Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Lindert Reizdarmbeschwerden, besonders Bauchschmerzen und Blähungen

    uneinheitlich

    Verdauung & Darm · Patienten: Reizdarm · Mensch, randomisiert

    Drei randomisierte Studien mit positivem Ergebnis stehen drei mit Nullergebnis gegenüber. Positiv: Blähungen seltener und nach zwölf Monaten bessere Darmfunktion (60 Personen) [1]; Rückgang der Bauchschmerzen bei allen Behandelten gegenüber 11 von 20 unter Placebo (40 Personen, auffällig großer Unterschied) [3]; geringere Schmerzstärke, Schmerzhäufigkeit und Blähungen (214 Personen) [4]. Negativ: kein Unterschied bei Bauchschmerzen (p = 0,800) und Lebensqualität (p = 0,687) über acht Wochen [6]; keine Unterschiede bei Bauchschmerzen, Blähungen und Entleerungsgefühl in einer Studie mit 120 Eingeschlossenen (p > 0,05) [7]; kein Symptomunterschied bei 12 Personen im Crossover [8]. Die stammspezifische Metaanalyse von 2026 poolt alle sechs Studien und findet Effekte auf Schmerzstärke und unvollständige Entleerung, nicht auf Blähungsstärke und Verstopfung, bei teils sehr hoher Heterogenität [5]. An Gesunden ist dieses Versprechen nicht geprüft.

  • Erhöht die Eisenaufnahme aus der Nahrung

    uneinheitlich

    Energie & Stoffwechsel · gesund (menstruierende Frauen) · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Zwei Isotopenstudien des Herstellers mit 14 und 28 Teilnehmenden fanden eine höhere Aufnahme von Nichthäm-Eisen aus einer Mahlzeit mit gut verfügbarem Eisen (17,4 → 22,4 %, p = 0,040; 20,9 → 24,5 %, p = 0,003) [9]. Eine unabhängige Studie an 18 Frauen mit niedrigen Eisenspeichern fand bei einem fermentierten Haferbrei mit schlecht verfügbarem Eisen keinen Unterschied (1,4 gegenüber 1,3 %) [10]. Der Bereich „Energie & Stoffwechsel“ ist gewählt, weil der Stamm für die Eisenversorgung und das damit verbundene Leistungsvermögen beworben wird.

  • Verbessert den Eisenstatus in der Schwangerschaft

    nicht untersucht

    Schwangerschaft & Fruchtbarkeit · gesund (Schwangere, nicht anämisch) · Keine Daten

    Geprüft wurde nicht der Stamm allein, sondern ein Kombinationspräparat aus dem Stamm, Eisen, Ascorbinsäure und Folsäure gegen Placebo: Bei 326 Schwangeren fiel das Serumferritin unter der Kombination langsamer (primärer Endpunkt, p = 0,003), und Eisenmangel (59 gegenüber 78 %) sowie Eisenmangelanämie (7,4 gegenüber 21 %) waren bis zur 35. Woche seltener; Schwangerschaftsdauer und Geburtsgewicht unterschieden sich nicht [11]. Ein Beitrag des Stamms lässt sich daraus nicht ableiten, deshalb Stufe 0 für den Einzelstamm; der Befund steht im Text und unter studien_mensch. Vier der sechs Autorinnen und Autoren sind beim Hersteller angestellt.

  • Verbessert die geistige Leistung bei Depression

    Einzelbefund, unbestätigt

    Kognition & Fokus · Patienten: Major Depression unter SSRI-Behandlung · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    In der doppelblinden Studie (60 von 79 randomisierten Personen ausgewertet) verbesserten sich ein Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungstest und das Gesamtlernen im verbalen Lerntest, und das Kynurenin im Plasma sank. Die Depressionsskala HAM-D unterschied sich nicht, Entzündungsmarker und Cortisol ebenfalls nicht [15]. Eine Wiederholung dieses Befunds gibt es nicht.

  • Macht Eisenpräparate besser verträglich

    Einzelbefund, unbestätigt

    Verdauung & Darm · Patienten: Eisenmangelanämie unter oraler Eisentherapie · Mensch, randomisiert

    Eine randomisierte, aber offene und nicht placebokontrollierte Studie an 295 Personen berichtete seltener Magen-Darm-Unverträglichkeit (13,0 gegenüber 46,5 %, p < 0,001), seltener Therapieabbruch in den ersten 30 Tagen (3,6 gegenüber 15,9 %, p < 0,001) und höhere Eisen- und Transferrinsättigungswerte [13]. Ohne Verblindung ist ein Erwartungseffekt bei einem subjektiven Endpunkt nicht auszuschließen; bei Sportlerinnen verfehlten die Eisenmaße die Signifikanz [12].

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: Lactiplantibacillus plantarum 299v (DSM 9843)

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Der Stamm wurde aus der Schleimhaut des menschlichen Darms isoliert und ist als DSM 9843 hinterlegt; in der ersten Reizdarmstudie wurde er in einem Hagebuttengetränk verabreicht und war anschließend auf Rektumbiopsien nachweisbar [1]. Seit der Neuordnung der Gattung Lactobacillus lautet der gültige Artname Lactiplantibacillus plantarum; ältere Arbeiten schreiben „Lactobacillus plantarum 299v“ [2]. Vermarktet wird er von einem schwedischen Hersteller, der an den meisten Studien beteiligt ist.

Bei Reizdarm ist die Datenlage für einen Einzelstamm vergleichsweise gut. In der Studie von 2000 an 60 Patientinnen und Patienten ging die Blähungshäufigkeit stärker zurück als unter Placebo, die Bauchschmerzen besserten sich in beiden Gruppen, und nach zwölf Monaten berichtete die Verumgruppe insgesamt bessere Darmfunktion [1]. Eine kleine polnische Studie an 40 Personen berichtete Auflösung der Bauchschmerzen bei allen Behandelten gegenüber 11 von 20 unter Placebo – ein auffällig großer Unterschied in einer kleinen Studie [3]. Die größte Studie prüfte 214 Personen mit Reizdarm nach Rom-III-Kriterien: Nach vier Wochen waren Schmerzstärke und Schmerzhäufigkeit sowie Blähungen geringer als unter Placebo, und 78,1 % gegenüber 8,1 % bewerteten die Wirkung als gut oder sehr gut [4]. Eine stammspezifische Metaanalyse von 2026 wertete sechs Studien zu diesem Stamm gemeinsam aus und ordnet ihn den Stämmen mit belegter Wirkung zu: Stärke der Bauchschmerzen und Gefühl der unvollständigen Entleerung besserten sich gepoolt, ebenso der Anteil der Personen mit deutlicher Besserung von Schmerzen, Blähungen und Verdauungsbeschwerden insgesamt; kein Effekt zeigte sich auf die Stärke der Blähungen und auf die Auflösung einer Verstopfung, und die Heterogenität war teils sehr hoch (I² bis 92 %) [5]. Gepoolt wurden dabei auch drei randomisierte Studien, die keinen Unterschied zu Placebo fanden und im Profil zuvor fehlten. In einer südafrikanischen Studie über acht Wochen änderte sich die Linderung der Bauchschmerzen nicht (p = 0,800), ebenso nicht die Lebensqualität (p = 0,687); beide Gruppen verbesserten sich deutlich (251,55 auf 197,90 Punkte, p < 0,0001), was die Autoren als großen Placeboeffekt einordnen [6]. In einer pakistanischen Studie mit 120 eingeschlossenen Personen unterschieden sich Bauchschmerzen, Blähungen und Entleerungsgefühl nicht (p > 0,05) [7]. In einer kleinen Crossover-Studie an 12 Personen blieben Symptomscore und Gasbildung gleich; nur die Wasserstoffausscheidung nach Lactulose war geringer (Median bei 120 Minuten 6 gegenüber 17 ppm, p = 0,019) [8]. Mit diesen Studien ist die Datenlage uneinheitlich, nicht einheitlich positiv.

Der zweite Vermarktungsweg ist die Eisenaufnahme. In zwei nacheinander durchgeführten Isotopenstudien an menstruierenden Frauen erhöhte der gefriergetrocknete Stamm die Aufnahme von Nichthäm-Eisen aus einer Mahlzeit mit gut verfügbarem Eisen: von 17,4 auf 22,4 % (p = 0,040) und von 20,9 auf 24,5 % (p = 0,003); eine Autorenschaft lag beim Hersteller [9]. Eine unabhängige Studie an 18 jungen Frauen mit niedrigen Eisenspeichern fand dagegen keinen Unterschied, als der Stamm einem hitzebehandelten, fermentierten Haferbrei mit schlecht verfügbarem Eisen zugesetzt wurde (1,4 gegenüber 1,3 % Aufnahme) [10]. Die Wirkung hängt also offenbar von der Mahlzeit ab. Bei 326 gesunden, nicht anämischen Schwangeren wurde nicht der Stamm allein geprüft, sondern ein Kombinationspräparat aus dem Stamm, Eisen, Ascorbinsäure und Folsäure gegen Placebo. Unter dieser Kombination fiel das Serumferritin langsamer (primärer Endpunkt, p = 0,003), und Eisenmangel und Eisenmangelanämie waren bis zur 35. Woche seltener; vier der sechs Autorinnen und Autoren sind beim Hersteller angestellt [11]. Was davon auf den Stamm und was auf die mitverabreichten Nährstoffe zurückgeht, lässt sich daraus nicht trennen, und ob das Placebo Eisen enthielt, geht aus dem Abstract nicht hervor. Bei 53 Sportlerinnen mit niedrigen Eisenspeichern verfehlten die Unterschiede im Ferritin (p = 0,056) und im Retikulozytenhämoglobin (p = 0,083) die Signifikanz; besser war nur ein Stimmungsmaß [12]. Eine offene, nicht placebokontrollierte Studie an 295 Personen mit Eisenmangelanämie berichtete bessere Verträglichkeit einer Eisentherapie und höhere Eisenwerte [13]. Eine Übersichtsarbeit des Herstellers fasst zehn klinische Studien zusammen und beziffert die Steigerung der fraktionellen Eisenaufnahme auf etwa 20 bis 50 % [14]; sie ist als Herstellerarbeit zu lesen.

Im psychischen Bereich gibt es eine doppelblinde Studie an Menschen mit Major Depression, die zusätzlich zu einem SSRI 299v oder Placebo erhielten. Ausgewertet wurden 60 der 79 randomisierten Personen. Besser waren ein Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungstest und das Gesamtlernen im kalifornischen verbalen Lerntest; die Depressionsskala HAM-D unterschied sich nicht zwischen den Gruppen. Das Kynurenin im Plasma sank, TNF-α, Interleukin-6, Interleukin-1β und Cortisol blieben unverändert [15]. Der Befund passt zur Vorstellung, dass eine Verschiebung des Tryptophanstoffwechsels weg vom Kynureninweg die geistige Leistung bei Depression verbessern könnte; er ist bislang nicht wiederholt worden. Bei Gesunden gibt es eine randomisierte, doppelblinde Studie an 41 Studierenden vor einer Prüfung: Das Speichelcortisol unterschied sich nach 14 Tagen von Placebo (p < 0,05), die Laktobazillen im Speichel stiegen (p < 0,001), das Immunglobulin A im Speichel blieb unverändert. Eine Mitautorin ist beim Hersteller angestellt, der auch Prüf- und Placebokapseln stellte; Cortisol ist ein Surrogatmarker, kein klinischer Endpunkt [16].

Zur Besiedlung: Während der Einnahme war der Stamm auf Rektumbiopsien nachweisbar [1] – ein ungewöhnlich direkter Nachweis, der aber nichts über die Zeit nach dem Absetzen sagt. Allgemein ist die Besiedlung individuell und meist vorübergehend [17]. Rechtlich ist der Stamm nicht in der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel geführt [18], und eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe – auch nicht zur Eisenaufnahme – gibt es nicht [19]. Für die Art sind Einzelfälle invasiver Infektionen bei vorbelasteten Menschen beschrieben [20][21].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Nichthäm-Eisen-Aufnahme aus der MahlzeitSonstigesAktivator17,4 → 22,4 % und 20,9 → 24,5 % (Doppelisotopentechnik, Frauen) Mensch, randomisiert[9]
Kynurenin im PlasmaSignalwegHemmer Mensch, randomisiert[15]
Lactobacillus-Besiedlung der RektumschleimhautMikroorganismus/TaxonAbundanz ↑ Mensch, randomisiert[1]
Enterokokken im StuhlMikroorganismus/TaxonAbundanz ↓ Mensch, randomisiert[1]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkein Effekt · TNF-α, Interleukin-6 und Interleukin-1β bei Major Depression unverändert[15]
  • Stressachsekein Effekt · Cortisol im Plasma bei Major Depression unverändert[15]
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Darmbarrierekeine Daten
  • Mikrobiommoduliert · auf Rektumbiopsien nachweisbar; der Anstieg der Enterokokken in der Placebogruppe blieb in der Verumgruppe aus[1]
  • Kurzkettige Fettsäurenkeine Daten
  • Gallensäurenkeine Daten
  • Darmhormonekeine Daten
  • Darm-Hirn-Achsemoduliert · Kynurenin im Plasma bei Major Depression gesenkt, Verhältnis 3-Hydroxykynurenin zu Kynurenin erhöht[15]
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · gefriergetrocknet in Kapsel

    Die Isotopenstudien verwendeten den gefriergetrockneten Stamm in Kapselform zusammen mit einer Mahlzeit [9]. Die Wirkung auf die Eisenaufnahme zeigte sich bei einer Mahlzeit mit gut verfügbarem Eisen, nicht bei einem fermentierten Haferbrei mit hohem Phytatgehalt [10].

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · fermentiertes Getränk (Hagebuttengetränk mit Hafermehl)

    In der ersten Reizdarmstudie wurde der Stamm als Getränk gegeben; anschließend war er auf Rektumbiopsien nachweisbar [1].

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Reizdarm, Hagebuttengetränk

    randomisiert, kontrolliert (Vergleichsgetränk in Farbe, Textur und Geschmack angepasst) · Patienten: Reizdarm nach Rom-Kriterien · n = 60 · 4 Wochen, Nachbefragung nach 12 Monaten

    Gemessen: selbst dokumentierte Darmfunktion, Blähungen, Bauchschmerzen, Mikroflora, Rektumbiopsien

    Ergebnis: Blähungen deutlicher zurückgegangen als unter Placebo, Bauchschmerzen in beiden Gruppen besser, kein Unterschied beim Völlegefühl; nach zwölf Monaten insgesamt bessere Darmfunktion. Der Stamm war auf Rektumbiopsien nachweisbar.[1]

    Mensch, randomisiert

  • Reizdarm, flüssige Zubereitung

    randomisiert, doppelblind, kontrolliert · Patienten: Reizdarm · n = 40 · 4 Wochen

    Gemessen: Bauchschmerzen, Stuhlfrequenz, Symptomscore

    Ergebnis: Rückgang der Bauchschmerzen bei allen Behandelten gegenüber 11 von 20 unter Placebo (p = 0,0012); Besserung aller Symptome bei 95 gegenüber 15 % (p < 0,0001). Sehr großer Unterschied bei kleiner Fallzahl.[3]

    Mensch, randomisiert

  • Reizdarm nach Rom III

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, parallel · Patienten: Reizdarm nach Rom-III-Kriterien · n = 214 · 4 Wochen

    Gemessen: Stärke und Häufigkeit von Bauchschmerzen, Blähungen, Gefühl unvollständiger Entleerung, Stuhlfrequenz

    Ergebnis: Schmerzstärke und Schmerzhäufigkeit sowie Blähungen geringer als unter Placebo; 78,1 gegenüber 8,1 % bewerteten die Wirkung als gut oder sehr gut.[4]

    Mensch, randomisiert

  • Eisenaufnahme, zwei Isotopenstudien

    einfach verblindet, placebokontrolliert, sequenziell; Doppelisotopentechnik · gesund (Frauen im gebärfähigen Alter) · n = 42 · Einzelmahlzeiten

    Gemessen: Aufnahme von Nichthäm-Eisen

    Ergebnis: Studie 1: 17,4 gegenüber 22,4 % (p = 0,040; 14 Personen). Studie 2: 20,9 gegenüber 24,5 % (p = 0,003; 28 Personen). Eine Autorenschaft beim Hersteller.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Eisenaufnahme aus fermentiertem Haferbrei

    randomisiert, doppelblind, Crossover; Doppelisotopentechnik · gesund (junge Frauen mit niedrigen Eisenspeichern) · n = 18 · jeweils zwei aufeinanderfolgende Tage

    Gemessen: Aufnahme von Nichthäm-Eisen, Aufnahme im unteren Dünndarm

    Ergebnis: Kein Unterschied (1,4 gegenüber 1,3 %); im unteren Dünndarm keine Eisenaufnahme nachweisbar. Unabhängige Arbeitsgruppe.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Eisenstatus in der Schwangerschaft

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: gesunde, nicht anämische Schwangere · n = 326 · von der frühen Schwangerschaft bis Woche 35

    Gemessen: Serumferritin in Woche 28 (primär), Eisenmangel, Eisenmangelanämie, löslicher Transferrinrezeptor

    Ergebnis: Langsamerer Ferritinabfall (p = 0,003), weniger Eisenmangel (59 gegenüber 78 %) und Eisenmangelanämie (7,4 gegenüber 21 %) in Woche 35; Schwangerschaftsdauer und Geburtsgewicht gleich. Mehrheitlich Autorenschaft beim Hersteller.[11]

    Mensch, randomisiert

  • Eisenstatus und Leistung bei Sportlerinnen

    randomisiert, kontrolliert · Patienten: Sportlerinnen mit niedrigen Eisenspeichern, nicht anämisch · n = 53 · 4 bis 12 Wochen

    Gemessen: Ferritin, Retikulozytenhämoglobin, Stimmung, körperliche Leistung

    Ergebnis: Ferritin (p = 0,056) und Retikulozytenhämoglobin (p = 0,083) verfehlten die Signifikanz; besser war das Stimmungsmaß Vigor (p = 0,015); keine schlüssigen Leistungseffekte. 39 Personen beendeten die Studie.[12]

    Mensch, randomisiert

  • Verträglichkeit einer Eisentherapie

    randomisiert, offen, nicht placebokontrolliert · Patienten: neu diagnostizierte Eisenmangelanämie · n = 295 · 3 Monate

    Gemessen: Magen-Darm-Unverträglichkeit, Therapiedauer, Hämoglobin und Eisenmarker

    Ergebnis: Seltener Magen-Darm-Unverträglichkeit (13,0 gegenüber 46,5 %, p < 0,001), seltener Therapieabbruch in den ersten 30 Tagen (3,6 gegenüber 15,9 %, p < 0,001), höheres Serumeisen und höhere Transferrinsättigung (20,1 gegenüber 14,5 %). Ohne Verblindung und ohne Placebo; 157 gegenüber 138 Personen.[13]

    Mensch, randomisiert

  • Reizdarm, Nullstudie über acht Wochen

    randomisiert, placebokontrolliert · Patienten: Reizdarm nach Rom-II-Kriterien · 8 Wochen

    Gemessen: Stärke der Bauchschmerzen (visuelle Analogskala), Lebensqualität (QoL-IBS)

    Ergebnis: Kein Unterschied in der Schmerzlinderung (p = 0,800) und in der Lebensqualität (p = 0,687); beide Gruppen verbesserten sich deutlich (251,55 auf 197,90, p < 0,0001), von den Autoren als großer Placeboeffekt eingeordnet. Teilnehmerzahl nicht im Abstract.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Reizdarm, Nullstudie in Pakistan

    randomisiert, kontrolliert · Patienten: Reizdarm · n = 120 · nicht im Abstract angegeben

    Gemessen: Bauchschmerzen, Blähungen, Gefühl der vollständigen Entleerung

    Ergebnis: Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen (p > 0,05); 55 von 60 bzw. 53 von 60 Personen beendeten die Studie.[7]

    Mensch, randomisiert

  • Reizdarm, Darmgärung im Crossover

    doppelblind, placebokontrolliert, Crossover · Patienten: Reizdarm, unbehandelt · n = 12 · 4 Wochen

    Gemessen: Symptomscore, Gasbildung (indirekte Kalorimetrie), Wasserstoffausscheidung nach Lactulose

    Ergebnis: Kein Unterschied bei Symptomscore und Gasbildung; die Wasserstoffausscheidung nach Lactulose war geringer (Median bei 120 Minuten 6 gegenüber 17 ppm, p = 0,019).[8]

    Mensch, randomisiert

  • Speichelcortisol unter Prüfungsstress

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (Studierende vor einer Prüfung) · n = 41 · 14 Tage

    Gemessen: Cortisol und Immunglobulin A im Speichel, Laktobazillen im Speichel, Stressfragebogen

    Ergebnis: Unterschied im Speichelcortisol gegenüber Placebo (p < 0,05) und mehr Laktobazillen im Speichel (p < 0,001); Immunglobulin A unverändert. Surrogatmarker, kein klinischer Endpunkt. Mitautorin beim Hersteller angestellt, Prüf- und Placebokapseln vom Hersteller.[16]

    Mensch, randomisiert

  • Major Depression, Zusatz zu einem SSRI

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: Major Depression unter SSRI-Behandlung · n = 79 · 8 Wochen

    Gemessen: HAM-D-17, SCL-90, Stressskala, kognitive Testbatterie, Tryptophan- und Kynureninwerte, Zytokine, Cortisol

    Ergebnis: Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungstest sowie Gesamtlernen im verbalen Lerntest besser, Kynurenin niedriger; HAM-D, Zytokine und Cortisol ohne Gruppenunterschied. 60 Personen ausgewertet.[15]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Invasive Infektionen in Einzelfällen

    Für Lactiplantibacillus plantarum sind Einzelfälle invasiver Infektionen bei vorbelasteten Menschen beschrieben; die EFSA führt für 2025 eine Bakteriämie bei einem Mann mit mehreren Vorerkrankungen auf, der den Keim als Probiotikum einnahm, und ließ den QPS-Status der Art unverändert [20]. Dazu kommt ein Leberabszess nach endoskopisch retrograder Cholangiopankreatikografie [21]. Stammspezifische Fälle zu 299v sind nicht bekannt.

    Mensch, nicht randomisiert

  • Herstellerbeteiligung bei den Eisenbefunden

    Die positiven Eisenstudien wurden von Beschäftigten des Herstellers verfasst oder mitverfasst [9][11][12], ebenso die zusammenfassende Übersichtsarbeit [14]. Die einzige unabhängige Isotopenstudie fand keinen Effekt [10]. Das ist bei der Bewertung der Eisenversprechen zu berücksichtigen.

    Keine Daten

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Der Stamm siedelt sich dauerhaft im Darm an“

    Während der Einnahme war der Stamm auf Rektumbiopsien nachweisbar [1] – das ist ein direkterer Nachweis als ein Stuhlbefund, sagt aber nichts über die Zeit danach. Daten zur Persistenz nach dem Absetzen fehlen, und die Besiedlung der Schleimhaut ist individuell und meist vorübergehend [17].

  • nicht belegt

    „Der Stamm verbessert den Eisenstatus in der Schwangerschaft“

    Die Schwangerschaftsstudie prüfte ein Kombinationspräparat aus dem Stamm, Eisen, Ascorbinsäure und Folsäure gegen Placebo [11]. Ein Beitrag des Stamms lässt sich daraus nicht ableiten; ob das Placebo Eisen enthielt, ist offen.

  • nicht belegt

    „Verdoppelt die Eisenaufnahme“

    Die Isotopenstudien zeigen einen Anstieg von 17,4 auf 22,4 % bzw. von 20,9 auf 24,5 %, also relative Zunahmen im Bereich von einem Fünftel [9]; die Übersichtsarbeit des Herstellers nennt 20 bis 50 % [14]. Bei einer phytatreichen Mahlzeit fand eine unabhängige Studie keinen Effekt [10]. Eine Verdoppelung ist durch keine Studie belegt.

  • nicht belegt

    „Hilft gegen Depression“

    In der einzigen Studie bei Major Depression unterschied sich die Depressionsskala HAM-D nicht von Placebo; besser waren nur kognitive Tests [15]. Der Stamm wird in Europa auch nicht primär dafür verkauft.

  • nicht belegt

    „Was für Lactiplantibacillus plantarum gilt, gilt auch für 299v“

    Wirkungen sind stammspezifisch. Der Stamm PS128 derselben Art wird für Stimmung und Schlaf vermarktet und hat ganz andere Befunde; die Ergebnisse sind nicht übertragbar [2].

Rechtlicher Status

Deutschland
nicht verifiziert (AMIce/PharmNet und Marktstatus nicht geprüft); eine Einordnung als Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel wird hier nicht getroffen.
EU
Kein Eintrag zu Lactiplantibacillus- oder Lactobacillus-Stämmen in der konsolidierten Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Stand 10.08.2026 [18]. Keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach VO (EU) Nr. 432/2012; insbesondere gibt es keine zugelassene Angabe zur Eisenaufnahme durch Mikroorganismen [19]. Ob „probiotisch“ als Angabe zulässig ist, wurde nicht geprüft. Lactiplantibacillus plantarum gilt laut Novel-Food-Katalog der Kommission als nicht neuartig (POL-NF-09448, Abruf 26.10.2026) [22]. Der Eintrag gilt auf Artebene, nicht für den Stamm; der Katalog ist eine Orientierungshilfe der Kommission, kein Rechtsakt. In der QPS-Liste der EFSA (Fassung vom 17.09.2026) steht Lactiplantibacillus plantarum mit der Qualifikation, dass die Stämme keine erworbenen Resistenzgene gegen klinisch relevante antimikrobielle Wirkstoffe tragen sollen [23]. QPS bewertet die Art, nicht den Stamm.
USA
nicht verifiziert
Andere Länder
nicht verifiziert

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Warum wirkt der Stamm auf die Eisenaufnahme bei gut verfügbarem Eisen, nicht aber bei einer phytatreichen Mahlzeit?
  • Gibt es eine unabhängige Studie zum Eisenstatus in der Schwangerschaft?
  • Lässt sich der kognitive Befund bei Depression wiederholen, und hängt er tatsächlich am Kynureninweg?
  • Wie lange bleibt der Stamm nach dem Absetzen auf der Schleimhaut nachweisbar?

Referenzen

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  2. Zheng J, Wittouck S, Salvetti E, Franz CMAP, Harris HMB, Mattarelli P, et al. A taxonomic note on the genus Lactobacillus: description of 23 novel genera, emended description of the genus Lactobacillus Beijerinck 1901, and union of Lactobacillaceae and Leuconostocaceae. Int J Syst Evol Microbiol. 2020;70(4):2782–858. doi:10.1099/ijsem.0.004107 · PubMed
  3. Niedzielin K, Kordecki H, Birkenfeld B. A controlled, double-blind, randomized study on the efficacy of Lactobacillus plantarum 299V in patients with irritable bowel syndrome. Eur J Gastroenterol Hepatol. 2001;13(10):1143–7. doi:10.1097/00042737-200110000-00004 · PubMed
  4. Ducrotté P, Sawant P, Jayanthi V. Clinical trial: Lactobacillus plantarum 299v (DSM 9843) improves symptoms of irritable bowel syndrome. World J Gastroenterol. 2012;18(30):4012–8. doi:10.3748/wjg.v18.i30.4012 · PubMed
  5. Maslennikov R, Gosteeva E, Ananeva V, Korshunova L, Kravtsowa A, Poluektova E, et al. Strain-specific systematic review with meta-analysis of probiotics efficacy in the treatment of irritable bowel syndrome. J Clin Med. 2026;15(3):1152. doi:10.3390/jcm15031152 · PubMed
  6. Stevenson C, Blaauw R, Fredericks E, Visser J, Roux S. Randomized clinical trial: effect of Lactobacillus plantarum 299 v on symptoms of irritable bowel syndrome. Nutrition. 2014;30(10):1151–7. doi:10.1016/j.nut.2014.02.010 · PubMed
  7. Moeen-ul-Haq, Babar AN, Hassan MK, Ullah F, Ullah A. Role of Lactobacillus plantarum 299v versus placebo in symptomatic improvement of irritable bowel syndrome patients. J Pak Med Assoc. 2022;72(3):404–8. doi:10.47391/JPMA.0758 · PubMed
  8. Sen S, Mullan MM, Parker TJ, Woolner JT, Tarry SA, Hunter JO. Effect of Lactobacillus plantarum 299v on colonic fermentation and symptoms of irritable bowel syndrome. Dig Dis Sci. 2002;47(11):2615–20. doi:10.1023/a:1020597001460 · PubMed
  9. Hoppe M, Önning G, Hulthén L. Freeze-dried Lactobacillus plantarum 299v increases iron absorption in young females – double isotope sequential single-blind studies in menstruating women. PLoS One. 2017;12(12):e0189141. doi:10.1371/journal.pone.0189141 · PubMed
  10. Bering S, Sjøltov L, Wrisberg SS, Berggren A, Alenfall J, Jensen M, et al. Viable, lyophilized lactobacilli do not increase iron absorption from a lactic acid-fermented meal in healthy young women, and no iron absorption occurs in the distal intestine. Br J Nutr. 2007;98(5):991–7. doi:10.1017/S0007114507761809 · PubMed
  11. Axling U, Önning G, Martinsson Niskanen T, Larsson N, Hansson SR, Hulthén L. The effect of Lactiplantibacillus plantarum 299v together with a low dose of iron on iron status in healthy pregnant women: a randomized clinical trial. Acta Obstet Gynecol Scand. 2021;100(9):1602–10. doi:10.1111/aogs.14153 · PubMed
  12. Axling U, Önning G, Combs MA, Bogale A, Högström M, Svensson M. The effect of Lactobacillus plantarum 299v on iron status and physical performance in female iron-deficient athletes: a randomized controlled trial. Nutrients. 2020;12(5):1279. doi:10.3390/nu12051279 · PubMed
  13. Koker G, Sahinturk Y, Ozcelik Koker G, Coskuner MA, Eren Durmus M, Catli MM, et al. Improved gastrointestinal tolerance and iron status via probiotic use in iron deficiency anaemia patients initiating oral iron replacement: a randomised controlled trial. Br J Nutr. 2024;132(10):1308–16. doi:10.1017/S0007114524002757 · PubMed
  14. Webb B, Farrell M, Montelius C, Önning G. Probiotics and iron bioavailability: mechanisms, clinical evidence, and translational applications – a comprehensive review of the probiotic strain Lactiplantibacillus plantarum 299v (LP299V). Front Nutr. 2026;13:1905459. doi:10.3389/fnut.2026.1905459 · PubMed
  15. Rudzki L, Ostrowska L, Pawlak D, Małus A, Pawlak K, Waszkiewicz N, et al. Probiotic Lactobacillus plantarum 299v decreases kynurenine concentration and improves cognitive functions in patients with major depression: a double-blind, randomized, placebo controlled study. Psychoneuroendocrinology. 2019;100:213–22. doi:10.1016/j.psyneuen.2018.10.010 · PubMed
  16. Andersson H, Tullberg C, Ahrné S, Hamberg K, Lazou Ahrén I, Molin G, et al. Oral administration of Lactobacillus plantarum 299v reduces cortisol levels in human saliva during examination induced stress: a randomized, double-blind controlled trial. Int J Microbiol. 2016;2016:8469018. doi:10.1155/2016/8469018 · PubMed
  17. Zmora N, Zilberman-Schapira G, Suez J, Mor U, Dori-Bachash M, Bashiardes S, et al. Personalized gut mucosal colonization resistance to empiric probiotics is associated with unique host and microbiome features. Cell. 2018;174(6):1388–1405.e21. doi:10.1016/j.cell.2018.08.041 · PubMed
  18. Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810); abgerufen am 24.10.2026.
  19. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. Konsolidierte Fassung vom 17.05.2021 (CELEX 02012R0432-20210517); abgerufen am 24.10.2026.
  20. EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ), Allende A, Alvarez-Ordóñez A, Bortolaia V, Bover-Cid S, De Cesare A, et al. Update of the list of qualified presumption of safety (QPS) recommended microbiological agents intentionally added to food or feed as notified to EFSA 23: suitability of taxonomic units notified to EFSA until September 2025. EFSA J. 2026;24(1):e9824. doi:10.2903/j.efsa.2026.9824 · PubMed
  21. Ren W, Wei Y, Lian G, Yang C, Liu Y. Lactobacillus plantarum liver abscess following ERCP: a case report and review. BMC Infect Dis. 2025;25(1):704. doi:10.1186/s12879-025-11094-z · PubMed
  22. Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Lactiplantibacillus plantarum [Datenbank]. POL-NF-09448, letzte Änderung 26.01.2024 [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
  23. EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ). Updated list of QPS-recommended microorganisms for safety risk assessments carried out by EFSA. Appendix E – Updated list of QPS recommended biological agents (Panel Statement 24, Juni 2026), Blätter „QPS List“ und „Excluded from QPS“ [Datensatz]. Zenodo; Version vom 17.09.2026 [zitiert 26.10.2026]. doi:10.5281/zenodo.22812707 doi:10.5281/zenodo.22812707
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Hinterlegungsnummer DSM 9843 im Abstract der Erststudie [1] und im Titel der großen Reizdarmstudie [4] belegt; Herkunft aus der menschlichen Darmschleimhaut und Nachweis auf Rektumbiopsien im Abstract von [1].
  • Zahlen an Abstracts geprüft: n = 60 sowie 6,5 → 3,1 gegenüber 7,4 → 5,6 Tage mit starker Gasbildung [1]; n = 40, p = 0,0012 und 95 gegenüber 15 % [3]; n = 214 und 78,1 gegenüber 8,1 % [4]; 17,4 → 22,4 % (p = 0,040, 14 Personen) und 20,9 → 24,5 % (p = 0,003, 28 Personen) [9]; n = 18 und 1,4 gegenüber 1,3 % [10]; n = 326, p = 0,003, 59 gegenüber 78 % und 7,4 gegenüber 21 % [11]; n = 53, p = 0,056 und p = 0,083 [12]; n = 295 mit Magen-Darm-Unverträglichkeit 13,0 gegenüber 46,5 % und Therapieabbruch in den ersten 30 Tagen 3,6 gegenüber 15,9 % (beide p < 0,001) [13]; n = 79 randomisiert, 60 ausgewertet [15]; n = 41 und p < 0,05 für das Speichelcortisol [16]; p = 0,800 und p = 0,687 [6]; 120 Eingeschlossene und p > 0,05 [7]; n = 12 und p = 0,019 für die Wasserstoffausscheidung [8].
  • Interessenkonflikte in den COI-Angaben gelesen: Anstellung beim Hersteller in [9], [11], [12] und [14]; keine Herstellerbeteiligung in der Nullstudie [10].
  • Stammspezifische Reizdarm-Metaanalyse [5]: Der Abstract nennt 299v (DSM 9843) ausdrücklich unter den Stämmen mit belegter Wirkung. Im Volltext (PMC12898053) steht, dass dazu sechs Studien gepoolt wurden – einschließlich der drei Nullstudien [6][7][8] – und dass Schmerzstärke und unvollständige Entleerung besser waren, Blähungsstärke und Verstopfungsauflösung nicht (I² bis 92 %).
  • Kombinationspräparat in der Schwangerschaftsstudie [11] am Abstract geprüft: geprüft wurde „Lactiplantibacillus plantarum 299v, Eisen, Ascorbinsäure und Folsäure“ gegen Placebo (161 gegenüber 165 Personen); vier von sechs Autorinnen und Autoren sind laut COI-Angabe bei Probi angestellt.
  • Interessenkonflikt der Prüfungsstress-Studie [16] in der COI-Angabe gelesen: eine Mitautorin ist beim Hersteller angestellt, Prüf- und Placebokapseln wurden vom Hersteller gestellt.
  • Rechtsstatus: konsolidierte Unionsliste (CELEX 02017R2470-20260810) selbst abgerufen und durchsucht, 0 Treffer für Lactobacillus und Lactiplantibacillus [18]; konsolidierte VO (EU) Nr. 432/2012 durchsucht, keine Angabe zu Probiotika oder zur Eisenaufnahme durch Mikroorganismen [19].
  • Nomenklatur: Lactiplantibacillus plantarum ist laut LPSN (24.10.2026) der gültige, korrekte Name.
  • Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Erhöht die Eisenaufnahme aus der Nahrung“ → kleine_studien: [9] zwei Teilstudien mit n = 14 und n = 28, [10] n = 18 (je Abstract).
  • Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Verbessert die geistige Leistung bei Depression“ → kleine_studien: [15] n = 79 randomisiert (40 + 39; Abstract).
  • Gegenprüfung 26.10.2026 (m004, Umsetzung Claude, zur Bestätigung durch Tilman): Belege der gesetzten Präzisions-Flags (Teilnehmendenzahlen bzw. Finanzierungs- und Interessenangaben) aus den Prüfnotizen in die Begründung übernommen, damit sie für Lesende nachprüfbar sind; Teilnehmendenzahlen erneut an den PubMed-Abstracts abgeglichen.
  • 26.10.2026, Folgearbeit Bogen 2 (Prüfbericht E-20, Block E; eigener Abruf): Novel-Food-Katalog über die Backend-Schnittstelle der Kommission (979 Einträge) abgerufen, Statustexte auf der öffentlichen Katalogseite gegengelesen: POL-NF-09448 „Lactiplantibacillus plantarum“ (Teil „Whole“, NOT_NOVEL_IN_FOOD, letzte Änderung 26.01.2024). EFSA-QPS-Liste (Zenodo, doi:10.5281/zenodo.22812707, Version 17.09.2026, Panel Statement 24) heruntergeladen und im aktuellen Blatt „QPS List“ bzw. „Excluded from QPS“ gelesen, nicht im ausgeblendeten alten Blatt „QPS_list“. Slug, name und Artnamen nicht geändert, deshalb keine LPSN-Abfrage.

Nicht verifiziert

  • Die Übersichtsarbeit des Herstellers [14] nennt zehn klinische Studien und eine Steigerung der fraktionellen Eisenaufnahme um etwa 20 bis 50 %; die darin zusammengefassten Einzelstudien wurden nicht einzeln geprüft. Die Angabe steht im Profil nur als Herstellerangabe.
  • Von der stammspezifischen Reizdarm-Metaanalyse [5] wurde nur der Abstract gelesen, nicht die Einzelstudien und nicht die Effektgrößen.
  • Die auffällig großen Effekte in [3] (Bauchschmerzen bei allen Behandelten aufgelöst) wurden nicht am Volltext überprüft; die Studie wird im Profil ausdrücklich als kleine Studie mit sehr großem Unterschied gekennzeichnet.
  • Keine Daten zur Persistenz des Stamms nach dem Absetzen gefunden.
  • Arzneimittelstatus in Deutschland (AMIce/PharmNet) nicht geprüft.
  • Marktlage in Deutschland (welche Produkte den Stamm enthalten und wofür sie beworben werden) wurde nicht systematisch erhoben; die Wahl des Hauptversprechens stützt sich auf die Studienlage, nicht auf eine Markterhebung.
  • Zusammensetzung des Placebos in der Schwangerschaftsstudie [11]: Der Abstract nennt keinen Eisenanteil im Placebo, und der Volltext (PMC8453534) war über Europe PMC nicht abrufbar. Ob die Kontrollgruppe ebenfalls Eisen erhielt, ist damit offen.
  • Teilnehmerzahl der Nullstudie [6] steht nicht im Abstract; die Tabelle der Metaanalyse [5] nennt 40 gegenüber 25 Personen, was hier nicht gegengeprüft wurde.
  • Zum deutschen Rechts- und Marktstatus wurde kein Beleg gefunden; status.deutschland steht deshalb auf „nicht verifiziert“.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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