Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Acetat-Lutschtabletten verkürzen Erkältungen

    uneinheitlich

    Immunsystem & Infekte · gesund (akut erkältete Erwachsene) · Mensch, randomisiert

    Klinischer Endpunkt Erkältungsdauer: deutlich kürzer in zwei kleinen RCTs derselben Gruppe [6][7] und in einer gepoolten Auswertung dieser beiden und einer dritten Acetat-RCT von 1998, in der der Effekt kleiner war; die Erstautoren aller drei Studien waren beteiligt [8]. Kein Effekt in zwei unabhängigen RCTs [9][10]. Ein Vorteil gegenüber Gluconat ist nicht signifikant [11]. Der Cochrane-Review über alle Zinkformen (zählt nicht für die Stufe) bewertet die Daten mit niedriger Vertrauenswürdigkeit [12]. Aus dem gebündelten Werbeversprechen „Erkältungs-Lutschtablette mit der besten Zinkfreisetzung“ getrennt (K4); die Freisetzung steht als eigenes Versprechen.[6][7][9][10]

  • Setzt im Mund mehr freie Zinkionen frei als andere Zinksalze

    Einzelbefund, unbestätigt

    Immunsystem & Infekte · gesund · Labor

    Nur eine lösungschemische Berechnung in einer Nachauswertung älterer Lutschtabletten-Studien (Labor, in silico); die Freisetzung freier Zinkionen wurde nicht gemessen und die Hypothese nicht prospektiv geprüft [5].

  • Kürzerer Durchfall bei Kindern

    kleiner Nutzen

    Immunsystem & Infekte · Patienten: Kinder mit akutem Durchfall (Regionen mit hohem Zinkmangelrisiko) · Mensch, randomisiert

    Cochrane-Untergruppe Acetat: drei RCTs mit 875 Kindern, im Mittel 30,6 Stunden kürzer (KI 11,8–49,3) [13]. Mehr Erbrechen unter Zink allgemein [13].

Wirkweise

Evidenzkarte: Zinkacetat

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Zink wird im Dünndarm als Ion vor allem über den Transporter ZIP4 in die Darmzellen aufgenommen und über ZnT-1 ins Pfortaderblut abgegeben; Phytat aus Getreide und Hülsenfrüchten gilt als wichtigster Hemmstoff der Aufnahme aus der Nahrung [1]. Zinkacetat steht als „Zinkacetat“ in Anhang II Teil B der Richtlinie 2002/46/EG und ist damit als Zinkquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [2]. Es gehört mit Gluconat und Sulfat zu den wasserlöslichen Zinksalzen [3]; rechnerisch enthält das wasserfreie Salz etwa 36 % Zink (aus der Summenformel in PubChem). Bei zehn Gesunden ergab Acetat bei niedrigem Magen-pH die höchsten Plasmawerte und wurde, anders als Oxid, auch bei medikamentös angehobenem Magen-pH noch gut aufgenommen [4].

Für Lutschtabletten gilt Acetat als die Form, die im Mund die meisten freien Zinkionen freisetzt. Diese Annahme stammt aus einer Nachauswertung älterer Studien mit lösungschemischen Berechnungen, nicht aus Messungen [5]. Klinisch fanden zwei kleine doppelblinde RCTs derselben Arbeitsgruppe mit je 50 Erwachsenen eine deutlich kürzere Erkältung (4,5 vs. 8,1 Tage [6]; 4,0 vs. 7,1 Tage [7]); eine Auswertung individueller Daten aus diesen beiden und einer dritten, größeren Acetat-RCT von 1998 (101 Erkrankte), zusammen 199 Erkrankte, ergab eine dreimal schnellere Genesung; der Effekt war in der dritten Studie kleiner als in den beiden Detroit-Studien, und die Erstautoren aller drei Studien waren an der Auswertung beteiligt [8]. Andere Studien fanden das nicht: In zwei RCTs mit 273 experimentell und 281 natürlich Erkälteten hatte Acetat weder auf die Dauer noch auf die Schwere einen Effekt [9], und in einer finnischen RCT mit einer handelsüblichen Acetat-Lutschtablette genasen die 87 Erkrankten nicht schneller als unter Placebo, nach dem Absetzen sogar langsamer [10]. Eine Metaanalyse von sieben Lutschtabletten-Studien fand für Acetat 40 % und für Gluconat 28 % kürzere Erkältungen, der Unterschied zwischen den Salzen war nicht signifikant [11]. Der Cochrane-Review über alle Zinkformen bewertet die mögliche Verkürzung mit niedriger Vertrauenswürdigkeit; unter Zink traten mehr nicht schwerwiegende Nebenwirkungen auf [12]. Im Cochrane-Review zur Behandlung von Durchfall bei Kindern verkürzte Acetat in der Untergruppe mit drei Studien und 875 Kindern die Dauer im Mittel um 30,6 Stunden [13].

Der zweite Einsatzbereich ist der Morbus Wilson, eine erbliche Kupferspeicherkrankheit. Zink regt in den Darmzellen die Bildung von Metallothionein an, das Kupfer noch fester bindet als Zink und so dessen Aufnahme hemmt [14]. Laut einer Übersicht von 1998 wurde Zinkacetat in den USA zur Erhaltungstherapie zugelassen [15], eine Fallserie von 2019 bezeichnet es weiterhin als FDA-zugelassen [16]; in der EU wurde es laut einem Kommentar von 2013 als Orphan-Arzneimittel Wilzin eingeführt [17]. Die Arzneimittelregister selbst wurden nicht geprüft. In einer randomisierten Studie an 40 Gesunden senkte die Standardtherapie mit Zinkacetat die Aufnahme von radioaktivem Kupfer in die Leber etwa auf die Hälfte; die Wirkung schwankte stark, und 14 % sprachen auf keine Zinkgabe an [18]. In einer Fallserie mit 59 Menschen mit Morbus Wilson erreichten unter Acetat 81 % den Zielbereich der Kupferausscheidung, unter Gluconat 73 %; Magen-Darm-Beschwerden waren der häufigste Grund, das Zinksalz zu wechseln [16]. Dieselbe Hemmung erklärt das wichtigste Risiko bei Gesunden: Anhaltend hohe Zinkzufuhr kann einen Kupfermangel mit Anämie und Neutropenie auslösen; die EFSA hat eine tolerierbare Obergrenze für die Zinkzufuhr festgelegt [14].

Formulierungen und Herkunft: Zinkacetat wird als Lutschtablette sowie als Kapsel oder Tablette angeboten. Ob eine Lutschtablette wirkt, hängt nach der Hypothese der Ionenfreisetzung stark von Zusatzstoffen ab [5]; dazu gibt es keine prospektiven Vergleichsstudien. Die finnische Studie prüfte ein handelsübliches Produkt und fand keinen Nutzen [10].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
ZIP4 (SLC39A4), Zinkimporter der DarmzelleTransporterBindungHauptweg der Zinkaufnahme Labor[1]
Kupferaufnahme (Leberaufnahme von oral gegebenem 64Cu)SonstigesHemmerLeber-64Cu etwa halbiert (PET/CT, 40 Gesunde); Weg über Metallothionein nicht gemessen Mensch, randomisiert[18]
Metallothionein der DarmzelleSonstigesExpression ↑bindet Kupfer fester als Zink (Mechanismus laut Übersichtsarbeit) Labor[14]
Mund- und Rachenschleimhaut (freie Zinkionen aus Lutschtabletten)SonstigesBindungMechanismus ungeklärt; Hypothese aus Lösungschemie Labor[5]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativunklar · Kürzere Erkältungen in zwei RCTs einer Arbeitsgruppe, kein Effekt in zwei anderen RCTs; Zytokinbefunde uneinheitlich[6][7][9][10]
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Acetat bei niedrigem und hohem Magen-pH

    AUC bei hohem pH etwa 72 % des Werts bei niedrigem pH

    Überkreuzstudie an zehn Gesunden: höchste Plasmawerte mit Acetat bei niedrigem pH; unter Famotidin deutlich besser als Oxid [4].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Bukkal (Wangenschleimhaut) · Lutschtablette

    Wirkung in RCTs widersprüchlich [6][7][9][10]; Freisetzung freier Zinkionen nur berechnet [5].[6][7][9][10]

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Magen-pH und Zinksalz

    Überkreuz, vier Phasen (Randomisierung im Abstract nicht beschrieben) · gesund (5 Männer, 5 Frauen) · n = 10 · Einzelgaben

    Gemessen: Plasmazink-AUC, Urinzink

    Ergebnis: Acetat bei niedrigem pH am höchsten; bei hohem pH Acetat deutlich besser als Oxid.[4]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Acetat-Lutschtabletten (Detroit 2000)

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (akut erkältete Erwachsene) · n = 50 · bis zu 12 Tage

    Gemessen: Symptomdauer, Zytokine

    Ergebnis: 4,5 vs. 8,1 Tage; Zytokinunterschied nicht signifikant.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Acetat-Lutschtabletten (Detroit 2008)

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (akut erkältete Erwachsene) · n = 50 · nicht im Abstract angegeben

    Gemessen: Erkältungsdauer, Entzündungsmarker

    Ergebnis: 4,0 vs. 7,1 Tage; Nebenwirkungen vergleichbar.[7]

    Mensch, randomisiert

  • Experimentelle und natürliche Erkältung

    zwei RCTs, placebokontrolliert · gesund (Rhinovirus-Inokulation bzw. natürliche Erkältung) · n = 554 · nicht im Abstract angegeben

    Gemessen: Dauer und Schwere

    Ergebnis: Acetat ohne Effekt auf Dauer und Schwere.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Handelsübliche Acetat-Lutschtablette (Finnland)

    RCT, doppelt verblindet, placebokontrolliert · gesund (Berufstätige mit natürlicher Erkältung) · n = 87 · 5 Tage Einnahme, 10 Tage Nachbeobachtung

    Gemessen: Genesungsrate (Cox-Regression)

    Ergebnis: Rate Ratio 0,68 (KI 0,42–1,08); nach Absetzen langsamere Genesung.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Gepoolte Patientendaten, drei Acetat-RCTs

    Metaanalyse individueller Patientendaten · gesund (akut Erkältete) · n = 199 · unterschiedlich

    Gemessen: Genesungsrate

    Ergebnis: Genesung 3,1-mal schneller; am 5. Tag 70 vs. 27 % genesen. Enthält die beiden Detroit-RCTs (48 und 50 Personen) und eine RCT von 1998 (101 Personen) mit kleinerem Effekt.[8]

    Mensch, randomisiert

  • Kupferaufnahme in die Leber

    randomisierte Interventionsstudie · gesund · n = 40 · 4 Wochen

    Gemessen: Leberaufnahme von 64Cu (PET/CT)

    Ergebnis: Standardtherapie mit Acetat etwa Halbierung; 14 % ohne Ansprechen auf Zink.[18]

    Mensch, randomisiert

  • Zink-Erhaltungstherapie bei Morbus Wilson

    retrospektive Fallserie mit Befragung · Patienten: Morbus Wilson · n = 59 · Median 26 Jahre

    Gemessen: Kupferausscheidung im Urin, ALT

    Ergebnis: Zielbereich: Acetat 81 %, Gluconat 73 %; ALT ohne Unterschied zwischen Salzen.[16]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Nebenwirkungen von Lutschtabletten

    In der finnischen RCT hatten nur 37 % der Zinkgruppe keine Nebenwirkungen, unter Placebo 69 % [10]; der Cochrane-Review fand bei Behandlung mehr nicht schwerwiegende Nebenwirkungen [12].

    Mensch, randomisiert

  • Magen-Darm-Beschwerden bei Dauertherapie

    Bei Morbus Wilson waren Magen-Darm-Beschwerden der häufigste Grund, das Zinksalz zu wechseln [16].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Kupfermangel bei anhaltend hoher Zufuhr

    Die bei Morbus Wilson erwünschte Hemmung der Kupferaufnahme [18] kann bei Gesunden mit anhaltend hoher Zufuhr einen Kupfermangel mit Anämie und Neutropenie auslösen; die EFSA hat eine tolerierbare Obergrenze festgelegt [14].

    Mensch, nicht randomisiert

Wechselwirkungen

  • Kupfer: Zinkacetat senkte bei Gesunden die Kupferaufnahme in die Leber etwa auf die Hälfte [18].
  • Säurehemmer: Unter Famotidin sank die Aufnahme aus Acetat weniger stark als aus Oxid [4]. Protonenpumpenhemmer wurden nicht geprüft.

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • teilweise belegt

    „Zinkacetat-Lutschtabletten halbieren die Erkältungsdauer“

    So in zwei kleinen RCTs einer Arbeitsgruppe [6][7]; zwei unabhängige RCTs fanden keinen Effekt [9][10].

  • nicht belegt

    „Acetat wirkt bei Erkältung besser als Gluconat“

    In der Metaanalyse war der Unterschied zwischen den Salzen nicht signifikant [11]; in einer direkten Vergleichsstudie war Acetat ohne Effekt [9].

  • nicht belegt

    „Acetat setzt die meisten freien Zinkionen frei und ist deshalb am wirksamsten“

    Die Freisetzung wurde berechnet, nicht gemessen, und die Hypothese wurde nicht prospektiv geprüft [5].

  • teilweise belegt

    „Zinkacetat ist ein zugelassenes Arzneimittel“

    Laut einer Übersicht von 1998 [15] und einer Fallserie von 2019 [16] in den USA zur Erhaltungstherapie bei Morbus Wilson zugelassen, laut einem Kommentar von 2013 in der EU als Orphan-Arzneimittel Wilzin eingeführt [17]. Der aktuelle Status in den Arzneimittelregistern wurde nicht geprüft. Für Erkältungen gilt die Zulassung nicht.

Pharmakokinetik

Aufnahme
Im Dünndarm über ZIP4 [1]; auch bei hohem Magen-pH noch gut aufgenommen [4].
Halbwertszeit
Nicht verifiziert.
Abbau
Zink wird als Element nicht abgebaut; die Darmzelle reguliert Aufnahme und Abgabe über Transporter und Metallothionein [1]. Verbleib des Acetat-Anteils nicht geprüft.
Weg ins Gehirn
Nicht verifiziert.

Rechtlicher Status

Deutschland
In AMIce als verkehrsfähiges, zentral zugelassenes Arzneimittel (Wilzin) verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [21]; einzelne Nahrungsergänzungsmittel nicht geprüft.
EU
Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG („Zinkacetat“); damit als Zinkquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [2]. Zinkacetat ist zugleich Wirkstoff eines zentral zugelassenen Arzneimittels zur Behandlung des Morbus Wilson (Wilzin, EMEA/H/C/000535; Status laut EMA „zugelassen“; im EMA-Datensatz nicht als Orphan-Arzneimittel geführt) [20]. Ein Kommentar von 2013 beschreibt Wilzin als Orphan-Arzneimittel [17].
USA
Laut einer Übersicht von 1998 von der FDA zur Erhaltungstherapie des Morbus Wilson zugelassen [15]; eine Fallserie von 2019 bezeichnet Zinkacetat als FDA-zugelassen [16]. FDA-Register (Drugs@FDA, Orange Book) nicht geprüft.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“

    Nährstoff
    Zink
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[19]
    Einordnung
    rechtlich zulässig; mit dieser Form nur zur Behandlung von Erkältungen und Durchfall geprüft, siehe Versprechen

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Warum unterscheiden sich die Lutschtabletten-Studien so stark, und lässt sich die Ionenfreisetzung einer Rezeptur messen statt berechnen?
  • Bestätigt eine unabhängige, ausreichend große RCT die positiven Detroit-Ergebnisse?
  • Ist Acetat bei Morbus Wilson in einer randomisierten Studie wirksamer als Gluconat oder Sulfat?

Referenzen

  1. Maares M, Haase H. A guide to human zinc absorption: general overview and recent advances of in vitro intestinal models. Nutrients. 2020;12(3):762. doi:10.3390/nu12030762 · PubMed
  2. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  3. Wegmüller R, Tay F, Zeder C, Brnić M, Hurrell RF. Zinc absorption by young adults from supplemental zinc citrate is comparable with that from zinc gluconate and higher than from zinc oxide. J Nutr. 2014;144(2):132–6. doi:10.3945/jn.113.181487 · PubMed
  4. Henderson LM, Brewer GJ, Dressman JB, Swidan SZ, DuRoss DJ, Adair CH, et al. Effect of intragastric pH on the absorption of oral zinc acetate and zinc oxide in young healthy volunteers. JPEN J Parenter Enteral Nutr. 1995;19(5):393–7. doi:10.1177/0148607195019005393 · PubMed
  5. Eby GA. Zinc ion availability – the determinant of efficacy in zinc lozenge treatment of common colds. J Antimicrob Chemother. 1997;40(4):483–93. doi:10.1093/oxfordjournals.jac.a020864 · PubMed
  6. Prasad AS, Fitzgerald JT, Bao B, Beck FW, Chandrasekar PH. Duration of symptoms and plasma cytokine levels in patients with the common cold treated with zinc acetate. A randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Ann Intern Med. 2000;133(4):245–52. doi:10.7326/0003-4819-133-4-200008150-00006 · PubMed
  7. Prasad AS, Beck FW, Bao B, Snell D, Fitzgerald JT. Duration and severity of symptoms and levels of plasma interleukin-1 receptor antagonist, soluble tumor necrosis factor receptor, and adhesion molecules in patients with common cold treated with zinc acetate. J Infect Dis. 2008;197(6):795–802. doi:10.1086/528803 · PubMed
  8. Hemilä H, Fitzgerald JT, Petrus EJ, Prasad A. Zinc acetate lozenges may improve the recovery rate of common cold patients: an individual patient data meta-analysis. Open Forum Infect Dis. 2017;4(2):ofx059. doi:10.1093/ofid/ofx059 · PubMed
  9. Turner RB, Cetnarowski WE. Effect of treatment with zinc gluconate or zinc acetate on experimental and natural colds. Clin Infect Dis. 2000;31(5):1202–8. doi:10.1086/317437 · PubMed
  10. Hemilä H, Haukka J, Alho M, Vahtera J, Kivimäki M. Zinc acetate lozenges for the treatment of the common cold: a randomised controlled trial. BMJ Open. 2020;10(1):e031662. doi:10.1136/bmjopen-2019-031662 · PubMed
  11. Hemilä H. Zinc lozenges and the common cold: a meta-analysis comparing zinc acetate and zinc gluconate, and the role of zinc dosage. JRSM Open. 2017;8(5):2054270417694291. doi:10.1177/2054270417694291 · PubMed
  12. Nault D, Machingo TA, Shipper AG, Antiporta DA, Hamel C, Nourouzpour S, et al. Zinc for prevention and treatment of the common cold. Cochrane Database Syst Rev. 2024;5(5):CD014914. doi:10.1002/14651858.CD014914.pub2 · PubMed
  13. Lazzerini M, Wanzira H. Oral zinc for treating diarrhoea in children. Cochrane Database Syst Rev. 2016;12(12):CD005436. doi:10.1002/14651858.CD005436.pub5 · PubMed
  14. Schoofs H, Schmit J, Rink L. Zinc toxicity: understanding the limits. Molecules. 2024;29(13):3130. doi:10.3390/molecules29133130 · PubMed
  15. Anderson LA, Hakojarvi SL, Boudreaux SK. Zinc acetate treatment in Wilson's disease. Ann Pharmacother. 1998;32(1):78–87. doi:10.1345/aph.17075 · PubMed
  16. Camarata MA, Ala A, Schilsky ML. Zinc maintenance therapy for Wilson disease: a comparison between zinc acetate and alternative zinc preparations. Hepatol Commun. 2019;3(8):1151–8. doi:10.1002/hep4.1384 · PubMed
  17. Dooms M, Pincé H, Simoens S. Do we need authorized orphan drugs when compounded medications are available? J Clin Pharm Ther. 2013;38(1):1–2. doi:10.1111/jcpt.12006 · PubMed
  18. Munk DE, Lund Laursen T, Teicher Kirk F, Vilstrup H, Ala A, Gormsen LC, et al. Effect of oral zinc regimens on human hepatic copper content: a randomized intervention study. Sci Rep. 2022;12(1):14714. doi:10.1038/s41598-022-18872-8 · PubMed
  19. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
  20. European Medicines Agency. Wilzin (zinc): EPAR [Internet]. EMEA/H/C/000535 [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/wilzin
  21. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Zinkacetat“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript, online).
  • Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG, konsolidierte Fassung CELEX 02002L0046-20251126 (Cellar, XHTML, 24.10.2026): Eintrag „Zinkacetat“.
  • Im Volltext (Europe PMC): ZIP4, ZnT-1, Phytat [1]; Metallothionein bindet Kupfer fester als Zink, Einsatz bei Morbus Wilson, Kupfermangel, Existenz einer EFSA-Obergrenze [14]; Cochrane-Durchfall-Untergruppe Acetat: 3 Studien, 875 Kinder, MD −30,55 Stunden (KI −49,29 bis −11,82) [13].
  • Am Abstract: wasserlösliche Salze [3]; 10 Personen, AUC 524/378 (Acetat) und 364/66 µg·h/dl (Oxid) bei niedrigem/hohem pH, daraus 72 % berechnet [4]; ZIA berechnet aus Lösungschemie, Nachauswertung 1984–1992 [5]; 50 bzw. 48 auswertbare Personen, 4,5 vs. 8,1 Tage [6]; 50 Personen, 4,0 vs. 7,1 Tage, Nebenwirkungen vergleichbar [7]; 3 RCTs, 199 Personen, Rate Ratio 3,1, 70 vs. 27 % am 5. Tag, Autorinnen und Autoren der Einzelstudien beteiligt [8]; 273 und 281 Personen, Acetat ohne Effekt [9]; 253 randomisiert, 87 ausgewertet, Rate Ratio 0,68, langsamere Genesung nach Absetzen, 37 vs. 69 % ohne Nebenwirkungen [10]; Acetat 40 %, Gluconat 28 %, Unterschied nicht signifikant [11]; FDA-Zulassung zur Erhaltungstherapie [15][16]; 59 Patientinnen und Patienten, 81/73 %, Magen-Darm-Beschwerden häufigster Wechselgrund [16]; Wilzin als Orphan-Arzneimittel genannt [17]; 40 Gesunde, Leber-64Cu von 26,9 auf 13,3 %, 14 % ohne Effekt [18].
  • PubChem: CID 11192, C4H6O4Zn, Molmasse 183,5; Zinkanteil daraus berechnet.
  • Gegenprüfung (24.10.2026): Volltext von [8] (Europe PMC, PMC5410113): drei RCTs, Petrus et al. 1998 (Curr Ther Res, n = 101) sowie die beiden Prasad-Studien [6][7] (n = 48 und 50); Effekt in den Prasad-Studien deutlich größer als bei Petrus; Petrus ist Mitautor von [8] (Applied Medical Research, Austin); laut Erklärung keine Interessenkonflikte und keine Förderung. [15]: Übersicht von Multum Information Services, „Recently, zinc acetate was approved in the US“ (1998); [16]: „zinc acetate (U.S. Food and Drug Administration approved)“; [17]: Kommentar, nennt Wilzin nur als Fallbeispiel ohne Zulassungsdaten. Endpunkt in [18] nur Leber-64Cu, Metallothionein nicht gemessen.
  • VO (EU) Nr. 432/2012: Wortlaut der eingetragenen Angaben in der Basisfassung (CELEX 32012R0432, Cellar, XHTML) und unverändert in der konsolidierten Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820, Cellar, XHTML) geprüft am 24.10.2026. Angabe zum Immunsystem [19].
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: EMA-Datensatz (medicines JSON) Wilzin: Wirkstoff zinc, EMEA/H/C/000535, Status „Authorised“, Zulassung 12.10.2004, Anwendungsgebiet „Treatment of Wilson’s disease“, orphan_medicine „No“ [20]. AMIce (Stoffname „Zinkacetat“, ein Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig): 4 Einträge Wilzin (EU/1/04/286/001 und /002, auch Parallelvertrieb); die übrigen Treffer mit Zinkacetat sind Kombinationen [21].

Nicht verifiziert

  • Ob das in Metallothionein gebundene Kupfer mit den abschilfernden Darmzellen ausgeschieden wird, wurde nicht an einer Primärquelle geprüft und steht deshalb nicht im Text.
  • Finanzierung und Herstellerbezug der Detroit-Studien [6][7] und der dritten Studie in [8] (Petrus 1998, nicht in PubMed geprüft); welche Lutschtabletten-Rezepturen verwendet wurden.
  • Aktueller FDA-Status von Zinkacetat (Drugs@FDA bzw. Orange Book nicht abgefragt; Belege nur Übersicht 1998 und Fallserie 2019 [15][16]).
  • Rechtsstatus in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel.
  • Die Obergrenze und die Studienmengen werden gemäß Leitfaden nicht als Zahlen genannt.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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