Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Depotwirkung: Injektionen in größeren Abständen möglich
nicht untersuchtDas beworbene Versprechen „Natürliches B12 mit Depotwirkung: bleibt länger im Körper als Cyanocobalamin“ ist zerlegt in den klinischen Teil (hier) und den Markerteil (nächstes Versprechen). Klinische Erhaltungsstudien aus den 1960er-Jahren waren ohne Abstract und Volltext nicht auswertbar. Die einzige gelesene randomisierte Vergleichsstudie maß nur Serumspiegel und fand so große Unterschiede zwischen Personen, dass sich die Wirkdauer einer Injektion im Einzelfall nicht vorhersagen ließ [22]. Ob sich Injektionsabstände klinisch sicher verlängern lassen, ist damit nicht untersucht (Stufe 0). Funktionell sank Homocystein im randomisierten Vergleich bei Hämodialyse unter beiden Formen gleich stark [8].
Bleibt nach Injektion länger im Blut als Cyanocobalamin (nur Marker)
nur bei Kranken belegtNur Marker. Längere Verweildauer im Plasma und geringere Urinausscheidung nach Injektion, mit großen Unterschieden zwischen Personen (ältere Studien laut Übersicht, Einzelmessung) [1][6]; im randomisierten Überkreuzversuch bei Hämodialyse 40- gegenüber 10-facher Serumanstieg [8]. Bei 12 Personen mit unbehandelter perniziöser Anämie (Einzelinjektionen in zufälliger Reihenfolge) blieb das Serum-B12 nach Hydroxocobalamin doppelt so lange über den Schwellenwerten wie nach Cyanocobalamin, mit sehr großen Unterschieden zwischen Personen; gelesen wurde nur die Zusammenfassung des Verlags [22]. Ein höherer Spiegel belegt keinen funktionellen Vorteil: Homocystein sank unter beiden Formen gleich stark [8].[1][6]
Als natürliche Form über den Mund besser verwertbar als synthetisches Cyanocobalamin
kein NutzenNur Marker: Holotranscobalamin stieg nach Hydroxocobalamin nur etwa ein Drittel bis halb so stark wie nach gleicher Menge Cyanocobalamin (Formvergleich bei 73 von 101 Erwachsenen aus Indien und Dänemark, in Indien im Überkreuzdesign, Randomisierung nicht angegeben) [9]. Ältere Isotopendaten ohne durchgängige Rangfolge [1]. Klinische Endpunkte nicht untersucht.
Rettet bei Cyanidvergiftung durch Rauchgas
uneinheitlichProspektive Fallserie ohne Kontrollgruppe: 72 % Überlebende [11]. Rückblickende Mehrzentrenauswertung: kein Überlebensvorteil, mehr Nierenversagen [12]. Systematischer Review: Nutzen der Gabe auf Verdacht unsicher [13]. Keine randomisierten Studien.
Wirkt bei angeborenen cblC- und verwandten Remethylierungsstörungen
nur bei Kranken belegtDas beworbene Versprechen „Wirkt bei angeborenen B12-Verwertungsstörungen, bei denen andere Formen versagen“ ist zerlegt: Dieser Eintrag bewertet nur die Wirksamkeit, der Vergleich mit anderen Formen steht unter den Behauptungen. Eine europäische Leitlinie (GRADE) empfiehlt bei cblC- und anderen cobalaminabhängigen Remethylierungsstörungen ausdrücklich parenterales Hydroxocobalamin: Es verbessere Überleben und Häufigkeit schwerer Komplikationen (Evidenzqualität laut Leitlinie hoch) [4]; die Revision von 2026 bestätigt, dass parenterales Hydroxocobalamin Sterblichkeit und Krankheitslast gesenkt hat [5]. Grundlage sind Beobachtungsdaten und Fallberichte, keine RCTs (Stufe 3). Beispiel: In einer retrospektiven Serie mit 88 Betroffenen besserten sich unter Kombinationsbehandlung (parenterales Hydroxocobalamin mit Betain, Folat bzw. Folinsäure und Carnitin) Stoffwechselwerte, nicht neurologische Zeichen und Sterblichkeit, der neurologische und augenärztliche Langzeitverlauf aber nicht signifikant; der Effekt ist Hydroxocobalamin allein nicht zuzuordnen [23].
Wirkweise
Evidenzkarte: Hydroxocobalamin
Hydroxocobalamin trägt am Cobalt eine Hydroxygruppe, im sauren Milieu ein Wassermolekül (Aquocobalamin); dieser Ligand ist nur locker gebunden. Es kommt natürlich vor: Im Blut von Menschen ohne Präparate stellt es laut einer Übersicht etwa die Hälfte des an Transcobalamin gebundenen B12. Wie alle Formen wird es in der Zelle zu Methyl- und Adenosylcobalamin umgebaut; wegen des lockeren Liganden kann es auch ohne die Decyanierung durch das Chaperon MMACHC zur Zwischenstufe reduziert werden [1]. Das passt zu Befunden bei der angeborenen cblC-Störung, bei der MMACHC defekt ist: Zellen Betroffener sprechen kaum auf Cyanocobalamin an, zeigen unter Aquocobalamin aber eine teilweise Stoffwechselkorrektur [2], und bei zwei Kindern normalisierten sich Methylmalonsäure, Homocystin und Wachstum erst nach Umstellung auf Hydroxocobalamin [3]. Eine europäische Leitlinie empfiehlt bei cblC- und verwandten Störungen deshalb ausdrücklich parenterales Hydroxocobalamin [4]; ihre Revision von 2026 bestätigt den Nutzen für Sterblichkeit und Krankheitslast [5].
Nach einer Injektion bleibt Hydroxocobalamin länger im Blut als Cyanocobalamin und wird weniger über den Urin ausgeschieden, weil es zusätzlich unspezifisch an Plasmaproteine wie Albumin bindet; die Unterschiede zwischen Personen waren groß [1][6]. In Zellkultur (HeLa-Zellen) wurde es schneller aufgenommen und zu Coenzymen umgebaut [6]; ein kinetisches Modell ergab eine etwa sechsfach schnellere Aktivierung bei langfristig ähnlicher Aufnahme beider Formen [7]. Einen Stoffwechselvorteil zeigte das im Menschen bisher nicht: Im randomisierten Überkreuzversuch bei Hämodialyse hob intravenöses Hydroxocobalamin den Serumspiegel 40-fach, Cyanocobalamin 10-fach, das Homocystein sank aber unter beiden gleich stark um 33 % [8].
Über den Mund schneidet Hydroxocobalamin nicht besser ab: In einer Studie mit gesunden Erwachsenen aus Indien (niedriger B12-Status) und Dänemark (normaler Status) wurden beide Formen bei 73 Personen direkt verglichen; das Holotranscobalamin stieg nach Hydroxocobalamin bei allen geprüften Mengen nur etwa ein Drittel bis halb so stark wie nach derselben Menge Cyanocobalamin [9]. Ältere Isotopendaten fanden laut der Übersicht bei der kleinsten geprüften Menge den höchsten im Körper verbliebenen Anteil (56 %) für Hydroxocobalamin, ohne dass sich daraus eine durchgängige Rangfolge der Formen ergab [1]. Als Nasengel hob Hydroxocobalamin bei sechs Erkrankten mit Mangel den Spiegel rasch und anhaltend an (Studie ohne Kontrollgruppe) [10].
In sehr hohen Mengen intravenös ist Hydroxocobalamin ein Gegengift bei Cyanidvergiftung: Es bindet Cyanid sehr fest am Cobalt, und das entstehende Cyanocobalamin wird über die Niere ausgeschieden [1]. In einer prospektiven Fallserie mit 69 Rauchgasopfern mit Verdacht auf Cyanidvergiftung überlebten 72 %; häufigste Nebenwirkungen waren rot gefärbter Urin und rötliche Haut [11]. Eine rückblickende Auswertung aus 21 französischen Intensivstationen mit 739 Rauchgasopfern fand nach Hydroxocobalamin häufiger ein akutes Nierenversagen (adjustierte OR 1,6) und keinen Überlebensvorteil [12]; ein systematischer Review bewertet Nutzen und Risiken der Gabe auf Verdacht als unsicher und fordert randomisierte Studien [13]. Die kräftige Rotfärbung stört außerdem photometrische Messungen wie die Hämoglobinbestimmung an Blutgasgeräten (Laborversuch) [14].
Formulierungen und Herkunft: Unter UVA-Licht war Hydroxocobalamin in wässriger Lösung in einer Laborstudie die stabilste B12-Form [15]. Die Daten sind aber widersprüchlich; in einer anderen Laborstudie war Cyanocobalamin unter UV-Licht deutlich stabiler als Hydroxocobalamin [16]. In Lösungen mit Ascorbinsäure baut sich Hydroxocobalamin schneller ab als Cyanocobalamin [16]; eine Übersicht hält es wegen seiner geringeren chemischen Stabilität für weniger geeignet für orale Präparate [1]. Neben Injektionslösungen wurden Nasengele untersucht [10]; zu sublingualen oder liposomalen Hydroxocobalamin-Präparaten wurden keine vergleichenden Humandaten gefunden.
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Cyanid (Komplexbildung am Cobalt) | Sonstiges | Bindung | bildet Cyanocobalamin, das renal ausgeschieden wird | Mensch, nicht randomisiert[1][11] |
| Transcobalamin und Albumin | Transporter | Bindung | zusätzliche unspezifische Bindung an Plasmaproteine; längere Verweildauer | Mensch, nicht randomisiert[1][6] |
| Methionin-Synthase und Methylmalonyl-CoA-Mutase (nach Umbau) | Enzym | Aktivator | Cofaktor-Vorstufe; Aktivierung in HeLa-Zellen etwa sechsfach schneller als Cyanocobalamin (Modell) | Labor[1][7] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- EnergiestoffwechselSenkt Homocystein bei Dialyse so stark wie Cyanocobalamin (RCT); bei cblC-Störung in einem Fallbericht wirksamer als Cyanocobalamin[3][8]
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Intramuskulär · Injektion
Längere Verweildauer im Plasma und geringere Urinausscheidung als Cyanocobalamin, große Unterschiede zwischen Personen [1][6].[1][6]
Mensch, nicht randomisiert
Intravenös · Infusion (Antidot) bzw. regelmäßige intravenöse Gabe bei Dialyse
Bei Dialyse 40-facher Serumanstieg gegenüber 10-fach unter Cyanocobalamin, gleiche Homocysteinsenkung (RCT) [8]; als Antidot sehr hohe Mengen [11].
Mensch, randomisiert
Oral (geschluckt) · Tablette (Absorptionstest)
Holotranscobalamin-Anstieg nur etwa ein Drittel bis halb so groß wie nach gleicher Menge Cyanocobalamin (Formvergleich bei 73 Personen) [9].
Mensch, nicht randomisiert
Intranasal (Nase) · Nasengel
Bei sechs Erkrankten mit Mangel rascher und anhaltender Anstieg des Plasmaspiegels, ohne Kontrollgruppe [10].
Mensch, nicht randomisiert
Studien am Menschen
Hydroxo- gegenüber Cyanocobalamin bei Dialyse
Gemessen: Plasma-Homocystein, Serum-Cobalamin
Ergebnis: Homocystein unter beiden Formen −33 %; Serum-Cobalamin 40-fach gegenüber 10-fach.[8]
Mensch, randomisiert
Holotranscobalamin nach oraler Gabe
Gemessen: Anstieg des Holotranscobalamins
Ergebnis: Nach Hydroxocobalamin bei allen geprüften Mengen nur etwa ein Drittel bis halb so starker Anstieg wie nach Cyanocobalamin, in beiden Ländern.[9]
Mensch, nicht randomisiert
Nasengel bei Mangel
Gemessen: Plasma-Cobalamin
Ergebnis: Achtfacher Anstieg des mittleren Ausgangswerts; keine Nebenwirkungen.[10]
Mensch, nicht randomisiert
Antidot nach Rauchgasinhalation
Gemessen: Überleben, Nebenwirkungen
Ergebnis: 72 % überlebten (67 % bei bestätigter Vergiftung); Rotfärbung von Urin und Haut, Blutdruckanstieg.[11]
Mensch, nicht randomisiert
Nierenversagen nach Antidot-Gabe
Gemessen: Akutes Nierenversagen, Überleben
Ergebnis: Adjustierte OR 1,60 (95 % KI 1,06–2,42) für Nierenversagen, 1,77 für schweres; kein Zusammenhang mit Überleben.[12]
Mensch, nicht randomisiert
cblC-Störung: Umstellung von Cyano- auf Hydroxocobalamin
Gemessen: Methylmalonsäure im Urin, Homocystin, Wachstum
Ergebnis: Unter Cyanocobalamin unzureichend; unter Hydroxocobalamin Normalisierung.[3]
Mensch, nicht randomisiert
Serum-B12 nach Einzelinjektion: Cyano- gegenüber Hydroxocobalamin
Gemessen: Zeit des Serum-B12 über Schwellenwerten, Clearance an der Injektionsstelle
Ergebnis: Nach Hydroxocobalamin (und Cyanocobalamin-Zinktannat) bei allen doppelt so lange über den Schwellenwerten wie nach Cyanocobalamin; sehr große Unterschiede zwischen Personen, Wirkdauer im Einzelfall nicht vorhersagbar; Clearance an der Injektionsstelle ähnlich.[22]
Mensch, randomisiert
cblC-Störung: Verlauf unter Kombinationsbehandlung
Gemessen: Stoffwechselwerte, klinische Zeichen, Sterblichkeit, neurologischer und augenärztlicher Verlauf
Ergebnis: Unter parenteralem Hydroxocobalamin mit Betain, Folat bzw. Folinsäure und Carnitin Besserung von Stoffwechselwerten, nicht neurologischen Zeichen und Sterblichkeit; neurologischer und augenärztlicher Langzeitverlauf nicht signifikant beeinflusst. Kombinationsbehandlung, kein Formvergleich.[23]
Mensch, nicht randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Akutes Nierenversagen in Antidot-Mengen
Nach intravenöser Antidot-Gabe bei Rauchgasopfern war akutes Nierenversagen häufiger (adjustierte OR 1,6; rückblickend, Verzerrung durch Schweregrad möglich) [12]; der Review nennt außerdem Hinweise auf Methämoglobinämie in einer Studie [13]. Für Mengen aus Nahrungsergänzungsmitteln gibt es dazu keine Daten.
Mensch, nicht randomisiert
Rotfärbung von Urin und Haut, Blutdruckanstieg
In der Antidot-Fallserie häufigste Nebenwirkungen; schwere Nebenwirkungen wurden nicht auf Hydroxocobalamin zurückgeführt [11].
Mensch, nicht randomisiert
Störung photometrischer Labormessungen
Die rote Farbe verfälschte im Laborversuch Hämoglobinmessungen an mehreren Blutgasgeräten; Cyanocobalamin störte ähnlich [14].
Labor
Wechselwirkungen
- Metformin: Betrifft die B12-Versorgung allgemein, nicht speziell Hydroxocobalamin: In einer RCT sank die B12-Konzentration unter Metformin [18]. Einordnung und Einzelheiten stehen stellvertretend für die Familie im Profil Cyanocobalamin (künftig auf der Gruppenseite).
- Ascorbinsäure (in Lösung): Beschleunigt den Abbau von Hydroxocobalamin in wässrigen Lösungen stärker als den von Cyanocobalamin [16].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- nicht belegt
„Hydroxocobalamin ist natürlicher und deshalb besser als Cyanocobalamin“
Oral stieg das aktive B12 im Blut weniger als nach Cyanocobalamin [9]; intravenös senkten beide Formen Homocystein gleich stark [8]. Hinweise auf einen Vorteil gibt es nur bei der seltenen cblC-Störung (Zellversuche, ein Fallbericht) [2][3].
- teilweise belegt
„Eine Hydroxocobalamin-Spritze wirkt als Depot deutlich länger als Cyanocobalamin“
Längere Verweildauer im Plasma und geringere Urinausscheidung sind gezeigt, mit großen Unterschieden zwischen Personen [1][6][22]; ein Vorteil bei Stoffwechselmarkern fand sich im RCT nicht [8].
- nicht belegt
„Hydroxocobalamin entgiftet Cyanid aus Zigarettenrauch oder Nahrung“
Belegt ist die Bindung von Cyanid und die Anwendung sehr hoher intravenöser Mengen bei akuter Vergiftung, mit unsicherem Nutzen [1][11][13]. Für Nahrungsergänzungsmittel und alltägliche Cyanidmengen gibt es keine Studien.
- teilweise belegt
„Bei angeborenen B12-Verwertungsstörungen wie cblC wirkt Hydroxocobalamin, wo andere Formen versagen“
Nur für cblC und nur schwach belegt: In Zellen Betroffener zeigte Aquocobalamin eine teilweise Stoffwechselkorrektur, Cyanocobalamin kaum (Laborbefund) [2]; bei zwei Kindern normalisierten sich die Stoffwechselwerte erst nach Umstellung von Cyano- auf Hydroxocobalamin (Fallbericht) [3]. Die europäische Leitlinie formuliert entsprechend vorsichtig, Hydroxocobalamin scheine wirksamer als Cyanocobalamin, und stützt das auf Fallberichte [4]. Vergleichende Studien mit mehr Betroffenen wurden nicht gefunden; zu Methyl- und Adenosylcobalamin gibt es keinen Vergleich.
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Oral über Intrinsic Factor, im Test schwächerer Anstieg des aktiven B12 als nach Cyanocobalamin [9]; nach Injektion längere Verweildauer durch zusätzliche Bindung an Plasmaproteine [1][6]; über die Nasenschleimhaut rasch aufgenommen [10].
- Halbwertszeit
- Nicht verifiziert.
- Abbau
- Reduktion zur gemeinsamen Zwischenstufe auch ohne Decyanierung, dann Bildung von Methyl- und Adenosylcobalamin [1]; mit Cyanid entsteht Cyanocobalamin, das über die Niere ausgeschieden wird [1].
- Weg ins Gehirn
- Nicht verifiziert.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Als Vitaminverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [17]. Zugleich Wirkstoff zugelassener Arzneimittel: Im Arzneimittel-Informationssystem AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit Hydroxocobalamin verzeichnet, darunter Injektionslösungen gegen einen ernährungsmäßig nicht behebbaren Vitamin-B12-Mangel und das zentral zugelassene Gegengift zur Behandlung einer Cyanidvergiftung (Abruf 24.10.2026) [20][21]. Wie bei Cyanocobalamin bleibt die Kategorie „Supplement“.
- EU
- Anhang II Teil A, Nr. 11 b der RL 2002/46/EG („Hydroxocobalamin“) [17].
- USA
- Nicht verifiziert.
Zugelassene EU-Angaben
„trägt zu einer normalen Bildung roter Blutkörperchen bei“
- Nährstoff
- Vitamin B12
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[19]
- Einordnung
- rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht
„trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“
- Nährstoff
- Vitamin B12
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[19]
- Einordnung
- rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Verlängert Hydroxocobalamin im direkten randomisierten Vergleich die nötigen Injektionsabstände bei perniziöser Anämie, gemessen an Methylmalonsäure und Symptomen?
- Bringt die schnellere Aktivierung in Zellkultur beim Menschen einen früheren klinischen Effekt?
- Wie stabil ist Hydroxocobalamin in handelsüblichen oralen Präparaten?
Referenzen
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- European Medicines Agency. Cyanokit (hydroxocobalamin): EPAR [Internet]. EMEA/H/C/000806 [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/cyanokit
- Tudhope GR, Swan HT, Spray GH. Patient variation in pernicious anaemia, as shown in a clinical trial of cyanocobalamin, hydroxocobalamin and cyanocobalamin–zinc tannate. Br J Haematol. 1967;13(2):216–28. doi:10.1111/j.1365-2141.1967.tb08734.x · PubMed
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Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Anhang II Teil A, Nr. 11 b („Hydroxocobalamin“) im konsolidierten Text CELEX 02002L0046-20251126 gelesen.
- PubChem CID 44475014 (Hydroxocobalamin): Summenformel und SMILES per PUG-REST.
- Am Abstract: Aquocobalamin korrigiert cblC-Zellen [2]; zwei Kinder mit cblC [3]; bessere Retention, Bindung an Plasmaproteine, HeLa-Zellen [6]; sechsfach schnellere Aktivierung, langfristig ähnliche Aufnahme [7]; 40- vs. 10-fach, −33 % Homocystein [8]; 101 Erwachsene, mehr als doppelter Anstieg nach Cyanocobalamin [9]; 6 Erkrankte, achtfacher Anstieg [10]; 69 Personen, 72 % bzw. 67 %, Nebenwirkungen [11]; 739 Personen, OR 1,597 und 1,772 [12]; 6 Studien, 1238 Personen, Methämoglobinämie in einer Studie [13]; Störung der Hämoglobinmessung [14].
- Im Open-Access-Volltext von [1]: etwa 50 % des Transcobalamin-gebundenen B12 als Hydroxocobalamin, Albuminbindung, längere Retention mit großen interindividuellen Unterschieden, geringere Eignung für orale Präparate. Im Volltext von [16]: Abbau mit Ascorbinsäure stärker als bei Cyanocobalamin; Photolyse nach [15].
- Gegenprüfung 24.10.2026: Volltext von [9] (PMC6267412): Gruppe A 59 Personen in Pune (Indien), Überkreuzvergleich bei gleichen Mengen; Gruppe B 42 Personen in Aarhus (Dänemark), davon 14 mit gleicher Menge Cyano- und Hydroxocobalamin; Anstieg nach Cyanocobalamin 2- bis 3-fach bei allen Mengen. Volltext von [16] (PMC9822362): widersprüchliche Photostabilität, nach Hadinata Lie et al. 4 % (Cyano), 28 % (Hydroxo) und 39 % (Methyl) Abbau nach 60 min UV. [8] Abstract nennt ein festes Gabeintervall; im Profil bewusst ohne Zeitangabe als „regelmäßige intravenöse Gabe“ wiedergegeben.
- cblC-Leitlinie (G8, Frage 14) am 24.10.2026: PubMed-Suche „(cblC OR MMACHC) AND guideline“ (4 Treffer). Volltext von [4] (PMC5203859): Empfehlung 21 „We strongly recommend using parenteral OHCbl in treating patients with the cblC defect and other cobalamin-related remethylation disorders“ (Quality of the evidence: high); OHCbl „appears to be more effective than“ CNCbl (Andersson und Shapira 1998 [3], Bodamer 2001); Interessenkonflikte: keine konkurrierenden Interessen, Reisekosten bzw. Honorare von Orphan Europe, Milupa Metabolics und Recordati Rare Disease Foundation offengelegt, Förderung durch das EU-Gesundheitsprogramm. Abstract von [5]: parenterales Hydroxocobalamin hat bei cobalaminbezogenen Defekten Sterblichkeit und Krankheitslast gesenkt (Mengenangaben im Profil bewusst weggelassen).
- Gesundheitsbezogene Angaben für Vitamin B12 im Wortlaut der VO (EU) Nr. 432/2012 gelesen: Basisfassung CELEX 32012R0432 und konsolidierte Fassung CELEX 02012R0432-20250820 (beide über Cellar, XHTML, 24.10.2026); die zwei Angaben in health_claims sind wortgleich (K5).
- Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Hydroxocobalamin“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig): 8 Treffer, darunter Depot-Injektionslösungen mit dem Anwendungsgebiet ernährungsmäßig nicht behebbarer Vitamin-B12-Mangel (ATC B03BA) und das zentral zugelassene Cyanid-Antidot [20]. EMA-Datensatz Cyanokit (EMEA/H/C/000806): Status „Authorised“, Zulassung 23.11.2007, Anwendungsgebiet bekannte oder vermutete Cyanidvergiftung [21]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
- Literatur (G8) am 24.10.2026: Tudhope 1967 [22] über PubMed und Crossref bestätigt, Verlags-Zusammenfassung gelesen (12 Personen, Einzelinjektionen in zufälliger Reihenfolge, doppelt so lange über Schwellenwerten, große Unterschiede zwischen Personen). Fischer 2014 [23] über PubMed und Crossref bestätigt, Abstract gelesen (88 Betroffene, Kombinationsbehandlung, neurologischer und augenärztlicher Verlauf nicht signifikant beeinflusst). Andersson 1999 (PMID 11258350) als zweite Fallserie gelesen, nicht aufgenommen; Matos 2013 und Scalais 2023 dosisbezogen, nicht verwendet.
Nicht verifiziert
- Status in den USA nicht geprüft.
- Klinische Erhaltungsstudien zu Injektionsabständen (Killander und Werner 1968, Killander 1968, Hertz 1964) haben keinen Abstract und wurden nicht gelesen. Tudhope 1967 [22] nur über die Zusammenfassung auf der Verlagsseite gelesen; deren Schluss (Urinausscheidung) nur teilweise. Glass 1966 (unkontrolliert, nur Abstract, Volltext kostenpflichtig) nicht verwendet.
- Eine Pilotstudie zu B12 bei Müdigkeit (Ellis und Nasser 1973) hat keinen Abstract und wurde nicht verwendet.
- Teilnehmerzahl der Dialysestudie [8] steht nicht im Abstract; Halbwertszeit und ZNS-Gängigkeit nicht recherchiert.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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