Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten. Herstellung, Besitz, Handel oder Anwendung können verboten sein; Einzelheiten unter „Rechtlicher Status“.
Versprechen im Check
Mehr Muskelmasse und weniger Fett
kleiner NutzenIn der Zweijahresstudie stieg die fettfreie Masse um 1,1 kg (Placebo −0,5 kg), Bauch- und Gesamtfett blieben unverändert, das Gliedmaßenfett nahm zu, und Kraft und Funktion verbesserten sich nicht [8]. Bei Adipositas ähnlich: mehr fettfreie Masse, kein Fettverlust [5]. Beide Studien sind klein (65 und 24 Teilnehmende) [8][5].
Tieferer Schlaf
Einzelbefund, unbestätigtEine placebokontrollierte Überkreuzstudie mit acht jungen und sechs älteren Menschen: etwa 50 % mehr Tiefschlaf (Stadium IV) bei den Jüngeren und mehr REM-Schlaf [7]. Eine unabhängige Wiederholung wurde nicht gefunden.
Stärkt die Knochen
uneinheitlichMarker für Knochenaufbau und Knochenabbau stiegen gleichzeitig, der Umbau nahm also zu [6]; in der Zweijahresstudie änderte sich die Knochendichte entsprechend einem verstärkten Umbau [8]. Beide Studien sind klein (24 und 65 Teilnehmende) [6][8]. Zu Brüchen gibt es keine Daten.
Schützt das Gehirn vor Alzheimer
kein NutzenRCT mit 563 Teilnehmenden über zwölf Monate: trotz 60 bis 73 % höherem IGF-1 kein Unterschied in allen vier Endpunkten [9]. Der Erstautor arbeitete laut Affiliation bei Merck Research Laboratories; Merck stellte das Prüfpräparat bereit [9][8]. Vorbeugung bei Gesunden ist nicht untersucht.
Beschleunigt die Erholung nach Verletzungen
kein NutzenRCT mit 123 Teilnehmenden: nur die Gehgeschwindigkeit war besser, die meisten Funktionstests nicht; die Studie wurde wegen Fällen von Herzinsuffizienz vorzeitig beendet [10].
kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.
vom Hersteller finanziert: Alle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.
Wirkweise
Evidenzkarte: MK-677
MK-677 ist, anders als die meisten Mittel dieser Gruppe, kein Peptid, sondern ein kleines Molekül, das über den Mund wirkt. Es setzt an demselben Rezeptor an wie die Peptide GHRP-6 und Hexarelin: dem Ghrelin-Rezeptor GHSR-1a in Hypophyse und Hypothalamus, der 1996 als gemeinsames Ziel dieser Stoffklasse kloniert wurde [1]. In den USA ist MK-677 nicht als Arzneimittel zugelassen; die FDA stuft es als Ausgangsstoff für Apothekenrezepturen in die Kategorie der Stoffe mit möglichen erheblichen Sicherheitsrisiken ein und verweist dabei auf ein Herzinsuffizienz-Signal [2]; im Sport sind Wachstumshormon-Sekretagoga verboten [3]. Pharmakologisch löst diese Klasse eine pulsatile Ausschüttung aus, bei der die körpereigene Rückkopplung über Somatostatin und IGF-1 erhalten bleibt [3].
Die frühen Studien zeigten vor allem Hormonwirkungen. Bei acht gesunden Freiwilligen unter Kalorienrestriktion drehte MK-677 die negative Stickstoffbilanz ins Positive, ein Hinweis auf verringerten Eiweißabbau [4]. Bei 24 ansonsten gesunden Männern mit Adipositas stieg IGF-1 über acht Wochen um etwa 40 %, die fettfreie Masse nahm zu, das Gesamt- und Bauchfett jedoch nicht; der Grundumsatz war nur vorübergehend erhöht, und der Zuckerbelastungstest verschlechterte sich nach zwei und acht Wochen [5]. In derselben Gruppe stiegen gleichzeitig Marker für Knochenaufbau und Knochenabbau, der Knochenumbau nahm also insgesamt zu [6]. Eine Überkreuzstudie mit acht jungen und sechs älteren Menschen fand unter MK-677 einen längeren Tiefschlaf (Stadium IV, etwa 50 % mehr bei den Jüngeren) und mehr REM-Schlaf [7].
Die aussagekräftigste Studie läuft über zwei Jahre: 65 gesunde Menschen zwischen 60 und 81 Jahren erhielten MK-677 oder Placebo. Wachstumshormon und IGF-1 erreichten wieder das Niveau junger Erwachsener. Die fettfreie Masse stieg um 1,1 kg, während sie unter Placebo um 0,5 kg abnahm; Bauchfett und Gesamtfettmasse änderten sich nicht, das Fett an den Gliedmaßen nahm stärker zu, und das Körpergewicht stieg um 2,7 kg gegenüber 0,8 kg. Nüchternblutzucker und Insulinempfindlichkeit verschlechterten sich, Cortisol stieg, und häufige Nebenwirkungen waren vermehrter Appetit, leichte Beinödeme und Muskelschmerzen. Entscheidend: Kraft und Alltagsfunktion verbesserten sich trotz mehr fettfreier Masse nicht [8].
In Krankheitsbildern enttäuschte die Substanz. Bei 563 Menschen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Krankheit stieg IGF-1 um 60 bis 73 %, der Krankheitsverlauf änderte sich über zwölf Monate aber in keinem der vier Endpunkte [9]. Eine Studie mit 123 älteren Menschen nach Hüftfraktur fand nur bei der Gehgeschwindigkeit einen Vorteil, bei den meisten anderen Funktionstests nicht, und wurde wegen Fällen von Herzinsuffizienz vorzeitig abgebrochen; die Autoren bewerten das Sicherheitsprofil in dieser Gruppe als ungünstig [10]. Eine Übersicht zu Wachstumshormon-Sekretagoga hält fest, dass Langzeitdaten zu Krebshäufigkeit und Sterblichkeit fehlen und die verringerte Insulinempfindlichkeit der wichtigste bekannte Nachteil ist [11]. In der Fitnessszene wird MK-677 häufig mit SARMs kombiniert; ein Fallbericht zu einem 25-jährigen Mann unter MK-677 und LGD-4033 beschreibt stark gestiegene Leberwerte, verschlechterte Blutfette und eingebrochenes Testosteron, die nach dem Absetzen überwiegend zurückgingen [12].
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Ghrelin-Rezeptor GHSR-1a | Rezeptor | Agonist | gemeinsames Ziel der Wachstumshormon-Sekretagoga, 1996 kloniert | Labor[1] |
| Wachstumshormon-IGF-1-Achse | Hormonachse | Aktivator | IGF-1 um etwa 40 % (Adipositas, 8 Wochen) bis 73 % (Alzheimer, 12 Monate) erhöht; GH und IGF-1 im Bereich junger Erwachsener (ältere Gesunde) | Mensch, randomisiert[5][8][9] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- EnergiestoffwechselFettfreie Masse steigt, Bauch- und Gesamtfett bleiben unverändert; Grundumsatz nur vorübergehend höher[5][8]
- Insulin · GlukoseNüchternblutzucker steigt, Insulinempfindlichkeit sinkt; Zuckerbelastungstest verschlechtert[5][8][11]
- Entzündung · oxidativ
- StressachseCortisol in der Zweijahresstudie erhöht; bei Adipositas nur vorübergehend[5][8]
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Tablette oder Lösung
nicht bestimmt; über den Mund wirksam (alle Humanstudien)Alle Studien verwendeten die Einnahme über den Mund [5][7][8]; der GH-Anstieg war nach der ersten Einnahme stärker als nach Wochen [5].[7][8]
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
Zwei Jahre bei gesunden Älteren
Gemessen: fettfreie Masse, Bauchfett; dazu Kraft, Funktion, Stoffwechsel
Ergebnis: Fettfreie Masse +1,1 kg gegenüber −0,5 kg; Bauch- und Gesamtfett unverändert; Gewicht +2,7 kg; Nüchternzucker höher, Insulinempfindlichkeit geringer, Cortisol höher; Kraft und Funktion unverändert.[8]
Mensch, randomisiert
Alzheimer-Krankheit
Gemessen: CIBIC-plus, ADAS-Cog, ADCS-ADL, CDR-sob
Ergebnis: IGF-1 um 60,1 % (6 Wochen) und 72,9 % (12 Monate) erhöht; kein Unterschied in allen Endpunkten.[9]
Mensch, randomisiert
Nach Hüftfraktur
Gemessen: Funktionstests, IGF-1
Ergebnis: IGF-1 +51,4 ng/ml; Gehgeschwindigkeit besser, Treppensteig-Leistung und weitere Tests nicht; Abbruch wegen Herzinsuffizienz-Fällen.[10]
Mensch, randomisiert
Adipositas über zwei Monate
Gemessen: GH, IGF-1, Körperzusammensetzung, Energieverbrauch
Ergebnis: IGF-1 etwa +40 %, fettfreie Masse höher, Gesamt- und Bauchfett unverändert, Grundumsatz nur nach 2 Wochen höher, Zuckerbelastungstest verschlechtert.[5]
Mensch, randomisiert
Knochenstoffwechsel
Gemessen: Marker für Knochenauf- und -abbau
Ergebnis: Aufbaumarker +15 bis +28 %, Abbaumarker +23 bis +46 %.[6]
Mensch, randomisiert
Schlafqualität
Gemessen: Schlaf-EEG
Ergebnis: Bei Jüngeren etwa 50 % mehr Stadium IV und über 20 % mehr REM-Schlaf; bei Älteren fast 50 % mehr REM-Schlaf.[7]
Mensch, randomisiert
Eiweißabbau unter Kalorienrestriktion
Gemessen: Stickstoffbilanz
Ergebnis: Bilanz +0,31 statt −1,48 Gramm Stickstoff pro Tag.[4]
Mensch, randomisiert
Kombination mit einem SARM (Fallbericht)
Gemessen: Körperzusammensetzung, Blutwerte
Ergebnis: Mehr Körpermasse, aber Leberwerte bis +205 %, LDL +40 %, HDL −36 %, Gesamttestosteron −62 %; nach dem Absetzen überwiegend zurück.[12]
Mensch, nicht randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Insulinresistenz und höherer Blutzucker
In der Zweijahresstudie stieg der Nüchternzucker und die Insulinempfindlichkeit sank [8]; bei Adipositas verschlechterte sich der Zuckerbelastungstest [5]. Eine Übersicht nennt dies den wichtigsten bekannten Nachteil der Stoffklasse [11].
Mensch, randomisiert
Herzinsuffizienz-Signal
Die Studie an Menschen nach Hüftfraktur wurde wegen Fällen von Herzinsuffizienz vorzeitig beendet; die Autoren bewerten das Sicherheitsprofil in dieser Gruppe als ungünstig [10].
Mensch, randomisiert
Appetitsteigerung, Wassereinlagerung, Muskelschmerzen
Häufigste Nebenwirkungen in der Zweijahresstudie; der vermehrte Appetit ließ nach einigen Monaten nach, das Körpergewicht stieg dennoch um 2,7 kg [8].
Mensch, randomisiert
Cortisolanstieg
Cortisol war über zwei Jahre erhöht [8]; bei Adipositas nur vorübergehend [5].
Mensch, randomisiert
Verstärkter Knochenumbau
Auf- und Abbaumarker stiegen gleichzeitig [6]; ob das die Knochenfestigkeit verbessert oder verschlechtert, ist offen [8].
Mensch, randomisiert
Fehlende Langzeitsicherheit
Daten zu Krebshäufigkeit und Sterblichkeit bei langer Anwendung fehlen [11]; die längste Studie dauerte zwei Jahre [8].
Keine Daten
Kombination mit SARMs
Ein Fallbericht zu MK-677 plus LGD-4033 beschreibt stark erhöhte Leberwerte, verschlechterte Blutfette und eingebrochenes Testosteron [12]; welchen Anteil MK-677 daran hat, ist unklar.
Mensch, nicht randomisiert
Produktqualität
In einer Analyse von 44 im Internet als SARM verkauften Produkten enthielten 17 (39 %) einen anderen nicht zugelassenen Wirkstoff, darunter Ibutamoren; 11 (25 %) enthielten nicht deklarierte Stoffe, und nur bei 18 (41 %) stimmte die Menge mit dem Etikett überein [17]. Ausdrücklich als MK-677 verkaufte Produkte wurden dort nicht eigens untersucht.
Labor
Doping
Ibutamoren steht namentlich in der WADA-Verbotsliste 2026 (S2.2.4, Wachstumshormon-Sekretagoga) [16] und in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz (II.2.4) [13]; das Verbot der Stoffklasse beschreibt auch eine Übersicht [3].
Keine Daten
Wechselwirkungen
- LGD-4033 (SARM): In einem Fallbericht traten unter der Kombination deutliche Veränderungen von Leberwerten, Blutfetten und Testosteron auf [12].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- widerlegt
„MK-677 ist ein Peptid“
Es ist ein kleines, über den Mund wirksames Molekül (Spiroindolin-Sulfonamid), kein Peptid; es wirkt lediglich am selben Rezeptor wie die Peptide dieser Gruppe [1].
- teilweise belegt
„MK-677 baut Muskeln auf und macht stärker“
Die fettfreie Masse stieg um etwa 1 kg, Kraft und Alltagsfunktion aber nicht [8].
- widerlegt
„MK-677 verbrennt Fett“
Bauch- und Gesamtfett blieben in beiden Studien unverändert, das Gliedmaßenfett nahm sogar zu [5][8].
- nicht belegt
„MK-677 ist sicherer als Wachstumshormon, weil die eigene Steuerung erhalten bleibt“
Die Rückkopplung bleibt bestehen [3], doch Insulinempfindlichkeit, Cortisol und ein Herzinsuffizienz-Signal sprechen gegen Unbedenklichkeit [8][10][11].
- teilweise belegt
„MK-677 verbessert den Schlaf“
Eine einzige kleine Studie zeigte mehr Tief- und REM-Schlaf [7]; eine Wiederholung fehlt.
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Über den Mund wirksam [5][8].
- Halbwertszeit
- Nicht verifiziert.
- Abbau
- Nicht verifiziert.
- Weg ins Gehirn
- Rezeptoren liegen in Hypophyse und Hypothalamus [1]; eigene Messungen zur Gehirngängigkeit wurden nicht gefunden.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Ibutamoren steht in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz unter II.2.4 (Wachstumshormon-Releasingfaktoren, Gruppe „Wachstumshormon-Sekretagoge (GHS) und ihre Mimetika“) als „Ibutamoren, synonym MK-677, Nutrabol“; der Schlusssatz der Anlage schließt „die verschiedenen Salze, Ester, Ether, Isomere, Mischungen von Isomeren, Komplexe oder Derivate“ ein, also auch Salze wie das Mesylat [13]. Normwiedergabe: Nach § 2 Absatz 3 AntiDopG ist es verboten, Dopingmittel mit einem Stoff dieser Anlage in nicht geringer Menge zum Zweck des Dopings beim Menschen im Sport zu erwerben, zu besitzen oder zu verbringen. § 2 Absatz 1 und 2 verbieten ohne Mengengrenze, Dopingmittel mit einem Stoff der Anlage I des Internationalen Übereinkommens gegen Doping zum Zweck des Dopings beim Menschen im Sport herzustellen, mit ihnen Handel zu treiben, sie zu veräußern, abzugeben oder sonst in den Verkehr zu bringen, zu verschreiben oder bei einer anderen Person anzuwenden [13]. Maßgeblich ist dafür die im Bundesgesetzblatt Teil II bekannt gemachte Fassung der Verbotsliste; die WADA-Liste 2026 nennt Ibutamoren unter S2.2.4 [16], die deutsche Bekanntmachung wurde nicht geprüft. Kein Eintrag in AMVV Anlage 1 [14]; eine nationale Arzneimittelzulassung (AMIce/PharmNet) wurde nicht abgefragt.
- EU
- Kein zentral zugelassenes oder bewertetes Arzneimittel mit Ibutamoren im EMA-Datenexport (Stand 24.10.2026) [15]. Lebensmittelrechtlicher Status nicht verifiziert.
- USA
- Nicht als Arzneimittel zugelassen. Die FDA führt Ibutamoren-Mesylat für Apothekenrezepturen in Kategorie 2 der Ausgangsstoffe mit möglichen erheblichen Sicherheitsrisiken (nach Abschnitt 503A seit 29.09.2023, nach 503B seit 29.12.2022) und begründet das mit dem Herzinsuffizienz-Signal der Studie nach Hüftfraktur [2].
- Andere Länder
- Sport: Die WADA-Verbotsliste 2026 (in Kraft seit 01.01.2026) nennt unter S2.2.4 „growth hormone secretagogues (GHS) and their mimetics [e.g. anamorelin, capromorelin, ibutamoren (MK-677), ipamorelin, lenomorelin (ghrelin), macimorelin and tabimorelin]“ (englischer Originalwortlaut der WADA-PDF, abgerufen am 24.10.2026) [16]; ebenso eine Übersichtsarbeit [3].
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Warum führt mehr fettfreie Masse nicht zu mehr Kraft und besserer Funktion?
- Ist das Herzinsuffizienz-Signal aus der Hüftfrakturstudie ein echter Effekt?
- Wie wirkt die verringerte Insulinempfindlichkeit über Jahre, besonders bei Vorerkrankungen?
- Erhöht die dauerhafte IGF-1-Steigerung das Krebsrisiko?
Referenzen
- Howard AD, Feighner SD, Cully DF, Arena JP, Liberator PA, Rosenblum CI, et al. A receptor in pituitary and hypothalamus that functions in growth hormone release. Science. 1996;273(5277):974–7. doi:10.1126/science.273.5277.974 · PubMed
- U.S. Food and Drug Administration. Certain bulk drug substances for use in compounding that may present significant safety risks [Internet]. Silver Spring (MD): FDA; [aktualisiert 22.04.2026; abgerufen 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.fda.gov/drugs/human-drug-compounding/certain-bulk-drug-substances-use-compounding-may-present-significant-safety-risks
- Dominikowski A, Rękoś Z, Olejarz M, Szczepanek-Parulska E, Domin R, Ruchała M. The emerging landscape of performance-enhancing peptides modulating GH-IGF1 axis: bridging the gap between clinical evidence and patient self-administration. Front Endocrinol (Lausanne). 2026;17:1822475. doi:10.3389/fendo.2026.1822475 · PubMed
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- Cardaci TD, Machek SB, Wilburn DT, Heileson JL, Harris DR, Cintineo HP, et al. LGD-4033 and MK-677 use impacts body composition, circulating biomarkers, and skeletal muscle androgenic hormone and receptor content: a case report. Exp Physiol. 2022;107(12):1467–76. doi:10.1113/EP090741 · PubMed
- Gesetz gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Gesetz – AntiDopG), § 2 Absatz 1 bis 3 (https://www.gesetze-im-internet.de/antidopg/__2.html) und Anlage (zu § 2 Absatz 3), II.2.4: „Ibutamoren, synonym MK-677, Nutrabol“, mit Schlusssatz zu Salzen, Estern, Ethern, Isomeren, Komplexen und Derivaten. Fundstelle der Anlage: BGBl. 2023 I Nr. 67, 1–5. https://www.gesetze-im-internet.de/antidopg/anlage.html (abgerufen am 24.10.2026).
- Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5). Stand: zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 19.5.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 149). https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html (abgerufen am 24.10.2026; kein Eintrag „Ibutamoren“).
- European Medicines Agency. Medicines: Datenexport (JSON) der zentral bewerteten Arzneimittel. Amsterdam: EMA; Zeitstempel 24.10.2026. https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/medicines-output-medicines_json-report_en.json (abgerufen am 24.10.2026; Suche nach „ibutamoren“ ohne Treffer).
- World Anti-Doping Agency. World Anti-Doping Code International Standard: Prohibited List 2026 (in Kraft ab 1. Januar 2026), Abschnitt S2.2.4. Montreal: WADA; 2025. https://www.wada-ama.org/sites/default/files/2025-09/2026list_en_final_clean_september_2025.pdf (englischer Originaltext, abgerufen am 24.10.2026).
- Van Wagoner RM, Eichner A, Bhasin S, Deuster PA, Eichner D. Chemical composition and labeling of substances marketed as selective androgen receptor modulators and sold via the internet. JAMA. 2017;318(20):2004–10. doi:10.1001/jama.2017.17069 · PubMed
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- 25.10.2026 (Entscheidung q036/E-2, Tilman): `kategorie` von „Supplement“ auf „Nicht zugelassener Wirkstoff“ umgestellt. Grundlage im Profil: kein zentral zugelassenes Arzneimittel im EMA-Datenexport [15], kein Eintrag in AMVV Anlage 1 [14], Dopingmittel nach der AntiDopG-Anlage [13] und der WADA-Liste [16], in den USA nicht als Arzneimittel zugelassen [2]. Nationale Zulassungen (AMIce) und der lebensmittelrechtliche Status bleiben nicht verifiziert (Rechercheauftrag docs/AUFTRAG-RECHTSSTATUS.md). Versprechen, Stufen und Ergebnisse unverändert.
- 25.10.2026 (q012): Die Bewertungen in `versprechen` und `behauptungen` beruhen nur auf den Abstracts (nur Abstract geprüft); Volltext nur für die Übersicht [3] (PMC13322892).
- Gegenprüfung 24.10.2026: § 2 AntiDopG im Normtext erneut gelesen (Absatz 1 und 2 beziehen sich auf Anlage I des Internationalen Übereinkommens gegen Doping in der im BGBl. Teil II bekannt gemachten Fassung, Absatz 3 auf die Anlage zum Gesetz); Schlusssatz der Anlage „Die Aufzählung schließt die verschiedenen Salze, Ester, Ether, Isomere, Mischungen von Isomeren, Komplexe oder Derivate mit ein.“ [13]; WADA-Liste 2026, S2.2.4 mit „ibutamoren (MK-677)“ [16]. Strafvorschriften (§ 4) nicht wiedergegeben.
- Rechtsstatus am 24.10.2026 an Primärquellen geprüft (Paket kat-p5): AntiDopG-Anlage (BGBl. 2023 I Nr. 67) im Volltext, Ibutamoren unter II.2.4 (nicht II.2.3), Wortlaut „Ibutamoren, synonym MK-677, Nutrabol“, § 2 Abs. 3 im Normtext gelesen [13]; AMVV Anlage 1 ohne Eintrag „Ibutamoren“ [14]; EMA-Datenexport ohne Treffer [15]; WADA-Liste 2026 als PDF über den Browser geladen (Direktabruf antwortete mit HTTP 202), Wortlaut S2.2.4 wie zitiert [16]. Van Wagoner 2017 am Abstract: 44 Produkte, 23 (52 %) mit SARM, 17 (39 %) mit anderem nicht zugelassenem Wirkstoff (u. a. Ibutamoren), 4 (9 %) ohne Wirkstoff, 11 (25 %) mit nicht deklarierten Stoffen, Menge nur bei 18 (41 %) wie deklariert [17].
- Lokale Prüfung am 24.10.2026: FDA-Seite „Certain bulk drug substances … significant safety risks“ (Stand 22.04.2026) gelesen: Ibutamoren-Mesylat in Kategorie 2 für 503A (seit 29.09.2023) und 503B (seit 29.12.2022), Begründung Herzinsuffizienz-Signal der Hüftfraktur-Studie [2]. Die frühere Angabe nach Renke & Chinellato 2026 („zugelassener Rezepturstoff“) war falsch und wurde ersetzt; die Übersicht ist kein Beleg mehr. Kernzahlen [7][8][9][10] erneut an den Abstracts geprüft; Angaben zu Einnahmezeitpunkt und -häufigkeit entfernt.
- Alle Abstracts über PubMed (XML) gelesen, DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py abgeglichen.
- Kernzahlen an Abstracts: Rezeptorklonierung [1]; Stickstoffbilanz +0,31 vs. −1,48 g/Tag, n = 8 [4]; n = 24, IGF-1 ≈ +40 %, fettfreie Masse ↑, Fett unverändert, Grundumsatz nur nach 2 Wochen, Glukosetoleranz verschlechtert, Cortisol vorübergehend [5]; Knochenmarker +15 bis +46 % [6]; n = 8 + 6, Stadium IV ≈ +50 %, REM > +20 % bzw. ≈ +50 % [7]; n = 65, fettfreie Masse +1,1 vs. −0,5 kg, Gewicht +2,7 vs. +0,8 kg, Nüchternglukose +0,3 mmol/l, Cortisol +47 nmol/l, Gliedmaßenfett +1,1 vs. +0,24 kg, keine Kraft- oder Funktionsänderung [8]; n = 563, IGF-1 +60,1 % und +72,9 %, kein Effekt [9]; n = 123, IGF-1 +51,4 ng/ml, Gehgeschwindigkeit p = 0,011, Abbruch wegen Herzinsuffizienz [10]; Insulinempfindlichkeit als Hauptsorge, fehlende Krebs- und Sterblichkeitsdaten [11]; Fallbericht: Leberwerte +205 %, LDL +40 %, HDL −36 %, Gesamttestosteron −62 % [12].
- Im Volltext (PMC13322892): erhaltene Rückkopplung über Somatostatin und IGF-1, GH-Sekretagoga auf der WADA-Verbotsliste [3].
- ClinicalTrials.gov: je 8 Einträge zu „ibutamoren“ und zu „MK-677“ (23.10.2026); kein Eintrag von „Hudson Biotech“.
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Mehr Muskelmasse und weniger Fett“ → kleine_studien: [5] n = 24, [8] n = 65 (je Abstract).
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Tieferer Schlaf“ → kleine_studien: [7] n = 14 (8 jüngere, 6 ältere; Abstract).
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Stärkt die Knochen“ → kleine_studien: [6] n = 24, [8] n = 65 (je Abstract).
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Schützt das Gehirn vor Alzheimer“ → herstellerfinanziert: [9] Erstautor laut Affiliation bei Merck Research Laboratories; Merck & Co. stellte laut [8] das Prüfpräparat MK-677.
- Gegenprüfung 26.10.2026 (m004, Umsetzung Claude, zur Bestätigung durch Tilman): Belege der gesetzten Präzisions-Flags (Teilnehmendenzahlen bzw. Finanzierungs- und Interessenangaben) aus den Prüfnotizen in die Begründung übernommen, damit sie für Lesende nachprüfbar sind; Teilnehmendenzahlen erneut an den PubMed-Abstracts abgeglichen.
Nicht verifiziert
- Nationale Arzneimittelzulassung (AMIce/PharmNet) und lebensmittelrechtlicher Status in Deutschland und der EU nicht geprüft; ob für Ibutamoren eine „nicht geringe Menge“ nach der Dopingmittel-Mengen-Verordnung festgelegt ist, nicht geprüft (Seite nicht erreichbar).
- Pharmakokinetik (Halbwertszeit, Bioverfügbarkeit): keine Primärquelle gefunden.
- Ob das Herzinsuffizienz-Signal in [10] in weiteren Studien oder Meldesystemen bestätigt wurde.
- Zusammensetzung und Reinheit von ausdrücklich als MK-677 verkauften Produkten: keine eigene Analyse gefunden; [17] untersuchte als SARM verkaufte Produkte. Die GEON-Marktüberwachung 2025 (laut Scope PMID 40551438) wurde nicht gelesen.
- Deutsche Bekanntmachung der WADA-Liste 2026 im BGBl. Teil II nicht geprüft; zitiert ist der englische Originaltext [16].
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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