Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Verhindert Durchfall unter Antibiotika
uneinheitlichDie Stufe ruht auf der stammgenau belegten Studienlage, und die ist negativ bis dünn: Die größte Studie, eine deutsche multizentrische Studie an 477 Krankenhauspatienten mit namentlich genanntem Präparat und dem Inhaltsstoff CBS 5926, wurde wegen Aussichtslosigkeit abgebrochen und fand keinen Unterschied (Hazard Ratio 1,02; 95-%-KI 0,55 bis 1,90) [8]. Die Metaanalyse von 21 Studien mit 4780 Teilnehmenden zeigt eine deutliche Risikosenkung (relatives Risiko 0,47; bei Clostridioides-difficile-Durchfall nur bei Kindern), nennt aber durchgehend nur „Saccharomyces boulardii“ ohne Stamm- oder Hinterlegungsnummer; sie ist deshalb nicht stammgenau und zählt nicht für die Stufe [7]. Stammgenaue positive Daten gibt es nur bei Kindern mit akutem Durchfall und dort mit Herstellerbindung [9][10]. „Uneinheitlich“ beschreibt damit den Widerspruch zwischen der gepoolten Literatur zur Art und dem stammgenauen Nullbefund.[9][10]
Verkürzt akuten Durchfall
kleiner NutzenBeide Pfeiler sind stammgenau, aber eng mit dem Hersteller Biocodex verbunden, und ein placebokontrollierter Nachweis außerhalb chinesischer Datenbanken fehlt. Die stammbezogene Metaanalyse von zehn Studien mit 1125 Kindern fand eine kürzere Durchfalldauer und eine höhere Heilungsrate (relatives Risiko 1,47); alle zehn Studien stammen aus chinesischen Datenbanken, keine verwendete ein Placebo (ausschließlich offene Kontrollen), keine wurde mit niedrigem Verzerrungsrisiko bewertet, die Arbeit wurde von Biocodex finanziert, und die Erstautorin ist Beraterin und Mitglied des Microbiome Advisory Board des Herstellers [9]. Der zweite Pfeiler ist ein Aktivvergleich ohne Placeboarm: 317 Kinder, Durchfalldauer 64,6 gegenüber 78,0 Stunden unter einem Bacillus-clausii-Vierstamm-Präparat (p = 0,04); Biocodex war Sponsor und an Studienplanung, Auswertung und Manuskript beteiligt, die Prüfärzte erhielten Honorare vom Hersteller [10]. Für „Nutzen belegt“ trägt diese Grundlage nicht.
Hilft bei Reizdarm und anderen chronischen Darmbeschwerden
kein NutzenBeim Rückfallschutz des Morbus Crohn über 52 Wochen gab es keinen Unterschied zu Placebo (47,5 gegenüber 53,2 % Rückfälle) [13]. Für das Reizdarmsyndrom nennt eine stammbezogene Übersicht die Ergebnisse zu CNCM I-745 widersprüchlich [14].
Bringt die Darmflora nach einer Antibiotikatherapie zurück
Einzelbefund, unbestätigtNur Marker, eine einzige RCT mit zwei Veröffentlichungen: 48 Gesunde in vier Gruppen (Hefe, Antibiotikum, beides, keine Behandlung; NCT01473368); die Gallensäure-Arbeit ist laut eigener Angabe eine Begleitauswertung derselben randomisierten Studie [5][6]. Unter Hefe plus Antibiotikum fielen die antibiotikabedingten Verschiebungen der Mikrobiota schwächer aus (u. a. weniger Überwuchs von Escherichia), die Hefe milderte aber nur einen Teil der Veränderungen; der Anstieg der Cholsäure im Stuhl blieb aus [5][6]. Geprüft wurde damit die Abschwächung der Verschiebung während der gemeinsamen Gabe, nicht ein schnellerer Wiederaufbau nach Therapieende. Ein einzelner, nur teilweise positiver Befund an Surrogatmarkern ergibt „Einzelbefund, unbestätigt“; „nur Marker belegt“ setzt eine gesicherte Markerveränderung voraus (K3). Die Stufe 4 bezieht sich auf das randomisierte Design der Markerstudie, nicht auf einen klinischen Nachweis; ein verändertes Mikrobiom belegt keinen klinischen Nutzen. Als Nebenbefund erhob die Studie Magen-Darm-Symptome per Fragebogen und unerwünschte Ereignisse: Der Durchfall-Score stieg nur unter dem Antibiotikum allein signifikant, unerwünschte Ereignisse waren unter Hefe plus Antibiotikum am seltensten, der Unterschied war aber nicht signifikant [6]. Diese Symptomdaten werden dem Versprechen „Verhindert Durchfall unter Antibiotika“ nicht zugerechnet, weil sie bei zwölf Gesunden pro Gruppe erhoben wurden, kein Endpunkt für das Auftreten von Durchfall waren und die Studie dafür nicht ausgelegt war. Herstellernähe: Die Studie wurde vom Hersteller Biocodex mitfinanziert, zwei Autoren der Begleitauswertung erklärten Beratungs- bzw. Vortragstätigkeit für ihn [5][6].[5]
kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.
vom Hersteller finanziert: Alle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.
Wirkweise
Evidenzkarte: Saccharomyces cerevisiae var. boulardii CNCM I-745 (S. boulardii)
Saccharomyces boulardii ist taxonomisch keine eigene Art, sondern eine Variante von Saccharomyces cerevisiae; invasive Infektionen durch beide werden in derselben Übersicht behandelt [1], und das EFSA-QPS-Update 2026 führt „Saccharomyces boulardii“ ausdrücklich als Synonym von S. cerevisiae [2]. Als lebende Zubereitung ist der Stamm ein Probiotikum im Sinne der ISAPP-Definition [3]. Der in Studien und Arzneimitteln verwendete Stamm wird in Übersichtsarbeiten gleichbedeutend als CNCM I-745 und als Saccharomyces cerevisiae HANSEN CBS 5926 bezeichnet [4]; diese Arbeiten sind von einem Arzneimittelhersteller finanziert.
Dass es sich um eine Hefe handelt, ist der entscheidende Unterschied zu Bakterienstämmen: Antibiotika wirken nicht auf sie, deshalb ist die gleichzeitige Gabe möglich. Mechanistisch wurde am Menschen vor allem der Gallensäurestoffwechsel untersucht. In einer randomisierten Studie an Gesunden verschob eine Antibiotikatherapie die Gallensäuren im Stuhl in Richtung primärer Gallensäuren, darunter Cholsäure, die das Auskeimen von Clostridioides difficile fördert; die gleichzeitige Gabe der Hefe veränderte diese Verschiebung [5]. In derselben randomisierten Untersuchung milderte die Hefe Teile der antibiotikabedingten Veränderung der Darmmikrobiota, und Teilnehmende mit Hefe und Antibiotikum hatten weniger unerwünschte Ereignisse [6].
Der am besten belegte Nutzen betrifft Durchfall unter Antibiotika. Eine Metaanalyse von 21 randomisierten Studien mit 4780 Teilnehmenden fand ein deutlich geringeres Risiko (relatives Risiko 0,47; 95-%-KI 0,38 bis 0,57), bei Kindern von 20,9 auf 8,8 % und bei Erwachsenen von 17,4 auf 8,2 %; für Durchfall durch Clostridioides difficile war die Senkung nur bei Kindern statistisch sicher (relatives Risiko 0,25) und bei Erwachsenen nicht [7]. Dem steht eine deutsche multizentrische Studie an 477 Krankenhauspatienten gegenüber, die nach Zwischenauswertung wegen Aussichtslosigkeit abgebrochen wurde: Das Risiko war unter der Hefe nicht geringer (Hazard Ratio 1,02; 95-%-KI 0,55 bis 1,90) [8]. Die Metaanalyse nennt durchgehend nur „Saccharomyces boulardii“ ohne Stamm- oder Hinterlegungsnummer; sie ist deshalb kein stammgenauer Beleg und zählt nicht für die Evidenzstufe dieses Profils. Die deutsche Studie nennt den Stamm dagegen über das Präparat.
Bei akutem Durchfall von Kindern ist die Datenlage stammgenau: Eine Metaanalyse von zehn chinesischen Studien mit 1125 Kindern fand mit CNCM I-745 eine kürzere Durchfalldauer und mehr geheilte Kinder; keine der zehn Studien verwendete ein Placebo, alle arbeiteten mit offenen Kontrollen, die Arbeit wurde von Biocodex finanziert, und die Erstautorin ist Beraterin und Mitglied des Microbiome Advisory Board des Herstellers [9]. Ein direkter randomisierter Vergleich mit einem Vierstamm-Präparat aus Bacillus clausii bei 317 Kindern zeigte eine kürzere Durchfalldauer unter der Hefe (64,6 gegenüber 78,0 Stunden; p = 0,04); dieser Vergleich hatte keinen Placeboarm, Biocodex war Sponsor und an Planung, Auswertung und Manuskript beteiligt, und die Prüfärzte erhielten Honorare des Herstellers [10]. Bei Erwachsenen mit virusbedingtem akutem Durchfall berichteten in einer kleinen Studie mit 46 Teilnehmenden am vierten Tag 70 gegenüber 26 % eine Besserung [11]. Bei bakterieller Überwucherung des Dünndarms im Rahmen einer dekompensierten Leberzirrhose verschwand die Überwucherung bei 80 % der behandelten Personen [12]. Nicht gewirkt hat die Hefe beim Rückfallschutz des Morbus Crohn: In einer Studie über 52 Wochen erlitten 47,5 gegenüber 53,2 % einen Rückfall, ohne Unterschied in der Zeit bis zum Rückfall [13]. Für das Reizdarmsyndrom nennt eine stammbezogene Übersicht die Ergebnisse zu CNCM I-745 ausdrücklich widersprüchlich [14].
Das wichtigste Risiko ist die Kehrseite der Lebendgabe. Eine systematische Übersicht von 108 Fällen einer Saccharomyces-Fungämie führt 73 Fälle (67,6 %) auf eine Gabe von S.-boulardii-Präparaten zurück, mit Intensivbehandlung als häufigstem Risikofaktor und einer Gesamtsterblichkeit der Kohorte von 36,1 % [15]; eine ältere Übersicht invasiver Saccharomyces-Infektionen nennt zentralvenöse Katheter und Antibiotikatherapie als häufigste Wegbereiter [1].
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Cholsäure im Stuhl (primäre Gallensäure, fördert das Auskeimen von C. difficile) | Sonstiges | Abundanz ↓ | verhinderte den Anstieg unter Antibiotikatherapie; der Rückgang sekundärer Gallensäuren blieb aus | Mensch, randomisiert[5] |
| Escherichia (Überwucherung unter Antibiotikatherapie) | Mikroorganismus/Taxon | Abundanz ↓ | geringere Zunahme als unter dem Antibiotikum allein | Mensch, randomisiert[6] |
| Clostridioides difficile (Auskeimen über Cholsäure) | Mikroorganismus/Taxon | Abundanz ↓ | nur bei Kindern statistisch sicher | Mensch, randomisiert[5][7] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativBeim Rückfallschutz des Morbus Crohn ohne Effekt auf Aktivitätsindex und Entzündungsparameter[13]
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Darmbarriere
- MikrobiomMildert Teile der antibiotikabedingten Veränderung der Mikrobiota; die Hefe selbst besiedelt den Darm nicht dauerhaft[6]
- Kurzkettige Fettsäuren
- GallensäurenVeränderte Verschiebung der Stuhlgallensäuren unter Antibiotikatherapie bei Gesunden[5]
- Darmhormone
- Darm-Hirn-Achse
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · gefriergetrocknete Hefe (Kapseln, Pulver)
Die lebende Hefe wirkt im Darmlumen und wird nicht systemisch aufgenommen; eine dauerhafte Ansiedlung findet nicht statt. Weil Antibiotika auf Hefen nicht wirken, ist die gleichzeitige Gabe mit einer Antibiotikatherapie möglich – genau in dieser Situation wurde sie untersucht [6][7].[6][7]
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
Metaanalyse Antibiotika-assoziierter Durchfall
Gemessen: Auftreten von Antibiotika-assoziiertem Durchfall und von C.-difficile-Durchfall
Ergebnis: Relatives Risiko 0,47 (95-%-KI 0,38 bis 0,57); insgesamt 18,7 auf 8,5 %, Kinder 20,9 auf 8,8 %, Erwachsene 17,4 auf 8,2 %; C.-difficile-Durchfall nur bei Kindern signifikant (relatives Risiko 0,25). Die Arbeit nennt keine Stammbezeichnung und gilt für die Art, nicht stammgenau für CNCM I-745; sie zählt deshalb nicht für die Evidenzstufe.[7]
Mensch, randomisiert
Deutsche multizentrische Studie an Krankenhauspatienten
Gemessen: Antibiotika-assoziierter und C.-difficile-assoziierter Durchfall
Ergebnis: Abbruch wegen Aussichtslosigkeit; 21 gegenüber 19 Fälle, Hazard Ratio 1,02 (95-%-KI 0,55 bis 1,90).[8]
Mensch, randomisiert
Metaanalyse akuter Durchfall bei Kindern (stammbezogen)
Gemessen: Durchfalldauer, Gesamtwirksamkeit, Heilung
Ergebnis: Kürzere Durchfalldauer (standardisierter Mittelwertunterschied −1,63 Tage), Gesamtwirksamkeit relatives Risiko 1,22, Heilung relatives Risiko 1,47. Alle zehn Studien stammen aus chinesischen Datenbanken, alle nutzten offene Kontrollen ohne Placebo, keine wurde mit niedrigem Verzerrungsrisiko bewertet; finanziert von Biocodex, Erstautorin Beraterin des Herstellers.[9]
Mensch, randomisiert
Direkter Vergleich mit Bacillus-clausii-Präparat
Gemessen: mittlere Durchfalldauer
Ergebnis: Kürzere Dauer unter der Hefe als unter dem Vierstamm-Präparat: 64,6 gegenüber 78,0 Stunden (p = 0,04). Aktivvergleich ohne Placeboarm; Sponsor Biocodex war an Planung, Auswertung und Manuskript beteiligt, die Prüfärzte erhielten Honorare des Herstellers.[10]
Mensch, randomisiert
Virusbedingter akuter Durchfall bei Erwachsenen
Gemessen: Selbsteinschätzung der Besserung (Patient Global Impression of Change)
Ergebnis: Am Tag 4 berichteten 70 gegenüber 26 % eine Besserung (p = 0,03).[11]
Mensch, randomisiert
Bakterielle Überwucherung des Dünndarms bei Leberzirrhose
Gemessen: Nachweis der Überwucherung, Barriere- und Krankheitsmarker
Ergebnis: Überwucherung bei 80 % der Behandelten verschwunden; wer sie verlor, hatte seltener Bauchwasser und niedrigere Barrieremarker.[12]
Mensch, randomisiert
Rückfallschutz bei Morbus Crohn
Gemessen: Anteil in Remission nach 52 Wochen
Ergebnis: Rückfälle bei 47,5 gegenüber 53,2 % (nicht signifikant); Zeit bis zum Rückfall 40,7 gegenüber 39,0 Wochen.[13]
Mensch, randomisiert
Mikrobiota und Gallensäuren bei Gesunden
Gemessen: Zusammensetzung der Mikrobiota, Gallensäuren im Stuhl, Magen-Darm-Symptome (Fragebogen), unerwünschte Ereignisse
Ergebnis: Teile der antibiotikabedingten Veränderung gemildert, veränderte Gallensäureverschiebung (Begleitauswertung derselben Studie [5]); Durchfall-Score nur unter dem Antibiotikum allein signifikant erhöht; unerwünschte Ereignisse unter Hefe plus Antibiotikum am seltensten, nicht signifikant. Vom Hersteller mitfinanziert.[6]
Mensch, randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Fungämie bei Risikogruppen
In einer systematischen Übersicht von 108 Fällen einer Saccharomyces-Fungämie waren 73 Fälle (67,6 %) mit der Gabe von S.-boulardii-Präparaten verbunden; häufigste Risikofaktoren waren Intensivbehandlung und schwere Grunderkrankungen, die Gesamtsterblichkeit der Kohorte lag bei 36,1 % [15]. Eine ältere Übersicht invasiver Saccharomyces-Infektionen nennt zentralvenöse Katheter und Antibiotikatherapie als häufigste Wegbereiter; Blut war das häufigste Isolationsort [1]. Für Menschen mit zentralem Venenkatheter, Immunsuppression oder Intensivbehandlung ist die Gabe daher eine ärztliche Entscheidung.
Mensch, nicht randomisiert
Gegenanzeigen und Fungämie laut Fachinformation
Laut deutscher Fachinformation kontraindiziert bei Hefeallergie, bei Patienten mit zentralem Venenkatheter sowie bei schwerkranken oder immunsupprimierten Patienten wegen des Fungämierisikos. Sehr selten Fungämie, Sepsis mit unbekannter Häufigkeit, bei einigen schwerkranken Patienten tödlich; bei der Handhabung in der Nähe von Patienten mit zentralem oder peripherem Venenkatheter ist eine Übertragung über Hände oder Raumluft zu vermeiden, auch wenn diese Patienten selbst nicht behandelt werden. Außerdem Überempfindlichkeitsreaktionen bis zu Quincke-Ödem, Atemnot und anaphylaktischem Schock (Häufigkeit nicht bekannt). In Schwangerschaft und Stillzeit soll das Arzneimittel mangels Daten nicht angewendet werden [20].
Mensch, nicht randomisiert
Nahrungsmittelallergie-ähnliche Reaktionen bei Säuglingen
Das EFSA-QPS-Update 2026 verweist auf sieben Fallberichte aus Südkorea, in denen die Gabe von S. cerevisiae (S. boulardii) bei Säuglingen im Alter von vier bis zehn Monaten ein durch Nahrungsprotein ausgelöstes enterokolitisches Syndrom auslöste; Erbrechen und Durchfall endeten nach Absetzen rasch [2].
Mensch, nicht randomisiert
Kein Ersatz für Rehydratation und für ärztliche Abklärung
Bei akutem Durchfall bleibt der Flüssigkeits- und Elektrolytersatz die Behandlung; die Hefe verkürzt die Dauer, beseitigt die Ursache aber nicht [9]. Bei Krankenhauspatienten unter Antibiotika war sie in der größten Studie wirkungslos [8].
Mensch, randomisiert
Wechselwirkungen
- Antimykotika: Laut deutscher Fachinformation kann die gleichzeitige Einnahme von im Magen-Darm-Trakt wirksamen Antimykotika das Behandlungsergebnis beeinträchtigen [20]. Die Zubereitung enthält eine lebende Hefe; bei Verdacht auf eine Fungämie ist die Gabe zu beenden [1][15]. Studien zu dieser Wechselwirkung wurden nicht gefunden.
- Antibiotika: Antibiotika wirken nicht auf Hefen, deshalb ist die gleichzeitige Gabe möglich und wurde genau so untersucht [6][7].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- nicht belegt
„Die Hefe siedelt sich im Darm an und baut die Darmflora wieder auf“
Belegt ist nur, dass die Hefe während der Gabe Teile der antibiotikabedingten Veränderung der Mikrobiota mildert [6]. Ein Nachweis dauerhafter Ansiedlung wurde nicht gefunden; die Hefe gehört nicht zur natürlichen Darmflora des Menschen.
- teilweise belegt
„Weil Antibiotika Hefen nicht angreifen, ist die Hefe das beste Probiotikum gegen Antibiotika-Durchfall“
Die Unempfindlichkeit gegen Antibiotika ist unstrittig und erlaubt die gleichzeitige Gabe [6]. Ein klinischer Vorteil ergibt sich daraus nicht automatisch: Die gepoolten Daten sprechen dafür [7], die größte deutsche Studie fand aber keinen Effekt [8], und ein Kopf-an-Kopf-Vergleich mit Bakterienstämmen bei Antibiotika-Durchfall wurde nicht gefunden.
- widerlegt
„S. boulardii ist eine eigene Hefeart“
Taxonomisch ist sie eine Variante von Saccharomyces cerevisiae; das EFSA-QPS-Update 2026 führt „Saccharomyces boulardii“ als Synonym von S. cerevisiae [2], und Übersichten zu invasiven Infektionen behandeln beide zusammen [1].
- widerlegt
„Als Naturprodukt ist die Hefe für jeden harmlos“
Zwei Drittel der Fälle einer Saccharomyces-Fungämie in einer systematischen Übersicht waren mit der Gabe von S.-boulardii-Präparaten verbunden, vor allem bei Intensivbehandlung [15]; zentralvenöse Katheter sind ein belegter Wegbereiter [1].
- widerlegt
„Die Hefe hilft auch bei chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn“
In der Studie über 52 Wochen traten Rückfälle genauso häufig auf wie unter Placebo (47,5 gegenüber 53,2 %), bei gleicher Zeit bis zum Rückfall und unveränderten Entzündungsparametern [13].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Keine systemische Aufnahme beabsichtigt; die Hefe wirkt im Darmlumen.
- Halbwertszeit
- entfällt
- Abbau
- entfällt; beschrieben ist eine Veränderung des bakteriellen Gallensäurestoffwechsels [5].
- Weg ins Gehirn
- entfällt
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige, apothekenpflichtige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff „Trockenhefe aus Saccharomyces cerevisiae HANSEN CBS 5926“ verzeichnet, z. B. Perenterol forte Kapseln (Status verlängert; Anwendungsgebiete u. a. symptomatische Behandlung akuter Durchfallerkrankungen, Vorbeugung und Behandlung von Reisediarrhöen und Diarrhöen unter Sondenernährung, begleitend bei chronischer Akne) [19]. Die Fachinformation führt den Stamm ausdrücklich auch als Saccharomyces boulardii CNCM I-745 [20]. Eine Übersichtsarbeit zur Selbstmedikation bei Durchfall nennt Saccharomyces boulardii unter den rezeptfrei erhältlichen Arzneimitteln in Deutschland [16]. Die kategorie bleibt Supplement mit Arzneistoff-Hinweis (Tilman, 26.10.2026; die Bedingung vom 24.10.2026, ein stammgenauer Arzneimittelbeleg, ist damit erfüllt).
- EU
- Kein Eintrag zu Saccharomyces boulardii in der konsolidierten Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Stand 10.08.2026 [17]; dort sind nur andere Zubereitungen aus Saccharomyces cerevisiae gelistet (UV-behandelte Backhefe, Hefe-Beta-Glucane). Das EFSA-QPS-Update 2026 führt „Saccharomyces boulardii“ ausdrücklich als Synonym von Saccharomyces cerevisiae und ändert deren Status nicht [2]. Keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zu diesem Stamm in VO (EU) Nr. 432/2012 [18]. Die Gattung Saccharomyces (alle Arten) gilt laut Novel-Food-Katalog der Kommission als nicht neuartig (POL-NF-09457, Abruf 26.10.2026) [21]; einen Eintrag für Saccharomyces boulardii oder den Stamm CNCM I-745 gibt es nicht. Der Eintrag gilt auf Gattungsebene; der Katalog ist eine Orientierungshilfe der Kommission, kein Rechtsakt. In der QPS-Liste selbst steht Saccharomyces cerevisiae mit „Saccharomyces boulardii“ als eigens genanntem Synonym („Exceptional synonym because frequently used“) und der zweigeteilten Qualifikation: bei lebenden Zellen als Wirkstoff „Absence of resistance to antimycotics used for medical treatment of yeast infections in cases where viable cells are added to the food or feed chain“, bei nicht lebensfähigen Zellen als Produktionsstamm oder Biomasse „QPS applies for ‚production purposes only‘“ [22]. QPS bewertet die Art, nicht den Stamm.
- USA
- Nicht verifiziert.
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Enthält das in Deutschland zugelassene Arzneimittel wirklich CNCM I-745? Belegt ist die Gleichsetzung CBS 5926 = CNCM I-745 nur über herstellerfinanzierte Übersichtsarbeiten.
- Warum fand die größte deutsche Studie an Krankenhauspatienten keinen Effekt, die gepoolten Daten aber schon? Diskutiert werden Patientenauswahl, Antibiotikaspektrum und Beginn der Gabe.
- Wie belastbar ist die Metaanalyse zu akutem Durchfall, deren Studien alle aus chinesischen Datenbanken stammen?
- Welche Stämme wurden in den älteren Studien der Antibiotika-Metaanalyse verwendet? Der Abstract nennt keine Stammbezeichnung.
Referenzen
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- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Trockenhefe“ und Arzneimittelname „Perenterol“ (Humanarzneimittel, verkehrsfähig); Dokumentanzeige Perenterol forte 250 mg Kapseln (Biocodex), Eingangsnummer 2119028, Zul.-Nr. 15843.01.00 [zitiert 25.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
- Biocodex. Fachinformation Perenterol forte 250 mg Kapseln (Zul.-Nr. 15843.01.00). Stand der Information: 08.2024. AMIce, öffentlicher Teil (BfArM), Eingangsnummer 2119028, in AMIce übertragen am 20.08.2024 [Internet]. Abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
- Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Saccharomyces (all species of genus) [Datenbank]. POL-NF-09457, letzte Änderung 02.02.2024 [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
- EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ). Updated list of QPS-recommended microorganisms for safety risk assessments carried out by EFSA. Appendix E – Updated list of QPS recommended biological agents (Panel Statement 24, Juni 2026), Blätter „QPS List“ und „Excluded from QPS“ [Datensatz]. Zenodo; Version vom 17.09.2026 [zitiert 26.10.2026]. doi:10.5281/zenodo.22812707 doi:10.5281/zenodo.22812707
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Alle PMIDs und DOIs über PubMed und Crossref aufgelöst (Prüfskript).
- Stammidentität im Volltext: In [4] und in weiteren Übersichten derselben Autorengruppe steht wörtlich „Saccharomyces boulardii CNCM I-745, also known as Saccharomyces cerevisiae HANSEN CBS 5926“; diese Arbeiten sind von Medice Arzneimittel Pütter finanziert. Die deutsche multizentrische Studie [8] nennt im Volltext als Studienpräparat „Perenterol forte“ mit dem Inhaltsstoff „Saccharomyces cerevisiae HANSEN CBS 5926 (boulardii)“.
- Taxonomie: Das EFSA-QPS-Update 2026 nennt im Volltext (PMC12824592) „Saccharomyces boulardii“ als Ausnahme-Synonym von S. cerevisiae und berichtet sieben Fälle eines durch Nahrungsprotein ausgelösten enterokolitischen Syndroms bei Säuglingen [2].
- Kernzahlen an Abstracts: 21 RCTs, 4780 Teilnehmende, relatives Risiko 0,47, Kinder 20,9 auf 8,8 %, Erwachsene 17,4 auf 8,2 %, C. difficile nur bei Kindern signifikant [7]; 477 randomisiert, Abbruch wegen Aussichtslosigkeit, Hazard Ratio 1,02 [8]; 10 RCTs, 1125 Kinder, relatives Risiko 1,22 und 1,47 [9]; 46 Teilnehmende, 70 gegenüber 26 % am Tag 4 [11]; 80 % ohne Überwucherung nach drei Monaten [12]; Rückfälle 47,5 gegenüber 53,2 %, 40,7 gegenüber 39,0 Wochen [13]; 317 Kinder, kürzere Dauer, p = 0,04 [10]; 108 Fungämiefälle, 73 davon mit Probiotikumgabe, Sterblichkeit 36,1 % [15].
- Arzneimittelhinweis im Volltext von [16] (PMC6763311): Saccharomyces boulardii steht dort unter den rezeptfrei erhältlichen Arzneimitteln in Deutschland, das Präparat ist namentlich genannt; eine Stammbezeichnung fehlt an dieser Stelle.
- Interessenkonflikte in der Gegenprüfung an den Originalangaben geprüft: In [9] steht wörtlich „LM is a consultant for Biocodex France … and is on the Microbiome Advisory Board Biocodex, France“, dazu im Volltext (PMC12174131) „This study was supported by Biocodex, France“ sowie „All used open controls and none used a placebo“ und „none had a low risk of bias“. In [10] steht „JA, MVC, AC, SMJ, CM, DM, LS and AS received fees from Biocodex as study investigators“ und „The sponsor (Biocodex, France) was involved in the study design, the analysis and interpretation of data, the writing of the report“; Vergleichsarm war ein Bacillus-clausii-Vierstamm-Präparat, kein Placebo (64,6 gegenüber 78,0 Stunden, p = 0,04). Die Metaanalyse [7] nennt im gesamten Abstract nur „Saccharomyces boulardii“; die deutsche Studie [8] wurde laut Volltext (PMC4785405) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert, also ohne Herstellerfinanzierung.
- Rechtsstatus: kein Treffer für „boulardii“ in der konsolidierten Unionsliste (CELEX 02017R2470-20260810, Cellar-Abruf 24.10.2026); dort nur UV-behandelte Backhefe und Hefe-Beta-Glucane aus S. cerevisiae. In VO (EU) Nr. 432/2012 (CELEX 32012R0432) kein Treffer für „Saccharomyces“.
- Entscheidungen von Tilman vom 24.10.2026 eingearbeitet: `familie` bleibt `saccharomyces-cerevisiae-staemme` (taxonomisch korrekt), „Saccharomyces boulardii“ steht als Synonym, der `name` folgt der gültigen Nomenklatur (Entscheidung 4); `kategorie` bleibt Supplement mit Hinweis in `status.deutschland`, bis ein stammgenauer Arzneimittelbeleg vorliegt (Entscheidung 10). Versprechen, Stufen und Zahlen unverändert.
- 25.10.2026, Entscheidungen q132 und q012: interner Arbeitsvermerk aus dem Prüfvermerk gestrichen (ohne inhaltliche Änderung). Kennzeichnung nach q012: Für [7], [11], [12] und [13] nur Abstract geprüft; [8] und [9] auch im Volltext gelesen.
- Korrekturrunde 25.10.2026 (Gegenprüfung): [5] und [6] im Volltext gelesen (Europe PMC PMC6407479 und PMC5341914). [5] nennt sich „ancillary work from a randomized study“ mit NCT01473368, Gruppen und Studiengröße entsprechen [6]: 53 eingeschlossen, 48 nach Protokoll abgeschlossen, zwölf pro Gruppe. [6] erhob neben der Mikrobiota den Fragebogen GSRS und ein Stuhltagebuch; Durchfall-Score unter dem Antibiotikum allein signifikant erhöht, unerwünschte Ereignisse in der Gruppe mit Hefe plus Antibiotikum am seltensten (Fisher-Test nicht signifikant). Finanzierung von [6] durch Harvard Catalyst (NIH) und Biocodex; in [5] Spende von Biocodex, zwei Autoren mit Beratungs- bzw. Vortragstätigkeit für Biocodex. Daraufhin „Bringt die Darmflora nach einer Antibiotikatherapie zurück“ von Stufe 4 „nicht untersucht“ auf Stufe 4 „Einzelbefund, unbestätigt“ gesetzt (K3: ein Marker-Zweitversprechen trägt kein „nicht untersucht“ bei Stufe 4; ein einzelner Surrogatbefund ergibt „Einzelbefund, unbestätigt“) und den Satz „ausschließlich … Surrogatmarker“ berichtigt; evmap-Knoten „vertraeglich“ und der Studieneintrag zu [6] als nicht signifikant gekennzeichnet.
- 26.10.2026, Entscheidung n016 (Tilman, Bogen 2; Prüfbericht docs/pruefberichte/rechtsstatus-e20.md, Frage 8 und Block E): kategorie Supplement mit Arzneistoff-Hinweis; stammgenauer Arzneimittelbeleg liegt vor.
- 26.10.2026, AMIce-Rohabruf des Prüfberichts (25.10.2026) selbst ausgewertet: Perenterol forte 250 mg Kapseln (15843.01.00) Status verlängert, apothekenpflichtig, Phytopharmakon mit eigenständigem Dossier, Wirkstoff „Trockenhefe aus Saccharomyces cerevisiae HANSEN CBS 5926“ [19]. Die Suche nach „Saccharomyces“ findet das Präparat nicht, weil der Stoffname mit „Trockenhefe“ beginnt (keine Frontmaskierung in AMIce).
- 26.10.2026, deutsche Fachinformation Perenterol forte (Stand 08.2024, neueste hinterlegte Fassung, übertragen 20.08.2024; PDF aus dem Rohabruf vom 25.10.2026) selbst gelesen: Abschnitt 2 und 5.1 (wörtlich: „Der enthaltene Hefestamm wird auch unter der Bezeichnung Saccharomyces boulardii CNCM I-745 geführt.“), 4.3, 4.4, 4.5, 4.6, 4.8 [20].
- 26.10.2026, Präzisions-Flags (m004; Regeln im Leitfaden unter „Zahlenregel und Präzisions-Flags“, Umsetzung Claude zur Bestätigung durch Tilman): „Verkürzt akuten Durchfall“: herstellerfinanziert – [9] laut Volltext (PMC12174131) „supported by Biocodex“; [10] Biocodex war Sponsor und an Planung, Auswertung und Manuskript beteiligt (Interessenerklärung). „Bringt die Darmflora nach einer Antibiotikatherapie zurück“: kleine_studien, herstellerfinanziert – eine RCT mit 48 Gesunden in vier Gruppen zu je 12 (Volltext PMC6407479) [5][6]; Finanzierung laut Volltext: [6] (PMC5341914) Harvard Catalyst/NIH und Biocodex, [5] Spende von Biocodex (Mitfinanzierung durch den Hersteller, zur Bestätigung durch Tilman).
- 26.10.2026, Folgearbeit Bogen 2 (Prüfbericht E-20, Block E; eigener Abruf): Novel-Food-Katalog über die Backend-Schnittstelle der Kommission (979 Einträge) abgerufen, Statustexte auf der öffentlichen Katalogseite gegengelesen: POL-NF-09457 „Saccharomyces (all species of genus)“ (Teil „Whole“, NOT_NOVEL_IN_FOOD, letzte Änderung 02.02.2024). EFSA-QPS-Liste (Zenodo, doi:10.5281/zenodo.22812707, Version 17.09.2026, Panel Statement 24) heruntergeladen und im aktuellen Blatt „QPS List“ bzw. „Excluded from QPS“ gelesen, nicht im ausgeblendeten alten Blatt „QPS_list“. Slug, name und Artnamen nicht geändert, deshalb keine LPSN-Abfrage.
Nicht verifiziert
- Die Metaanalyse [7] nennt im Abstract keine Stammbezeichnung; welche Stämme die 21 eingeschlossenen Studien verwendeten, ist damit nicht stammgenau belegt. Sie zählt deshalb nicht für die Evidenzstufe.
- Ein placebokontrollierter, stammgenauer Wirksamkeitsnachweis außerhalb chinesischer Datenbanken und außerhalb herstellerfinanzierter Arbeiten wurde nicht gefunden (Suche in PubMed nach „CNCM I-745“ bzw. „CBS 5926“ mit Durchfall-Bezug, 24.10.2026).
- Die Gleichsetzung CBS 5926 = CNCM I-745 ist jetzt durch die deutsche Fachinformation belegt [20]; eine Hinterlegungsurkunde oder ein Sammlungskatalog wurde nicht eingesehen.
- Die Teilnehmerzahl von [12] steht nicht im Abstract.
- Ob die Hefe nach Absetzen wie beschrieben rasch aus dem Stuhl verschwindet, wurde für diesen Stamm nicht an einer Primärquelle geprüft; im Profil steht deshalb nur, was die Studien zeigen.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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