darm und LeberEnzymBindungextrem rasche Sulfatierung; unverändertes Resveratrol im Plasma unter 5 ng/ml (n = 6) Mensch, nicht randomisiert[4]
AMPK im SkelettmuskelSignalwegAktivatoraktiviert bei 11 Männern mit Adipositas; bei Frauen ohne Adipositas unverändert Mensch, randomisiert[6][8]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselunklar · Eine kleine, herstellernahe RCT mit kalorienrestriktionsähnlichen Effekten; zwei andere RCTs ohne jeden Effekt[6][7][8]
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativunklar · Entzündungsmarker in einer RCT gesenkt, in zwei anderen unverändert; in einer Kohorte kein Zusammenhang[5][6][7][8]
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · trans-Resveratrol

    Aufnahme ≥ 70 %, systemisch unverändert < 5 ng/ml (n = 6)

    Rasche Sulfatierung und Glucuronidierung in Darm und Leber, Hydrierung durch Darmbakterien; Halbwertszeit samt Metaboliten 9,2 Stunden [4].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Oral (geschluckt) · über die Nahrung (z. B. Rotwein, Trauben)

    Mengen aus westlicher Ernährung ohne Zusammenhang mit Gesundheit und Sterblichkeit (Kohorte) [5].

    Mensch, nicht randomisiert

Studien am Menschen

  • Pharmakokinetik mit markiertem Resveratrol

    offen, oral und intravenös · gesund · n = 6 · Einzelgaben

    Gemessen: Aufnahme, Plasmaspiegel, Metabolite

    Ergebnis: ≥ 70 % aufgenommen, unverändert nur Spuren im Plasma; t½ 9,2 h (inklusive Metaboliten).[4]

    Mensch, nicht randomisiert

  • InCHIANTI-Kohorte

    prospektive Kohortenstudie · gesund (ab 65 Jahren, Toskana) · n = 783 · 9 Jahre

    Gemessen: Gesamtsterblichkeit, Entzündung, Herz-Kreislauf, Krebs

    Ergebnis: Kein Zusammenhang mit Resveratrol-Metaboliten im Urin.[5]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Kalorienrestriktionsähnliche Effekte

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Überkreuz · gesund (Männer mit Adipositas) · n = 11 · 30 Tage

    Gemessen: Energieumsatz, Muskelstoffwechsel, Leberfett, Blutwerte

    Ergebnis: Ruheumsatz, Leberfett, Glukose, Entzündung ↓; AMPK ↑; Präparat vom Hersteller, ein Autorenteam-Mitglied dort angestellt.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Hohe Menge bei Adipositas

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, parallel · gesund (Männer mit Adipositas) · n = 24 · 4 Wochen

    Gemessen: Insulinempfindlichkeit (Clamp), Energieumsatz, Fettverteilung

    Ergebnis: Kein Effekt auf irgendeinen Endpunkt.[7]

    Mensch, randomisiert

  • Frauen ohne Adipositas

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert (drei Arme) · gesund (Frauen nach der Menopause, normale Glukosetoleranz) · n = 45 · 12 Wochen

    Gemessen: Insulinempfindlichkeit, Körperzusammensetzung, Zielmoleküle

    Ergebnis: Kein Effekt; AMPK, SIRT1, NAMPT, PGC-1α unverändert.[8]

    Mensch, randomisiert

  • Training bei älteren Männern

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (inaktive Männer um 65 Jahre) · n = 27 · 8 Wochen

    Gemessen: VO2max, Blutdruck, Blutfette

    Ergebnis: Trainingseffekte unter Resveratrol abgeschwächt.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Metaanalyse Kognition und Stimmung

    systematischer Review und Metaanalyse von 10 RCTs · gesund und Patienten

    Gemessen: Verarbeitungsgeschwindigkeit, Gedächtnis, Stimmung

    Ergebnis: Verzögertes Wiedererkennen SMD 0,39; negative Stimmung SMD −0,18; sonst kein Effekt.[10]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Abgeschwächte Trainingswirkung

    Bei älteren Männern blieben unter Resveratrol Verbesserungen von maximaler Sauerstoffaufnahme, Blutdruck und Blutfetten durch Training teilweise aus [9].

    Mensch, randomisiert

  • Herstellernähe der positiven Daten

    Die bekannteste positive Stoffwechselstudie verwendete ein Präparat des Herstellers, bei dem ein Mitglied des Autorenteams arbeitete [6]; die unabhängig initiierte Studie war negativ [7].

    Mensch, randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Resveratrol aktiviert die Langlebigkeits-Gene (Sirtuine)“

    Im Labor umstritten und substratabhängig: mit einem künstlichen Fluorophor-Substrat ein Artefakt [2][3], mit bestimmten Substraten ohne Fluorophor in einer firmennahen Arbeit nachweisbar [11]. Bei Frauen ohne Adipositas blieb SIRT1 im Gewebe unverändert [8]; eine Aktivierung im Menschen ist nicht belegt.

  • nicht belegt

    „Resveratrol verlängert das Leben“

    Die Hefebefunde [1] ließen sich nicht reproduzieren [2]; beim Menschen kein Zusammenhang mit der Sterblichkeit in einer Kohorte [5].

  • nicht belegt

    „Resveratrol wirkt wie Fasten auf den Stoffwechsel“

    Nur in einer kleinen, herstellernahen Studie [6]; zwei weitere RCTs ohne Effekt [7][8].

  • nicht belegt

    „Resveratrol und Sport ergänzen sich“

    In der einzigen geprüften RCT mit 27 älteren Männern schwächte Resveratrol die Trainingseffekte sogar ab [9].

  • nicht belegt

    „Ein Glas Rotwein liefert wirksame Mengen Resveratrol“

    Resveratrol aus der Ernährung hing in einer Kohorte nicht mit Gesundheit oder Sterblichkeit zusammen [5]; unverändert gelangt kaum Resveratrol ins Blut [4].

Pharmakokinetik

Aufnahme
≥ 70 % aufgenommen, unverändert systemisch kaum verfügbar [4].
Halbwertszeit
9,2 Stunden für Resveratrol samt Metaboliten [4].
Abbau
Sulfatierung (geschwindigkeitsbestimmend), Glucuronidierung, Hydrierung durch Darmbakterien; Ausscheidung vor allem über den Urin [4].
Weg ins Gehirn
Nicht verifiziert.

Rechtlicher Status

Deutschland
Nicht verifiziert.
EU
Nicht verifiziert.
USA
Nicht verifiziert.

Offene Fragen

  • Sind die Konjugate (Sulfate, Glucuronide) selbst wirksam?
  • Warum widersprechen sich die Stoffwechselstudien, und welche Rolle spielt die Herstellerbeteiligung?
  • Schwächt Resveratrol Trainingseffekte auch bei Jüngeren ab?

Referenzen

  1. Howitz KT, Bitterman KJ, Cohen HY, Lamming DW, Lavu S, Wood JG, et al. Small molecule activators of sirtuins extend Saccharomyces cerevisiae lifespan. Nature. 2003;425(6954):191–6. doi:10.1038/nature01960 · PubMed
  2. Kaeberlein M, McDonagh T, Heltweg B, Hixon J, Westman EA, Caldwell SD, et al. Substrate-specific activation of sirtuins by resveratrol. J Biol Chem. 2005;280(17):17038–45. doi:10.1074/jbc.M500655200 · PubMed
  3. Beher D, Wu J, Cumine S, Kim KW, Lu SC, Atangan L, et al. Resveratrol is not a direct activator of SIRT1 enzyme activity. Chem Biol Drug Des. 2009;74(6):619–24. doi:10.1111/j.1747-0285.2009.00901.x · PubMed
  4. Walle T, Hsieh F, DeLegge MH, Oatis JE Jr, Walle UK. High absorption but very low bioavailability of oral resveratrol in humans. Drug Metab Dispos. 2004;32(12):1377–82. doi:10.1124/dmd.104.000885 · PubMed
  5. Semba RD, Ferrucci L, Bartali B, Urpí-Sarda M, Zamora-Ros R, Sun K, et al. Resveratrol levels and all-cause mortality in older community-dwelling adults. JAMA Intern Med. 2014;174(7):1077–84. doi:10.1001/jamainternmed.2014.1582 · PubMed
  6. Timmers S, Konings E, Bilet L, Houtkooper RH, van de Weijer T, Goossens GH, et al. Calorie restriction-like effects of 30 days of resveratrol supplementation on energy metabolism and metabolic profile in obese humans. Cell Metab. 2011;14(5):612–22. doi:10.1016/j.cmet.2011.10.002 · PubMed
  7. Poulsen MM, Vestergaard PF, Clasen BF, Radko Y, Christensen LP, Stødkilde-Jørgensen H, et al. High-dose resveratrol supplementation in obese men: an investigator-initiated, randomized, placebo-controlled clinical trial of substrate metabolism, insulin sensitivity, and body composition. Diabetes. 2013;62(4):1186–95. doi:10.2337/db12-0975 · PubMed
  8. Yoshino J, Conte C, Fontana L, Mittendorfer B, Imai S, Schechtman KB, et al. Resveratrol supplementation does not improve metabolic function in nonobese women with normal glucose tolerance. Cell Metab. 2012;16(5):658–64. doi:10.1016/j.cmet.2012.09.015 · PubMed
  9. Gliemann L, Schmidt JF, Olesen J, Biensø RS, Peronard SL, Grandjean SU, et al. Resveratrol blunts the positive effects of exercise training on cardiovascular health in aged men. J Physiol. 2013;591(20):5047–59. doi:10.1113/jphysiol.2013.258061 · PubMed
  10. Marx W, Kelly JT, Marshall S, Cutajar J, Annois B, Pipingas A, et al. Effect of resveratrol supplementation on cognitive performance and mood in adults: a systematic literature review and meta-analysis of randomized controlled trials. Nutr Rev. 2018;76(6):432–43. doi:10.1093/nutrit/nuy010 · PubMed
  11. Hubbard BP, Gomes AP, Dai H, Li J, Case AW, Considine T, et al. Evidence for a common mechanism of SIRT1 regulation by allosteric activators. Science. 2013;339(6124):1216–9. doi:10.1126/science.1231097 · PubMed
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Alle Abstracts über PubMed (efetch) gelesen; DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py abgeglichen.
  • Kernzahlen am Abstract: SIRT1-Km gesenkt, Hefe-Lebensspanne +70 % [1]; Aktivierung nur mit Fluor de Lys, keine Wirkung auf Sir2 und Lebensspanne in drei Hefestämmen [2]; keine Aktivierung mit p53-Peptid oder PGC-1α [3]; n = 6, ≥ 70 % Aufnahme, < 5 ng/ml unverändert, t½ 9,2 h [4]; n = 783, 9 Jahre, kein Zusammenhang, HR 0,80 (n. s.) [5]; n = 11, 30 Tage [6]; n = 24, 4 Wochen, kein Effekt [7]; kein Effekt, Zielmoleküle unverändert [8]; n = 27, VO2max-Anstieg unter Placebo 45 % größer [9]; 10 RCTs, SMD 0,39 und −0,18 [10].
  • Im Volltext: [6] Präparat resVida von DSM Nutritional Products bereitgestellt, eine Autorin bzw. ein Autor bei DSM (PMC3880862); [8] 45 Frauen auf drei Arme randomisiert (Placebo, Resveratrol, Kalorienrestriktion; je 15) (PMC3496026).
  • PubChem: Resveratrol CID 445154.
  • ClinicalTrials.gov: 258 Einträge zu „resveratrol“ (23.10.2026).
  • Lokale Nachprüfung 24.10.2026: Abstracts [2], [4]–[7], [9] und [10] erneut gelesen, Kernzahlen bestätigt. Ergänzt [11] (Hubbard 2013): DOI, PMID und Bibliografie über PubMed und Crossref abgeglichen; Abstract (hydrophobe Motive in PGC-1α und FOXO3a, Glu230) und Volltext PMC3799917 (Aktivierung durch Resveratrol auch mit natürlichem Substrat; Interessenkonflikte: 14 Angestellte von Sirtris/GSK, Letztautor Berater und Patentinhaber) gelesen. SIRT1-Aussagen deshalb von „widerlegt“ auf „umstritten, substratabhängig“ geändert.
  • 26.10.2026, Entscheidung n006 (Population nach Primärquelle): Abstracts erneut gelesen. [6] „11 healthy, obese men“ und [7] „24 obese but otherwise healthy men“: vorher „übergewichtige Männer“, jetzt „Männer mit Adipositas“. [8] „nonobese, postmenopausal women“; laut Volltext (PMC3496026, Methoden) wurde nach BMI unter bzw. ab 25 kg/m² stratifiziert, die Studie schloss also auch Frauen mit Übergewicht ein: vorher „normalgewichtige Frauen“, jetzt „Frauen ohne Adipositas“. Geändert in wirkweise_text, ziele, versprechen (population, begruendung), studien_mensch und behauptungen; Bewertungen unverändert.
  • 26.10.2026, Präzisions-Flags (m004; Regeln im Leitfaden unter „Zahlenregel und Präzisions-Flags“, Umsetzung Claude zur Bestätigung durch Tilman): „Ahmt Kalorienrestriktion nach und verbessert den Stoffwechsel“: kleine_studien – [6] 11 Männer, [7] 24 Männer (Abstracts), [8] 45 Frauen (Volltext PMC3496026, siehe oben). „Unterstützt Training und Herz-Kreislauf-Fitness“: kleine_studien – [9] 27 Männer (Abstract). Gegenprüfung 26.10.2026: Belege der Flags (Teilnehmendenzahlen, Richtung, Finanzierung) in die begruendung übernommen und an Abstracts bzw. Volltexten erneut geprüft.

Nicht verifiziert

  • Rechtlicher Status (z. B. Novel-Food-Zulassung von synthetischem trans-Resveratrol in der EU) nicht geprüft.
  • Ob Autorinnen und Autoren von [1] Verbindungen zu Firmen hatten, die Sirtuin-Aktivatoren entwickelten; nicht geprüft.
  • Interessenkonflikte der Einzelstudien in [10].
  • Langzeitsicherheit höherer Mengen (Magen-Darm-Beschwerden, Wechselwirkungen) nicht gezielt recherchiert.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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