Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Stärkt das Immunsystem und schützt vor Erkältungen

    nicht untersucht

    Immunsystem & Infekte · gesund (Allgemeinbevölkerung) · Keine Daten

    Gemessen am Versprochenen, dem Schutz vor Erkältungen. Formspezifisch nicht ausgewertet: Der Cochrane-Review gibt für seine Intervention keine Form an („vitamin C“); „ascorbic acid“ steht im Abstract nur im Hintergrund als allgemeine Definition. Die Studienbeschreibungen im Volltext nennen bei einem Teil der Einzelstudien ausdrücklich Ascorbinsäure, bei einer ein Natrium-Calciumascorbat-Gemisch, bei einer Ester-C und bei den meisten keine Form [5]. Das gepoolte Ergebnis für Vitamin C allgemein (Bevölkerungsstudien mit 10 708 Personen, kein geringeres Erkältungsrisiko, RR 0,97; 0,94–1,00) [5] zählt deshalb nach der Formregel nicht für die Stufe; die Einzelergebnisse der Studien mit Ascorbinsäure wurden nicht gesondert ausgewertet. Eine „Stärkung des Immunsystems“ als eigener klinischer Endpunkt wurde nicht geprüft; die zugelassene EU-Angabe zum Immunsystem (siehe Abschnitt „Zugelassene EU-Angaben“) [6] ist kein Studienergebnis. Die etwas kürzere Erkältungsdauer ist ein anderer Endpunkt (nächstes Versprechen).

  • Verkürzt Erkältungen

    nicht untersucht

    Immunsystem & Infekte · gesund (Allgemeinbevölkerung) · Keine Daten

    Formspezifisch nicht ausgewertet; die Daten stammen aus dem Cochrane-Review zu Vitamin C allgemein, dessen Einzelstudien die Form meist nicht nennen (siehe Hauptversprechen), und zählen nach der Formregel nicht für die Stufe [5]. Dort bei regelmäßiger Einnahme vor der Erkältung kürzere Dauer: Erwachsene −8 % (3–12 %), Kinder −14 % (7–21 %), 31 Vergleiche mit 9745 Episoden; wird Vitamin C erst bei Beginn der Erkältung genommen, zeigte sich kein einheitlicher Effekt auf Dauer oder Schwere (7 Vergleiche, 3249 Episoden) [5].

  • Schützt bei harter körperlicher Belastung vor Erkältungen

    nicht untersucht

    Immunsystem & Infekte · gesund (Marathon, Skilanglauf, Militär unter Kälte) · Keine Daten

    Formspezifisch nicht ausgewertet. Im Cochrane-Review zu Vitamin C allgemein fünf RCTs mit 598 Teilnehmenden: RR 0,48 (0,35–0,64) [5]. Laut den Studienbeschreibungen nennen zwei dieser Studien ausdrücklich Ascorbinsäure (Skischule in den Alpen, Ultramarathon), die übrigen keine Form; ihre Einzelergebnisse wurden nicht an den Originalarbeiten ausgewertet. Das gepoolte Ergebnis zählt nach der Formregel nicht für die Stufe.

Wirkweise

Evidenzkarte: L-Ascorbinsäure

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

L-Ascorbinsäure ist in Anhang II der Richtlinie über Nahrungsergänzungsmittel die erste zugelassene Vitamin-C-Verbindung [1]. Der Mensch kann Ascorbinsäure nicht selbst bilden; im Darm nimmt sie vor allem der Natrium-abhängige Transporter SVCT1 auf, SVCT2 verteilt sie in Gewebe mit hohem Bedarf [2]. Die Aufnahme ist eng geregelt: In einer Klinikstudie mit 7 Gesunden folgte der Plasmaspiegel einer S-Kurve und erreichte bei höherer Zufuhr eine Sättigung; Immunzellen enthielten mindestens 14-mal mehr Vitamin C als Plasma und waren früher gesättigt. Mit steigender Einzelmenge sank der aufgenommene Anteil, der Überschuss erschien im Urin, und Oxalat- und Harnsäureausscheidung stiegen [3]. Nur die Infusion umgeht diese Kontrolle: Bei 17 Gesunden lag der Spitzenspiegel nach intravenöser Gabe einer gleichen Menge bei 885 statt 134,8 µmol/l [4].

Das bekannteste Versprechen ist der Erkältungsschutz. Ein Cochrane-Review fand bei regelmäßiger Einnahme in der Allgemeinbevölkerung kein geringeres Erkältungsrisiko (RR 0,97; Bevölkerungsstudien mit 10 708 Personen, insgesamt 29 Vergleiche mit 11 306 Personen), aber bei Marathonläufern, Skilangläufern und Soldaten unter subarktischen Bedingungen ein halbiertes (RR 0,48); die Dauer verkürzte sich bei Erwachsenen um 8 %, bei Kindern um 14 %, und eine Einnahme erst bei Beginn der Erkältung zeigte keinen einheitlichen Effekt [5]. Der Review gibt keine Form an; seine Studienbeschreibungen nennen bei einem Teil der Studien ausdrücklich Ascorbinsäure, bei einer ein Natrium-Calciumascorbat-Gemisch, bei einer Ester-C (siehe Calcium-L-ascorbat) und bei den meisten keine Form [5]. Die Ergebnisse gelten daher für Vitamin C allgemein und zählen nach der Formregel nicht für die Stufe der Versprechen. Die EU erlaubt die Angabe, Vitamin C trage zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei [6].

Zu den Risiken: In drei großen US-Kohorten (NHS I und II, HPFS) war eine hohe Zufuhr aus Präparaten bei Männern, nicht bei Frauen, mit mehr Nierensteinen verbunden (Beobachtungsdaten) [7]. Hochdosierte Infusionen können eine Oxalatnephropathie auslösen (Fallbericht) [8]. Bei fortgeschrittenem Krebs wurden sehr hohe Infusionen in einer Phase-I-Studie gut vertragen, ohne dass ein Tumor ansprach [9]. Bei 872 Sepsis-Patienten unter Vasopressoren erhöhte intravenöses Vitamin C das Risiko für Tod oder anhaltendes Organversagen (44,5 vs. 38,5 %) [10]. Der Abstract nennt nur „vitamin C“; welche Salzform und welcher pH-Wert der Lösung verwendet wurden, ist nicht verifiziert. Eine Übersicht, von deren Autoren zwei ein Patent zu Natriumascorbat bei Sepsis halten, ordnet die Schäden der üblichen Infusionsform Ascorbinsäure zu und untersucht stattdessen pH-neutrales Natriumascorbat [11].

Formulierungen und Herkunft: Synthetische und natürliche Ascorbinsäure sind chemisch identisch; alle gefundenen Steady-State-Studien beim Menschen zeigten keine Unterschiede in der Bioverfügbarkeit, Kinetikstudien höchstens kleine, kurzfristige [12]. Aus Acerolasaft stieg Ascorbinsäure im Plasma tendenziell stärker an, und im Urin erschien weniger als nach reiner Ascorbinsäure (Einzelgaben bei jungen Männern) [13]. Für Hagebutte wurden keine vergleichenden Humandaten zur Vitamin-C-Aufnahme gefunden. Liposomales Vitamin C erreichte in 9 von 10 Kinetikstudien höhere Spitzenspiegel (1,2- bis 5,4-fach) und Flächen unter der Kurve (1,3- bis 7,2-fach) als nicht liposomales; Ausscheidung, Aufnahme in Zellen und klinische Wirkungen wurden kaum gemessen [14]. In einer herstellerfinanzierten Überkreuz-RCT mit 27 Personen lag die Spitzenkonzentration um 27 % im Plasma und 20 % in Leukozyten höher [15]; bei 11 Personen lagen die Spiegel nach liposomaler Gabe zwischen denen der normalen oralen und der intravenösen Gabe [16]. „Gepuffertes“ Vitamin C ist keine Formulierung, sondern eine andere chemische Form (Profile Natrium-L-ascorbat und Calcium-L-ascorbat); im direkten Vergleich mit Ester-C hatten säureempfindliche Personen unter Ascorbinsäure mehr Magenbeschwerden [17]. Liposomales Vitamin C gilt laut Novel-Food-Katalog der Kommission nicht als neuartiges Lebensmittel (Konsultation der polnischen Behörde) [21].

Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.

Nur Wirkmechanismus. Schematischer Schnitt durch fünf Enterozyten des Dünndarms, nicht maßstabsgetreu: Mikrovilli und Proteine stark vergrößert, Zellen gekürzt. Jede Zelle trägt hier eine Gruppe von Angriffspunkten; tatsächlich trägt ein Enterozyt viele davon zugleich, und den B12-Rezeptor Cubam gibt es nur im Ileum. Teilchenzahlen, Geschwindigkeiten, Wartezeiten an den Transportern und Anteile abgewiesener Teilchen sind Ausgaben eines einfachen Modells und illustrativ, keine Messungen; die Abbildung nennt sie nicht als Zahl.
Wirkstoff
Ansicht

Nährstoff aus der Nahrung  gewählter Wirkstoff (bzw. seine Spaltprodukte)  Hemmstoff gebunden  Kreuz = gehemmt · gestrichelter Kreis = Weg ohne gezeigtes Protein

Im Darm nimmt vor allem der Natrium-abhängige Transporter SVCT1 Vitamin C auf [25]. In einer Klinikstudie mit 7 Gesunden folgte der Plasmaspiegel einer S-Kurve bis zur Sättigung, und mit steigender Einzelmenge sank der aufgenommene Anteil; der Überschuss erschien im Urin [26]. In der Abbildung warten Teilchen am belegten Transporter und ziehen sonst weiter (Modell).

Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.

Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
SVCT1 (SLC23A1) im DarmepithelTransporterBindungNatrium-abhängige Aufnahme, sättigbar (Übersicht) Labor[2]
SVCT2 (SLC23A2) in GewebenTransporterBindungAnreicherung in Zellen, Leukozyten ≥ 14-fach über Plasma Mensch, nicht randomisiert[2][3]
Kollagen- und andere Hydroxylasen (Cofaktor)EnzymAktivatorCofaktor von Hydroxylasen und Biosynthese-Enzymen (Übersicht) Labor[12]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativunklar · Keine formspezifische Studie zu Entzündung, oxidativem Stress oder Infekten ausgewertet; die Erkältungsdaten des Cochrane-Reviews gelten für Vitamin C allgemein (Form meist nicht angegeben) und zählen nach der Formregel nicht[5]
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Ascorbinsäure, steigende Mengen

    vollständig bei moderaten Einzelmengen, sinkend bei hohen (7 Gesunde)

    Plasmaspiegel folgen einer S-Kurve bis zur Sättigung; Überschuss wird über den Urin ausgeschieden [3].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Intravenös · Infusion im Vergleich zu oral

    Spitzenspiegel bei gleicher Menge 885 vs. 134,8 µmol/l; der Unterschied wächst mit der Menge [4].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Oral (geschluckt) · liposomal

    Cmax 1,2- bis 5,4-fach, AUC 1,3- bis 7,2-fach (9 von 10 Studien)

    Scoping-Review [14]; herstellerfinanzierte RCT: Plasma-Cmax +27 %, Leukozyten +20 % [15]; Spiegel zwischen oral und intravenös [16]. Urinausscheidung und klinische Endpunkte fehlen.

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · Acerolasaft im Vergleich

    Plasma-AUC tendenziell höher, Urinausscheidung geringer als bei reiner Ascorbinsäure (Einzelgaben) [13]; Steady-State-Studien beim Menschen ohne Unterschied zwischen natürlicher und synthetischer Form [12].

    Mensch, nicht randomisiert

Studien am Menschen

  • Cochrane-Review Erkältung

    systematischer Review, Metaanalyse placebokontrollierter Studien · gesund und Patienten (gemischt) · n = 11306

    Gemessen: Erkältungsrisiko, Dauer, Schwere

    Ergebnis: Risiko RR 0,97 (Allgemeinbevölkerung), 0,48 unter extremer Belastung; Dauer −8 % (Erwachsene), −14 % (Kinder). Vitamin C allgemein: Form der Einzelstudien meist nicht angegeben, teils Ascorbinsäure, je einmal Natrium-Calciumascorbat und Ester-C.[5]

    Mensch, randomisiert

  • LOVIT (Sepsis)

    RCT, placebokontrolliert · Patienten: Sepsis unter Vasopressoren · n = 872 · Infusion bis 96 Stunden, Nachbeobachtung 28 Tage

    Gemessen: Tod oder anhaltendes Organversagen

    Ergebnis: 44,5 vs. 38,5 % (RR 1,21; 1,04–1,40).[10]

    Mensch, randomisiert

  • Kinetik oral

    Depletions-Repletions-Studie in der Klinik · gesund · n = 7 · 4–6 Monate

    Gemessen: Plasma- und Zellspiegel, Urin

    Ergebnis: S-förmige Kurve, Sättigung, sinkende Aufnahme bei hohen Einzelmengen.[3]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Liposomal vs. Standard

    RCT, doppelblind, Überkreuz, placebokontrolliert · gesund · n = 27 · Einzelgaben, 24 h

    Gemessen: Plasma und Leukozyten

    Ergebnis: Cmax +27 % (Plasma), +20 % (Leukozyten); AUC +21 bzw. +8 %; Herstellerfinanzierung.[15]

    Mensch, randomisiert

  • Nierensteine in Kohorten

    prospektive Kohorten (NHS I/II, HPFS) · gesund · n = 197271 · median etwa 11 Jahre

    Gemessen: neue Nierensteine

    Ergebnis: Bei Männern höheres Risiko mit hoher Zufuhr aus Präparaten, bei Frauen kein Zusammenhang.[7]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Nierensteine bei Männern

    Hohe Zufuhr aus Präparaten war bei Männern mit mehr Nierensteinen verbunden, bei Frauen nicht (Kohorten, keine Kausalität belegt) [7]; mehr Oxalatausscheidung bei hoher Zufuhr [3].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Oxalatnephropathie nach Infusionen

    Fallbericht eines akuten Nierenschadens durch Oxalatablagerungen nach intravenösem Vitamin C [8].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Schaden bei Sepsis (Infusion)

    Mehr Tod oder Organversagen in LOVIT [10]; eine Salzform legt das Studienprotokoll nicht fest (Register: „Ascorbic acid“) [18]. Verwendet wurden handelsübliche Ascorbinsäure-Injektionslösungen (Mylan, Sandoz, Laroscorbine); ob sie mit Natriumbasen auf einen neutraleren pH eingestellt waren, steht in keiner Studienunterlage [10][20].

    Mensch, randomisiert

  • Magenbeschwerden

    Bei säureempfindlichen Personen mehr Magenbeschwerden als unter Calciumascorbat (Ester-C) [17].

    Mensch, randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Natürliches Vitamin C (Acerola, Hagebutte) ist besser als synthetisches“

    Chemisch identisch; Steady-State-Studien beim Menschen ohne Unterschied [12]; Acerola nur mit kleinem kurzfristigem Kinetikunterschied [13]; für Hagebutte keine Vergleichsdaten gefunden.

  • teilweise belegt

    „Liposomales Vitamin C wirkt besser“

    Höhere Blutspiegel in den meisten Kinetikstudien [14][15], klinische Vorteile aber nicht untersucht [14].

  • widerlegt

    „Hoch dosiertes Vitamin C verhindert Erkältungen“

    In der Allgemeinbevölkerung kein geringeres Erkältungsrisiko (RR 0,97) [5].

  • nicht belegt

    „Vitamin-C-Infusionen sind eine wirksame Krebstherapie“

    Phase-I-Studie ohne Tumoransprechen [9]; Infusionen erreichen zwar viel höhere Spiegel [4], ein klinischer Nutzen ist damit nicht gezeigt.

  • widerlegt

    „Hochdosis-Infusionen mit Vitamin C helfen bei Sepsis“

    In der größten gefundenen RCT (LOVIT, 872 Patientinnen und Patienten unter Vasopressoren) mehr Tod oder anhaltendes Organversagen (RR 1,21; 1,04–1,40) [10]. Das Studienprotokoll legt keine Salzform fest [18]; verwendet wurden handelsübliche Ascorbinsäure-Injektionslösungen, deren pH-Einstellung keine Studienunterlage nennt [10][20]; eine Übersicht, deren Autoren teils ein Patent zu Natriumascorbat halten, führt den Schaden auf Ascorbinsäure zurück [11]. Arzneiliche Anwendung, kein Befund zu Ascorbinsäure als Nahrungsergänzung.

Pharmakokinetik

Aufnahme
Natrium-abhängig über SVCT1 [2]; vollständig bei moderaten Einzelmengen, bei hohen abnehmend; Plasma sättigt [3].
Halbwertszeit
Nicht verifiziert.
Abbau
Überschuss wird unverändert im Urin ausgeschieden; bei hoher Zufuhr steigen Oxalat- und Harnsäureausscheidung [3].
Weg ins Gehirn
Verteilung in Gewebe über SVCT2 [2]; Hirnspiegel nicht an Primärdaten geprüft.

Rechtlicher Status

Deutschland
Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Ascorbinsäure verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [19]; als Vitaminverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [1].
EU
Anhang II Teil A, Nr. 13 a der RL 2002/46/EG (zulässige Vitaminverbindung für Nahrungsergänzungsmittel) [1].
USA
Nicht verifiziert.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“

    Nährstoff
    Vitamin C
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[6]
    Einordnung
    rechtlich zulässig, bei Gesunden mit dieser Form nicht untersucht; Daten zu Vitamin C ohne Formangabe siehe Versprechen „Stärkt das Immunsystem und schützt vor Erkältungen“
  • „trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems während und nach intensiver körperlicher Betätigung bei“

    Nährstoff
    Vitamin C
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[6]
    Einordnung
    rechtlich zulässig, bei Gesunden mit dieser Form nicht untersucht; Daten zu Vitamin C ohne Formangabe siehe Versprechen „Schützt bei harter körperlicher Belastung vor Erkältungen“

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Bringen liposomale Formen einen klinischen Vorteil oder nur höhere Spitzenspiegel, die rasch ausgeschieden werden?
  • Nützt Vitamin C Menschen mit niedrigem Ausgangsspiegel bei Infekten mehr als gut Versorgten?
  • Ist der Zusammenhang mit Nierensteinen bei Männern ursächlich?

Referenzen

  1. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  2. Bürzle M, Suzuki Y, Ackermann D, Miyazaki H, Maeda N, Clémençon B, et al. The sodium-dependent ascorbic acid transporter family SLC23. Mol Aspects Med. 2013;34(2-3):436–54. doi:10.1016/j.mam.2012.12.002 · PubMed
  3. Levine M, Conry-Cantilena C, Wang Y, Welch RW, Washko PW, Dhariwal KR, et al. Vitamin C pharmacokinetics in healthy volunteers: evidence for a recommended dietary allowance. Proc Natl Acad Sci U S A. 1996;93(8):3704–9. doi:10.1073/pnas.93.8.3704 · PubMed
  4. Padayatty SJ, Sun H, Wang Y, Riordan HD, Hewitt SM, Katz A, et al. Vitamin C pharmacokinetics: implications for oral and intravenous use. Ann Intern Med. 2004;140(7):533–7. doi:10.7326/0003-4819-140-7-200404060-00010 · PubMed
  5. Hemilä H, Chalker E. Vitamin C for preventing and treating the common cold. Cochrane Database Syst Rev. 2013;(1):CD000980. doi:10.1002/14651858.CD000980.pub4 · PubMed
  6. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
  7. Ferraro PM, Curhan GC, Gambaro G, Taylor EN. Total, dietary, and supplemental vitamin C intake and risk of incident kidney stones. Am J Kidney Dis. 2016;67(3):400–7. doi:10.1053/j.ajkd.2015.09.005 · PubMed
  8. Cossey LN, Rahim F, Larsen CP. Oxalate nephropathy and intravenous vitamin C. Am J Kidney Dis. 2013;61(6):1032–5. doi:10.1053/j.ajkd.2013.01.025 · PubMed
  9. Hoffer LJ, Levine M, Assouline S, Melnychuk D, Padayatty SJ, Rosadiuk K, et al. Phase I clinical trial of i.v. ascorbic acid in advanced malignancy. Ann Oncol. 2008;19(11):1969–74. doi:10.1093/annonc/mdn377 · PubMed
  10. Lamontagne F, Masse MH, Menard J, Sprague S, Pinto R, Heyland DK, et al. Intravenous vitamin C in adults with sepsis in the intensive care unit. N Engl J Med. 2022;386(25):2387–98. doi:10.1056/NEJMoa2200644 · PubMed
  11. Bishop MS, Lane DJR, Ayton S, May CN, Plummer MP, Lankadeva YR. Sodium ascorbate versus ascorbic acid in sepsis: a narrative review of emerging cardiovascular and neurological benefits. Crit Care. 2026;30(1):54. doi:10.1186/s13054-025-05831-8 · PubMed
  12. Carr AC, Vissers MC. Synthetic or food-derived vitamin C – are they equally bioavailable? Nutrients. 2013;5(11):4284–304. doi:10.3390/nu5114284 · PubMed
  13. Uchida E, Kondo Y, Amano A, Aizawa S, Hanamura T, Aoki H, et al. Absorption and excretion of ascorbic acid alone and in acerola (Malpighia emarginata) juice: comparison in healthy Japanese subjects. Biol Pharm Bull. 2011;34(11):1744–7. doi:10.1248/bpb.34.1744 · PubMed
  14. Carr AC. Do liposomal vitamin C formulations have improved bioavailability? A scoping review identifying future research directions. Basic Clin Pharmacol Toxicol. 2025;137(1):e70067. doi:10.1111/bcpt.70067 · PubMed
  15. Purpura M, Jäger R, Godavarthi A, Bhaskarachar D, Tinsley GM. Liposomal delivery enhances absorption of vitamin C into plasma and leukocytes: a double-blind, placebo-controlled, randomized trial. Eur J Nutr. 2024;63(8):3037–46. doi:10.1007/s00394-024-03487-8 · PubMed
  16. Davis JL, Paris HL, Beals JW, Binns SE, Giordano GR, Scalzo RL, et al. Liposomal-encapsulated ascorbic acid: influence on vitamin C bioavailability and capacity to protect against ischemia-reperfusion injury. Nutr Metab Insights. 2016;9:25–30. doi:10.4137/NMI.S39764 · PubMed
  17. Gruenwald J, Graubaum HJ, Busch R, Bentley C. Safety and tolerance of ester-C compared with regular ascorbic acid. Adv Ther. 2006;23(1):171–8. doi:10.1007/BF02850358 · PubMed
  18. Masse MH, Ménard J, Sprague S, Battista MC, Cook DJ, Guyatt GH, et al. Lessening Organ dysfunction with VITamin C (LOVIT): protocol for a randomized controlled trial. Trials. 2020;21(1):42. doi:10.1186/s13063-019-3834-1 · PubMed
  19. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Ascorbinsäure“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
  20. Walker SE, Iazzetta J, Law S, Kanji S, Bolduc B, Lamontagne F, et al. Administration of intravenous ascorbic acid – practical considerations for clinicians. Nutrients. 2019;11(9):1994. doi:10.3390/nu11091994 · PubMed
  21. Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Liposomal vitamin C [Datenbank]. POL-NF-00476 [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Rechtsstatus am konsolidierten Text der RL 2002/46/EG (CELEX 02002L0046-20251126): Anhang II Teil A, Nr. 13 a „L-Ascorbinsäure“.
  • Gesundheitsbezogene Angaben am Text der VO (EU) Nr. 432/2012 (Basisfassung): Vitamin C u. a. normale Funktion des Immunsystems, auch während und nach intensiver körperlicher Betätigung.
  • Am Abstract: SVCT1/SVCT2, keine Eigensynthese [2]; 7 Gesunde, S-Kurve, Sättigung, Leukozyten ≥ 14-fach, sinkende Bioverfügbarkeit bei hohen Einzelmengen, Oxalat und Urat ↑ [3]; 17 Gesunde, 134,8 vs. 885 µmol/l [4]; 29 Vergleiche, 11 306 Personen, RR 0,97 und 0,48, Dauer −8/−14 %, therapeutisch kein konsistenter Effekt [5]; 156 735 Frauen und 40 536 Männer, Assoziation nur bei Männern [7]; Fallbericht Oxalatnephropathie [8]; Phase I ohne Ansprechen [9]; 872 Patienten, 44,5 vs. 38,5 %, RR 1,21 [10]; Ascorbinsäure-Infusion mit Schaden verknüpft, Patent der Autoren zu Natriumascorbat [11]; Steady-State ohne Unterschied [12]; Acerola-AUC tendenziell höher, Urin geringer [13]; 10 Studien, 9 mit höherer Cmax/AUC [14]; 27 Personen, +27/+20 %, Finanzierung Specnova (Volltext) [15]; 11 Personen, Spiegel zwischen oral und intravenös [16]; 50 säureempfindliche Personen, 37,5 vs. 62,5 % der Magenbeschwerden [17].
  • PubChem: L-Ascorbic Acid CID 54670067.
  • Regelrunde K1–K8/G1–G12 (24.10.2026): Cochrane-Abstract [5] erneut gelesen: „Vitamin C (ascorbic acid)“ steht nur im Hintergrund als allgemeine Definition; Auswahlkriterien und Ergebnisse nennen nur „vitamin C“ ohne Form (Volltext damals über PMC-XML und Europe PMC nicht abrufbar). LOVIT-Protokoll [18] im Volltext (PMC6950903) gelesen: „Both vitamin C and placebo … will be purchased by sites from their usual distributor“, keine Salzform festgelegt. Beziehung zu ascorbylpalmitat nach K1 „Derivat“ → „andere Form“.
  • Gesundheitsbezogene Angaben zu Vitamin C in der konsolidierten Fassung CELEX 02012R0432-20250820 (Cellar, XHTML, 24.10.2026) mit dem Basistext verglichen: gleicher Wortlaut [6].
  • Nachprüfung K2 (24.10.2026): Cochrane-Volltext [5] über die PMC-Webseite (PMC8078152) gelesen, Characteristics of included studies (61 Einträge): Ascorbinsäure ausdrücklich genannt bei Anderson 1975 (Kapselarm), Clegg 1975, Coulehan 1976, Cowan 1942, Cowan 1950, Elwood 1976, Karlowski 1975, Moolla 1996, Regnier 1968 und Ritzel 1961 (meist in Zitaten zur Verblindung); Tablettenarm von Anderson 1975 mit Natrium- und Calciumascorbat; Van Straten 2002 mit Ester-C; übrige ohne Formangabe. In der Belastungsgruppe nennen Ritzel 1961 (Skischule) und Moolla 1996a (Ultramarathon) Ascorbinsäure, Peters 1993a, Peters 1996a und Sabiston 1974 keine Form. Gepoolte Ergebnisse deshalb nicht formspezifisch: drei Erkältungsversprechen 4 → 0 „nicht untersucht“, systeme und Evidenzkarte (Erkältung, Sepsis) auf 0, evidenz_gesamt neu begründet. Abstract [17] erneut gelesen: randomisiert, doppelblind, Überkreuz, „regular ascorbic acid“.
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Ascorbinsäure“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 196 Treffer, einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [19]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
  • Literatur (G8, Frage 34) am 24.10.2026: NEJM-Supplementary-Appendix zu LOVIT [10] (Abschnitt 2 „Vitamin C products“) und Protokoll-Supplement gelesen: Vitamin C von Mylan (Kanada, Neuseeland) und Laroscorbine (Bayer, Frankreich), laut Protokoll auch eine Sandoz-Ampulle; keine Salzform genannt. Walker 2019 [20] (LOVIT-Arbeitsgruppe; PubMed, Crossref, Volltext PMC6769642): kanadische Präparate als „ascorbic acid injection“ mit Dinatriumedetat (Mylan) bzw. Natriummetabisulfit (Sandoz), keine pH-Einstellung beschrieben. Heutige US-Fachinformationen (openFDA) deklarieren andere Ascorbinsäure-Injektionslösungen als Natriumascorbat-Äquivalent; diese wurden in LOVIT nicht verwendet. Einstufung bleibt.
  • Novel-Food-Katalog (Backend-API, 24.10.2026): „Liposomal vitamin C“ (POL-NF-00476) Status „Not novel in food“, Konsultation der polnischen Behörde [21].

Nicht verifiziert

  • LOVIT [10]: Die Fachinformationen der verwendeten Präparate (Mylan Kanada, Laroscorbine Bayer Frankreich, Sandoz) wurden nicht geprüft (Health-Canada-Datenbank nicht erreichbar, französische Arzneimitteldatenbank ohne Treffer); ob sie mit Natriumbasen pH-eingestellt waren, bleibt offen. Deshalb kein formspezifischer Befund.
  • Zusatzstoffnummer E 300 nur als verbreitete Bezeichnung in synonyme, nicht in der Zusatzstoffverordnung geprüft.
  • Herstellerbeteiligung bei [16] und [17] (Ester-C-Studie [17]: Finanzierung im Abstract nicht genannt).
  • Plasma-Halbwertszeit und Hirnspiegel nicht an Primärquellen geprüft.
  • Hagebutte: keine vergleichenden Humandaten zur Vitamin-C-Aufnahme gefunden (nur Arthrose-Studien mit Hagebuttenpulver, die andere Inhaltsstoffe betreffen und nicht ausgewertet wurden).
  • Einzelergebnisse der Cochrane-Studien mit ausdrücklich Ascorbinsäure (z. B. Ritzel 1961 und Moolla 1996a unter Belastung, Elwood 1976 und Karlowski 1975 in der Allgemeinbevölkerung) nicht an den Originalarbeiten ausgewertet; die Formangaben stammen aus den Studienbeschreibungen des Reviews.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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