Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Aktives Folat, das bei MTHFR-Genvariante besser wirkt als Folsäure
nicht untersuchtKlinischer Teil des Versprechens, genau an die Genvariante gebunden: Eine Studie mit klinischem Endpunkt bei MTHFR 677TT und nachweislich dem Calciumsalz wurde nicht gefunden. Formspezifisch geprüft sind bei TT nur Blutmarker (siehe nächstes Versprechen, nur Marker) [4][10]. Die einzige RCT mit klinischem Endpunkt nach Genotyp (Fehlgeburten, kein Unterschied zur Folsäure) nennt kein 5-MTHF-Salz und zählt deshalb nicht für diese Form [14]. Folsäure hebt die Spiegel bei TT ebenfalls, nur auf niedrigerem Niveau [17]. Bereich gewählt, weil das Versprechen vor allem Frauen mit Kinderwunsch angesprochen wird.[4][10]
Hebt den Folatspiegel stärker als Folsäure, auch bei MTHFR 677TT (nur Marker)
uneinheitlichNur Marker, kein klinischer Endpunkt. Nach Einzelgabe des Calciumsalzes stieg Plasma-Folat bei TT und CC stärker als nach äquimolarer Folsäure (24 Frauen, randomisierte Überkreuzstudie; Salz laut Reanalyse [10]) [4]. Über Wochen stieg das Erythrozyten-Folat in zwei RCTs stärker [5][8], in einer dritten nicht [6] (Calciumsalz für diese drei nur über Sekundärquellen belegt [10][12]). Die Metaanalyse aktiver Folatformen fasst verschiedene Formen zusammen und zählt nicht für dieses Salz [12]; ein Review hält die Erythrozyten-Daten für widersprüchlich [13].[5][8]
Schützt das Ungeborene ebenso gut vor Neuralrohrdefekten wie Folsäure
nicht untersuchtKeine Studie mit Neuralrohrdefekten als Endpunkt; die Präventionsbelege stammen aus Folsäure-Studien [15]. Nur Statusmarker wie Erythrozyten-Folat wurden verglichen [5][12].[5][12]
Senkt Homocystein stärker als Folsäure (nur Marker)
uneinheitlichNur Marker. Formspezifisch (Calciumsalz über Sekundärquellen belegt [10]): In einer RCT bei niedriger Menge etwas stärkere Senkung (−14,6 vs. −9,3 % gegenüber Placebo) [6], in einer weiteren RCT gleich starke Senkung [8]. Nicht für dieses Salz zählen ein Gruppenvergleich ohne Salzangabe und ohne angegebene Randomisierung [9] und die Metaanalyse aktiver Folatformen (kein Unterschied) [12]. Klinische Gefäßendpunkte nicht untersucht.
Verhindert Fehlgeburten bei MTHFR-Variante
nicht untersuchtMit dem Calciumsalz nicht untersucht. Die einzige RCT (220 Frauen) fand keinen Unterschied zur Folsäure, auch nicht nach Genotyp, nennt aber weder im Abstract noch im Volltext ein 5-MTHF-Salz und zählt deshalb nicht für diese Form [14]. Die Metaanalyse aktiver Folatformen sieht Hinweise auf bessere Schwangerschaftsergebnisse nach früheren Komplikationen bei geringer Studienqualität, fasst aber verschiedene Formen zusammen [12].
Wirkweise
Evidenzkarte: Calcium-L-methylfolat
Calcium-L-methylfolat ist das Calciumsalz der (6S)-5-Methyltetrahydrofolsäure (L-5-MTHF). L-5-MTHF ist die vorherrschende Folatform der Nahrung und praktisch die einzige im Blut; anders als Folsäure ist sie bereits reduziert und muss weder von der Dihydrofolat-Reduktase noch von der MTHFR umgewandelt werden [1]. In der Zelle gibt sie ihre Methylgruppe über die Vitamin-B12-abhängige Methionin-Synthase an Homocystein ab, dabei entsteht Tetrahydrofolat; ist das Enzym etwa durch B12-Mangel gehemmt, kann Methyltetrahydrofolat aus dem Blut nur eingeschränkt in die zellulären Folatspeicher übergehen [2]. Laut Unionsliste der neuartigen Lebensmittel wird das Salz chemisch aus Folsäure hergestellt; die Spezifikation verlangt über 95 % Reinheit und erlaubt höchstens 1,0 % des D-Isomers [3].
Zu 5-MTHF gibt es mehrere Vergleiche mit Folsäure, die meisten randomisiert und fast alle mit Statusmarkern; welches Salz eingesetzt wurde, nennen die Abstracts meist nicht (siehe unten). In einer randomisierten Überkreuzstudie mit 24 gesunden Frauen, 16 davon mit der Variante MTHFR 677TT, waren Fläche unter der Plasmakurve und Spitzenspiegel nach einer Einzelgabe [6S]-5-MTHF bei beiden Genotypen höher als nach äquimolarer Folsäure; unverstoffwechselte Folsäure trat fast nur nach Folsäure auf [4]. Über 24 Wochen stieg das Erythrozyten-Folat bei 144 jungen Frauen unter äquimolarem [6S]-5-MTHF stärker als unter Folsäure [5]. Bei 167 Gesunden senkte eine niedrige Menge L-5-MTHF Homocystein etwas stärker als äquimolare Folsäure (−14,6 vs. −9,3 % gegenüber Placebo), Plasma- und Erythrozyten-Folat unterschieden sich nicht [6]. Bei 72 Frauen in der Stillzeit war das Erythrozyten-Folat unter [6S]-5-MTHF etwas höher als in einer Folsäure-Referenzgruppe; randomisiert war dort nur der Vergleich mit Placebo, die Folsäuregruppe wurde zugewiesen [7]. Bei 142 Frauen in Malaysia stiegen Plasma- und Erythrozyten-Folat unter L-5-MTHF stärker, Homocystein sank gleich [8]; bei 40 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren, die auf zwei Gruppen verteilt wurden (Randomisierung und Salz im Abstract nicht angegeben), sank Homocystein unter beiden Formen ohne signifikanten Unterschied [9]. Natrium- und Calciumsalz unterschieden sich in einem indirekten Vergleich zweier Kinetikstudien nicht; die Studie wurde von Merck & Cie finanziert, zwei Beteiligte waren dort beschäftigt [10]. In einer Studie des Herstellers Bayer mit 172 Frauen ergaben ein Verhütungsmittel mit Levomefolat-Calcium und dasselbe Verhütungsmittel plus Folsäure vergleichbare Folatspiegel [11]. Dass in den Studien [4][5][6][7][8] das Calciumsalz eingesetzt wurde, steht nicht in deren Abstracts; für [4] belegt es die Reanalyse der Einzeldaten in [10], für [5][6][7][8] nennt es [10], für [5][7][8] zusätzlich die Studientabelle einer Metaanalyse [12].
Zusammengefasst fand die Metaanalyse von elf RCTs bei Frauen im gebärfähigen Alter unter aktiven Folatformen allgemein höhere Plasma- und Erythrozyten-Folatspiegel und weniger unverstoffwechselte Folsäure, aber keinen Unterschied beim Homocystein; Hinweise auf mehr Schwangerschaften nach früheren Komplikationen stuft sie wegen geringer Studienqualität als vorläufig ein. Sie fasst verschiedene Formen zusammen: laut ihrer Studientabelle überwiegend das Calciumsalz, daneben Methylfolat-Tabletten ohne Salzangabe und eine Studie, die laut Titel Calcium-Levofolinat (eine Folinsäureform) prüfte [12]. Ein systematischer Review mit GRADE-Bewertung bestätigt weniger unverstoffwechselte Folsäure, hält die Daten zum Erythrozyten-Folat aber für widersprüchlich und weder Gleichwertigkeit noch Überlegenheit für belegt; das Studienteam hat Interessenkonflikte mit einem Folinsäure-Entwickler [13]. In einer RCT mit klinischem Endpunkt bei 220 Frauen mit wiederholten Fehlgeburten unterschied sich die Fehlgeburtenrate zwischen 5-MTHF (Salz nicht angegeben, zählt deshalb nicht für das Calciumsalz) und Folsäure nicht, auch nicht nach MTHFR-Genotyp [14]. Zur Vorbeugung von Neuralrohrdefekten gibt es keine Studie mit 5-MTHF; die Belege stammen aus Studien mit Folsäure [15].
Formulierungen und Herkunft: Das kristalline Calciumsalz (Handelsname Metafolin) hat nach einer Übersicht die für Präparate nötige Stabilität [1]. Daneben sind das Mononatriumsalz und ein Glucosaminsalz der (6S)-5-Methyltetrahydrofolsäure als eigene Folatformen zugelassen [3]; Natrium- und Calciumsalz verhielten sich kinetisch gleich [10]. „Natürliches Folat“ bedeutet hier, dass das Molekül der Blutform entspricht, nicht, dass es aus Lebensmitteln gewonnen wird: Hergestellt wird es synthetisch aus Folsäure [3]. Zu liposomalen oder sublingualen Methylfolat-Präparaten wurden keine vergleichenden Humandaten gefunden.
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Methionin-Synthase (Vitamin-B12-abhängig) | Enzym | Bindung | Substrat: überträgt die Methylgruppe auf Homocystein, es entsteht Tetrahydrofolat; DHFR und MTHFR werden dafür nicht benötigt | Labor[1][2] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- DurchblutungSenkt Homocystein; im Vergleich mit Folsäure in zwei RCTs mit dem Calciumsalz einmal etwas stärker, einmal gleich (Marker); klinische Gefäßendpunkte für diese Form nicht untersucht[6][8]
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Calciumsalz, Einzelgabe
Fläche unter der Plasmakurve und Spitzenspiegel höher, Spitzenzeit kürzer als nach äquimolarer Folsäure, bei MTHFR 677TT und CC [4].
Mensch, randomisiert
Oral (geschluckt) · Natrium- gegenüber Calciumsalz
Indirekter Vergleich zweier Kinetikstudien gegen Folsäure: kein Unterschied zwischen den Salzen; Studie von Merck & Cie finanziert, zwei Beteiligte dort beschäftigt [10].
Mensch, nicht randomisiert
Oral (geschluckt) · in hormonellem Verhütungsmittel
Folatspiegel wie unter Verhütungsmittel plus Folsäure; nach Absetzen fiel das Erythrozyten-Folat langsam (Herstellerstudie) [11].
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
Kinetik bei MTHFR 677TT und CC
Gemessen: Plasma-Folat (AUC, Cmax, tmax)
Ergebnis: AUC und Cmax höher, tmax kürzer als nach Folsäure, bei beiden Genotypen; unverstoffwechselte Folsäure fast nur nach Folsäure.[4]
Mensch, randomisiert
Erythrozyten-Folat über 24 Wochen
Gemessen: Erythrozyten-Folat
Ergebnis: Anstieg unter äquimolarem [6S]-5-MTHF stärker als unter Folsäure (p < 0,001).[5]
Mensch, randomisiert
Homocystein bei niedriger Menge
Gemessen: Homocystein, Plasma- und Erythrozyten-Folat
Ergebnis: Homocystein −14,6 vs. −9,3 % gegenüber Placebo (L-MTHF wirksamer, p < 0,05); Folatmarker ohne Unterschied.[6]
Mensch, randomisiert
Stillzeit
Gemessen: Erythrozyten-Folat
Ergebnis: 2178 vs. 1967 nmol/l (p < 0,05) gegenüber der Folsäuregruppe; der Formvergleich ist nicht randomisiert.[7]
Mensch, nicht randomisiert
Frauen in Malaysia
Gemessen: Plasma- und Erythrozyten-Folat, Homocystein
Ergebnis: Erythrozyten-Folat 1951 vs. 1498 nmol/l (p = 0,003); Homocystein gleich gesenkt.[8]
Mensch, randomisiert
Homocystein im mittleren Alter
Gemessen: Homocystein
Ergebnis: −7,8 vs. −13,4 % (Folsäure), Unterschied nicht signifikant; Salz nicht angegeben.[9]
Mensch, nicht randomisiert
Wiederholte Fehlgeburten
Gemessen: Fortbestehende Schwangerschaft in Woche 20
Ergebnis: Kein Unterschied zur Folsäure, unabhängig vom MTHFR-Genotyp; Serum-Folat unter 5-MTHF stärker gestiegen; 5-MTHF-Salz nicht angegeben.[14]
Mensch, randomisiert
Verhütungsmittel mit Levomefolat
Gemessen: Plasma- und Erythrozyten-Folat
Ergebnis: Vergleichbar mit Verhütungsmittel plus Folsäure; Studie des Herstellers Bayer.[11]
Mensch, randomisiert
Metaanalyse aktiver Folatformen
Gemessen: Folatmarker, Homocystein, Schwangerschaftsergebnisse
Ergebnis: Folat höher, unverstoffwechselte Folsäure niedriger, Homocystein ohne Unterschied; Schwangerschaftsdaten von geringer Qualität; eingeschlossen sind auch Methylfolat ohne Salzangabe und eine Studie mit Calcium-Levofolinat.[12]
Mensch, randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Kein Nachweis zum Schutz vor Neuralrohrdefekten
Die klinische Schutzwirkung ist nur für Folsäure belegt [15]; für 5-MTHF gibt es nur Statusmarker [5][12].
Keine Daten
B12-Mangel wird nicht behoben
Ohne funktionierende, B12-abhängige Methionin-Synthase gelangt Methyltetrahydrofolat nur eingeschränkt in die zellulären Folatspeicher (Übersicht zum Enzym) [2]. Ob 5-MTHF einen B12-Mangel weniger verschleiert als Folsäure, ist klinisch nicht untersucht.
Labor
Studienlage mit Herstellerbeteiligung
Mehrere Vergleichsstudien wurden von Unternehmen finanziert, durchgeführt oder mitverfasst (Merck & Cie [10], Bayer [11]). Studien ohne belegte Herstellerbeteiligung (Finanzierung teils nicht geprüft) zeigen vor allem Unterschiede bei Statusmarkern [5][6][8].
Mensch, nicht randomisiert
Wechselwirkungen
- DHFR-Hemmer (z. B. Methotrexat): Laut einer Übersicht könnte 5-MTHF weniger mit Arzneistoffen interagieren, die die Dihydrofolat-Reduktase hemmen, weil es diesen Schritt nicht braucht; klinische Daten dazu wurden nicht gefunden [1].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- nicht belegt
„Methylfolat verschleiert anders als Folsäure keinen Vitamin-B12-Mangel“
Übersichten behaupten das [1][16]; eine klinische Studie, die es prüft, wurde nicht gefunden. Mechanistisch braucht 5-MTHF die B12-abhängige Methionin-Synthase [2].
- nicht belegt
„Für Methylfolat gibt es keine Obergrenze, es ist unbegrenzt sicher“
Eine Übersicht hält fest, dass für 5-MTHF keine tolerierbare Obergrenze festgelegt ist [16]; das bedeutet fehlende Bewertung, nicht nachgewiesene Sicherheit hoher Mengen.
- nicht belegt
„Bei MTHFR-Genvariante wirkt nur Methylfolat, Folsäure nicht“
Statusmarker: Folsäure hob die Folatspiegel auch bei 677TT, wenn auch auf niedrigere Werte; nur die kleinste geprüfte Menge und Gaben in größeren Abständen senkten erhöhtes Homocystein bei TT nicht [17]. Im Kinetikvergleich stieg Plasma-Folat bei TT auch nach Folsäure, nach 5-MTHF stärker [4]. Klinischer Endpunkt: Ob Folsäure oder 5-MTHF Neuralrohrdefekte bei TT verhindern, wurde in den gefundenen Studien nicht nach Genotyp untersucht; bei Fehlgeburten unterschieden sich die Formen auch nach Genotyp nicht [14].
- teilweise belegt
„Methylfolat ist natürliches Folat, Folsäure künstlich“
Das Molekül entspricht der im Blut zirkulierenden Form [1]; hergestellt wird das Salz aber chemisch aus Folsäure [3].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Über den Mund; nach Einzelgabe höherer und früherer Plasmagipfel als nach Folsäure [4].
- Halbwertszeit
- Im Plasma nicht verifiziert; nach Absetzen eines Präparats fiel das Erythrozyten-Folat über Wochen langsam ab [11].
- Abbau
- Gibt die Methylgruppe über die B12-abhängige Methionin-Synthase ab und wird zu Tetrahydrofolat [2]; braucht weder DHFR noch MTHFR [1].
- Weg ins Gehirn
- Nicht verifiziert.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- In AMIce kein verkehrsfähiges Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Levomefolat oder Calcium-L-methylfolat gefunden (Suche nach Stoffname, Abruf 24.10.2026) [20]; Kombinationen mit hormonellen Verhütungsmitteln sind damit nicht sicher ausgeschlossen, weil die Suche abweichende Stoffnamen nicht findet. Als Vitaminverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [18].
- EU
- Anhang II Teil A, Nr. 10 b der RL 2002/46/EG („Calcium-L-methylfolat“) [18]; zusätzlich in der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel mit Spezifikation, u. a. für Nahrungsergänzungsmittel, angereicherte Lebensmittel, Säuglingsnahrung und Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke [3].
- USA
- Nicht verifiziert.
- Andere Länder
- Als Levomefolat-Calcium Bestandteil eines hormonellen Kombinationspräparats, das der Hersteller Bayer in einer RCT prüfte [11]; Zulassungsstatus nicht verifiziert.
Zugelassene EU-Angaben
„trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei“
- Nährstoff
- Folat
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[19]
- Einordnung
- rechtlich zulässig, für diese Form klinisch nicht untersucht
„trägt zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei“
- Nährstoff
- Folat
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[19]
- Einordnung
- rechtlich zulässig; Homocysteinsenkung ist nur ein Marker (siehe Versprechen „Senkt Homocystein stärker als Folsäure (nur Marker)“)
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Verhindert 5-MTHF Neuralrohrdefekte ebenso wie Folsäure? Eine Studie mit diesem Endpunkt fehlt.
- Haben die etwas höheren Folatspiegel unter 5-MTHF einen klinischen Nutzen, etwa bei MTHFR 677TT?
- Verschleiert 5-MTHF einen B12-Mangel tatsächlich weniger als Folsäure?
Referenzen
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- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Levomefolat“ bzw. „Calcium-L-methylfolat“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Anhang II Teil A, Nr. 10 b („Calcium-L-methylfolat“, ohne Fußnote) im konsolidierten Text CELEX 02002L0046-20251126 gelesen.
- Unionsliste CELEX 02017R2470-20260810 gelesen: Eintrag „Calcium-L-Methylfolat“ mit Lebensmittelkategorien (Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, Säuglingsanfangs- und Folgenahrung, Beikost, Nahrungsergänzungsmittel, angereicherte Lebensmittel) und Spezifikation (Synthese aus Folsäure, C20H23CaN7O6, 497,5 Da, Reinheit > 95 %, D-Isomer ≤ 1,0 %).
- PubChem CID 135564391 (Levomefolate Calcium): Summenformel und SMILES per PUG-REST.
- Am Abstract: L-5-MTHF als Hauptform im Blut, Metafolin, mögliche geringere DHFR-Interaktion [1]; Methylübertragung, Einschränkung bei gehemmter Methionin-Synthase [2]; 24 Frauen (16 TT, 8 CC) [4]; 144 Frauen, p < 0,001 [5]; 167 Personen, −14,6 vs. −9,3 % [6]; 72 Frauen (in der 36. Schwangerschaftswoche aufgenommen, in der Stillzeit verglichen), 2178 vs. 1967 nmol/l [7]; 142 Frauen, 1951 vs. 1498 nmol/l, p = 0,003 [8]; 40 Personen, 7,8 vs. 13,4 %, p = 0,243 [9]; Na- und Ca-Salz ohne Unterschied, zwei Beteiligte mit Affiliation Merck & Cie (PubMed) [10]; 172 Frauen, Affiliation Bayer HealthCare [11]; 11 RCTs [12]; GRADE, Interessenkonflikte [13]; 220 Frauen, kein Unterschied [14]; NTD-Evidenz nur Folsäure [15]; keine tolerierbare Obergrenze, keine Maskierung (Behauptung der Übersicht) [16].
- Gegenprüfung 24.10.2026: [7] Abstract: 5-MTHF „randomly assigned … or a placebo“, Folsäure „were assigned to a … reference group“. [9] Abstract: „divided into two groups“, das Wort „random“ fehlt. Open-Access-Volltext von [10] (PMC7760477): „This research was funded by Merck & Cie“; Reanalyse der Einzeldaten von [4] mit „(6S)-5-Methyl-THF-Ca“; das Calciumsalz wird dort auch [5][6][7][8] zugeschrieben. Volltext von [12] (PMC12708167): „active form of folate“ umfasst 5-MTHF, (6S)-5-MTHF, L-Methylfolat, Tetrahydrofolate und Salze von L-5-MTHF; Studientabelle: Metafolin bei Lamers [5], Henderson [8] und Houghton [7], Methylfolat-Tabletten ohne Salz in zwei chinesischen Studien, „calcium levofolinate pentahydrate“ laut Titel der Studie von Giunta 2018; nach eigener Angabe Metafolin in 9 von 11 Studien. Open-Access-Volltext von [14] (PMC4668025): nur „5-MTHF“, Präparat von Thorne Research, gefördert von NNFTRI und ACECR, kein Salz genannt.
- Gesundheitsbezogene Angaben für Folat im Wortlaut der VO (EU) Nr. 432/2012 gelesen: Basisfassung CELEX 32012R0432 und konsolidierte Fassung CELEX 02012R0432-20250820 (beide über Cellar, XHTML, 24.10.2026); die zwei Angaben in health_claims sind wortgleich. Calcium-L-methylfolat steht in Anhang II (Teil A, Nr. 10 b), die Angaben gelten dem Nährstoff Folat (K5).
- Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Levomefolat“ bzw. „Calcium-L-methylfolat“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig): keine Treffer [20]. Ohne Frontmaskierung und bei abweichenden Stoffnamen ist das kein Beweis, dass es kein Arzneimittel gibt.
Nicht verifiziert
- Salzform von [5][6][7][8] nicht im Primärtext geprüft (Volltexte nicht frei zugänglich); das Calciumsalz nennen nur die von Merck & Cie finanzierte Studie [10] und für [5][7][8] die Metaanalyse [12]. Für [9] und [14] ist kein Salz angegeben; die Zuordnung dieser beiden Studien zum Calciumsalz ist offen.
- Ob die Gruppen in [9] randomisiert wurden, steht nicht im Abstract; ein Volltext war nicht frei zugänglich (deshalb Stufe 3).
- Finanzierung von [4], [5], [6] und [8] nicht geprüft (PubMed nennt nur für [4] einen Zuschuss des britischen BBSRC; Volltexte nicht zugänglich); die Firmenbeteiligung ist nur für [10] (Finanzierung Merck & Cie) und [11] (Affiliation Bayer HealthCare) belegt.
- Zulassungsstatus von Verhütungsmitteln mit Levomefolat-Calcium in Deutschland und der EU nicht geprüft; Status in den USA nicht geprüft.
- Das EFSA-Gutachten von 2004 zu Calcium-L-methylfolat (doi:10.2903/j.efsa.2004.135) wurde nur über Crossref gefunden, nicht gelesen.
- Halbwertszeit im Plasma und ZNS-Gängigkeit nicht recherchiert.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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