Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Wirkt durch den schnelleren Spiegelanstieg besser für die Knochen als normales D3

    nicht untersucht

    Knochen & Gelenke · gesund · Keine Daten

    Klinisches Hauptversprechen, getrennt vom Spiegelbefund (zweites Versprechen, nur Marker). Für Knochendichte oder Brüche wurde keine randomisierte Kopf-an-Kopf-Studie Calcifediol gegen D3 gefunden (PubMed-Suche 24.10.2026). Direkt verglichen wurden nur Muskelfunktion (kein Vorteil, drittes Versprechen) [9][10] und Verläufe bei COVID-19 (viertes Versprechen).[9][10]

  • Hebt den Vitamin-D-Spiegel schneller als normales D3 (nur Marker)

    nur Marker belegt

    Knochen & Gelenke · gemischt: Gesunde und Patienten mit Vitamin-D-Mangel (überwiegend ältere Erwachsene und Frauen nach der Menopause) · Mensch, randomisiert

    Nur Marker: Bewertet wird allein der Blutspiegel von 25-Hydroxyvitamin D, kein klinischer Endpunkt; Bereich nach dem Hauptwerbefeld von Vitamin D gewählt. In mehreren randomisierten Kopf-an-Kopf-Studien stieg 25-Hydroxyvitamin D schneller und pro Mikrogramm stärker als unter D3 [4][5][6]; Übersichten nennen eine 1,9- bis 3,2-fache Wirksamkeit [1][2]. Die meisten Studien sind herstellernah (DSM, Faes Farma) [5][6], und nach dem Absetzen fällt der Spiegel schneller [5]. Ein klinischer Vorteil folgt daraus nicht. Ergebnis „nur Marker belegt“ (K3): Der Spiegel stieg in den Kopf-an-Kopf-RCTs gesichert stärker als unter D3. Studien [4][5][6] und Übersicht [2] nur Abstract geprüft, EFSA-Gutachten [1] im Volltext.[4][6]

  • Stärkt Muskeln und Gang besser als D3

    kein Nutzen

    Muskel & Leistung · gemischt: Gesunde und Patienten mit Gebrechlichkeit, Osteopenie oder Osteoporose (Frauen nach der Menopause, Ältere) · Mensch, randomisiert Studien widersprechen sichDie Studien, auf denen das Ergebnis beruht, zeigen in verschiedene Richtungen: Mindestens eine fand einen Effekt, mindestens eine keinen oder den gegenteiligen.

    Klinischer Endpunkt: Nur eine sehr kleine RCT mit 20 Frauen fand eine schnellere Ganggeschwindigkeit [8]; die größeren RCTs mit 78 und 152 Teilnehmenden fanden keinen Vorteil gegenüber D3 oder Placebo [9][10].[9][10]

  • Schützt bei COVID-19 vor schweren Verläufen

    Einzelbefund, unbestätigt

    Immunsystem & Infekte · Patienten: COVID-19 (stationär und ambulant) · Mensch, randomisiert

    Eine offene randomisierte Pilotstudie (2:1) mit 76 Patientinnen und Patienten fand weniger Intensivverlegungen [11]; Cochrane bewertete die Evidenz als sehr unsicher [12], und eine doppelblinde RCT mit Retardkapseln fand keine kürzere Symptomdauer [13].

Studien widersprechen sich: Die Studien, auf denen das Ergebnis beruht, zeigen in verschiedene Richtungen: Mindestens eine fand einen Effekt, mindestens eine keinen oder den gegenteiligen.

Wirkweise

Evidenzkarte: Calcifediol (Calcidiol-Monohydrat, 25(OH)D3)

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Calcifediol entspricht dem ersten Aktivierungsschritt von Vitamin D3: Die Leber hydroxyliert D3 an Position 25, die Niere bildet daraus über CYP27B1 das Hormon Calcitriol. Wird Calcifediol direkt zugeführt, entfällt der Leberschritt [1]. Nach dem EFSA-Gutachten braucht seine Aufnahme im Darm weder Gallensäuren noch Mizellen; sie liegt bei etwa 93 %, auch bei Fettresorptionsstörungen, und Calcifediol gelangt über die Pfortader statt über die Lymphe ins Blut [1]. Kleine Mengen kommen natürlich in tierischen Lebensmitteln vor [1]. Übersichtsarbeiten derselben beiden Autoren beschreiben eine lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung unabhängig vom Ausgangswert, während der Anstieg unter D3 bei höherem Ausgangsspiegel abflacht, und gleichmäßigere Spiegel bei seltenerer Gabe [2][3]; der Erstautor der neueren Übersicht erhielt Vortragshonorare eines Calcifediol-Herstellers [3].

Randomisierte Kopf-an-Kopf-Vergleiche mit D3 zeigen durchgehend einen schnelleren Anstieg. Bei 35 Frauen zwischen 50 und 70 Jahren war die Fläche unter der Kurve nach 15 Wochen um 123 % (tägliche Gabe) bzw. 178 % (wöchentliche Gabe) größer als unter D3; alle Frauen unter Calcifediol erreichten 75 nmol/l, im Mittel nach 16,8 Tagen, unter D3 nur 70 % nach 68,4 Tagen [4]. In einer Studie mit 91 älteren Erwachsenen, deren Autorinnen und Autoren überwiegend beim Hersteller DSM arbeiten, war Calcifediol pro Mikrogramm etwa 3-mal so wirksam; nach dem Absetzen fiel der Spiegel aber 59–109 % schneller ab [5]. In einer Phase-III/IV-Studie mit 303 Frauen nach der Menopause und Mangel, mitverfasst vom spanischen Hersteller Faes Farma, lagen nach vier Monaten 35,0 % unter Calcifediol und 8,2 % unter D3 über 75 nmol/l [6]. Eine Übersicht über neun RCTs errechnete eine 3,2-fache Wirksamkeit pro Mikrogramm [2]; die EFSA fand in sechs RCTs mit gleichen Mengen beider Formen eine 1,87-fache Wirksamkeit, bei sehr großer Heterogenität [1]. In einer Metaanalyse von 17 Vergleichsstudien, darunter nicht randomisierte, zeigten 12 einen Vorteil für Calcifediol, 2 keinen Unterschied und 3 einen Vorteil für D3 [7].

Klinische Vorteile sind damit nicht gezeigt. Bei 20 Frauen nach der Menopause verbesserte Calcifediol die Ganggeschwindigkeit nach vier Monaten um 18 % stärker als D3 [8]. Größere Studien bestätigten das nicht: Bei 78 gebrechlichen Älteren veränderten weder Calcifediol noch D3 die Muskelkraft [9], und bei 152 Frauen mit Osteopenie oder Osteoporose war die Beinfunktion unter Calcifediol nicht besser als unter D3 oder Placebo [10]. Eine offene randomisierte Pilotstudie (Zuteilung 2:1) aus Córdoba mit 76 Krankenhauspatientinnen und -patienten mit COVID-19 berichtete unter Calcifediol 1 von 50 statt 13 von 26 Verlegungen auf die Intensivstation [11]; eine Cochrane-Übersicht bewertete die Evidenz zur Sterblichkeit als sehr unsicher [12]. In einer doppelblinden Studie des Herstellers OPKO mit 171 ambulanten COVID-19-Kranken hob Calcifediol als Retardkapsel den Spiegel, verkürzte die Symptomdauer aber nicht (HR 0,98) [13].

Formulierungen und Herkunft: Als Arzneimittel gibt es Calcifediol als Retardkapsel mit lipophiler Füllung, die den Wirkstoff langsam freisetzt. In zwei placebokontrollierten Studien mit 429 Menschen mit chronischer Nierenerkrankung Stadium 3–4, sekundärem Hyperparathyreoidismus und Vitamin-D-Insuffizienz normalisierte sie den Spiegel bei über 95 % und senkte das Parathormon bei 72 % um mindestens 10 %, ohne relevante Wirkung auf Calcium und Phosphat [14]; laut einer Übersicht der Herstellerautoren ist diese Form in den USA dafür zugelassen [15]. Für Nahrungsergänzungsmittel ist Calcidiol-Monohydrat seit der Änderung von Anhang II der RL 2002/46/EG zugelassen [16][17]. Die Unionsliste beschreibt die Herstellung: Aus einer Hefegärung gewonnenes Trienol wird chemisch umgesetzt, photochemisch bestrahlt und thermisch zu Calcidiol isomerisiert; das Produkt kommt nur stark verdünnt in den Handel [18].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
CYP27B1 (1α-Hydroxylase, Niere)EnzymBindungSubstrat; nur dieser zweite Aktivierungsschritt ist nötig (Gutachten) Labor[1]
Vitamin-D-bindendes Protein (DBP)SonstigesBindungTransport im Blut zu 85–90 % an DBP gebunden (Gutachten) Mensch, nicht randomisiert[1]
Parathormon-AchseHormonachseHemmeriPTH bei 72 % um ≥ 10 % gesenkt (Retardkapsel, Patienten mit chronischer Nierenerkrankung) Mensch, randomisiert[14]
Vitamin-D-Rezeptor (VDR)RezeptorAgonistindirekt über Calcitriol Labor[1]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Calcidiol-Monohydrat gegenüber Cholecalciferol

    ≈ 93 % Aufnahme, auch bei Fettresorptionsstörung (Gutachten)

    Aufnahme über die Pfortader ohne Gallensäuren und Mizellen [1]; schnellerer Spiegelanstieg als unter D3 in RCTs [4][5][6], pro Mikrogramm 1,9- bis 3,2-fach wirksamer [1][2].[2][4][5][6]

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · Retardkapsel

    Langsame Freisetzung; in zwei RCTs bei chronischer Nierenerkrankung Normalisierung des Spiegels bei über 95 % und Senkung des Parathormons, Calcium und Phosphat kaum verändert; Herstellerstudien [14][15].[14][15]

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Pharmakokinetik Calcifediol vs. D3

    RCT, doppelblind, sieben Arme · gesund (Frauen, 50–70 Jahre) · n = 35 · 15 Wochen

    Gemessen: 25(OH)D3-Exposition, Zeit bis 75 nmol/l

    Ergebnis: AUC +123 % bzw. +178 %; alle vs. 70 % erreichten 75 nmol/l (16,8 vs. 68,4 Tage).[4]

    Mensch, randomisiert

  • Calcifediol vs. D3 bei Älteren

    RCT, doppelblind, aktive Kontrolle · gesund (ältere Erwachsene) · n = 91 · 6 Monate plus 6 Monate Auswaschphase

    Gemessen: Pharmakokinetik von 25(OH)D

    Ergebnis: Pro Mikrogramm etwa 3-fach wirksamer; Elimination 59–109 % schneller; Studie des Herstellers DSM.[5]

    Mensch, randomisiert

  • Phase-III/IV-Studie bei Mangel

    RCT, doppelblind, multizentrisch · Patienten: Frauen nach der Menopause mit Vitamin-D-Mangel · n = 303 · 12 Monate (Zwischenauswertung nach 4 Monaten)

    Gemessen: Anteil über 75 nmol/l

    Ergebnis: 35,0 vs. 8,2 % nach 4 Monaten; keine relevanten Sicherheitsprobleme; mitverfasst von Faes Farma.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Ganggeschwindigkeit

    RCT, doppelblind · gesund (Frauen nach der Menopause) · n = 20 · 4 Monate

    Gemessen: Ganggeschwindigkeit, Rumpfschwankung

    Ergebnis: Ganggeschwindigkeit 18 % stärker verbessert (p = 0,046); Rumpfschwankung ohne Unterschied.[8]

    Mensch, randomisiert

  • Muskelkraft bei Gebrechlichkeit

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: gebrechliche oder vorgebrechliche Ältere · n = 78 · 6 Monate

    Gemessen: Kniestreckkraft, körperliche Leistung

    Ergebnis: Kein Unterschied zwischen Calcifediol, D3 und Placebo.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Beinfunktion bei Osteopenie

    RCT, doppelblind, drei Arme · Patienten: Frauen nach der Menopause mit Osteopenie oder Osteoporose · n = 152 · 6 Monate

    Gemessen: zusammengesetzte Beinfunktion

    Ergebnis: 53,6 vs. 55,5 vs. 61,4 % Erfolg (Calcifediol, D3, Placebo), nicht signifikant.[10]

    Mensch, randomisiert

  • COVID-19, ambulant

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: leichte bis mittelschwere COVID-19 · n = 171 · 4 Wochen

    Gemessen: Zeit bis zum Abklingen der Symptome

    Ergebnis: HR 0,98 (nicht signifikant); Studie des Herstellers OPKO.[13]

    Mensch, randomisiert

  • Retardkapsel bei chronischer Nierenerkrankung

    zwei RCTs, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: chronische Nierenerkrankung Stadium 3–4 mit sekundärem Hyperparathyreoidismus · n = 429 · 26 Wochen plus offene Verlängerung

    Gemessen: 25(OH)D, intaktes Parathormon

    Ergebnis: Spiegel bei über 95 % normalisiert, iPTH bei 72 % um ≥ 10 % gesenkt; Herstellerstudie.[14]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Höhere Wirksamkeit pro Mikrogramm

    Calcifediol wirkt pro Mikrogramm mehrfach stärker als D3 [1][2]; die EFSA schlug deshalb einen eigenen Umrechnungsfaktor für die Kennzeichnung vor [1]. Mengen sind daher nicht direkt mit D3 vergleichbar. Hyperkalziurie gilt für alle Vitamin-D-Formen als frühester kritischer Endpunkt zu hoher Zufuhr [1].

    Mensch, randomisiert

  • Kinder

    Die Unionsliste verlangt den Hinweis, dass calcifediolhaltige Nahrungsergänzungsmittel je nach Zielgruppe nicht von Kindern unter 3 bzw. 11 Jahren verzehrt werden sollten [18]; die EFSA bewertete die Sicherheit nur ab 11 Jahren [1].

    Keine Daten

  • Schneller Abfall nach dem Absetzen

    Nach dem Absetzen sank der Spiegel unter Calcifediol schneller als unter D3 [5].

    Mensch, randomisiert

  • Sicherheit in Studien

    In den Studien bei Mangel, bei COVID-19 und bei chronischer Nierenerkrankung wurden keine relevanten Sicherheitsprobleme und keine Häufung von Hyperkalzämien berichtet; die Studien sind überwiegend herstellernah [6][13][14].

    Mensch, randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • widerlegt

    „Calcifediol ist die „aktive“ Form von Vitamin D“

    Calcifediol ist die Speicher- und Messform; das aktive Hormon ist Calcitriol, das erst in der Niere entsteht [1].

  • teilweise belegt

    „Calcifediol wirkt auch bei Fettresorptionsstörungen oder nach Magen-OP zuverlässig“

    Gutachten und Übersichten beschreiben eine Aufnahme ohne Gallensäuren und Mizellen [1][3]; die zugrunde liegenden Primärstudien wurden hier nicht geprüft.

  • nicht belegt

    „Calcifediol verhindert schwere COVID-19-Verläufe“

    Nur eine offene randomisierte Pilotstudie (2:1) [11]; Cochrane: sehr unsichere Evidenz [12]; doppelblinde RCT ohne Effekt auf die Symptomdauer [13].

  • belegt

    „Mit Calcifediol erreicht man den Zielspiegel schneller als mit D3“

    In randomisierten Vergleichen durchgehend schnellerer Anstieg [4][5][6]; überwiegend herstellernahe Studien.

Pharmakokinetik

Aufnahme
Etwa 93 % ohne Gallensäuren und Mizellen, auch bei Fettresorptionsstörung; über die Pfortader direkt ins Blut [1].
Halbwertszeit
25-Hydroxyvitamin D im Mittel etwa 13–15 Tage [1]; nach dem Absetzen fiel der Spiegel unter Calcifediol 59–109 % schneller als unter D3 [5].
Abbau
Nur 1α-Hydroxylierung in der Niere (CYP27B1) zu Calcitriol nötig; Abbau über CYP24A1 [1].
Weg ins Gehirn
Nicht verifiziert.

Rechtlicher Status

Deutschland
Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Calcifediol verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [20]; als Vitaminverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [16].
EU
Anhang II Teil A, Nr. 2 c der RL 2002/46/EG (Calcidiol-Monohydrat), eingefügt durch VO (EU) 2025/352; Fußnote 4 verweist auf die Spezifikation in der Unionsliste [16][17]. Neuartiges Lebensmittel: zugelassen am 1. Mai 2024 auf Antrag von DSM Nutritional Products, Datenschutz bis 1. Mai 2029; Nahrungsergänzungsmittel müssen den Hinweis tragen, dass sie je nach Zielgruppe nicht von Kindern unter 3 bzw. unter 11 Jahren verzehrt werden sollten [18].
USA
Calcifediol als Retardkapsel ist von der FDA zur Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus bei chronischer Nierenerkrankung Stadium 3–4 mit Vitamin-D-Insuffizienz zugelassen (laut Übersichtsarbeit des Herstellers) [15].

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei“

    Nährstoff
    Vitamin D
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[19]
    Einordnung
    rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht
  • „trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion bei“

    Nährstoff
    Vitamin D
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[19]
    Einordnung
    rechtlich zulässig; bei Gesunden nur in einer kleinen RCT geprüft, größere RCTs an Gebrechlichen bzw. Frauen mit Osteopenie ohne Vorteil, siehe Versprechen „Stärkt Muskeln und Gang besser als D3“

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Bringt der schnellere Spiegelanstieg bei Gesunden einen klinischen Vorteil gegenüber D3?
  • Wie verhalten sich Spiegel und Sicherheit bei langfristiger Anwendung als Nahrungsergänzungsmittel außerhalb von Herstellerstudien?
  • Wie gut sind die Vorteile bei Fettresorptionsstörung und nach bariatrischer Operation in Primärstudien belegt?

Referenzen

  1. EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA); Turck D, Bohn T, Castenmiller J, de Henauw S, Hirsch-Ernst KI, Knutsen HK, et al. Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin D, including the derivation of a conversion factor for calcidiol monohydrate. EFSA J. 2023;21(8):e08145. doi:10.2903/j.efsa.2023.8145 · PubMed
  2. Quesada-Gomez JM, Bouillon R. Is calcifediol better than cholecalciferol for vitamin D supplementation? Osteoporos Int. 2018;29(8):1697–711. doi:10.1007/s00198-018-4520-y · PubMed
  3. Bouillon R, Quesada Gomez JM. Comparison of calcifediol with vitamin D for prevention or cure of vitamin D deficiency. J Steroid Biochem Mol Biol. 2023;228:106248. doi:10.1016/j.jsbmb.2023.106248 · PubMed
  4. Jetter A, Egli A, Dawson-Hughes B, Staehelin HB, Stoecklin E, Goessl R, et al. Pharmacokinetics of oral vitamin D3 and calcifediol. Bone. 2014;59:14–9. doi:10.1016/j.bone.2013.10.014 · PubMed
  5. Graeff-Armas LA, Bendik I, Kunz I, Schoop R, Hull S, Beck M. Supplemental 25-hydroxycholecalciferol is more effective than cholecalciferol in raising serum 25-hydroxyvitamin D concentrations in older adults. J Nutr. 2020;150(1):73–81. doi:10.1093/jn/nxz209 · PubMed
  6. Pérez-Castrillón JL, Dueñas-Laita A, Brandi ML, Jódar E, Del Pino-Montes J, Quesada-Gómez JM, et al. Calcifediol is superior to cholecalciferol in improving vitamin D status in postmenopausal women: a randomized trial. J Bone Miner Res. 2021;36(10):1967–78. doi:10.1002/jbmr.4387 · PubMed
  7. Bouden S, Ben Messaoud M, Saidane O, Rouached L, Ben Tekaya A, Mahmoud I, et al. Effect of cholecalciferol versus calcifediol on serum 25(OH)D concentrations: a systematic review with meta-analysis. Eur J Clin Nutr. 2025;79(4):296–305. doi:10.1038/s41430-024-01520-x · PubMed
  8. Meyer O, Dawson-Hughes B, Sidelnikov E, Egli A, Grob D, Staehelin HB, et al. Calcifediol versus vitamin D3 effects on gait speed and trunk sway in young postmenopausal women: a double-blind randomized controlled trial. Osteoporos Int. 2015;26(1):373–81. doi:10.1007/s00198-014-2949-1 · PubMed
  9. Vaes AMM, Tieland M, Toussaint N, Nilwik R, Verdijk LB, van Loon LJC, et al. Cholecalciferol or 25-hydroxycholecalciferol supplementation does not affect muscle strength and physical performance in prefrail and frail older adults. J Nutr. 2018;148(5):712–20. doi:10.1093/jn/nxy024 · PubMed
  10. Bischoff-Ferrari HA, Dawson-Hughes B, Orav JE, Ceglia L, Egli A, Kistler-Fischbacher M, et al. Effect of calcifediol and cholecalciferol on muscle function in postmenopausal women: a randomized controlled trial. Osteoporos Int. 2025;36(6):1007–18. doi:10.1007/s00198-025-07456-7 · PubMed
  11. Entrenas Castillo M, Entrenas Costa LM, Vaquero Barrios JM, Alcalá Díaz JF, López Miranda J, Bouillon R, et al. "Effect of calcifediol treatment and best available therapy versus best available therapy on intensive care unit admission and mortality among patients hospitalized for COVID-19: a pilot randomized clinical study". J Steroid Biochem Mol Biol. 2020;203:105751. doi:10.1016/j.jsbmb.2020.105751 · PubMed
  12. Stroehlein JK, Wallqvist J, Iannizzi C, Mikolajewska A, Metzendorf MI, Benstoem C, et al. Vitamin D supplementation for the treatment of COVID-19: a living systematic review. Cochrane Database Syst Rev. 2021;5(5):CD015043. doi:10.1002/14651858.CD015043 · PubMed
  13. Bishop CW, Ashfaq A, Melnick JZ, Vazquez-Escarpanter E, Fialkow JA, Strugnell SA, et al. REsCue trial: randomized controlled clinical trial with extended-release calcifediol in symptomatic COVID-19 outpatients. Nutrition. 2023;107:111899. doi:10.1016/j.nut.2022.111899 · PubMed
  14. Sprague SM, Crawford PW, Melnick JZ, Strugnell SA, Ali S, Mangoo-Karim R, et al. Use of extended-release calcifediol to treat secondary hyperparathyroidism in stages 3 and 4 chronic kidney disease. Am J Nephrol. 2016;44(4):316–25. doi:10.1159/000450766 · PubMed
  15. Sprague SM, Strugnell SA, Bishop CW. Extended-release calcifediol for secondary hyperparathyroidism in stage 3-4 chronic kidney disease. Expert Rev Endocrinol Metab. 2017;12(5):289–301. doi:10.1080/17446651.2017.1347501 · PubMed
  16. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  17. Verordnung (EU) 2025/352 der Kommission vom 21. Februar 2025 zur Änderung der Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich Calcidiol-Monohydrat zur Verwendung bei der Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln. ABl. L, 2025/352, 24.2.2025 (CELEX 32025R0352).
  18. Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810).
  19. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
  20. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Calcifediol“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
  • Im Volltext des EFSA-Gutachtens (PMC10407748): Aufnahme etwa 93 % ohne Gallensäuren und Mizellen, auch bei Fettmalabsorption, Pfortader, nur zweiter Aktivierungsschritt nötig, natürliches Vorkommen in tierischen Lebensmitteln, gepoolte Ratio 1,87 (1,53–2,29; I² 97,1 %), Umrechnungsfaktor für die Kennzeichnung, Sicherheit laut EFSA 2021 ab 11 Jahren [1].
  • Am Abstract: 9 RCTs, 3,2-fach, lineare Dosis-Wirkung, stabilere Spiegel [2]; nahezu 100 % Aufnahme, Pfortader, etwa 3-fach, Vortragshonorare FAES Farma [3]; 35 Frauen, +123 %/+178 %, 16,8 vs. 68,4 Tage, 100 vs. 70 % [4]; 91 Teilnehmende, Faktor 3, Elimination 59–109 % schneller, DSM-Autoren [5]; 303/298 Frauen, 35,0 vs. 8,2 %, Faes-Farma-Autoren [6]; 17 Studien, 12/2/3, auch nicht randomisierte [7]; 20 Frauen, +18 %, p = 0,046 [8]; 78 Teilnehmende, kein Effekt [9]; 152 Frauen, 53,6/55,5/61,4 % [10]; 76 Patientinnen und Patienten, 1/50 vs. 13/26, offen, elektronisch randomisiert im Verhältnis 2:1 [11]; Cochrane sehr unsichere Evidenz [12]; 171 randomisiert, HR 0,983, OPKO-Autoren [13]; 429 Patientinnen und Patienten, > 95 %, 72 % [14]; FDA-Zulassung als Retardkapsel laut Übersicht [15].
  • Rechtsstatus: Anhang II Teil A Nr. 2 c mit Fußnote 4 in der konsolidierten Fassung 02002L0046-20251126 [16]; VO (EU) 2025/352 im Wortlaut (verweist auf DVO (EU) 2024/1052 und EFSA-Gutachten 2021) [17]; Unionsliste 02017R2470-20260810: Eintrag „Calcidiol-Monohydrat“, zugelassen 1.5.2024, DSM Nutritional Products, Datenschutz bis 1.5.2029, Kennzeichnungshinweis Kinder, Herstellungsverfahren [18]; alle über Cellar gelesen.
  • DOI von [4] über Crossref-Titelsuche ermittelt (PubMed führt keine DOI).
  • PubChem: Calcifediol-Monohydrat CID 6441383 (C27H46O3), wasserfreie Form CID 5283731, am 24.10.2026 abgerufen.
  • ClinicalTrials.gov: 625 Einträge zu „calcifediol“ (24.10.2026, inklusive Synonymerweiterung).
  • Regelrunde K1–K8/G1–G12 (24.10.2026): PubMed-Suche nach randomisierten Kopf-an-Kopf-Studien Calcifediol gegen D3 mit Knochendichte oder Brüchen (11 Treffer): keine mit Knochenendpunkt im Formvergleich (Treffer betrafen Spiegel, Blutfette oder andere Vitamin-D-Fragen).
  • Gesundheitsbezogene Angaben zu Vitamin D im Wortlaut der VO (EU) Nr. 432/2012 gelesen: Basistext CELEX 32012R0432 und konsolidierte Fassung CELEX 02012R0432-20250820 (Cellar, XHTML, 24.10.2026), gleicher Wortlaut [19].
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Calcifediol“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 3 Treffer (darunter Tropfen und ein retardiertes Präparat), einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [20]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
  • 25.10.2026, Entscheidung q009 (K3): „Hebt den Vitamin-D-Spiegel schneller als normales D3 (nur Marker)“ von „Nutzen belegt“ auf „nur Marker belegt“ umgestellt, Stufe unverändert. Abstracts über PubMed efetch erneut gelesen: 25(OH)D3-Exposition nach 15 Wochen +123 % bzw. +178 % gegenüber D3, „about 2–3 times more potent“ [4] (PMID 24516879); Anstieg bis zum Steady State in allen Calcifediol-Gruppen höher als unter D3 (P = 0,0173 bzw. P < 0,0001), etwa dreifach [5] (PMID 31518424); 35,0 gegenüber 8,2 % mit ausreichendem Spiegel nach vier Monaten (p < 0,0001) [6] (PMID 34101900). Marker gerichtet und gesichert verändert. [2][4][5][6] nur Abstract geprüft, EFSA-Gutachten [1] im Volltext.
  • Präzisions-Flags (m004; Regeln Leitfaden 26.10.2026; Teilnehmendenzahlen, Richtung und Finanzierung am 26.10.2026 per PubMed efetch an Abstract, COI-Angabe und Affiliationen geprüft): „Stärkt Muskeln und Gang besser als D3“: inkonsistent – [8] Ganggeschwindigkeit 18 % stärker verbessert (p = 0,046), [9] und [10] kein Unterschied zu D3 oder Placebo.

Nicht verifiziert

  • Arzneimittelstatus in Spanien nicht geprüft; FDA-Zulassung nur über die Übersicht der Herstellerautoren [15], nicht über FDA-Dokumente belegt. Anwendungsgebiete der deutschen Präparate nicht einzeln gelesen.
  • Durchführungsverordnung (EU) 2024/1052 (Novel-Food-Zulassung) nicht separat gelesen, nur über die Unionsliste und den Verweis in VO (EU) 2025/352.
  • Primärstudien zur Aufnahme bei Fettresorptionsstörung (Borel 2015, Janousek 2022, zitiert im EFSA-Gutachten) nicht geprüft.
  • Finanzierung und Interessenkonflikte der Studien [4] und [8] nicht im Volltext geprüft.
  • Ob die Bedingung „Vitamin-D-Quelle“ der Health Claims bei Calcidiol-Monohydrat erfüllt ist, hängt vom Umrechnungsfaktor der Unionsliste ab; rechtlich nicht geprüft. Eingetragen nach der Leitfadenregel (Form in Anhang II).

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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