Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Schützt das Ungeborene vor Neuralrohrdefekten
Nutzen belegtKlinischer Endpunkt: MRC-Studie mit Folsäure allein RR 0,28 für Wiederholungen [4]; ungarische RCT mit folsäurehaltigem Multivitamin 0 vs. 6 Fälle beim ersten Auftreten [5]; Cochrane RR 0,31 bei hoher Evidenzqualität [6].
Beugt Schlaganfällen vor
kleiner NutzenDas beworbene Versprechen „Senkt Homocystein und beugt Schlaganfällen vor“ ist zerlegt; der Homocystein-Teil folgt als Markerversprechen. Klinisch in CSPPT (Enalapril mit Folsäure gegen Enalapril allein) erste Schlaganfälle 2,7 vs. 3,4 % (HR 0,79), Herzinfarkt und Gesamtsterblichkeit unverändert [11]. Das Studienteam sieht den Befund im Einklang mit einem Nutzen bei niedrigem Ausgangsfolat [11]. Bei diabetischer Nephropathie verschlechterte eine Kombination aus Folsäure, B6 und B12 die Nierenfunktion; der Anteil der Folsäure ist nicht abtrennbar [12].
Senkt Homocystein (nur Marker)
nur Marker belegtNur Marker, kein klinischer Endpunkt. In einer großen doppelblinden RCT mit verschiedenen Folsäuremengen hingen Folat- und Homocysteinspiegel während der ganzen Gabe vom MTHFR-Genotyp ab; bei MTHFR 677TT senkten die kleinste geprüfte Menge und Gaben in größeren Abständen erhöhtes Homocystein nicht [7]. Wie stark Homocystein in den übrigen Armen sank, nennt das Abstract nicht; die Senkung ist dort nur mittelbar belegt, ein frei zugänglicher Volltext war nicht auffindbar. Ein gesenkter Homocysteinspiegel belegt für sich keinen Schutz vor Herz-Kreislauf-Ereignissen (siehe Schlaganfall-Versprechen). Ergebnis „nur Marker belegt“ (K3). Bewertung: nur Abstract geprüft.
Wirkweise
Evidenzkarte: Folsäure (Pteroylmonoglutaminsäure)
Folsäure (Pteroylmonoglutaminsäure) ist eine synthetische, vollständig oxidierte Folatform, die in frischen Lebensmitteln kaum vorkommt. Um zu wirken, muss sie von der Dihydrofolat-Reduktase (DHFR) zweimal reduziert werden, über Dihydrofolat zu Tetrahydrofolat, dem Träger der Ein-Kohlenstoff-Einheiten für die Synthese von DNA-Bausteinen und für die Methylierung. In Gewebeproben menschlicher Leber (6 Personen) lag die Umsatzrate der DHFR für Folsäure im Mittel unter 2 % des Werts der Rattenleber und schwankte zwischen den Proben etwa um das Fünffache [1]. Als 5-Methyltetrahydrofolat liefert Folat die Methylgruppe, mit der die Vitamin-B12-abhängige Methionin-Synthase Homocystein zu Methionin umsetzt; dabei entsteht wieder Tetrahydrofolat [2]. Im Blut liegt Folat überwiegend als 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF) vor; unverstoffwechselte Folsäure war in der US-Bevölkerung mit Folsäureanreicherung in über 95 % aller Serumproben nachweisbar, auch bei Menschen ohne Präparate [3].
Der wichtigste Beleg betrifft Neuralrohrdefekte. In der randomisierten MRC Vitamin Study mit 1817 Frauen, die bereits eine betroffene Schwangerschaft hatten, senkte Folsäure das Wiederholungsrisiko um 72 % (RR 0,28), andere Vitamine ohne Folsäure hatten keinen signifikanten Effekt [4]. In einer ungarischen RCT mit Frauen, die meist ihre erste Schwangerschaft planten, traten unter einem folsäurehaltigen Multivitamin keine, unter dem Spurenelement-Präparat sechs Neuralrohrdefekte auf [5]. Ein Cochrane-Review von fünf Studien mit 7391 Frauen bestätigt die Schutzwirkung (RR 0,31; Evidenz hoher Qualität), unabhängig von der geprüften Tagesmenge und davon, ob Folsäure allein oder mit anderen Mikronährstoffen gegeben wurde; auf andere Fehlbildungen und Fehlgeburten zeigte sich kein klarer Effekt [6].
Die Genvariante MTHFR 677TT, die die Bildung von 5-MTHF bremst, ging in einer großen randomisierten Studie mit 932 genotypisierten Chinesinnen bei jeder Folsäuremenge mit niedrigeren Folatspiegeln einher, doch die Spiegel stiegen auch bei TT; die kleinste geprüfte Menge und Gaben in größeren Abständen senkten erhöhtes Homocystein bei TT nicht [7]. Ob Folsäure Neuralrohrdefekte bei TT ebenso verhindert, wurde in den gefundenen Studien nicht getrennt untersucht. Im direkten Vergleich stieg das Erythrozyten-Folat bei 144 jungen Frauen unter äquimolarem [6S]-5-MTHF stärker als unter Folsäure [8]; nach einer Einzelgabe war die Fläche unter der Plasmakurve von 5-MTHF nach dem Natriumsalz von 5-MTHF mehr als doppelt so groß, und nur nach Folsäure trat kurzzeitig unverstoffwechselte Folsäure auf (Studie von Merck & Cie finanziert, zwei Beteiligte dort beschäftigt) [9]. In einer RCT mit 110 Schwangeren stieg das Erythrozyten-Folat dagegen unter Folsäure und dem Glucosaminsalz von 5-MTHF gleich stark (vom Hersteller des Glucosaminsalzes finanziert) [10]. Ob solche Unterschiede bei Statusmarkern das Risiko für Neuralrohrdefekte verändern, ist nicht untersucht; die Präventionsstudien wurden mit Folsäure gemacht [6].
Außerhalb der Schwangerschaft sind die Ergebnisse gemischt. In der chinesischen CSPPT-Studie mit 20 702 Menschen mit Bluthochdruck senkte Enalapril mit Folsäure erste Schlaganfälle gegenüber Enalapril allein (2,7 vs. 3,4 %, HR 0,79) [11]. In der kanadischen DIVINe-Studie verschlechterte eine Kombination aus Folsäure, Vitamin B6 und B12 in hohen Mengen bei diabetischer Nephropathie die Nierenfunktion [12]. Eine Metaanalyse von 13 RCTs mit 49 621 Teilnehmenden fand während rund fünf Jahren keine signifikante Zunahme von Krebs (RR 1,06; 95 % KI 0,99–1,13) [13]. Bei Älteren mit niedrigem B12-Status war ein hoher Folatspiegel in einer Querschnittsstudie mit Anämie und kognitiver Beeinträchtigung verknüpft, bei normalem B12-Status dagegen mit weniger kognitiver Beeinträchtigung (Korrelation, keine Kausalität) [14]. Ein systematischer Review fand keinen Beleg, dass unverstoffwechselte Folsäure selbst schadet [15].
Formulierungen und Herkunft: Folsäure wird synthetisch hergestellt und in mehreren Ländern zur Anreicherung von Mehl verwendet [13]; deshalb ist sie dort auch ohne Präparate im Blut nachweisbar [3]. Vergleichende Humandaten zu Retard-, liposomalen oder sublingualen Folsäurepräparaten wurden nicht gefunden.
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Dihydrofolat-Reduktase (DHFR) | Enzym | Bindung | Substrat; Umsatz in menschlicher Leber < 2 % des Rattenwerts, etwa fünffache Streuung (6 Proben) | Labor[1] |
| Methionin-Synthase (Vitamin-B12-abhängig, nach Umbau zu 5-MTHF) | Enzym | Bindung | Substrat als 5-MTHF: überträgt die Methylgruppe auf Homocystein, es entsteht Tetrahydrofolat | Labor[2] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- DurchblutungWeniger erste Schlaganfälle bei Bluthochdruck in China (RCT); bei diabetischer Nephropathie ungünstig in Kombination[11][12]
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Tablette (Einzelgabe, Vergleich mit 5-MTHF-Salz)
Fläche unter der Plasmakurve von 5-MTHF 56,0 gegenüber 126,0 nmol/l·h nach äquimolarem 5-MTHF-Natriumsalz; kurzzeitig unverstoffwechselte Folsäure im Plasma (Studie von Merck & Cie finanziert) [9].
Mensch, randomisiert
Oral (geschluckt) · wiederholte Gabe über Wochen
Erythrozyten-Folat stieg bei jungen Frauen weniger als unter äquimolarem [6S]-5-MTHF [8], bei Schwangeren gleich stark wie unter 5-MTHF-Glucosaminsalz (vom Hersteller des Glucosaminsalzes finanziert) [10].
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
MRC Vitamin Study
Gemessen: Neuralrohrdefekte
Ergebnis: 6 vs. 21 Fälle (RR 0,28; 95 % KI 0,12–0,71); andere Vitamine ohne signifikanten Effekt.[4]
Mensch, randomisiert
Ungarische Studie zum ersten Auftreten
Gemessen: Neuralrohrdefekte, Fehlbildungen
Ergebnis: 0 vs. 6 Neuralrohrdefekte (p = 0,029); Fehlbildungen 13,3 vs. 22,9 pro 1000; Multivitamin mit Folsäure.[5]
Mensch, randomisiert
Cochrane-Review perikonzeptionelles Folat
Gemessen: Neuralrohrdefekte, andere Fehlbildungen
Ergebnis: Neuralrohrdefekte RR 0,31 (0,17–0,58), hohe Evidenzqualität; kein klarer Effekt auf andere Fehlbildungen.[6]
Mensch, randomisiert
MTHFR-Genotyp und Folsäuremenge
Gemessen: Plasma- und Erythrozyten-Folat, Homocystein
Ergebnis: TT bei jeder Menge niedrigere Folatspiegel, aber Anstieg auch bei TT; die kleinste geprüfte Menge und Gaben in größeren Abständen senkten hohes Homocystein bei TT nicht.[7]
Mensch, randomisiert
CSPPT: Schlaganfall-Primärprävention
Gemessen: Erster Schlaganfall
Ergebnis: 2,7 vs. 3,4 % (HR 0,79; 95 % KI 0,68–0,93); Herzinfarkt und Sterblichkeit unverändert.[11]
Mensch, randomisiert
Krebsrisiko in Folsäure-RCTs
Gemessen: Krebsneuerkrankungen
Ergebnis: RR 1,06 (0,99–1,13), kein Effekt auf einzelne Krebsarten.[13]
Mensch, randomisiert
Folsäure gegenüber [6S]-5-MTHF
Gemessen: Erythrozyten-Folat
Ergebnis: Anstieg unter äquimolarem 5-MTHF stärker als unter Folsäure (p < 0,001).[8]
Mensch, randomisiert
Folat und B12-Status bei Älteren
Gemessen: Anämie, kognitive Beeinträchtigung
Ergebnis: Bei niedrigem B12 und hohem Folat Anämie OR 3,1 und kognitive Beeinträchtigung OR 2,6; bei normalem B12 OR 0,4 für kognitive Beeinträchtigung.[14]
Mensch, nicht randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Verschleierung eines B12-Mangels
Bei Älteren mit niedrigem B12-Status war ein hoher Folatspiegel mit Anämie und kognitiver Beeinträchtigung verknüpft (Querschnitt, keine Kausalität) [14].
Mensch, nicht randomisiert
Ungünstige Effekte in Kombination bei Nierenerkrankung
In DIVINe verschlechterte eine Kombination aus Folsäure, Vitamin B6 und B12 in hohen Mengen die Nierenfunktion, und ein kombinierter Endpunkt aus Herzinfarkt, Schlaganfall, Revaskularisation und Tod jeder Ursache trat häufiger auf; der Beitrag der Folsäure ist nicht abtrennbar [12].
Mensch, randomisiert
Unverstoffwechselte Folsäure im Blut
In angereicherten Ländern fast überall messbar [3]; ein eigener Schaden ist laut systematischem Review nicht belegt (Interessenkonflikte des Studienteams mit einem Folinsäure-Entwickler) [15].
Mensch, nicht randomisiert
Krebsrisiko
Während rund fünf Jahren in RCTs keine signifikante Zunahme von Krebs insgesamt oder einzelner Krebsarten [13]; längere Zeiträume sind nicht untersucht.
Mensch, randomisiert
Wechselwirkungen
- Methotrexat (rheumatoide Arthritis): Folsäure oder Folinsäure senkten in einem Cochrane-Review Magen-Darm-Nebenwirkungen und Leberwerterhöhungen unter niedrig dosiertem Methotrexat, ohne die Wirksamkeit auf die Arthritis messbar zu mindern [16].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- nicht belegt
„Unverstoffwechselte Folsäure im Blut ist schädlich“
Sie ist in angereicherten Ländern fast überall nachweisbar [3]; Beobachtungsdaten zu Folgen sind uneinheitlich und durch das Gesamtfolat verzerrt, ein eigener Schaden ist nicht belegt [15]. Die langsame DHFR erklärt ihr Auftreten [1].
- teilweise belegt
„Folsäure kann einen Vitamin-B12-Mangel verschleiern“
Querschnittsdaten zeigen bei niedrigem B12 und hohem Folat mehr Anämie und kognitive Beeinträchtigung [14]; randomisierte Daten dazu wurden nicht gefunden.
- nicht belegt
„Folsäure erhöht das Krebsrisiko“
Metaanalyse von 13 RCTs mit fast 50 000 Teilnehmenden: keine signifikante Zunahme in rund fünf Jahren [13].
- nicht belegt
„Bei der MTHFR-Genvariante wirkt Folsäure nicht“
Statusmarker: Folsäure hob die Folatspiegel auch bei 677TT, wenn auch auf niedrigere Werte als bei CC; nur die kleinste geprüfte Menge und Gaben in größeren Abständen senkten erhöhtes Homocystein bei TT nicht [7]. Klinischer Endpunkt: Ob Folsäure Neuralrohrdefekte bei TT ebenso verhindert, wurde in den gefundenen Studien nicht nach Genotyp untersucht. Ein höherer Spiegel belegt keinen klinischen Nutzen, die Behauptung „wirkt nicht“ ist aber ebenso wenig belegt.
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Über den Mund; nach Einzelgabe erscheint im Plasma vor allem 5-MTHF, daneben kurzzeitig unverstoffwechselte Folsäure [9].
- Halbwertszeit
- Nicht verifiziert.
- Abbau
- Reduktion durch DHFR zu Dihydro- und Tetrahydrofolat, in der menschlichen Leber langsam und individuell verschieden [1]; Umwandlung zu 5-MTHF, dem Hauptfolat im Serum [3].
- Weg ins Gehirn
- Nicht verifiziert.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Folsäure verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [19]; als Vitaminverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [17].
- EU
- Anhang II Teil A, Nr. 10 a der RL 2002/46/EG („Pteroylmonoglutaminsäure“); in Anhang I steht „Folsäure“ als Ausdruck für alle Folatformen [17].
- USA
- Nicht verifiziert.
Zugelassene EU-Angaben
„trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei“
- Nährstoff
- Folat
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[18]
- Einordnung
- rechtlich zulässig; der Schutz vor Neuralrohrdefekten ist davon getrennt als Versprechen mit RCTs belegt
„trägt zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei“
- Nährstoff
- Folat
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[18]
- Einordnung
- rechtlich zulässig; Homocysteinsenkung ist nur ein Marker (siehe Versprechen „Senkt Homocystein (nur Marker)“)
„trägt zu einer normalen Blutbildung bei“
- Nährstoff
- Folat
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[18]
- Einordnung
- rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Senkt 5-MTHF Neuralrohrdefekte ebenso wie Folsäure? Eine Studie mit diesem klinischen Endpunkt fehlt.
- Gibt es eine Menge, ab der unverstoffwechselte Folsäure klinisch relevant wird?
- Gilt der Schlaganfallbefund aus CSPPT auch für Menschen mit gutem Folatstatus?
Referenzen
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- Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Folsäure“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Anhang II Teil A, Nr. 10 a („Pteroylmonoglutaminsäure“) und Fußnote 3 zu Anhang I („Folsäure … deckt alle Formen von Folaten ab“) im konsolidierten Text CELEX 02002L0046-20251126 gelesen.
- PubChem CID 135398658 (Folic Acid): Summenformel und SMILES per PUG-REST.
- DOI der MRC-Studie (PubMed ohne DOI) über Crossref bestätigt.
- Am Abstract: DHFR < 2 %, fünffache Streuung, 6 Proben [1]; > 95 % nachweisbar, 33,2 % > 1 nmol/l [3]; 1817 Frauen, 6 vs. 21, RR 0,28 [4]; 0 vs. 6, p = 0,029 [5]; 5 Studien, 7391 Frauen, RR 0,31 [6]; 932 genotypisiert [7]; 144 Frauen, p < 0,001 [8]; 24 Personen, AUC 126,0 vs. 56,0, zwei Beteiligte mit Affiliation Merck & Cie (PubMed) [9]; 110 Schwangere, p = 0,714, Finanzierung durch den Hersteller des Glucosaminsalzes [10]; 20 702, HR 0,79 [11]; 238, GFR, HR 2,0 [12]; 49 621, RR 1,06 [13]; 1459, OR 3,1 / 2,6 / 0,4 [14]; Interessenkonflikte [15]; Cochrane Methotrexat [16].
- Gegenprüfung 24.10.2026: Methylübertragung von N5-Methyltetrahydrofolat auf Homocystein durch die Methionin-Synthase am Abstract von [2] (neu aufgenommen, übrige Referenzen um eins verschoben). Open-Access-Volltext von [9] (PMC7760477): „This research was funded by Merck & Cie“; Knapp und Böhni mit Affiliation Merck & Cie. [10] PubMed-Interessenkonflikt: Finanzierung durch Simex Pharmaceutical Indonesia, Hersteller des eingesetzten Glucosaminsalzes. [7] Abstract: die kleinste geprüfte Menge und Gaben in größeren Abständen senkten hohes Homocystein bei TT nicht (Mengen und Abstände im Profil bewusst nicht genannt). [6] Abstract enthält keine Aussage zum MTHFR-Genotyp; der frühere Teilsatz dazu wurde gestrichen. [12] Abstract: kombinierter Endpunkt aus Herzinfarkt, Schlaganfall, Revaskularisation und Tod jeder Ursache.
- Gesundheitsbezogene Angaben für Folat im Wortlaut der VO (EU) Nr. 432/2012 gelesen: Basisfassung CELEX 32012R0432 und konsolidierte Fassung CELEX 02012R0432-20250820 (beide über Cellar, XHTML, 24.10.2026); die drei Angaben in health_claims sind wortgleich. Folsäure (Pteroylmonoglutaminsäure) steht in Anhang II, die Angaben gelten dem Nährstoff Folat (K5).
- Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Folsäure“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 84 Treffer, einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [19]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
- 25.10.2026, Entscheidung q009 (K3): „Senkt Homocystein (nur Marker)“ von „Nutzen belegt“ auf „nur Marker belegt“ umgestellt, Stufe unverändert. Abstract [7] (PMID 21508090) über PubMed efetch erneut gelesen: Folat und Homocystein veränderten sich unter Folsäure in allen Armen abhängig vom MTHFR-Genotyp; die kleinste Menge und Gaben in größeren Abständen senkten erhöhtes Homocystein bei TT nicht. Das Abstract nennt die Homocysteinsenkung der übrigen Arme nur mittelbar und ohne Effektgröße; ein frei zugänglicher Volltext war nicht auffindbar (Europe PMC ohne Volltext). Nur Abstract geprüft.
- 25.10.2026, Korrekturrunde nach Gegenprüfung: Abstract [7] (PMID 21508090) über PubMed efetch erneut abgerufen. Im Ergebnisteil stehen nur der Zusammenhang von Folat und Homocystein mit dem MTHFR-Genotyp bei jeder Menge und die fehlende Senkung bei TT in zwei Armen; der Satz, dass sich die Spiegel unter Folsäure verändern, steht im Hintergrund und bezieht sich auf frühere Literatur. Die Begründung des Homocystein-Versprechens sagt das jetzt offen; Ergebnis (q009) unverändert.
Nicht verifiziert
- Finanzierung von Lamers et al. [8] (Bonner Arbeitsgruppe, [6S]-5-MTHF) nicht geprüft: PubMed nennt weder Förderer noch Interessenkonflikte, ein Volltext war nicht frei zugänglich.
- Ob Folsäure Neuralrohrdefekte bei MTHFR 677TT ebenso verhindert, wurde nicht systematisch recherchiert; in den zitierten Studien fand sich dazu keine Auswertung nach Genotyp.
- Status in den USA nicht geprüft.
- Halbwertszeit und ZNS-Gängigkeit nicht recherchiert.
- Leitlinien (DGE, WHO) zur perikonzeptionellen Einnahme wurden bewusst nicht zitiert, weil sie Mengenangaben enthalten.
- Eine Angabe über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos (Folat und Neuralrohrdefekte nach Artikel 14 der VO (EG) Nr. 1924/2006) wurde nicht im Wortlaut geprüft und deshalb nicht in health_claims eingetragen; VO (EU) Nr. 432/2012 enthält nur Angaben nach Artikel 13.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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