Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • D3 ist die wirksamere Vitamin-D-Form und wirkt klinisch besser als D2

    nicht untersucht

    Knochen & Gelenke · gesund · Keine Daten

    Klinisches Hauptversprechen, getrennt vom Spiegelbefund (zweites Versprechen, nur Marker). Für die Endpunkte, mit denen Vitamin D vor allem beworben wird (Knochen, Muskeln, Abwehr), wurde keine randomisierte Kopf-an-Kopf-Studie D3 gegen D2 bei Gesunden gefunden (PubMed-Suche 24.10.2026). Die größte gefundene direkte Vergleichsstudie mit klinischen Endpunkten prüfte Kognition und Stimmung und fand keinen Unterschied (drittes Versprechen) [11]; dass in einer Cochrane-Übersicht nur D3 die Sterblichkeit senkte, beruht auf getrennten Studien und ist kein direkter Vergleich [12]. Bereich nach dem Hauptwerbefeld von Vitamin D gewählt.

  • D3 hebt den Vitamin-D-Spiegel deutlich stärker als D2 (nur Marker)

    nur Marker belegt

    Knochen & Gelenke · gesund (Erwachsene) · Mensch, randomisiert

    Nur Marker: Bewertet wird allein der Blutspiegel von 25-Hydroxyvitamin D, kein klinischer Endpunkt; Bereich nach dem Hauptwerbefeld von Vitamin D gewählt. In randomisierten Kopf-an-Kopf-Vergleichen hob D3 den Gesamtspiegel stärker an [6][9]; die ältere Metaanalyse sah den Vorteil vor allem bei großen Einzelgaben [7], die neuere auch bei täglicher Gabe (unter D2 um 10,4 nmol/l bzw. 40 % geringerer Anstieg) [8]. Nach einer Einzelgabe zeigte auch eine kleine Vergleichsstudie ohne berichtete Randomisierung einen deutlich größeren Anstieg unter D3 [5]. Bei Übergewicht war der Unterschied nicht mehr signifikant [8]. Ein klinischer Vorteil folgt daraus nicht (erstes und drittes Versprechen). Ergebnis „nur Marker belegt“ (K3): Der stärkere Anstieg ist in den randomisierten Vergleichen und in der neueren Metaanalyse gesichert. Bewertung: nur Abstract geprüft.[6][9]

  • Der höhere Spiegel unter D3 verbessert Kognition und Stimmung stärker als D2

    kein Nutzen

    Kognition & Fokus · gesund (ab 60 Jahren) · Mensch, randomisiert

    Eingegrenzt auf die geprüften Endpunkte: In der größten gefundenen Kopf-an-Kopf-Studie mit klinischen Endpunkten kein Unterschied bei Kognition und Stimmung zwischen D3, D2 aus Pilzen und Placebo bei 436 Gesunden [11]. Andere klinische Endpunkte wurden im direkten Vergleich nicht gefunden; dass nur D3 in einer Cochrane-Übersicht die Sterblichkeit senkte, stammt aus getrennten Studien und ist kein direkter Vergleich [12].

  • Mizellares Vitamin D3 wird viel besser aufgenommen

    Einzelbefund, unbestätigt

    Knochen & Gelenke · gesund · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.vom Hersteller finanziertAlle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.

    Nur Marker (Blutspiegel); Bereich nach dem Hauptwerbefeld von Vitamin D gewählt. Eine kleine, herstellerfinanzierte Pilotstudie mit 35 Randomisierten fand einen höheren Spiegelanstieg nur bei der niedrigeren von zwei Mengen, bei der höheren keinen Unterschied [17]. Unabhängige Bestätigungen und klinische Endpunkte fehlen.

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

vom Hersteller finanziert: Alle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.

Wirkweise

Evidenzkarte: Cholecalciferol (Vitamin D3)

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Cholecalciferol entsteht in der Haut aus 7-Dehydrocholesterol unter UV-B-Strahlung oder wird mit Nahrung und Präparaten aufgenommen. Nach einem Gutachten der EFSA werden Vitamin D3 und D2 im Dünndarm im Mittel zu etwa 80 % aufgenommen (Spanne 55–99 %), ohne Unterschied zwischen beiden Formen; sie gelangen mit Chylomikronen in den Körper und werden vor allem im Fettgewebe gespeichert [1]. Die Leber hydroxyliert D3 vor allem über CYP2R1 zu 25-Hydroxyvitamin D3 (Calcifediol), die Niere über CYP27B1 zum Hormon Calcitriol; 25-Hydroxyvitamin D hat eine mittlere Halbwertszeit von etwa 13–15 Tagen [1]. In einer Tracerstudie mit 36 Männern lag sie für 25-Hydroxyvitamin D3 bei 15,1 Tagen und war damit länger als für die D2-Form (13,9 Tage); getrennt nach Ländern bestand der Unterschied nur in der gambischen, nicht in der britischen Gruppe [2]. Eine fetthaltige Mahlzeit erhöhte bei 50 älteren Erwachsenen den Spitzenwert von Vitamin D3 im Plasma um 32 % gegenüber einer fettfreien Mahlzeit [3]. In einer zweiten randomisierten Studie derselben Gruppe mit 62 Älteren stieg Vitamin D3 im Plasma nach 12 Stunden dagegen mit einer fettarmen Mahlzeit am stärksten an, und eine fettreiche Mahlzeit brachte keinen Vorteil gegenüber gar keiner Mahlzeit; der Anstieg von 25-Hydroxyvitamin D nach 30 und 90 Tagen unterschied sich zwischen den drei Gruppen nicht [4].

Der Kern des Formvergleichs ist der Unterschied zu Vitamin D2 (Ergocalciferol). Nach gleich großen Einzelgaben stiegen bei 20 Männern beide Vitamine im Blut gleich an, was für eine gleiche Aufnahme spricht; 25-Hydroxyvitamin D stieg aber nur nach D3 weiter, die Fläche unter der Kurve über 28 Tage war für D3 etwa 3,4-mal so groß [5]. Bei wöchentlicher Gabe über 12 Wochen war D3 in einer randomisierten Studie mit 33 Erwachsenen etwa 87 % wirksamer und wurde 2- bis 3-mal stärker im Fettgewebe gespeichert [6]. Eine Metaanalyse randomisierter Studien von 2012 fand den Vorteil von D3 vor allem bei großen Einzelgaben, bei täglicher Gabe nicht [7]. Eine neuere Metaanalyse mit 20 Vergleichen sah den Vorteil auch bei täglicher Gabe: Der Gesamtspiegel stieg unter D2 um 10,4 nmol/l (40 %) weniger als unter D3; bei einem BMI über 25 war der Unterschied nicht mehr signifikant, und die Erstautorin arbeitet für einen Pilzproduzenten [8]. In einer placebokontrollierten Anreicherungsstudie mit 335 Frauen hob D3 in Saft oder Keks den Gesamtspiegel im Winter um 15–17 nmol/l stärker an als D2 [9]. Als Gründe nennt die EFSA eine bevorzugte Hydroxylierung von D3 in der Leber, eine höhere Bindung an das Vitamin-D-bindende Protein und einen schnelleren Abbau von D2 [1].

D2 senkt zudem 25-Hydroxyvitamin D3, über einen ungeklärten Mechanismus: In einer Metaanalyse von 11 randomisierten Studien lag dieser Wert nach D2-Gabe am Studienende im Mittel 18,0 nmol/l unter der Kontrollgruppe [10]. Ob der höhere Spiegel unter D3 klinisch zählt, wurde kaum direkt geprüft. In der größten gefundenen Vergleichsstudie mit klinischen Endpunkten (436 ältere Gesunde, 24 Wochen) hielt D3 den Spiegel über den Winter, D2 aus UV-behandelten Pilzen nicht; Kognition und Stimmung unterschieden sich in keiner Gruppe [11]. In einer Cochrane-Übersicht senkte nur D3 die Sterblichkeit (RR 0,94), D2 nicht signifikant; das beruht aber auf getrennten Studien, nicht auf direkten Vergleichen [12].

Gegenüber Calcifediol, dem bereits hydroxylierten Metaboliten, ist D3 die langsamere Form: In einer herstellerfinanzierten randomisierten Studie mit 91 älteren Erwachsenen war Calcifediol pro Mikrogramm etwa 3-mal so wirksam, nach dem Absetzen fiel der Spiegel aber schneller [13]; in einer Metaanalyse von 17 Vergleichsstudien, auch nicht randomisierten, lag meist Calcifediol vorn, in 3 Studien D3 [14]. Einzelheiten stehen im Profil Calcifediol.

Formulierungen und Herkunft: Cholecalciferol für Arzneimittel wird nach einer Übersicht zu tierischen Bestandteilen in Arzneimitteln aus Lanolin (Schafwollfett) hergestellt [15]. Als vegane Alternative wird D3 aus Flechten angeboten; eine Analyse bestätigte Vitamin D3 in der Flechte Cladina arbuscula [16]. Vergleichende Humandaten zu Flechten-D3 gegenüber D3 aus Lanolin wurden nicht gefunden; chemisch handelt es sich um dasselbe Molekül. Für eine mizellare Formulierung fand eine kleine, vom Hersteller finanzierte Pilotstudie mit 35 Erwachsenen einen bis zu 6-fach höheren Spiegelanstieg, aber nur bei der niedrigeren von zwei getesteten Mengen; bei der höheren gab es keinen Unterschied [17]. Für liposomales D3 wurden keine vergleichenden Humandaten gefunden.

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
CYP2R1 (Vitamin-D-25-Hydroxylase, Leber)EnzymBindungSubstrat; Bildung von 25-Hydroxyvitamin D3; Mutationen beim Menschen senken 25(OH)D (Gutachten) Mensch, nicht randomisiert[1]
Vitamin-D-bindendes Protein (DBP)SonstigesBindungD3 und seine Metaboliten binden stärker als D2 (Gutachten); DBP-Spiegel verlängert die Halbwertszeit von 25(OH)D Mensch, nicht randomisiert[1][2]
CYP27B1 (1α-Hydroxylase, Niere)EnzymBindungUmwandlung von 25(OH)D3 in Calcitriol, reguliert über Calcium, Phosphat, PTH und FGF23 (Gutachten) Labor[1]
Vitamin-D-Rezeptor (VDR, Kernrezeptor)RezeptorAgonistindirekt: Ligand ist Calcitriol, nicht D3 selbst Labor[1]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Cholecalciferol gegenüber Ergocalciferol

    Aufnahme im Mittel ≈ 80 % (55–99 %), gleich für D2 und D3 (Gutachten)

    Gleiche Aufnahme, aber stärkerer und längerer Anstieg von 25-Hydroxyvitamin D unter D3, besonders nach großen Einzelgaben [1][5][6]; nach einer neueren Metaanalyse auch bei täglicher Gabe [8].[1][5][6]

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · mit fetthaltiger Mahlzeit

    Spitzenwert von Vitamin D3 im Plasma um 32 % höher als nach fettfreier Mahlzeit (50 Ältere) [3]. In einer zweiten Studie (62 Ältere) war der Anstieg nach 12 Stunden mit fettarmer Mahlzeit am höchsten, fettreich nicht besser als ohne Mahlzeit, und der Anstieg von 25-Hydroxyvitamin D nach 30 und 90 Tagen unterschied sich nicht [4].

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · mizellar

    Bis zu 6-fach höhere Fläche unter der Kurve nur bei der niedrigeren von zwei Mengen, kein Unterschied bei der höheren; Pilotstudie des Herstellers mit 35 Randomisierten [17].

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Einzelgabe D2 vs. D3

    Vergleichsstudie, Einzelgabe (Randomisierung im Abstract nicht berichtet) · gesund (Männer) · n = 20 · 28 Tage Nachbeobachtung

    Gemessen: Fläche unter der 25(OH)D-Kurve

    Ergebnis: 60,2 vs. 204,7 ng·d/ml (D2 vs. D3); gleicher Anstieg der Vitamine selbst.[5]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Wöchentliche Gabe D2 vs. D3

    RCT, einfach verblindet · gesund (Erwachsene) · n = 33 · 12 Wochen

    Gemessen: Fläche unter der 25(OH)D-Kurve, Calciferol im Fettgewebe

    Ergebnis: D3 etwa 87 % wirksamer, 2- bis 3-fach höhere Speicherung im Fett.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Anreicherung von Saft und Keks

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (Frauen südasiatischer und weißer europäischer Herkunft) · n = 335 · 12 Wochen

    Gemessen: Gesamt-25(OH)D (LC-MS/MS)

    Ergebnis: D3 15,3–16,9 nmol/l stärkerer Anstieg als D2.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Metaanalyse tägliche Gabe D2 vs. D3

    systematischer Review und Metaanalyse randomisierter Studien · gemischt

    Gemessen: Gesamt-25(OH)D

    Ergebnis: 20 Vergleiche; tägliche Gabe (12 Vergleiche, LC-MS/MS): D2 −10,4 nmol/l (40 %) gegenüber D3; bei BMI über 25 nicht signifikant.[8]

    Mensch, randomisiert

  • D3 vs. D2 aus Pilzen: Kognition und Stimmung

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, vier Arme · gesund (ab 60 Jahren) · n = 436 · 24 Wochen

    Gemessen: 25(OH)D-Metaboliten, Kognition, Stimmung

    Ergebnis: Spiegel nur unter D3 gehalten; keine Effekte auf Kognition oder Stimmung.[11]

    Mensch, randomisiert

  • Calcifediol vs. D3

    RCT, doppelblind, aktive Kontrolle · gesund (ältere Erwachsene) · n = 91 · 6 Monate plus 6 Monate Auswaschphase

    Gemessen: Pharmakokinetik von 25(OH)D

    Ergebnis: Calcifediol pro Mikrogramm etwa 3-fach wirksamer, schnellerer Anstieg und schnellerer Abfall; Studie des Herstellers.[13]

    Mensch, randomisiert

  • Fett in der Mahlzeit

    randomisierte offene Vergleichsstudie, Einzelgabe · gesund (ältere Erwachsene) · n = 50 · 1 Tag

    Gemessen: Plasma-Vitamin-D3 nach 10–14 Stunden

    Ergebnis: Spitzenwert 32 % höher mit fetthaltiger Mahlzeit; Fettsäuremuster ohne Einfluss.[3]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Hyperkalziurie und Hyperkalzämie bei zu hoher Zufuhr

    Die EFSA wählte eine anhaltende Hyperkalziurie als frühesten kritischen Endpunkt zu viel Vitamin D; wegen Speicherung und langer Halbwertszeit von 25-Hydroxyvitamin D kann eine Vitamin-D-Vergiftung nach dem Absetzen Wochen bis Monate anhalten [1]. Klinische Daten zu hohen Einzel- und Tagesmengen stehen im Profil „Vitamin D“.

    Mensch, randomisiert

Wechselwirkungen

  • Vitamin D2 (Ergocalciferol): D2 senkt 25-Hydroxyvitamin D3 (Metaanalyse von 11 RCTs: −18,0 nmol/l am Studienende gegenüber Kontrolle) [10].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • teilweise belegt

    „D3 ist die körpereigene Form und wird deshalb besser aufgenommen als D2“

    D3 ist dieselbe Form, die die Haut bildet, und hebt 25-Hydroxyvitamin D stärker an [5][8]. Die Aufnahme im Darm ist aber gleich; der Unterschied entsteht erst bei Hydroxylierung, Bindung und Abbau [1][5].

  • teilweise belegt

    „Vitamin D3 wirkt nur, wenn es mit Fett eingenommen wird“

    Eine fetthaltige Mahlzeit erhöhte den Spitzenwert von D3 im Plasma um 32 % gegenüber einer fettfreien [3]. In einer zweiten RCT war die Aufnahme aber mit einer fettarmen Mahlzeit am höchsten, eine fettreiche brachte keinen Vorteil gegenüber gar keiner Mahlzeit, und der Anstieg von 25-Hydroxyvitamin D über 30 und 90 Tage unterschied sich nicht; D3 wurde auch ohne Mahlzeit aufgenommen [4].

  • nicht belegt

    „Bei Übergewicht wird D3 im Fettgewebe weggesperrt und ist verloren“

    D3 wird im Fett gespeichert, in einer RCT fand sich aber kein Hinweis auf ein Wegsperren [6]. Der Vorteil von D3 gegenüber D2 war bei einem BMI über 25 kleiner und nicht mehr signifikant [8].

  • teilweise belegt

    „Calcifediol ist immer besser als D3“

    Calcifediol hebt den Spiegel schneller und pro Mikrogramm stärker an [13][14]; der Spiegel fällt nach dem Absetzen aber schneller [13], und 3 von 17 Vergleichsstudien sahen D3 im Vorteil [14]. Klinische Vorteile sind damit nicht gezeigt.

  • nicht belegt

    „Mizellares oder liposomales D3 wird um ein Vielfaches besser aufgenommen“

    Für eine mizellare Formulierung liegt nur eine kleine Herstellerstudie mit gemischtem Ergebnis vor [17]; für liposomales D3 wurden keine vergleichenden Humandaten gefunden.

  • nicht belegt

    „Veganes D3 aus Flechten ist genauso wirksam wie D3 aus Lanolin“

    Flechten enthalten nachweislich Vitamin D3 [16]; vergleichende Humandaten zu Präparaten aus Flechten wurden nicht gefunden. Chemisch handelt es sich um dasselbe Molekül, ein Unterschied ist deshalb nicht zu erwarten, aber nicht geprüft.

Pharmakokinetik

Aufnahme
Im Dünndarm im Mittel etwa 80 % (55–99 %), gleich wie D2; Transport mit Chylomikronen, Speicherung vor allem im Fettgewebe [1]. Eine fetthaltige Mahlzeit erhöhte den Spitzenwert von Vitamin D3 gegenüber einer fettfreien [3]; in einer zweiten Studie war die Aufnahme mit fettarmer Mahlzeit am höchsten, und der spätere 25(OH)D-Anstieg unterschied sich nicht [4].
Halbwertszeit
25-Hydroxyvitamin D im Mittel etwa 13–15 Tage [1]; 25-Hydroxyvitamin D3 15,1 Tage gegenüber 13,9 Tagen für 25-Hydroxyvitamin D2 (Tracerstudie, 36 Männer; Unterschied nur in der gambischen, nicht in der britischen Gruppe) [2]. Die Halbwertszeit von Cholecalciferol selbst wurde nicht an einer Primärquelle geprüft.
Abbau
Leber: CYP2R1 (und weitere Enzyme) zu 25-Hydroxyvitamin D3; Niere: CYP27B1 zu Calcitriol; Abbau über CYP24A1, Ausscheidung überwiegend mit der Galle [1].
Weg ins Gehirn
Nicht verifiziert.

Rechtlicher Status

Deutschland
Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Colecalciferol verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [20]; als Vitaminverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [18].
EU
Anhang II Teil A, Nr. 2 a der RL 2002/46/EG (Cholecalciferol): zugelassene Vitamin-D-Verbindung für Nahrungsergänzungsmittel [18].
USA
Nicht verifiziert.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei“

    Nährstoff
    Vitamin D
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[19]
    Einordnung
    rechtlich zulässig; Studien an Gesunden zu Knochen und Brüchen stehen im Übersichtsprofil „Vitamin D“
  • „trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“

    Nährstoff
    Vitamin D
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[19]
    Einordnung
    rechtlich zulässig; Studien zu Atemwegsinfekten stehen im Übersichtsprofil „Vitamin D“

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Führt der stärkere Spiegelanstieg unter D3 gegenüber D2 zu messbaren klinischen Vorteilen?
  • Warum verliert sich der Vorteil von D3 gegenüber D2 bei Übergewicht?
  • Gibt es unabhängige Humandaten zu D3 aus Flechten und zu mizellaren oder liposomalen Formulierungen?

Referenzen

  1. EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA); Turck D, Bohn T, Castenmiller J, de Henauw S, Hirsch-Ernst KI, Knutsen HK, et al. Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin D, including the derivation of a conversion factor for calcidiol monohydrate. EFSA J. 2023;21(8):e08145. doi:10.2903/j.efsa.2023.8145 · PubMed
  2. Jones KS, Assar S, Harnpanich D, Bouillon R, Lambrechts D, Prentice A, et al. 25(OH)D2 half-life is shorter than 25(OH)D3 half-life and is influenced by DBP concentration and genotype. J Clin Endocrinol Metab. 2014;99(9):3373–81. doi:10.1210/jc.2014-1714 · PubMed
  3. Dawson-Hughes B, Harris SS, Lichtenstein AH, Dolnikowski G, Palermo NJ, Rasmussen H. Dietary fat increases vitamin D-3 absorption. J Acad Nutr Diet. 2015;115(2):225–30. doi:10.1016/j.jand.2014.09.014 · PubMed
  4. Dawson-Hughes B, Harris SS, Palermo NJ, Ceglia L, Rasmussen H. Meal conditions affect the absorption of supplemental vitamin D3 but not the plasma 25-hydroxyvitamin D response to supplementation. J Bone Miner Res. 2013;28(8):1778–83. doi:10.1002/jbmr.1896 · PubMed
  5. Armas LA, Hollis BW, Heaney RP. Vitamin D2 is much less effective than vitamin D3 in humans. J Clin Endocrinol Metab. 2004;89(11):5387–91. doi:10.1210/jc.2004-0360 · PubMed
  6. Heaney RP, Recker RR, Grote J, Horst RL, Armas LA. Vitamin D3 is more potent than vitamin D2 in humans. J Clin Endocrinol Metab. 2011;96(3):E447–52. doi:10.1210/jc.2010-2230 · PubMed
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  13. Graeff-Armas LA, Bendik I, Kunz I, Schoop R, Hull S, Beck M. Supplemental 25-hydroxycholecalciferol is more effective than cholecalciferol in raising serum 25-hydroxyvitamin D concentrations in older adults. J Nutr. 2020;150(1):73–81. doi:10.1093/jn/nxz209 · PubMed
  14. Bouden S, Ben Messaoud M, Saidane O, Rouached L, Ben Tekaya A, Mahmoud I, et al. Effect of cholecalciferol versus calcifediol on serum 25(OH)D concentrations: a systematic review with meta-analysis. Eur J Clin Nutr. 2025;79(4):296–305. doi:10.1038/s41430-024-01520-x · PubMed
  15. Silk G, Vetharajan N, Blohm A, Teeling F, Keen K, Sullivan N, et al. Are vegans being overlooked in our prescribing practices: an orthopaedic perspective from Bristol, United Kingdom. J Clin Orthop Trauma. 2023;44:102250. doi:10.1016/j.jcot.2023.102250 · PubMed
  16. Wang T, Bengtsson G, Kärnefelt I, Björn LO. Provitamins and vitamins D2 and D3 in Cladina spp. over a latitudinal gradient: possible correlation with UV levels. J Photochem Photobiol B. 2001;62(1–2):118–22. doi:10.1016/s1011-1344(01)00160-9 · PubMed
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  18. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  19. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
  20. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Colecalciferol“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde

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Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
  • Am Abstract: Aufnahme 55–99 %, im Mittel etwa 80 %, ohne Unterschied D2/D3, Halbwertszeit 25(OH)D 13–15 Tage, D3 bevorzugtes Substrat, höhere DBP-Bindung, schnellerer D2-Abbau, gepoolte Ratio 1,87 (1,53–2,29) aus sechs RCTs mit gleichen Mengen, Hyperkalziurie als kritischer Endpunkt, Vergiftung hält Wochen bis Monate an (Volltext PMC10407748) [1]; 36 Männer, 15,1 vs. 13,9 Tage, Unterschied in Gambia, nicht in Großbritannien [2]; 50 Ältere, +32 % (95-%-KI 11–52 %) [3]; 62 Ältere, 12-h-Anstieg von D3 200,9/207,4/241,1 nmol/l (ohne Mahlzeit/fettreich/fettarm, p = 0,038), 25(OH)D-Anstieg ohne Unterschied [4]; 20 Männer, AUC 60,2 vs. 204,7 ng·d/ml, Randomisierung im Abstract nicht erwähnt [5]; 33 Erwachsene, 87 %, 2- bis 3-fache Speicherung, kein Wegsperren [6]; Bolus signifikant, täglich nicht [7]; 20 Vergleiche, −10,39 nmol/l (40 %), BMI > 25 nicht signifikant, Erstautorin Scelta Mushrooms B.V. [8]; 335 Frauen, Δ 15,3–16,9 nmol/l [9]; 11 RCTs, WMD −17,99 nmol/l [10]; 436 Teilnehmende, keine Effekte auf Kognition und Stimmung [11]; D3 RR 0,94, D2 nicht signifikant [12]; 91 Teilnehmende, Faktor 3, 7 und 10 vs. 40 Tage, Elimination 59–109 % schneller, Autoren von DSM [13]; 17 Studien, 1575 Teilnehmende, 12/2/3 [14]; Lanolin [15]; D3 in Cladina arbuscula [16]; 35 Randomisierte, bis zu 6-fach nur bei niedrigerer Menge, Hersteller Factors Group [17].
  • Rechtsstatus: Anhang II Teil A Nr. 2 a in der konsolidierten Fassung 02002L0046-20251126 über Cellar (Accept: application/xhtml+xml) gelesen [18].
  • PubChem: Cholecalciferol CID 5280795, Summenformel und SMILES am 24.10.2026 abgerufen.
  • ClinicalTrials.gov: 4697 Einträge zu „cholecalciferol“ (24.10.2026).
  • Regelrunde K1–K8/G1–G12 (24.10.2026): PubMed-Suche nach randomisierten Kopf-an-Kopf-Studien D3 gegen D2 mit Knochenendpunkten (Brüche, Knochendichte, Stürze; 5 Treffer): keine bei Gesunden, nur Spiegelstudien bzw. Studien an Kranken (Hüftfraktur, Kinder nach Verbrennungen). Abstract [11] erneut gelesen (D3 und D2 aus Pilzen, keine Effekte auf Kognition oder Stimmung).
  • Gesundheitsbezogene Angaben zu Vitamin D im Wortlaut der VO (EU) Nr. 432/2012 gelesen: Basistext CELEX 32012R0432 und konsolidierte Fassung CELEX 02012R0432-20250820 (Cellar, XHTML, 24.10.2026), gleicher Wortlaut [19].
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Colecalciferol“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 235 Treffer, einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [20]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
  • 25.10.2026, Entscheidung q009 (K3): „D3 hebt den Vitamin-D-Spiegel deutlich stärker als D2 (nur Marker)“ von „Nutzen belegt“ auf „nur Marker belegt“ umgestellt, Stufe unverändert. Abstracts über PubMed efetch erneut gelesen: inkrementelle AUC 1366 gegenüber 2136 ng·d/ml (P < 0,001), D3 etwa 87 % wirksamer [6] (PMID 21177785); D3 überlegen (P = 0,001), bei täglicher Gabe kein signifikanter Unterschied [7] (PMID 22552031); auch bei täglicher Gabe −10,39 nmol/l unter D2 (95-%-KI −14,62 bis −6,16) [8] (PMID 37865222); Δ 15,3 bis 16,9 nmol/l zugunsten D3 (P < 0,0003 bzw. < 0,0001) [9] (PMID 28679555); AUC 60,2 gegenüber 204,7 ng·d/ml (P < 0,002) [5] (PMID 15531486). Marker gerichtet und gesichert verändert. Nur Abstracts geprüft.
  • Präzisions-Flags (m004; Regeln Leitfaden 26.10.2026; Teilnehmendenzahlen, Richtung und Finanzierung am 26.10.2026 per PubMed efetch an Abstract, COI-Angabe und Affiliationen geprüft): „Mizellares Vitamin D3 wird viel besser aufgenommen“: kleine_studien – [17] 35 Randomisierte; herstellerfinanziert – Forschungsgeld der Factors Group of Nutritional Companies (LipoMicel), zwei Autorinnen/Autoren dort beschäftigt.

Nicht verifiziert

  • Status in den USA nicht in Registern geprüft.
  • Ob Cholecalciferol für Nahrungsergänzungsmittel ebenfalls überwiegend aus Lanolin stammt; [15] betrifft Arzneimittel in Großbritannien.
  • Halbwertszeit von Cholecalciferol selbst (nicht des Metaboliten) nicht an einer Primärquelle geprüft.
  • Vergleichende Humandaten zu D3 aus Flechten und zu liposomalem D3: nicht gefunden (PubMed-Suche 24.10.2026).
  • Die EFSA-Zahl zur Aufnahme (55–99 %) stammt aus dem Gutachten, nicht aus den zitierten Primärstudien.
  • Ob [5] randomisiert war; der Volltext (J Clin Endocrinol Metab 2004) ist nicht frei verfügbar und wurde nicht gelesen. Deshalb Evidenzstufe 3.
  • Ob es weitere direkte D3-vs.-D2-RCTs mit klinischen Endpunkten gibt; eine systematische Suche danach wurde nicht durchgeführt („größte gefundene“ statt „einzige“).

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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