Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Bessere geistige Leistung bei Gesunden

    uneinheitlich

    Kognition & Fokus · gesund · Mensch, randomisiert

    Drei placebokontrollierte Einzelgabe-Studien: bessere Aufmerksamkeit in einer EEG-Studie mit 16 Personen [5], keine Veränderung von Reaktionszeit und Aufmerksamkeit in einer Servier-Studie mit 18 Personen [6], kein Effekt auf Arbeits- und verbales Gedächtnis, aber schlechteres Erkennen von Gesichtsausdrücken [7]. Wiederholte Einnahme bei Gesunden ist nicht untersucht.

  • Hebt die Stimmung

    uneinheitlich

    Stimmung & Stress · gesund · Mensch, randomisiert

    Stimmungsverbesserung nach Einzelgabe in einer Studie [5], keine Veränderung in einer anderen [6]; in einer dritten eher negative Verzerrung bei emotionalen Aufgaben [7].

  • Wirkt gegen Depression

    Nutzen belegt

    Stimmung & Stress · Patienten: Depression · Mensch, randomisiert

    Placebokontrollierte RCTs mit 126 Erwachsenen [8] und 311 über 65-Jährigen (HDRS-Differenz 3,84 Punkte) [9]; in einer Metaanalyse von fünf RCTs so wirksam wie SSRI [10].

Wirkweise

Evidenzkarte: Tianeptin

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Tianeptin wurde lange als „Serotonin-Wiederaufnahme-Verstärker“ beschrieben. 2014 zeigten Bindungs- und Funktionstests, dass es ein wirksamer Agonist am menschlichen μ-Opioidrezeptor ist (Ki 383 nM, EC50 194 nM für die G-Protein-Aktivierung), ein schwacher Agonist am δ-Opioidrezeptor (EC50 37,4 µM) und am κ-Rezeptor unwirksam [1]. Bei Mäusen ohne μ-Opioidrezeptor fielen die antidepressiv-artigen Effekte weg; Tianeptin wirkte zudem schmerzlindernd und belohnend, und sein Hauptmetabolit MC5 mit längerer Halbwertszeit wirkte ebenso über den μ-Rezeptor [2]. Eine Übersicht diskutiert zusätzlich Effekte auf glutamaterge Plastizität, hält aber die Opioidwirkung für den Schlüssel zum Missbrauchspotenzial [3].

Tianeptin wird nach dem Schlucken vollständig aufgenommen (absolute Bioverfügbarkeit 99 %), erreicht nach etwa einer Stunde die höchsten Spiegel, ist zu 94 % an Plasmaproteine gebunden und hat eine kurze Halbwertszeit von 2,5 Stunden; es wird stark verstoffwechselt, bei älteren Menschen und Nierenschwäche verlängert sich die Halbwertszeit um etwa eine Stunde [4]. Der Metabolit MC5 erreicht seinen Höchstwert später und sinkt langsamer [5].

Bei Gesunden sind die Befunde zur Kognition gemischt: In einer placebokontrollierten EEG-Studie aktivierte eine Einzelgabe das EEG und besserte Stimmung und Aufmerksamkeit [5]; eine Servier-Studie fand nach einer sehr hohen Einzelgabe weder stimulierende Effekte noch Veränderungen von Reaktionszeit und Stimmung [6]; in einer Oxford-Studie verschlechterte eine Einzelgabe das Erkennen von Gesichtsausdrücken, ohne Arbeits- oder verbales Gedächtnis zu verändern [7]. Bei Depression wirkte Tianeptin in placebokontrollierten RCTs, auch bei über 65-Jährigen [8][9], und war in einer Metaanalyse von fünf RCTs gleich wirksam wie SSRI [10].

Als frei verkauftes Produkt in den USA verursacht Tianeptin opioidtypische Probleme: Giftnotrufe stiegen von 2015 bis 2023 um 1400 %, 22,5 % betrafen Entzugssymptome [11]; ein systematisches Review beschreibt Entzug, Atemversagen und Todesfälle [12]. In einer Studie mit Gesunden verstärkte Tianeptin als Infusion die durch Remifentanil ausgelöste Atemdepression [13].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
μ-Opioidrezeptor (MOR)RezeptorAgonistKi 383 nM, EC50 194 nM (Mensch, Zellkultur); voller Agonist Tierversuch[1][2]
δ-Opioidrezeptor (DOR)RezeptorAgonistEC50 37,4 µM (Mensch, Zellkultur) Labor[1]
κ-Opioidrezeptor (KOR)RezeptorBindunginaktiv (Mensch und Ratte) Labor[1]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninunklar · Früher als Verstärker der Serotonin-Wiederaufnahme beschrieben; laut Übersicht keine Wirkung an Serotoninrezeptoren oder Monoamintransportern[3]
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioide↑ · Voller μ-Opioid-Agonist (Labor); Effekte bei Mäusen μ-abhängig; beim Menschen opioidartiger Entzug und verstärkte Atemdepression unter Remifentanil (RCT)[1][2][12][13]
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Tablette (Natriumsalz)

    99 % (Mensch)

    Rasch und vollständig aufgenommen, kein First-Pass-Effekt, Höchstspiegel nach etwa 1 Stunde [4].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Intravenös · Infusion (nur in Studien)

    In einer RCT mit Gesunden verstärkte intravenöses Tianeptin die Atemdepression durch Remifentanil [13].

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • EEG und Psychometrie im Vergleich mit Fluvoxamin

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Überkreuz · gesund · n = 16 · Einzelgaben

    Gemessen: EEG, Stimmung, Aufmerksamkeit

    Ergebnis: EEG-Aktivierung, bessere Stimmung und Aufmerksamkeit (Pauli-Test).[5]

    Mensch, randomisiert

  • Hohe Einzelgabe gegen Methylphenidat

    placebokontrolliert, Überkreuz · gesund (junge Erwachsene) · n = 18 · Einzelgabe

    Gemessen: subjektive Effekte (ARCI), Stimmung, Reaktionszeit

    Ergebnis: Keine stimulierenden Effekte, keine Änderung von Stimmung und Reaktionszeit; Methylphenidat wirkte. Erstautorin bei Servier.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Emotionale Verarbeitung

    RCT, placebokontrolliert · gesund · Einzelgabe

    Gemessen: Gesichtserkennung, emotionales und verbales Gedächtnis

    Ergebnis: Schlechteres Erkennen von Gesichtsausdrücken, weniger positive Verzerrung; Arbeits- und verbales Gedächtnis unverändert.[7]

    Mensch, randomisiert

  • Depression bei Älteren

    RCT, placebo- und escitalopramkontrolliert, 44 Zentren · Patienten: rezidivierende Depression, ab 65 Jahren · n = 311 · 8 Wochen

    Gemessen: HDRS-17

    Ergebnis: 3,84 Punkte besser als Placebo; Ansprechen 46,7 % gegenüber 34,0 %.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Atemdepression unter Opioiden

    zwei RCTs, doppelblind, placebokontrolliert, Überkreuz · gesund · n = 23 · Einzelgaben bzw. Infusion

    Gemessen: Atemminutenvolumen

    Ergebnis: Oral kein Schutz; intravenös stärkere Atemdepression unter Remifentanil (9,6 gegenüber 15,0 l/min).[13]

    Mensch, randomisiert

  • US-Giftnotrufe

    retrospektive Registeranalyse · Menschen mit Tianeptin-Exposition (nur Tianeptin) · n = 892 · 2015–2023

    Gemessen: Schwere, Aufnahme, Missbrauch, Entzug

    Ergebnis: Anstieg um 1400 %; 12 % schwere Effekte, 22,9 % Intensivstation, 40,1 % Missbrauch, 22,5 % Entzug.[11]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Abhängigkeit und Entzug

    Systematisches Review (53 Publikationen, 1055 Personen): opioidartige Abhängigkeit, Entzug in der Hälfte der Einzelfälle, teils Behandlung mit Buprenorphin oder Methadon [12]. 22,5 % der US-Giftnotrufe betrafen Entzug [11]. In Frankreich führten Missbrauch und „Ärzte-Hopping“ zu strengeren Verschreibungsregeln [3].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Vergiftung und Todesfälle

    Bei Überdosis Dämpfung des Zentralnervensystems, Atemversagen und Muskelzerfall; in 7 von 22 ausführlich beschriebenen Überdosisfällen tödlich [12]. In Tennessee 6 tianeptinbeteiligte tödliche Überdosen 2021–2023 [14].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Atemdepression mit Opioiden

    Intravenöses Tianeptin verstärkte bei Gesunden die Atemdepression durch Remifentanil [13].

    Mensch, randomisiert

  • Verunreinigte Produkte

    In New Jersey erkrankten 2023 17 Menschen nach Konsum des Produkts „Neptune's Fix“ schwer (13 auf der Intensivstation, 7 intubiert); in Proben fanden sich die synthetischen Cannabinoide MDMB-4en-PINACA und ADB-4en-PINACA [15].

    Mensch, nicht randomisiert

Wechselwirkungen

  • Opioide: Verstärkte Atemdepression unter Remifentanil (RCT bei Gesunden) [13].
  • Beruhigungsmittel, Kratom, Gabapentinoide: Häufig gemeinsam konsumiert in schweren Vergiftungsfällen [12][15].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • widerlegt

    „Tianeptin ist ein harmloses Nootropikum“

    Es ist ein μ-Opioid-Agonist [1] mit dokumentierter Abhängigkeit, Entzug und Todesfällen [11][12].

  • widerlegt

    „Tianeptin wirkt über Serotonin“

    Die antidepressiv-artigen Effekte bei Mäusen fehlen ohne μ-Opioidrezeptor [2]; laut Übersicht keine Wirkung an Serotoninrezeptoren oder -transportern [3].

  • nicht belegt

    „Tianeptin verbessert Konzentration und Gedächtnis“

    Nur Einzelgabe-Studien mit gemischten Ergebnissen [5][6][7].

  • teilweise belegt

    „Tianeptin macht in therapeutischer Menge nicht abhängig“

    Eine Servier-Studie fand nach einer hohen Einzelgabe keine stimulierenden oder belohnenden Effekte [6], und bei Mäusen keine Toleranz [2]; Abhängigkeit ist aber vor allem bei hohen, nicht ärztlich verordneten Mengen dokumentiert [12].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Vollständig, Bioverfügbarkeit 99 %, Höchstspiegel nach etwa 1 Stunde [4].
Halbwertszeit
Etwa 2,5 Stunden; bei Älteren und Nierenschwäche etwa 1 Stunde länger [4]; Metabolit MC5 länger wirksam [2][5].
Abbau
Starke Verstoffwechselung, vor allem zu Analoga mit C5- und C3-Seitenkette (darunter MC5) und einem N-demethylierten Derivat; Plasmaproteinbindung 94 % [4].
Weg ins Gehirn
Zentral wirksam: EEG-Veränderungen beim Menschen [5].

Rechtlicher Status

Deutschland
Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Tianeptin verzeichnet, darunter Tianesan Filmtabletten und Tianeurax Filmtabletten (Tianeptin-Natrium, Anwendungsgebiet Depression, Zulassung jeweils verlängert; Abruf 26.10.2026) [16]; verschreibungspflichtig als Arzneimittel (AMVV Anlage 1, „Tianeptin und seine Ester“) [17]. Die zitierte Übersicht nennt Deutschland nicht unter den EU-Ländern mit Zulassung [3]; das stimmt mit AMIce nicht überein.
EU
Seit 1989 in Frankreich (Servier) und laut Übersicht in 15 EU-Ländern als Antidepressivum zugelassen, u. a. Österreich, Polen und Tschechien; in Frankreich wurden wegen Missbrauchs die Verschreibungsregeln verschärft [3].
USA
Von der FDA nie zugelassen und auf Bundesebene nicht kontrolliert, aber als „Nahrungsergänzungsmittel“ verkauft; mehrere Bundesstaaten stufen es als Schedule I oder II ein [3][14].
Andere Länder
Weltweit in über 60 Ländern als Antidepressivum im Handel [3].

Offene Fragen

  • Wie hoch ist das Abhängigkeitsrisiko bei ärztlich verordneter Einnahme über Monate?
  • Trägt neben dem μ-Opioidrezeptor ein glutamaterger Mechanismus zur antidepressiven Wirkung bei?
  • Wie wirkt sich wiederholte Einnahme auf die Kognition Gesunder aus?

Referenzen

  1. Gassaway MM, Rives ML, Kruegel AC, Javitch JA, Sames D. The atypical antidepressant and neurorestorative agent tianeptine is a μ-opioid receptor agonist. Transl Psychiatry. 2014;4(7):e411. doi:10.1038/tp.2014.30 · PubMed
  2. Samuels BA, Nautiyal KM, Kruegel AC, Levinstein MR, Magalong VM, Gassaway MM, et al. The Behavioral Effects of the Antidepressant Tianeptine Require the Mu-Opioid Receptor. Neuropsychopharmacology. 2017;42(10):2052–2063. doi:10.1038/npp.2017.60 · PubMed
  3. Nishio Y, Lindsley CW, Bender AM. Classics in Chemical Neuroscience: Tianeptine. ACS Chem Neurosci. 2024;15(21):3863–3873. doi:10.1021/acschemneuro.4c00519 · PubMed
  4. Royer RJ, Albin H, Barrucand D, Salvadori-Failler C, Kamoun A. Pharmacokinetic and metabolic parameters of tianeptine in healthy volunteers and in populations with risk factors. Clin Neuropharmacol. 1988;11 Suppl 2:S90–6. PubMed
  5. Saletu B, Grünberger J, Anderer P, Linzmayer L, Zyhlarz G. Comparative pharmacodynamic studies with the novel serotonin uptake-enhancing tianeptine and -inhibiting fluvoxamine utilizing EEG mapping and psychometry. J Neural Transm (Vienna). 1996;103(1-2):191–216. doi:10.1007/BF01292627 · PubMed
  6. Bernard K, Penelaud PF, Mocaër E, Donazzolo Y. Absence of psychostimulant effects of a supratherapeutic dose of tianeptine: a placebo-controlled study versus methylphenidate in young healthy volunteers. J Clin Psychopharmacol. 2011;31(4):441–8. doi:10.1097/JCP.0b013e3182217a50 · PubMed
  7. Cooper CM, Whiting DA, Cowen PJ, Harmer CJ. Tianeptine in an experimental medicine model of antidepressant action. J Psychopharmacol. 2015;29(5):582–90. doi:10.1177/0269881115573810 · PubMed
  8. Costa e Silva JA, Ruschel SI, Caetano D, Rocha FL, da Silva Lippi JR, Arruda S, et al. Placebo-controlled study of tianeptine in major depressive episodes. Neuropsychobiology. 1997;35(1):24–9. doi:10.1159/000119326 · PubMed
  9. Emsley R, Ahokas A, Suarez A, Marinescu D, Dóci I, Lehtmets A, et al. Efficacy of Tianeptine 25-50 mg in Elderly Patients With Recurrent Major Depressive Disorder: An 8-Week Placebo- and Escitalopram-Controlled Study. J Clin Psychiatry. 2018;79(4). doi:10.4088/JCP.17m11741 · PubMed
  10. Kasper S, Olié JP. A meta-analysis of randomized controlled trials of tianeptine versus SSRI in the short-term treatment of depression. Eur Psychiatry. 2002;17 Suppl 3:331–40. doi:10.1016/s0924-9338(02)00651-x · PubMed
  11. Quadir M, Rine NI, Badeti J, Hays HL, Michaels NL, Yang J, et al. Tianeptine Exposures Reported to United States Poison Centers, 2015-2023. J Med Toxicol. 2025;21(1):30–41. doi:10.1007/s13181-024-01053-6 · PubMed
  12. Anand A, Alessi MR, Toussi RA, Tian J, Raffoul JJ, Pratt N, et al. Tianeptine misuse and addiction: A systematic review of withdrawal, toxicity, and clinical management. Drug Alcohol Depend. 2026;285:113196. doi:10.1016/j.drugalcdep.2026.113196 · PubMed
  13. Algera H, van der Schrier R, Cavalla D, van Velzen M, Roozekrans M, McMorn A, et al. Respiratory Effects of the Atypical Tricyclic Antidepressant Tianeptine in Human Models of Opioid-induced Respiratory Depression. Anesthesiology. 2022;137(4):446–458. doi:10.1097/ALN.0000000000004324 · PubMed
  14. Hershey HL, Onyango EM, Durst K, Korona-Bailey J, Mukhopadhyay S. Tianeptine-involved emergency department visits, fatal overdoses, and substance seizures in Tennessee, 2021-2023. Drug Alcohol Depend Rep. 2024;12:100272. doi:10.1016/j.dadr.2024.100272 · PubMed
  15. Counts CJ, Spadaro AV, Cerbini TA, Krotulski AJ, Greller HA, Nelson LS, et al. Notes from the Field: Cluster of Severe Illness from Neptune's Fix Tianeptine Linked to Synthetic Cannabinoids - New Jersey, June-November 2023. MMWR Morb Mortal Wkly Rep. 2024;73(4):89–90. doi:10.15585/mmwr.mm7304a5 · PubMed
  16. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Tianeptin“, Dokumentanzeigen Tianesan Filmtabletten (Zul.-Nr. 7000634.00.00) und Tianeurax Filmtabletten (Zul.-Nr. 86908.00.00) [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
  17. Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5), Eintrag „Tianeptin und seine Ester“, zuletzt geändert durch Art. 1 der Verordnung vom 19.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 149). Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 26.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • 26.10.2026 (Entscheidung n015, Prüfbericht E-20 Frage 14): `rx_referenz` gesetzt, `kategorie` bleibt Nootropikum. Beleg der Verschreibungspflicht: AMVV Anlage 1 im Volltext abgerufen (https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html, Stand: zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 19.5.2026, BGBl. 2026 I Nr. 149; Abruf 26.10.2026): Eintrag „Tianeptin und seine Ester“. status.deutschland wurde in diesem Schritt bewusst nicht geändert; die Sachkorrektur (verkehrsfähige Präparate in Deutschland, Verschreibungspflicht mit Beleg) folgt im eigenen Paket nach Entscheidung n021.
  • Alle Abstracts über PubMed gelesen; DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py aufgelöst.
  • Am Abstract: Ki 383 nM, EC50 194 nM (MOR), 37,4 µM (DOR), KOR inaktiv [1]; MOR-Abhängigkeit, MC5 [2]; F 99 %, Tmax 0,94 h, Proteinbindung 93,8 %, t½ 2,5 h, +1 h bei Älteren/Nierenschwäche [4]; n = 16 [5]; n = 18 [6]; n = 126 [8]; n = 105/107/99, Differenz 3,84 [9]; 5 RCTs, 1348 Patienten [10]; 892 Expositionen, +1400 %, 12,0 %, 22,9 %, 40,1 %, 22,5 % [11]; 53 Publikationen, 1055 Personen, 7 von 22 tödlich [12]; 8 + 15 Personen, 9,6 vs. 15,0 l/min [13]; 6 Todesfälle, Schedule II in Tennessee seit 2022, nicht bundesweit kontrolliert [14].
  • Im Volltext (PMC11587517): Zulassung seit 1989 in Frankreich, 15 EU-Länder (Deutschland nicht genannt), über 60 Länder weltweit, verschärfte Regeln in Frankreich, Verbote in mindestens 9 US-Bundesstaaten [3]. Im Volltext (PMC10843069): 17 Patienten, 13 Intensivstation, 7 intubiert, MDMB-4en-PINACA und ADB-4en-PINACA [15].
  • Interessen: Erstautorin von [6] bei Servier (Hersteller); [7] vom britischen Medical Research Council gefördert.
  • ClinicalTrials.gov: 9 Einträge zu „tianeptine“ (23.10.2026).
  • 25.10.2026, Handelsnamen (Beleg nach Leitfaden „Handelsnamen“, Entscheidung 25.10.2026; US-Namen nur, wenn es keinen DE/EU-Namen gibt): „Tatinol“ aus synonyme entfernt, weil es im Profil nicht belegt und in der EMA-Datenbank nach Art. 57 (Article 57 product data, EMA/518502/2018 Rev. 90, Datenstand 09.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen; Teilstring „tatinol“) nicht gelistet ist. „Neptune's Fix (US-Produkt)“ aus synonyme entfernt: Es ist der Produktname eines in den USA ohne Zulassung verkauften Erzeugnisses, kein Handels- oder Szenename des Wirkstoffs, und es gibt EU-Namen; der Name bleibt im Risikotext mit Beleg [15]. Beleg der verbleibenden Handelsnamen in derselben Liste: „Stablon“ (oral, Tianeptin bzw. Tianeptin-Natrium) in Frankreich, Luxemburg, Österreich und Portugal; „Coaxil“ (oral, Tianeptin-Natrium) in zehn Ländern (u. a. Polen, Tschechien, Ungarn); beide nicht in Deutschland. Für Deutschland gelistet sind „Tianesan“ und „Tianeurax“ (oral, Tianeptin-Natrium); nicht ergänzt, weil die Handelsnamen-Regel nach ihrem Wortlaut nur `kategorie` Arzneimittel betrifft. Die Listung belegt nicht den Zulassungsinhalt; status ist unverändert.
  • 26.10.2026, Sachkorrektur nach Prüfbericht E-20 (Block C, Entscheidung n021), an den Primärquellen nachgeprüft: AMIce (öffentlicher Teil), Stoffname „Tianeptin“ mit Filter „nur verkehrsfähige“: 2 Treffer. Dokumentanzeigen: Tianesan Filmtabletten (Hormosan Pharma GmbH, Eingangsnummer 7000634, Zul.-Nr. 7000634.00.00, Status verlängert, Verkehrsfähigkeit ja, Anwendungsgebiet Episoden einer Major Depression, verschreibungspflichtig) und Tianeurax Filmtabletten (neuraxpharm Arzneimittel GmbH, Eingangsnummer 2186908, Zul.-Nr. 86908.00.00, Status verlängert, Verkehrsfähigkeit ja, Anwendungsgebiet Depressionen) [16]. AMVV Anlage 1 (Stand: zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 19.05.2026): Eintrag „Tianeptin und seine Ester“ [17]. status.deutschland stützte sich vorher nur auf das Fehlen Deutschlands in der Länderliste der Übersicht [3].

Nicht verifiziert

  • Finanzierung von [8], [9] und [10] (vermutlich Servier) nicht im Volltext geprüft.
  • Fallzahl der Studie [7] steht nicht im Abstract.
  • Dopingstatus nicht geprüft.
  • FDA-Warnungen zu Tianeptin-Produkten nicht an der Primärquelle geprüft (FDA-Seiten nicht abgerufen).

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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