Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Stärkt das Immunsystem und schützt vor Erkältungen
nicht untersuchtGemessen am Versprochenen, dem Schutz vor Erkältungen. Formspezifisch nicht ausgewertet: Der Cochrane-Review gibt für seine Intervention keine Form an („vitamin C“); „ascorbic acid“ steht im Abstract nur im Hintergrund als allgemeine Definition. Die Studienbeschreibungen im Volltext nennen bei einem Teil der Einzelstudien ausdrücklich Ascorbinsäure, bei einer ein Natrium-Calciumascorbat-Gemisch, bei einer Ester-C und bei den meisten keine Form [5]. Das gepoolte Ergebnis für Vitamin C allgemein (Bevölkerungsstudien mit 10 708 Personen, kein geringeres Erkältungsrisiko, RR 0,97; 0,94–1,00) [5] zählt deshalb nach der Formregel nicht für die Stufe; die Einzelergebnisse der Studien mit Ascorbinsäure wurden nicht gesondert ausgewertet. Eine „Stärkung des Immunsystems“ als eigener klinischer Endpunkt wurde nicht geprüft; die zugelassene EU-Angabe zum Immunsystem (siehe Abschnitt „Zugelassene EU-Angaben“) [6] ist kein Studienergebnis. Die etwas kürzere Erkältungsdauer ist ein anderer Endpunkt (nächstes Versprechen).
Verkürzt Erkältungen
nicht untersuchtFormspezifisch nicht ausgewertet; die Daten stammen aus dem Cochrane-Review zu Vitamin C allgemein, dessen Einzelstudien die Form meist nicht nennen (siehe Hauptversprechen), und zählen nach der Formregel nicht für die Stufe [5]. Dort bei regelmäßiger Einnahme vor der Erkältung kürzere Dauer: Erwachsene −8 % (3–12 %), Kinder −14 % (7–21 %), 31 Vergleiche mit 9745 Episoden; wird Vitamin C erst bei Beginn der Erkältung genommen, zeigte sich kein einheitlicher Effekt auf Dauer oder Schwere (7 Vergleiche, 3249 Episoden) [5].
Schützt bei harter körperlicher Belastung vor Erkältungen
nicht untersuchtFormspezifisch nicht ausgewertet. Im Cochrane-Review zu Vitamin C allgemein fünf RCTs mit 598 Teilnehmenden: RR 0,48 (0,35–0,64) [5]. Laut den Studienbeschreibungen nennen zwei dieser Studien ausdrücklich Ascorbinsäure (Skischule in den Alpen, Ultramarathon), die übrigen keine Form; ihre Einzelergebnisse wurden nicht an den Originalarbeiten ausgewertet. Das gepoolte Ergebnis zählt nach der Formregel nicht für die Stufe.
Wirkweise
Evidenzkarte: L-Ascorbinsäure
L-Ascorbinsäure ist in Anhang II der Richtlinie über Nahrungsergänzungsmittel die erste zugelassene Vitamin-C-Verbindung [1]. Der Mensch kann Ascorbinsäure nicht selbst bilden; im Darm nimmt sie vor allem der Natrium-abhängige Transporter SVCT1 auf, SVCT2 verteilt sie in Gewebe mit hohem Bedarf [2]. Die Aufnahme ist eng geregelt: In einer Klinikstudie mit 7 Gesunden folgte der Plasmaspiegel einer S-Kurve und erreichte bei höherer Zufuhr eine Sättigung; Immunzellen enthielten mindestens 14-mal mehr Vitamin C als Plasma und waren früher gesättigt. Mit steigender Einzelmenge sank der aufgenommene Anteil, der Überschuss erschien im Urin, und Oxalat- und Harnsäureausscheidung stiegen [3]. Nur die Infusion umgeht diese Kontrolle: Bei 17 Gesunden lag der Spitzenspiegel nach intravenöser Gabe einer gleichen Menge bei 885 statt 134,8 µmol/l [4].
Das bekannteste Versprechen ist der Erkältungsschutz. Ein Cochrane-Review fand bei regelmäßiger Einnahme in der Allgemeinbevölkerung kein geringeres Erkältungsrisiko (RR 0,97; Bevölkerungsstudien mit 10 708 Personen, insgesamt 29 Vergleiche mit 11 306 Personen), aber bei Marathonläufern, Skilangläufern und Soldaten unter subarktischen Bedingungen ein halbiertes (RR 0,48); die Dauer verkürzte sich bei Erwachsenen um 8 %, bei Kindern um 14 %, und eine Einnahme erst bei Beginn der Erkältung zeigte keinen einheitlichen Effekt [5]. Der Review gibt keine Form an; seine Studienbeschreibungen nennen bei einem Teil der Studien ausdrücklich Ascorbinsäure, bei einer ein Natrium-Calciumascorbat-Gemisch, bei einer Ester-C (siehe Calcium-L-ascorbat) und bei den meisten keine Form [5]. Die Ergebnisse gelten daher für Vitamin C allgemein und zählen nach der Formregel nicht für die Stufe der Versprechen. Die EU erlaubt die Angabe, Vitamin C trage zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei [6].
Zu den Risiken: In drei großen US-Kohorten (NHS I und II, HPFS) war eine hohe Zufuhr aus Präparaten bei Männern, nicht bei Frauen, mit mehr Nierensteinen verbunden (Beobachtungsdaten) [7]. Hochdosierte Infusionen können eine Oxalatnephropathie auslösen (Fallbericht) [8]. Bei fortgeschrittenem Krebs wurden sehr hohe Infusionen in einer Phase-I-Studie gut vertragen, ohne dass ein Tumor ansprach [9]. Bei 872 Sepsis-Patienten unter Vasopressoren erhöhte intravenöses Vitamin C das Risiko für Tod oder anhaltendes Organversagen (44,5 vs. 38,5 %) [10]. Der Abstract nennt nur „vitamin C“; welche Salzform und welcher pH-Wert der Lösung verwendet wurden, ist nicht verifiziert. Eine Übersicht, von deren Autoren zwei ein Patent zu Natriumascorbat bei Sepsis halten, ordnet die Schäden der üblichen Infusionsform Ascorbinsäure zu und untersucht stattdessen pH-neutrales Natriumascorbat [11].
Formulierungen und Herkunft: Synthetische und natürliche Ascorbinsäure sind chemisch identisch; alle gefundenen Steady-State-Studien beim Menschen zeigten keine Unterschiede in der Bioverfügbarkeit, Kinetikstudien höchstens kleine, kurzfristige [12]. Aus Acerolasaft stieg Ascorbinsäure im Plasma tendenziell stärker an, und im Urin erschien weniger als nach reiner Ascorbinsäure (Einzelgaben bei jungen Männern) [13]. Für Hagebutte wurden keine vergleichenden Humandaten zur Vitamin-C-Aufnahme gefunden. Liposomales Vitamin C erreichte in 9 von 10 Kinetikstudien höhere Spitzenspiegel (1,2- bis 5,4-fach) und Flächen unter der Kurve (1,3- bis 7,2-fach) als nicht liposomales; Ausscheidung, Aufnahme in Zellen und klinische Wirkungen wurden kaum gemessen [14]. In einer herstellerfinanzierten Überkreuz-RCT mit 27 Personen lag die Spitzenkonzentration um 27 % im Plasma und 20 % in Leukozyten höher [15]; bei 11 Personen lagen die Spiegel nach liposomaler Gabe zwischen denen der normalen oralen und der intravenösen Gabe [16]. „Gepuffertes“ Vitamin C ist keine Formulierung, sondern eine andere chemische Form (Profile Natrium-L-ascorbat und Calcium-L-ascorbat); im direkten Vergleich mit Ester-C hatten säureempfindliche Personen unter Ascorbinsäure mehr Magenbeschwerden [17]. Liposomales Vitamin C gilt laut Novel-Food-Katalog der Kommission nicht als neuartiges Lebensmittel (Konsultation der polnischen Behörde) [21].
Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.
Nährstoff aus der Nahrung gewählter Wirkstoff (bzw. seine Spaltprodukte) Hemmstoff gebunden Kreuz = gehemmt · gestrichelter Kreis = Weg ohne gezeigtes Protein
Normalzustand
Aufnahme in dieser Zelle (Modell): Ausgangslage
L-Ascorbinsäure
Aufnahme in dieser Zelle (Modell): mehr
Beide Felder zeigen dieselbe Zelle, links ohne, rechts mit dem gewählten Wirkstoff. Wort und Balken unter den Feldern zeigen ohne Zahl nur die Richtung (z. B. weniger Glucose bei gehemmten Enzymen, mehr Aufnahmen, wenn der Wirkstoff selbst aufgenommen wird). Das Teilchenmodell ist illustrativ, keine Messung, und sagt nichts über das Ausmaß beim Menschen.
Im Darm nimmt vor allem der Natrium-abhängige Transporter SVCT1 Vitamin C auf [25]. In einer Klinikstudie mit 7 Gesunden folgte der Plasmaspiegel einer S-Kurve bis zur Sättigung, und mit steigender Einzelmenge sank der aufgenommene Anteil; der Überschuss erschien im Urin [26]. In der Abbildung warten Teilchen am belegten Transporter und ziehen sonst weiter (Modell).
Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.
Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet
- Magnesiumglycinat: Aufnahme über den Dipeptidweg im Profil nur vermutet
- Nicotinamidmononukleotid (NMN): vorgeschlagener Transporter Slc12a8 umstritten
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| SVCT1 (SLC23A1) im Darmepithel | Transporter | Bindung | Natrium-abhängige Aufnahme, sättigbar (Übersicht) | Labor[2] |
| SVCT2 (SLC23A2) in Geweben | Transporter | Bindung | Anreicherung in Zellen, Leukozyten ≥ 14-fach über Plasma | Mensch, nicht randomisiert[2][3] |
| Kollagen- und andere Hydroxylasen (Cofaktor) | Enzym | Aktivator | Cofaktor von Hydroxylasen und Biosynthese-Enzymen (Übersicht) | Labor[12] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativKeine formspezifische Studie zu Entzündung, oxidativem Stress oder Infekten ausgewertet; die Erkältungsdaten des Cochrane-Reviews gelten für Vitamin C allgemein (Form meist nicht angegeben) und zählen nach der Formregel nicht[5]
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Ascorbinsäure, steigende Mengen
vollständig bei moderaten Einzelmengen, sinkend bei hohen (7 Gesunde)Plasmaspiegel folgen einer S-Kurve bis zur Sättigung; Überschuss wird über den Urin ausgeschieden [3].
Mensch, nicht randomisiert
Intravenös · Infusion im Vergleich zu oral
Spitzenspiegel bei gleicher Menge 885 vs. 134,8 µmol/l; der Unterschied wächst mit der Menge [4].
Mensch, nicht randomisiert
Oral (geschluckt) · liposomal
Cmax 1,2- bis 5,4-fach, AUC 1,3- bis 7,2-fach (9 von 10 Studien)Scoping-Review [14]; herstellerfinanzierte RCT: Plasma-Cmax +27 %, Leukozyten +20 % [15]; Spiegel zwischen oral und intravenös [16]. Urinausscheidung und klinische Endpunkte fehlen.
Mensch, randomisiert
Oral (geschluckt) · Acerolasaft im Vergleich
Plasma-AUC tendenziell höher, Urinausscheidung geringer als bei reiner Ascorbinsäure (Einzelgaben) [13]; Steady-State-Studien beim Menschen ohne Unterschied zwischen natürlicher und synthetischer Form [12].
Mensch, nicht randomisiert
Studien am Menschen
Cochrane-Review Erkältung
Gemessen: Erkältungsrisiko, Dauer, Schwere
Ergebnis: Risiko RR 0,97 (Allgemeinbevölkerung), 0,48 unter extremer Belastung; Dauer −8 % (Erwachsene), −14 % (Kinder). Vitamin C allgemein: Form der Einzelstudien meist nicht angegeben, teils Ascorbinsäure, je einmal Natrium-Calciumascorbat und Ester-C.[5]
Mensch, randomisiert
LOVIT (Sepsis)
Gemessen: Tod oder anhaltendes Organversagen
Ergebnis: 44,5 vs. 38,5 % (RR 1,21; 1,04–1,40).[10]
Mensch, randomisiert
Kinetik oral
Gemessen: Plasma- und Zellspiegel, Urin
Ergebnis: S-förmige Kurve, Sättigung, sinkende Aufnahme bei hohen Einzelmengen.[3]
Mensch, nicht randomisiert
Liposomal vs. Standard
Gemessen: Plasma und Leukozyten
Ergebnis: Cmax +27 % (Plasma), +20 % (Leukozyten); AUC +21 bzw. +8 %; Herstellerfinanzierung.[15]
Mensch, randomisiert
Nierensteine in Kohorten
Gemessen: neue Nierensteine
Ergebnis: Bei Männern höheres Risiko mit hoher Zufuhr aus Präparaten, bei Frauen kein Zusammenhang.[7]
Mensch, nicht randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Nierensteine bei Männern
Hohe Zufuhr aus Präparaten war bei Männern mit mehr Nierensteinen verbunden, bei Frauen nicht (Kohorten, keine Kausalität belegt) [7]; mehr Oxalatausscheidung bei hoher Zufuhr [3].
Mensch, nicht randomisiert
Oxalatnephropathie nach Infusionen
Fallbericht eines akuten Nierenschadens durch Oxalatablagerungen nach intravenösem Vitamin C [8].
Mensch, nicht randomisiert
Schaden bei Sepsis (Infusion)
Mehr Tod oder Organversagen in LOVIT [10]; eine Salzform legt das Studienprotokoll nicht fest (Register: „Ascorbic acid“) [18]. Verwendet wurden handelsübliche Ascorbinsäure-Injektionslösungen (Mylan, Sandoz, Laroscorbine); ob sie mit Natriumbasen auf einen neutraleren pH eingestellt waren, steht in keiner Studienunterlage [10][20].
Mensch, randomisiert
Magenbeschwerden
Bei säureempfindlichen Personen mehr Magenbeschwerden als unter Calciumascorbat (Ester-C) [17].
Mensch, randomisiert
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- nicht belegt
„Natürliches Vitamin C (Acerola, Hagebutte) ist besser als synthetisches“
Chemisch identisch; Steady-State-Studien beim Menschen ohne Unterschied [12]; Acerola nur mit kleinem kurzfristigem Kinetikunterschied [13]; für Hagebutte keine Vergleichsdaten gefunden.
- teilweise belegt
„Liposomales Vitamin C wirkt besser“
Höhere Blutspiegel in den meisten Kinetikstudien [14][15], klinische Vorteile aber nicht untersucht [14].
- widerlegt
„Hoch dosiertes Vitamin C verhindert Erkältungen“
In der Allgemeinbevölkerung kein geringeres Erkältungsrisiko (RR 0,97) [5].
- nicht belegt
„Vitamin-C-Infusionen sind eine wirksame Krebstherapie“
Phase-I-Studie ohne Tumoransprechen [9]; Infusionen erreichen zwar viel höhere Spiegel [4], ein klinischer Nutzen ist damit nicht gezeigt.
- widerlegt
„Hochdosis-Infusionen mit Vitamin C helfen bei Sepsis“
In der größten gefundenen RCT (LOVIT, 872 Patientinnen und Patienten unter Vasopressoren) mehr Tod oder anhaltendes Organversagen (RR 1,21; 1,04–1,40) [10]. Das Studienprotokoll legt keine Salzform fest [18]; verwendet wurden handelsübliche Ascorbinsäure-Injektionslösungen, deren pH-Einstellung keine Studienunterlage nennt [10][20]; eine Übersicht, deren Autoren teils ein Patent zu Natriumascorbat halten, führt den Schaden auf Ascorbinsäure zurück [11]. Arzneiliche Anwendung, kein Befund zu Ascorbinsäure als Nahrungsergänzung.
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Natrium-abhängig über SVCT1 [2]; vollständig bei moderaten Einzelmengen, bei hohen abnehmend; Plasma sättigt [3].
- Halbwertszeit
- Nicht verifiziert.
- Abbau
- Überschuss wird unverändert im Urin ausgeschieden; bei hoher Zufuhr steigen Oxalat- und Harnsäureausscheidung [3].
- Weg ins Gehirn
- Verteilung in Gewebe über SVCT2 [2]; Hirnspiegel nicht an Primärdaten geprüft.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Ascorbinsäure verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [19]; als Vitaminverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [1].
- EU
- Anhang II Teil A, Nr. 13 a der RL 2002/46/EG (zulässige Vitaminverbindung für Nahrungsergänzungsmittel) [1].
- USA
- Nicht verifiziert.
Zugelassene EU-Angaben
„trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“
- Nährstoff
- Vitamin C
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[6]
- Einordnung
- rechtlich zulässig, bei Gesunden mit dieser Form nicht untersucht; Daten zu Vitamin C ohne Formangabe siehe Versprechen „Stärkt das Immunsystem und schützt vor Erkältungen“
„trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems während und nach intensiver körperlicher Betätigung bei“
- Nährstoff
- Vitamin C
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[6]
- Einordnung
- rechtlich zulässig, bei Gesunden mit dieser Form nicht untersucht; Daten zu Vitamin C ohne Formangabe siehe Versprechen „Schützt bei harter körperlicher Belastung vor Erkältungen“
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Bringen liposomale Formen einen klinischen Vorteil oder nur höhere Spitzenspiegel, die rasch ausgeschieden werden?
- Nützt Vitamin C Menschen mit niedrigem Ausgangsspiegel bei Infekten mehr als gut Versorgten?
- Ist der Zusammenhang mit Nierensteinen bei Männern ursächlich?
Referenzen
- Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
- Bürzle M, Suzuki Y, Ackermann D, Miyazaki H, Maeda N, Clémençon B, et al. The sodium-dependent ascorbic acid transporter family SLC23. Mol Aspects Med. 2013;34(2-3):436–54. doi:10.1016/j.mam.2012.12.002 · PubMed
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- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Ascorbinsäure“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
- Walker SE, Iazzetta J, Law S, Kanji S, Bolduc B, Lamontagne F, et al. Administration of intravenous ascorbic acid – practical considerations for clinicians. Nutrients. 2019;11(9):1994. doi:10.3390/nu11091994 · PubMed
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Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Rechtsstatus am konsolidierten Text der RL 2002/46/EG (CELEX 02002L0046-20251126): Anhang II Teil A, Nr. 13 a „L-Ascorbinsäure“.
- Gesundheitsbezogene Angaben am Text der VO (EU) Nr. 432/2012 (Basisfassung): Vitamin C u. a. normale Funktion des Immunsystems, auch während und nach intensiver körperlicher Betätigung.
- Am Abstract: SVCT1/SVCT2, keine Eigensynthese [2]; 7 Gesunde, S-Kurve, Sättigung, Leukozyten ≥ 14-fach, sinkende Bioverfügbarkeit bei hohen Einzelmengen, Oxalat und Urat ↑ [3]; 17 Gesunde, 134,8 vs. 885 µmol/l [4]; 29 Vergleiche, 11 306 Personen, RR 0,97 und 0,48, Dauer −8/−14 %, therapeutisch kein konsistenter Effekt [5]; 156 735 Frauen und 40 536 Männer, Assoziation nur bei Männern [7]; Fallbericht Oxalatnephropathie [8]; Phase I ohne Ansprechen [9]; 872 Patienten, 44,5 vs. 38,5 %, RR 1,21 [10]; Ascorbinsäure-Infusion mit Schaden verknüpft, Patent der Autoren zu Natriumascorbat [11]; Steady-State ohne Unterschied [12]; Acerola-AUC tendenziell höher, Urin geringer [13]; 10 Studien, 9 mit höherer Cmax/AUC [14]; 27 Personen, +27/+20 %, Finanzierung Specnova (Volltext) [15]; 11 Personen, Spiegel zwischen oral und intravenös [16]; 50 säureempfindliche Personen, 37,5 vs. 62,5 % der Magenbeschwerden [17].
- PubChem: L-Ascorbic Acid CID 54670067.
- Regelrunde K1–K8/G1–G12 (24.10.2026): Cochrane-Abstract [5] erneut gelesen: „Vitamin C (ascorbic acid)“ steht nur im Hintergrund als allgemeine Definition; Auswahlkriterien und Ergebnisse nennen nur „vitamin C“ ohne Form (Volltext damals über PMC-XML und Europe PMC nicht abrufbar). LOVIT-Protokoll [18] im Volltext (PMC6950903) gelesen: „Both vitamin C and placebo … will be purchased by sites from their usual distributor“, keine Salzform festgelegt. Beziehung zu ascorbylpalmitat nach K1 „Derivat“ → „andere Form“.
- Gesundheitsbezogene Angaben zu Vitamin C in der konsolidierten Fassung CELEX 02012R0432-20250820 (Cellar, XHTML, 24.10.2026) mit dem Basistext verglichen: gleicher Wortlaut [6].
- Nachprüfung K2 (24.10.2026): Cochrane-Volltext [5] über die PMC-Webseite (PMC8078152) gelesen, Characteristics of included studies (61 Einträge): Ascorbinsäure ausdrücklich genannt bei Anderson 1975 (Kapselarm), Clegg 1975, Coulehan 1976, Cowan 1942, Cowan 1950, Elwood 1976, Karlowski 1975, Moolla 1996, Regnier 1968 und Ritzel 1961 (meist in Zitaten zur Verblindung); Tablettenarm von Anderson 1975 mit Natrium- und Calciumascorbat; Van Straten 2002 mit Ester-C; übrige ohne Formangabe. In der Belastungsgruppe nennen Ritzel 1961 (Skischule) und Moolla 1996a (Ultramarathon) Ascorbinsäure, Peters 1993a, Peters 1996a und Sabiston 1974 keine Form. Gepoolte Ergebnisse deshalb nicht formspezifisch: drei Erkältungsversprechen 4 → 0 „nicht untersucht“, systeme und Evidenzkarte (Erkältung, Sepsis) auf 0, evidenz_gesamt neu begründet. Abstract [17] erneut gelesen: randomisiert, doppelblind, Überkreuz, „regular ascorbic acid“.
- Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Ascorbinsäure“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 196 Treffer, einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [19]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
- Literatur (G8, Frage 34) am 24.10.2026: NEJM-Supplementary-Appendix zu LOVIT [10] (Abschnitt 2 „Vitamin C products“) und Protokoll-Supplement gelesen: Vitamin C von Mylan (Kanada, Neuseeland) und Laroscorbine (Bayer, Frankreich), laut Protokoll auch eine Sandoz-Ampulle; keine Salzform genannt. Walker 2019 [20] (LOVIT-Arbeitsgruppe; PubMed, Crossref, Volltext PMC6769642): kanadische Präparate als „ascorbic acid injection“ mit Dinatriumedetat (Mylan) bzw. Natriummetabisulfit (Sandoz), keine pH-Einstellung beschrieben. Heutige US-Fachinformationen (openFDA) deklarieren andere Ascorbinsäure-Injektionslösungen als Natriumascorbat-Äquivalent; diese wurden in LOVIT nicht verwendet. Einstufung bleibt.
- Novel-Food-Katalog (Backend-API, 24.10.2026): „Liposomal vitamin C“ (POL-NF-00476) Status „Not novel in food“, Konsultation der polnischen Behörde [21].
Nicht verifiziert
- LOVIT [10]: Die Fachinformationen der verwendeten Präparate (Mylan Kanada, Laroscorbine Bayer Frankreich, Sandoz) wurden nicht geprüft (Health-Canada-Datenbank nicht erreichbar, französische Arzneimitteldatenbank ohne Treffer); ob sie mit Natriumbasen pH-eingestellt waren, bleibt offen. Deshalb kein formspezifischer Befund.
- Zusatzstoffnummer E 300 nur als verbreitete Bezeichnung in synonyme, nicht in der Zusatzstoffverordnung geprüft.
- Herstellerbeteiligung bei [16] und [17] (Ester-C-Studie [17]: Finanzierung im Abstract nicht genannt).
- Plasma-Halbwertszeit und Hirnspiegel nicht an Primärquellen geprüft.
- Hagebutte: keine vergleichenden Humandaten zur Vitamin-C-Aufnahme gefunden (nur Arthrose-Studien mit Hagebuttenpulver, die andere Inhaltsstoffe betreffen und nicht ausgewertet wurden).
- Einzelergebnisse der Cochrane-Studien mit ausdrücklich Ascorbinsäure (z. B. Ritzel 1961 und Moolla 1996a unter Belastung, Elwood 1976 und Karlowski 1975 in der Allgemeinbevölkerung) nicht an den Originalarbeiten ausgewertet; die Formangaben stammen aus den Studienbeschreibungen des Reviews.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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