Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten. Herstellung, Besitz, Handel oder Anwendung können verboten sein; Einzelheiten unter „Rechtlicher Status“.

Wirkweise

Evidenzkarte: Oxiracetam

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

In Hippocampusschnitten der Ratte steigerte Oxiracetam die erregenden Feldpotenziale konzentrationsabhängig, maximal um etwa 70 % bei 1 µM; der Effekt hielt nach dem Auswaschen an und ließ sich mit dem NMDA-Antagonisten AP-5 blockieren, was die Autoren an Langzeitpotenzierung erinnerte [1]. In niedrigen Konzentrationen (0,01–1 µM) erhöhte es in Hirnschnitten die Freisetzung von Glutamat und, schwächer, von Acetylcholin, nicht aber von GABA, Noradrenalin oder Serotonin; in isolierten Nervenendigungen fehlte der Effekt [2]. Bei Ratten steigerte Oxiracetam den Acetylcholinumsatz und die hochaffine Cholinaufnahme im Hippocampus [3]. In Neuronen von Alzheimer-Modellmäusen verlangsamte es die Desensitisierung der AMPA-Rezeptor-Untereinheiten GluA1 und GluA2 [4].

Oxiracetam besitzt ein Stereozentrum und wird als Racemat verwendet. Bei Ratten mit chronischer Minderdurchblutung des Gehirns verbesserte nur das S-Enantiomer, nicht das R-Enantiomer, räumliches Lernen und Hirndurchblutung [5]. Nach künstlichem Schlaganfall hoben ein Antagonist des α7-nikotinischen Acetylcholinrezeptors und ein PI3K-Hemmer die Wirkung von S-Oxiracetam auf das Lernen auf [6]. Beim Menschen wird Oxiracetam überwiegend unverändert über die Niere ausgeschieden [7]; bei S-Oxiracetam fand sich keine Umwandlung in das R-Enantiomer [8].

Klinisch zeigte eine kleine placebokontrollierte Studie bei Demenz Vorteile in Lebensqualität und einzelnen Tests [9], eine andere bei Alzheimer-Krankheit keinerlei Verbesserung [10]. In der größten Studie, von der südkoreanischen Arzneimittelbehörde beauftragt, verhinderte Oxiracetam bei 500 Menschen nach Schlaganfall keinen kognitiven Abbau [11]. Nach leichtem bis mittelschwerem Schädel-Hirn-Trauma verbesserte L-Oxiracetam in einer chinesischen Phase-3-Studie einen kognitiven Gesamtwert stärker als Placebo [12]; eine Meta-Analyse chinesischer Studien bewertet die Evidenz dort aber als niedrig bis sehr niedrig [13]. Bei Gesunden wurde nur untersucht, ob Oxiracetam die Folgen von Scopolamin abschwächt [14].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
AMPA-Rezeptor-Untereinheiten GluA1 und GluA2Rezeptorpositiver Modulatorlangsamere Desensitisierung (Neuronen aus Modellmäusen) Labor[4]
Glutamat- und Acetylcholinfreisetzung (Hippocampus)SonstigesFreisetzungwirksam bei 0,01–1 µM, nicht bei 10–100 µM (Rattenhirnschnitte) Labor[2]
Hochaffine CholinaufnahmeTransporterAktivator+31 % nach wiederholter Gabe, +40 % drei Stunden nach Einzelgabe (Ratte) Tierversuch[3]
α7-nikotinischer Acetylcholinrezeptor (Beteiligung, durch Antagonist blockierbar)RezeptorAktivator Tierversuch[6]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholin↑ · mehr Acetylcholinfreisetzung und Cholinaufnahme im Hippocampus (Ratte)[2][3]
  • Glutamat · AMPA↑ · stärkere erregende Übertragung im Hippocampusschnitt, langsamere AMPA-Desensitisierung[1][4]
  • Glutamat · NMDAmoduliert · Verstärkung der Übertragung durch NMDA-Antagonisten AP-5 blockierbar[1]
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutung↑ · S-Oxiracetam steigerte die Hirndurchblutung bei minderdurchbluteten Ratten[5]
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselmoduliert · veränderter ATP-Stoffwechsel im Kortex minderdurchbluteter Ratten[5]
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Studien am Menschen

  • Demenz, 12 Wochen

    doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch · Patienten: degenerative, vaskuläre oder gemischte Demenz · n = 65 · 12 Wochen

    Gemessen: neuropsychologische Tests, Lebensqualität

    Ergebnis: Signifikanter Vorteil in der Lebensqualitätsskala und in einzelnen Tests; zwei Abbrüche wegen schlechter Verträglichkeit unter Oxiracetam.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Alzheimer-Krankheit

    doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: wahrscheinliche Alzheimer-Krankheit · n = 24 · nicht im Abstract angegeben

    Gemessen: neuropsychologische Testbatterie

    Ergebnis: Keine Verbesserung, weder in der Gruppe noch bei einzelnen Behandelten.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Kognitiver Abbau nach Schlaganfall (Südkorea)

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch · Patienten: hohes Risiko für kognitive Störung nach Schlaganfall · n = 500 · 36 Wochen

    Gemessen: MMSE und CDR-SB

    Ergebnis: Kein Unterschied zu Placebo (MMSE +0,13 vs. +0,27; p = 0,49).[11]

    Mensch, randomisiert

  • Schädel-Hirn-Trauma (China, LOCATE)

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Phase 3 · Patienten: leichtes bis mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma · n = 590 · 90 Tage

    Gemessen: Änderung im LOTCA-Wert

    Ergebnis: L-Oxiracetam besser als Placebo (Differenz 8,97 Punkte; Cohen's d 0,48); Racemat-Gruppe +15,90 vs. Placebo +11,47 Punkte, direkter Test im Abstract nicht berichtet.[12]

    Mensch, randomisiert

  • Meta-Analyse Schädel-Hirn-Trauma (China)

    systematischer Review und Meta-Analyse randomisierter Studien · Patienten: akutes Schädel-Hirn-Trauma · n = 2864 · 33 Studien, kurzfristig

    Gemessen: MMSE, NIHSS, Barthel-Index

    Ergebnis: MMSE 4,67 Punkte höher (95-%-KI 3,07–6,28; I² 92 %); Vertrauenswürdigkeit der Evidenz niedrig bis sehr niedrig.[13]

    Mensch, randomisiert

  • Scopolamin-Modell bei Gesunden

    doppelblind, Crossover, unvollständig randomisierte Blöcke, placebokontrolliert · gesund · n = 12 · Einzelgaben

    Gemessen: Gedächtnis und Aufmerksamkeit nach Scopolamin

    Ergebnis: Oxiracetam schwächte die Scopolamin-Defizite dosisabhängig ab, signifikant beim verzögerten Abruf von Wortlisten.[14]

    Mensch, randomisiert

  • Phase I mit S-Oxiracetam

    RCT, doppelblind, kontrolliert, Dosissteigerung · gesund · Einzel- und Mehrfachgabe bis 7 Tage

    Gemessen: Sicherheit, Pharmakokinetik

    Ergebnis: Nebenwirkungen leicht bis mittelschwer und dosisunabhängig; Halbwertszeit 6,12–6,60 Stunden.[8]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Unerwünschte Wirkungen

    In einer Demenzstudie zwei Abbrüche wegen schlechter Verträglichkeit und mehr Beschwerden unter Oxiracetam als unter Placebo (4 vs. 1 Person) [9]; in der Phase-3-Studie bei Schädel-Hirn-Trauma kein Unterschied bei schweren Nebenwirkungen [12]. Die Meta-Analyse nennt die Sicherheitsberichte lückenhaft [13].

    Mensch, randomisiert

  • Unklare Produktqualität

    In einer Analyse von Nahrungsergänzungsmitteln für Kognition stimmten deklarierte und gefundene Wirkstoffe häufig nicht überein; Oxiracetam war einer der gesuchten, in den USA nicht zugelassenen Stoffe [15].

    Keine Daten

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Oxiracetam verbessert Gedächtnis und Konzentration bei Gesunden“

    Nur eine Studie mit 12 Gesunden, die das Scopolamin-Defizit abschwächte [14]; zur Leistungssteigerung ohne Beeinträchtigung gibt es keine Studie.

  • teilweise belegt

    „Oxiracetam hilft bei Demenz“

    Eine kleine Studie mit Vorteilen in Lebensqualität und einzelnen Tests [9], eine ohne jeden Effekt [10]; nach Schlaganfall verhinderte es in einer großen Studie keinen kognitiven Abbau [11].

  • nicht belegt

    „Oxiracetam wirkt stärker als Piracetam“

    Direkte Vergleiche gibt es nur aus chinesischen Studien nach Schädel-Hirn-Trauma mit niedriger Vertrauenswürdigkeit [13]; bei Gesunden kein Vergleich.

  • teilweise belegt

    „Oxiracetam steigert die Acetylcholinfreisetzung“

    In Rattenhirnschnitten und bei Ratten gezeigt [2][3]; beim Menschen nicht gemessen.

Pharmakokinetik

Aufnahme
Orale Bioverfügbarkeit 75 ± 7 %, Spitzenspiegel nach 1–2 Stunden (vier Gesunde) [7]; S-Oxiracetam nach 0,75–1 Stunde, Nahrung verzögert die Aufnahme [8].
Halbwertszeit
S-Oxiracetam 6,12–6,60 Stunden [8]; mittlere Verweildauer des Racemats 3,9–6,5 Stunden [7].
Abbau
Über 90 % einer intravenösen Gabe unverändert im Urin [7]; S-Oxiracetam zu 55 % im Urin und 36 % im Stuhl unverändert, ohne Umwandlung in das R-Enantiomer [8].
Weg ins Gehirn
Beim Menschen in den geprüften Quellen nicht untersucht.

Rechtlicher Status

Deutschland
In AMIce kein Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Oxiracetam gefunden, weder unter den verkehrsfähigen noch unter allen, auch erloschenen Einträgen (Suche nach Stoffname „Oxiracetam“, Abruf 26.10.2026; Versagungen und Rücknahmen sind im öffentlichen Teil nicht enthalten) [18]; kein Eintrag in AMVV Anlage 1 [19]. Der lebensmittelrechtliche Status ist nicht verifiziert.
EU
Kein zentral zugelassenes oder bewertetes Arzneimittel, kein Referral und keine Orphan-Ausweisung mit Oxiracetam in den EMA-Datenexporten (Zeitstempel 25.10.2026) [20]; nationale Zulassungen anderer Mitgliedstaaten erfasst der Export nicht. In einer Marktüberwachung amtlicher Arzneimittel-Kontrolllabore aus Europa und Australien wurde Oxiracetam einmal gefunden; die Studie ordnet es ein als Piracetam-Homologes, das von keiner Gesundheitsbehörde in der EU oder Australien zur Anwendung am Menschen zugelassen ist (Einschätzung der Studie, keine Rechtsquelle) [16].
USA
Nicht für die Anwendung am Menschen zugelassen [15].
Andere Länder
China: 2003 zur Behandlung der vaskulären Demenz zugelassen [12]. Südkorea: zugelassen, nach einer negativen, behördlich beauftragten Studie wurde die Anwendung ausgesetzt [11]. Sport: In der im Bundesgesetzblatt bekannt gemachten Verbotsliste 2026 nicht namentlich genannt; Abschnitt S6 ist offen formuliert („Alle Stimulanzien … sind verboten“; S6.B endet mit „und andere Stoffe mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en)“); ob der Stoff darunter fällt, ist Auslegung [21]. Eine Übersicht hält wegen der Ähnlichkeit zu Phenylpiracetam eine Erfassung durch die WADA-Kriterien für wahrscheinlich [17].

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Warum widersprechen sich die großen Studien nach Schlaganfall [11] und nach Schädel-Hirn-Trauma [12]?
  • Ist S-Oxiracetam beim Menschen tatsächlich wirksamer als das Racemat?
  • Wie gut gelangt Oxiracetam beim Menschen ins Gehirn?

Referenzen

  1. Pugliese AM, Corradetti R, Ballerini L, Pepeu G. Effect of the nootropic drug oxiracetam on field potentials of rat hippocampal slices. Br J Pharmacol. 1990;99(1):189–93. doi:10.1111/j.1476-5381.1990.tb14676.x · PubMed
  2. Raiteri M, Costa R, Marchi M. Effects of oxiracetam on neurotransmitter release from rat hippocampus slices and synaptosomes. Neurosci Lett. 1992;145(1):109–13. doi:10.1016/0304-3940(92)90215-s · PubMed
  3. Spignoli G, Pedata F, Giovannelli L, Banfi S, Moroni F, Pepeu G. Effect of oxiracetam and piracetam on central cholinergic mechanisms and active-avoidance acquisition. Clin Neuropharmacol. 1986;9 Suppl 3:S39–47. PubMed
  4. Guo S, Li T, Hu L, Yang N, Xiang S, Wang J, et al. Oxiracetam improves cognitive disorder in AD by modulating AMPAR subunits GluA1/GluA2 kinetics. Cell Biochem Biophys. 2026;84(2):1597–623. doi:10.1007/s12013-026-02025-z · PubMed
  5. Li W, Liu H, Jiang H, Wang C, Guo Y, Sun Y, et al. (S)-Oxiracetam is the active ingredient in oxiracetam that alleviates the cognitive impairment induced by chronic cerebral hypoperfusion in rats. Sci Rep. 2017;7(1):10052. doi:10.1038/s41598-017-10283-4 · PubMed
  6. Fan W, Zhang Y, Li X, Xu C. S-oxiracetam facilitates cognitive restoration after ischemic stroke by activating α7nAChR and the PI3K-mediated pathway. Neurochem Res. 2021;46(4):888–904. doi:10.1007/s11064-021-03233-0 · PubMed
  7. Perucca E, Albrici A, Gatti G, Spalluto R, Visconti M, Crema A. Pharmacokinetics of oxiracetam following intravenous and oral administration in healthy volunteers. Eur J Drug Metab Pharmacokinet. 1984;9(3):267–74. doi:10.1007/BF03189650 · PubMed
  8. Zhang T, Tao Y, Pu J, Zhu M, Wan L, Tang C. Safety, tolerability, and pharmacokinetics of oral (S)-oxiracetam in Chinese healthy volunteers: a randomized, double-blind, controlled phase I study. Eur J Pharm Sci. 2024;192:106621. doi:10.1016/j.ejps.2023.106621 · PubMed
  9. Bottini G, Vallar G, Cappa S, Monza GC, Scarpini E, Baron P, et al. Oxiracetam in dementia: a double-blind, placebo-controlled study. Acta Neurol Scand. 1992;86(3):237–41. doi:10.1111/j.1600-0404.1992.tb05077.x · PubMed
  10. Green RC, Goldstein FC, Auchus AP, Presley R, Clark WS, Van Tuyl L, et al. Treatment trial of oxiracetam in Alzheimer's disease. Arch Neurol. 1992;49(11):1135–6. doi:10.1001/archneur.1992.00530350049018 · PubMed
  11. Lim JS, Rha JH, Park JH, Lee K, Chang DI, Heo SH, et al. Oxiracetam and physical activity in preventing cognitive decline after stroke: a multicenter, randomized controlled trial. Eur Stroke J. 2026;11(1):23969873251350141. doi:10.1093/esj/23969873251350141 · PubMed
  12. Liu T, Wang J, Zhao Z, Jiang W, Zhang M, Yu Y, et al. Efficacy and safety of L-oxiracetam on cognitive function in patients with traumatic brain injury: a multicentre, randomised, double-blind, phase 3 clinical trial. Signal Transduct Target Ther. 2025;10(1):401. doi:10.1038/s41392-025-02492-5 · PubMed
  13. Wang M, Cao N, Shou Z, Pan J. Efficacy and safety of oxiracetam for cognitive and functional outcomes after acute traumatic brain injury in Chinese populations: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Front Pharmacol. 2026;17:1894256. doi:10.3389/fphar.2026.1894256 · PubMed
  14. Preda L, Alberoni M, Bressi S, Cattaneo C, Parini J, Canal N, et al. Effects of acute doses of oxiracetam in the scopolamine model of human amnesia. Psychopharmacology (Berl). 1993;110(4):421–6. doi:10.1007/BF02244648 · PubMed
  15. Cohen PA, Avula B, Wang YH, Zakharevich I, Khan I. Five unapproved drugs found in cognitive enhancement supplements. Neurol Clin Pract. 2021;11(3):e303–7. doi:10.1212/CPJ.0000000000000960 · PubMed
  16. Vanhee C, Deconinck E, George M, Hansen A, Hackl A, Wollein U, et al. The occurrence of illicit smart drugs or nootropics in Europe and Australia and their associated dangers: results from a market surveillance study by 12 official medicines control laboratories. J Xenobiot. 2025;15(3):88. doi:10.3390/jox15030088 · PubMed
  17. Pokrywka A, Surała O, Grabowska K, Przybyła M, Granda D, Małecki A, et al. “Brain doping” substances: prohibited or not in sports? Biol Sport. 2025;42(4):189–201. doi:10.5114/biolsport.2025.150047 · PubMed
  18. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Oxiracetam“, Humanarzneimittel, nur verkehrsfähige sowie ohne Einschränkung (alle Einträge, auch erloschene), jeweils ohne Treffer [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
  19. Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5). Stand: zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 19.5.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 149). Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 26.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html (kein Eintrag zu „Oxiracetam“).
  20. European Medicines Agency. Datenexporte (JSON) Medicines, Referrals und Orphan designations, Zeitstempel 25.10.2026. Amsterdam: EMA; abgerufen am 26.10.2026. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/medicines-output-medicines_json-report_en.json, https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/referrals-output-json-report_en.json und https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/medicines-output-orphan_designations-json-report_en.json (Suche nach „oxiracetam“ ohne Treffer).
  21. Bekanntmachung der Neufassung der Anlage I zu dem Internationalen Übereinkommen vom 19. Oktober 2005 gegen Doping im Sport/des Anhangs zu dem Übereinkommen vom 16. November 1989 gegen Doping vom 18. Dezember 2025 (Verbotsliste 2026, gültig ab 1. Januar 2026, mit amtlicher deutscher Übersetzung), Abschnitt S6 „Stimulanzien“. BGBl. 2025 II Nr. 312, ausgegeben am 23.12.2025. Abgerufen am 26.10.2026. Verfügbar unter: https://www.recht.bund.de/bgbl/2/2025/312/regelungstext.pdf
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • 26.10.2026 (Entscheidung n017, Prüfbericht E-20 Frage 12, zweiter Schritt, OMCL-Funde): `kategorie` von Nootropikum auf „Nicht zugelassener Wirkstoff“ umgestellt, Versprechen, Stufen und Ergebnisse unverändert. F1 (in DE/EU kein Arzneimittel): AMIce, Stoffname „Oxiracetam“, Humanarzneimittel, nur verkehrsfähige und ohne Einschränkung jeweils 0 Treffer (Abruf 26.10.2026 im Browser; Kontrolle „Modafinil“ 21 bzw. 32 Treffer) [18]; AMVV Anlage 1 im Volltext ohne Eintrag (Stand Art. 1 V v. 19.5.2026, BGBl. 2026 I Nr. 149) [19]; EMA-Exporte Medicines, Referrals und Orphan designations (Zeitstempel 25.10.2026) ohne Treffer für „oxiracetam“ [20]. F2 (Lebensmittel): kein lebensmittelrechtlicher Beleg, bleibt „nicht verifiziert“. F3 (Umlauf): Marktüberwachung amtlicher Kontrolllabore (Vanhee 2025) im Volltext gelesen, Tabelle A1: Oxiracetam einmal gefunden, mit unbekannter Darreichung; die Spalte „Legal Status“ gilt nur als Einschätzung der Studie [16] (Prüfbericht Frage 12: die Analysebefunde genügen als Produktanalyse, die Spalte „Legal Status“ nicht). In einer US-Analyse von Nahrungsergänzungsmitteln gesucht [15]. Die Verbotsliste 2026 (BGBl. 2025 II Nr. 312) nennt Oxiracetam nicht namentlich [21]. Grundlage: Prüfbericht docs/pruefberichte/rechtsstatus-e20.md, Blöcke C und F; alle Abfragen am 26.10.2026 selbst wiederholt.
  • 26.10.2026 (Gegenprüfung n017): AMIce-Formel in `status.deutschland` umformuliert. Der AMIce-Filter „ohne Einschränkung“ der Verkehrsfähigkeit umfasst alle Einträge einschließlich erloschener (Kontrolle „Modafinil“: 21 Treffer unter „nur verkehrsfähige“, 32 ohne Einschränkung); der frühere Wortlaut „ohne Einschränkung der Verkehrsfähigkeit“ ließ sich als „uneingeschränkt verkehrsfähig“ missverstehen. Jetzt wie im Prüfbericht (Block A, Armodafinil): weder unter den verkehrsfähigen noch unter allen, auch erloschenen Einträgen.
  • Alle 16 DOIs über Crossref und alle 17 PMIDs über PubMed aufgelöst (Prüfskript).
  • Im Volltext: „not authorised for human use by any health authority in the EU or Australia“ [16]; WADA-Status unklar, „presumed to meet WADA criteria“ [17].
  • Kernzahlen an Abstracts: +70 % bei 1 µM, AP-5 [1]; 0,01–1 µM, GABA/NA/5-HT unverändert [2]; HACU +31 % und +40 % [3]; GluA1/GluA2-Desensitisierung [4]; S- statt R-Enantiomer [5]; Methyllycaconitin, LY294002 [6]; Bioverfügbarkeit 75 ± 7 %, > 90 % im Urin, n = 4 [7]; t½ 6,12–6,60 h, 55 %/36 %, keine chirale Umwandlung [8]; n = 65 [9]; n = 24 [10]; n = 500, MMSE +0,13 vs. +0,27 [11]; n = 590, Differenz 8,97, d = 0,48 [12]; 33 RCTs, n = 2864, MD 4,67 [13]; n = 12 [14].
  • Im Volltext: Zulassung in China 2003 für vaskuläre Demenz, L-Oxiracetam als wichtigstes wirksames Enantiomer [12]; Studie von der koreanischen Behörde beauftragt, Aussetzung der Anwendung in Südkorea [11].
  • ClinicalTrials.gov: 2 Einträge (L-Oxiracetam-Injektion; Studie zur Zuverlässigkeit von IQ-Tests; 23.10.2026).
  • Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Bessere geistige Leistung bei Gesunden“ → kleine_studien: [14] n = 12 (Abstract).

Nicht verifiziert

  • Nationale Zulassungen anderer EU-Staaten nicht geprüft (geprüft sind AMIce, AMVV Anlage 1 und die EMA-Datenexporte); lebensmittelrechtlicher Status nicht verifiziert.
  • Dass L-Oxiracetam dasselbe ist wie (S)-Oxiracetam, stützt sich auf die Formulierung „major active enantiomer“ und die Zitierung von [5] und [8] im Volltext von [12].
  • Ob die Demenzstudien [9] und [10] randomisiert waren, steht nicht im Abstract.
  • Teilnehmerzahl der Phase-I-Studie [8] nicht im Abstract.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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