Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Lindert Reizdarm-Beschwerden

    uneinheitlich

    Verdauung & Darm · Patienten: Reizdarmsyndrom · Mensch, randomisiert

    Positiv in zwei Studien aus dem Herstellerumfeld (n = 77 [3]; n = 362, aber nur die mittlere von drei Keimzahlstufen, die niedrigste und höchste nicht [4]). Eine stammbezogene Metaanalyse fand für den Einzelstamm keinen Effekt [6], eine neuere nach Stämmen getrennte Metaanalyse eine Besserung der Kernsymptome [7]. Nur als Zusammenhang: Die große systematische Übersicht stuft Bifidobacterium-Stämme allgemein beim Bauchschmerz als niedrige Sicherheit ein; das sind überwiegend andere Stämme, sie zählen nicht für die Stufe [8].

  • Hilft auch bei Blähungen und Bauchbeschwerden ohne Reizdarmdiagnose

    kein Nutzen

    Verdauung & Darm · gesund (wiederkehrende Bauchbeschwerden ohne Arztbesuch) · Mensch, randomisiert

    Mehrzentrenstudie mit 302 Randomisierten, 275 auswertbar: beim Schweregrad von Bauchbeschwerden und Blähungen kein Unterschied zu Placebo (p > 0,3), beide Gruppen verbesserten sich; nur die Zahl blähungsfreier Tage war höher (sekundär) [5].

  • Dämpft Entzündungen im ganzen Körper, nicht nur im Darm

    Einzelbefund, unbestätigt

    Immunsystem & Infekte · Patienten: Colitis ulcerosa, chronisches Erschöpfungssyndrom, Psoriasis · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.vom Hersteller finanziertAlle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.

    Drei kleine randomisierte Studien einer Arbeitsgruppe mit Herstellerbezug: CRP im Plasma niedriger als unter Placebo, TNF-α bei Erschöpfungssyndrom und Psoriasis, Interleukin 6 bei Colitis ulcerosa und Erschöpfungssyndrom [11]. Das sind Blutmarker, keine klinischen Endpunkte; eine unabhängige Wiederholung fehlt. Beleg für „kleine Studien“: drei getrennte RCTs mit 22, 48 und 26 Teilnehmenden [11]. Beleg für „vom Hersteller finanziert“: Autorinnen und Autoren laut Affiliation bei Alimentary Health Ltd. [11].

  • Wirkt über die Darm-Hirn-Achse gegen Stress

    nicht untersucht

    Stimmung & Stress · gesund · Tierversuch

    Keine Humanstudie mit psychischem Endpunkt gefunden. In der einzigen Tierstudie hob der Stamm depressionsähnliches Verhalten bei Ratten nicht auf und veränderte die Neubildung von Nervenzellen nicht; er beeinflusste die Stressachse männlicher Tiere [14]. Rattendaten bleiben Stufe 2 und belegen kein Versprechen am Menschen.

  • Hilft Kindern mit Reizdarm

    Einzelbefund, unbestätigt

    Verdauung & Darm · Patienten: Kinder und Jugendliche mit Reizdarmsyndrom · Mensch, nicht randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.vom Hersteller finanziertAlle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.

    Einarmige, offene Studie mit 64 Kindern und Jugendlichen in Chile: Beschwerden nach sechs und zwölf Wochen besser als zu Beginn, nach zwei Wochen Pause wieder schlechter; ohne Placeboarm ist der Beitrag der Erwartung nicht abschätzbar. Vom Hersteller getragen, die Autorenschaft nennt eine Anstellung dort [18].

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

vom Hersteller finanziert: Alle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.

Wirkweise

Evidenzkarte: Bifidobacterium longum subsp. longum 35624

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Der Stamm wurde ursprünglich als Bifidobacterium infantis 35624 geführt. Eine Genomanalyse ordnete ihn der Unterart Bifidobacterium longum subsp. longum zu und beschrieb ein stammspezifisches Gencluster für ein oberflächengebundenes Exopolysaccharid (EPS624) aus einer verzweigten Wiederholungseinheit mit zwei Galactose- und zwei Glucoseresten, Galacturonsäure und dem seltenen Zucker 6-Desoxy-L-talose [1]. Lebende Mikroorganismen mit belegtem Nutzen gelten nach der ISAPP-Konsensdefinition als Probiotikum [2]; die Befunde unten gelten nur für diesen Stamm, nicht für die Art Bifidobacterium longum.

In der ersten randomisierten Studie erhielten 77 Menschen mit Reizdarm entweder diesen Stamm, Lactobacillus salivarius UCC4331 oder ein Placebogetränk über acht Wochen; unter 35624 gingen Bauchschmerzen, Blähgefühl und erschwerte Stuhlentleerung stärker zurück, und das zu Beginn auffällige Verhältnis von Interleukin-10 zu Interleukin-12 normalisierte sich [3]. Die Bestätigungsstudie mit 362 Frauen aus der Primärversorgung prüfte drei Keimzahlstufen über vier Wochen: Nur die mittlere Stufe war beim primären Endpunkt Bauchschmerz und in den Summenwerten dem Placebo überlegen, die niedrigste und die höchste nicht; bei der höchsten gab es Probleme mit der Zubereitung [4]. Diese Nicht-Monotonie ist bemerkenswert, weil sie der verbreiteten Annahme „mehr Keime, mehr Wirkung“ nicht entspricht; wegen der Zubereitungsprobleme bei der höchsten Stufe ist sie allerdings kein sauberer Gegenbeweis. In einer Mehrzentrenstudie mit 302 Erwachsenen, die zwar seit Monaten Bauchbeschwerden und Blähungen hatten, aber deswegen nie in Behandlung waren, verbesserten sich beide Gruppen deutlich; im Schweregrad unterschied sich der Stamm nicht von Placebo, nur die Zahl der blähungsfreien Tage war höher [5]. Eine stammbezogene Metaanalyse fand für den Einzelstamm keinen Effekt auf Bauchschmerz, Blähgefühl oder Stuhlzufriedenheit, wohl aber für zwei Mischpräparate mit „B. infantis“, deren Stamm im Abstract nicht angegeben ist [6]. Eine neuere, nach Stämmen getrennte Metaanalyse aus drei Studien kam dagegen zu einer Verbesserung von Bauchschmerz, Pressen, Blähungen, Dranggefühl und Gesamtbeschwerden [7]. Die große systematische Übersicht zu Probiotika beim Reizdarm stuft die Evidenz für Bifidobacterium-Stämme beim Bauchschmerz als niedrige Sicherheit ein [8].

Mechanistisch ist der Stamm besser beschrieben als die meisten anderen. Nach Einnahme stiegen bei Gesunden die Interleukin-10-Sekretion und die Foxp3-Expression im peripheren Blut; menschliche dendritische Zellen antworteten in Zellkultur TLR2-, DC-SIGN- und retinsäureabhängig mit Interleukin 10 statt Interleukin 12 und induzierten regulatorische T-Zellen [9]. Eine Mutante ohne Exopolysaccharid löste in menschlichen dendritischen Zellen viel stärkere Zytokinantworten einschließlich Interleukin 17 aus und schützte Mäuse im T-Zell-Transfer-Kolitismodell nicht mehr; das Exopolysaccharid dämpft also die Entzündungsantwort auf den Stamm selbst [10]. In drei kleinen randomisierten Studien bei Colitis ulcerosa, chronischem Erschöpfungssyndrom und Psoriasis sank das C-reaktive Protein im Plasma gegenüber Placebo, bei Gesunden die durch Lipopolysaccharid angeregte Zytokinfreisetzung aus Blutzellen [11]. Zur viszeralen Schmerzverarbeitung gibt es nur Rattendaten: Der Stamm hob die Schwelle für Schmerzverhalten bei kolorektaler Dehnung bei normal- und überempfindlichen Rattenlinien [12] und normalisierte die Überempfindlichkeit nach einer Kolitis [13]. Zur Darm-Hirn-Achse liegt eine Rattenstudie vor, in der er depressionsähnliches Verhalten nicht aufhob und die Neubildung von Nervenzellen nicht veränderte, aber die Stressachse männlicher Tiere beeinflusste [14]; solche Befunde sind Tierdaten (Stufe 2) und werden nicht auf den Menschen übertragen.

Die Ausscheidung im Stuhl stieg unter Einnahme bei Reizdarmbetroffenen und Gesunden an und fiel nach dem Absetzen wieder auf den Ausgangswert zurück, während zehn andere untersuchte Stuhltaxa kaum verändert waren; die Passage ist also vorübergehend, eine dauerhafte Ansiedlung belegen die Daten nicht [15]. Das passt zu der Beobachtung, dass die Besiedlung der Darmschleimhaut durch Probiotika individuell und oft nicht erfolgreich ist und Stuhlbefunde die Schleimhaut nicht abbilden [16]. Praktisch wichtig ist ein Nebenbefund: Bei 19 Gesunden stieg nach zwei Wochen Einnahme die Methanausscheidung im Laktulose-Atemtest deutlich an, die Wasserstoffausscheidung nicht, sodass der Test auf eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms falsch positiv ausfallen kann [17]. Bei Kindern und Jugendlichen mit Reizdarm wurde der Stamm nur in einer einarmigen, offenen Studie geprüft, in der sich die Beschwerden besserten und nach dem Absetzen wieder zunahmen; ein Placeboarm fehlte, die Studie wurde vom Hersteller getragen [18]. Eine offene Beobachtungsstudie an 37 Erwachsenen in Deutschland beschreibt ebenfalls Besserungen ohne Vergleichsgruppe [19]. Herstellerbeteiligung ist bei diesem Stamm die Regel: Die frühen Arbeiten stammen aus dem Umfeld von University College Cork und Alimentary Health in Cork, spätere von Procter & Gamble, Novozymes bzw. Biocodex [1][5][11][15][18][19].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Dendritische Zellen, TLR2 und DC-SIGNRezeptorAktivatorInterleukin 10 ↑ ohne Interleukin 12p70 (menschliche Zellen in Kultur) Labor[9]
Foxp3 in T-Zellen des peripheren BlutesSignalwegExpression ↑nach Einnahme bei Gesunden Mensch, randomisiert[9]
Exopolysaccharid EPS624 als OberflächenstrukturStrukturBindungMutante ohne EPS löst Interleukin 17 aus und schützt Mäuse nicht mehr Tierversuch[10]
Eigene Abundanz im StuhlMikroorganismus/TaxonAbundanz ↑nur während der Einnahme, danach Rückgang auf Ausgangswert Mensch, randomisiert[15]
Viszerale Nozizeption bei kolorektaler DehnungSonstigesHemmerhöhere Schmerzschwelle, Ratte Tierversuch[12][13]
Methanbildung im Laktulose-AtemtestSonstigesAktivatorMethan ↑, Wasserstoff unverändert (19 Gesunde, ohne Kontrollgruppe) Mensch, nicht randomisiert[17]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativ↓ · Foxp3-T-Zellen und Interleukin 10 nach Einnahme höher, CRP in drei Krankheitsgruppen niedriger; Mechanismus über das Exopolysaccharid[9][10][11]
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Darmbarrierekeine Daten
  • Mikrobiommoduliert · Nur die eigene Abundanz im Stuhl steigt, und das nur während der Einnahme; andere untersuchte Taxa kaum verändert[15]
  • Kurzkettige Fettsäurenkeine Daten
  • Gallensäurenkeine Daten
  • Darmhormonekeine Daten
  • Darm-Hirn-Achsemoduliert · Höhere viszerale Schmerzschwelle und veränderte Stressachse bei Ratten; beim Menschen nicht untersucht[12][13][14]
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Kapsel mit gefriergetrockneten Zellen

    Bakterien-DNA war nach der Passage im Stuhl nachweisbar, die Ausscheidung stieg unter Einnahme und fiel danach wieder ab; eine Kultur zum Nachweis lebender Zellen im Stuhl wurde nicht angelegt [15]. Die Bestätigungsstudie am Reizdarm nutzte die Kapselform [4].

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · fermentiertes Milchgetränk

    In der ersten randomisierten Studie wurde der Stamm in einem Malzmilchgetränk gegeben [3]; ein direkter Vergleich der Darreichungen fehlt.

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Reizdarm, erste randomisierte Studie

    RCT, dreiarmig (zweiter Stamm als Vergleich), placebokontrolliert · Patienten: Reizdarmsyndrom · n = 77 · 8 Wochen

    Gemessen: Kardinalsymptome des Reizdarms, Interleukin-10/Interleukin-12-Verhältnis

    Ergebnis: Unter 35624 stärkerer Rückgang von Bauchschmerz, Blähgefühl und erschwerter Entleerung als unter Placebo; Zytokinverhältnis normalisiert. Stuhlfrequenz und -konsistenz unverändert.[3]

    Mensch, randomisiert

  • Reizdarm, Mehrzentren-Bestätigungsstudie mit drei Keimzahlstufen

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: Frauen mit Reizdarmsyndrom (Primärversorgung) · n = 362 · 4 Wochen

    Gemessen: Bauchschmerz bzw. Unwohlsein (primär), Summenwert, globale Beurteilung

    Ergebnis: Nur die mittlere Keimzahlstufe war Placebo überlegen (globale Besserung mehr als 20 Prozentpunkte über Placebo, p < 0,02); niedrigste und höchste Stufe nicht signifikant.[4]

    Mensch, randomisiert

  • Bauchbeschwerden und Blähungen bei Nicht-Patienten

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, parallel, zehn Zentren · gesund (Beschwerden ohne Arztbesuch) · n = 302 · 4 Wochen nach 2 Wochen Placebovorlauf

    Gemessen: Schweregrad von Bauchbeschwerden und Blähungen

    Ergebnis: 275 auswertbar; kein Unterschied zu Placebo im Schweregrad (p > 0,3), beide Gruppen besserten sich signifikant; mehr blähungsfreie Tage unter dem Stamm (p < 0,05).[5]

    Mensch, randomisiert

  • Entzündungsmarker bei drei Krankheitsbildern

    drei getrennte RCTs, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: Colitis ulcerosa (22), chronisches Erschöpfungssyndrom (48), Psoriasis (26); zusätzlich 22 Gesunde · n = 118 · 6–8 Wochen

    Gemessen: CRP, TNF-α, Interleukin 6 im Plasma

    Ergebnis: CRP in allen drei Gruppen niedriger als unter Placebo; TNF-α bei Erschöpfungssyndrom und Psoriasis, Interleukin 6 bei Colitis ulcerosa und Erschöpfungssyndrom niedriger. Bei Gesunden geringere Zytokinfreisetzung aus angeregten Blutzellen.[11]

    Mensch, randomisiert

  • Regulatorische T-Zellen nach Einnahme

    Einnahmestudie bei Gesunden mit Zellkulturversuchen (laut PubMed-Indexierung randomisiert; Design, Teilnehmerzahl und Dauer im Abstract nicht beschrieben) · gesund · n = 0

    Gemessen: Interleukin 10, Foxp3-Expression im peripheren Blut

    Ergebnis: Selektiver Anstieg von Interleukin 10 und Foxp3; in Zellkultur TLR2-, DC-SIGN- und retinsäureabhängige Induktion regulatorischer T-Zellen.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Ausscheidung im Stuhl und Mikrobiom

    RCT, placebokontrolliert, plus offener Arm bei Gesunden · Patienten: Reizdarmsyndrom (76) und gesund (41) · n = 117 · 8 Wochen plus Nachbeobachtung

    Gemessen: Stuhlausscheidung des Stamms, zehn weitere Stuhltaxa, Reizdarmsymptome

    Ergebnis: Ausscheidung unter Einnahme höher als unter Placebo, nach dem Absetzen Rückgang auf den Ausgangswert; andere Taxa kaum verändert; kein Effekt auf die Symptome.[15]

    Mensch, randomisiert

  • Laktulose-Atemtest nach zwei Wochen Einnahme

    offene Vorher-nachher-Messung · gesund · n = 19 · 2 Wochen

    Gemessen: Wasserstoff und Methan in der Atemluft

    Ergebnis: Methan signifikant höher (p = 0,012), Wasserstoff unverändert (p = 0,768); aus zehn auffälligen Tests wurden 13.[17]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Reizdarm bei Kindern und Jugendlichen

    einarmig, offen, ohne Placebo · Patienten: Kinder und Jugendliche (8–18 Jahre) mit Reizdarmsyndrom · n = 64 · 12 Wochen plus 2 Wochen Pause

    Gemessen: angepasster Reizdarm-Schweregradscore, Fragebogen zu kindlichen Magen-Darm-Symptomen

    Ergebnis: Besserung aller Bereiche gegenüber dem Ausgangswert (p < 0,0007), Rückfall in der Pause; kein Zusammenhang mit dem Vitamin-D-Status. Vom Hersteller getragen.[18]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Beobachtungsstudie bei Reizdarm in Deutschland

    offen, beobachtend, ohne Kontrollgruppe · Patienten: Erwachsene mit Reizdarmsyndrom (Rome IV) · n = 37 · 8 Wochen

    Gemessen: Summenwert der Reizdarmsymptome, Reizdarm-Schweregradscore

    Ergebnis: Summenwert 43,4 % niedriger als zu Beginn; über 60 % erreichten die vorab definierten Schwellen. Kein Vergleich mit Placebo, Autorenschaft bei zwei Herstellern.[19]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Bakteriämie bei Frühgeborenen und schwerer Grunderkrankung

    Das EFSA-QPS-Update 2026 bewertete die Sicherheitsliteratur zu Bifidobacterium: In einer retrospektiven Einzelzentrumsstudie an Frühgeborenen, die mehrstämmige Präparate erhielten, traten bei 0,4 % Bakteriämien mit Bifidobacterium spp. auf (9 von 2109 exponierten Kindern), ohne direkt zurechenbare Todesfälle; als zweite Arbeit nennt das Update einen Fallbericht einer B.-breve-Bakteriämie bei einem 80-jährigen Mann ohne Probiotikaeinnahme. Der QPS-Status blieb unverändert [21]. Diese Daten betreffen die Gattung, nicht diesen Stamm.

    Mensch, nicht randomisiert

  • Verfälschter Atemtest auf bakterielle Fehlbesiedlung

    Nach zwei Wochen Einnahme stieg bei 19 Gesunden die Methanausscheidung im Laktulose-Atemtest in einen Bereich, der als Hinweis auf eine Fehlbesiedlung gilt; Wasserstoff blieb unverändert [17]. Die Autoren empfehlen deshalb, Probiotika vor dem Test abzusetzen [17].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Nebenwirkungen in den Studien

    In der Mehrzentrenstudie am Reizdarm wurden keine bedeutsamen unerwünschten Ereignisse berichtet [4], in der Beobachtungsstudie ein mildes Ereignis (Übelkeit) [19]. Die systematische Übersicht zu Probiotika beim Reizdarm fand in 55 Studien mit über 7000 Betroffenen kein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse [8].

    Mensch, randomisiert

Wechselwirkungen

  • Laktulose-Atemtest (Diagnostik): Die Einnahme erhöht die Methanausscheidung und kann den Test verfälschen [17].
  • Antibiotika: Nicht untersucht. Für diesen Stamm liegen keine Studien zur gleichzeitigen Antibiotikatherapie vor.

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Der Stamm siedelt sich dauerhaft im Darm an“

    Die Stuhlausscheidung fiel nach dem Absetzen auf den Ausgangswert zurück; die Autoren sprechen ausdrücklich von vorübergehender Besiedlung, und für eine dauerhafte Anwesenheit war die Einnahme nötig [15]. Allgemein ist die Besiedlung der Schleimhaut individuell und oft erfolglos, und Stuhlbefunde sagen darüber wenig aus [16].

  • nicht belegt

    „Mehr Keime wirken besser“

    In der Bestätigungsstudie war nur die mittlere von drei Keimzahlstufen dem Placebo überlegen, die höchste nicht [4]. Das spricht gegen die Annahme, ist aber nur eine Studie, und bei der höchsten Stufe gab es nach Angabe der Autoren erhebliche Probleme mit der Zubereitung; ein sauberer Test der höchsten Keimzahl war sie damit nicht.

  • nicht belegt

    „Was für Bifidobakterien allgemein gilt, gilt auch für diesen Stamm“

    Die Wirkung ist stammgebunden: Das stammspezifische Exopolysaccharid entscheidet über die Immunantwort, eine Mutante ohne dieses Polysaccharid verlor den Schutz im Tiermodell [10]; im direkten Vergleich wirkte ein Lactobacillus-Stamm im selben Versuch nicht wie dieser [3], und bei Ratten senkte nur dieser Stamm, nicht die beiden mitgeprüften, den viszeralen Schmerz [12].

  • nicht belegt

    „Er hilft gegen Blähungen auch ohne Reizdarmdiagnose“

    Bei 302 Randomisierten ohne Arztkontakt wegen der Beschwerden unterschied sich der Schweregrad nicht von Placebo; nur die Zahl blähungsfreier Tage war als sekundärer Befund höher [5].

  • nicht belegt

    „Er wirkt gegen Stress und schlechte Stimmung („Psychobiotikum“)“

    Für diesen Stamm wurde keine Humanstudie mit psychischem Endpunkt gefunden. Die Rattenstudie zeigte keinen Effekt auf depressionsähnliches Verhalten [14].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Keine Aufnahme ins Blut vorgesehen: Der Stamm wirkt im Darmlumen und an der Schleimhaut. DNA-Nachweis im Stuhl zeigt, dass ein Teil die Passage übersteht [15].
Halbwertszeit
Für lebende Mikroorganismen nicht sinnvoll angebbar. Nach dem Absetzen fiel die Stuhlausscheidung innerhalb der Nachbeobachtung auf den Ausgangswert [15].
Abbau
Nicht verifiziert. Beschrieben ist die Bildung des Exopolysaccharids EPS624 [1].
Weg ins Gehirn
Keine. Zentrale Effekte könnten nur indirekt über Nervenbahnen, Immunbotenstoffe oder Metabolite entstehen; beim Menschen nicht untersucht.

Rechtlicher Status

Deutschland
Nicht verifiziert. In Deutschland wird der Stamm vermarktet; eine Beobachtungsstudie bei Reizdarm wurde hier von einem französischen und einem deutschen Hersteller getragen [19]. Ob das Präparat als Nahrungsergänzungsmittel, als Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke oder als Medizinprodukt im Verkehr ist, wurde nicht geprüft (AMIce und PharmNet.Bund nicht abgefragt).
EU
Kein Eintrag zu Bifidobacterium longum in der konsolidierten Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Stand 10.08.2026 [20]. Laut EFSA-QPS-Update 2026 ist „Bifidobacterium spp.“ eine Einheit der QPS-Liste; ihr Status blieb nach Prüfung der 2025 veröffentlichten Sicherheitsliteratur unverändert [21]. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe für diesen Stamm ist nicht bekannt; ob „probiotisch“ als Angabe zulässig ist, ist offen. Bifidobacterium longum (Synonym B. infantis) gilt laut Novel-Food-Katalog der Kommission als nicht neuartig (POL-NF-09426, Abruf 26.10.2026) [22]. Der Eintrag gilt auf Artebene, nicht für den Stamm; der Katalog ist eine Orientierungshilfe der Kommission, kein Rechtsakt. In der QPS-Liste der EFSA (Fassung vom 17.09.2026) steht Bifidobacterium longum mit der Qualifikation, dass die Stämme keine erworbenen Resistenzgene gegen klinisch relevante antimikrobielle Wirkstoffe tragen sollen [23]. QPS bewertet die Art, nicht den Stamm.
USA
Nicht verifiziert. Der Stamm wird dort als Align verkauft; der Produktname ist im Titel einer Studie belegt [17], der regulatorische Status nicht.

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Lässt sich die Nicht-Monotonie über die Keimzahlstufen in einer unabhängigen Studie reproduzieren, und wenn ja, woran liegt sie (Zubereitung, Immunantwort, Verdrängung)?
  • Warum kommen zwei stammbezogene Metaanalysen zu gegensätzlichen Schlüssen, obwohl sie dieselben drei bis fünf Studien bewerten?
  • Gibt es einen klinischen Nutzen jenseits der Blutmarker bei Colitis ulcerosa, Psoriasis oder Erschöpfungssyndrom?
  • Wie wirkt sich der Methananstieg bei Menschen mit Reizdarm aus, bei denen Methanbildner mit Verstopfung in Verbindung gebracht werden?

Referenzen

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  2. Hill C, Guarner F, Reid G, Gibson GR, Merenstein DJ, Pot B, et al. Expert consensus document. The International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics consensus statement on the scope and appropriate use of the term probiotic. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2014;11(8):506-14. doi:10.1038/nrgastro.2014.66 · PubMed
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  18. Cruchet Muñoz S, Verbeke Palma S, Lera Marqués L, Espinosa Pizarro MN, Malig Mechasqui J, Sorensen K. Effects of Bifidobacterium longum 35624 in children and adolescents with irritable bowel syndrome. Nutrients. 2024;16(12):1967. doi:10.3390/nu16121967 · PubMed
  19. Lenoir M, Wienke J, Fardao-Beyler F, Roese N. An 8-week course of Bifidobacterium longum 35624 is associated with a reduction in the symptoms of irritable bowel syndrome. Probiotics Antimicrob Proteins. 2025;17(1):315-27. doi:10.1007/s12602-023-10151-w · PubMed
  20. Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810), durchsucht am 24.10.2026.
  21. EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ), Allende A, Alvarez-Ordóñez A, Bortolaia V, Bover-Cid S, De Cesare A, et al. Update of the list of qualified presumption of safety (QPS) recommended microbiological agents intentionally added to food or feed as notified to EFSA 23. EFSA J. 2026;24(1):e9824. doi:10.2903/j.efsa.2026.9824 · PubMed
  22. Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Bifidobacterium longum [Datenbank]. POL-NF-09426, letzte Änderung 26.01.2024 [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
  23. EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ). Updated list of QPS-recommended microorganisms for safety risk assessments carried out by EFSA. Appendix E – Updated list of QPS recommended biological agents (Panel Statement 24, Juni 2026), Blätter „QPS List“ und „Excluded from QPS“ [Datensatz]. Zenodo; Version vom 17.09.2026 [zitiert 26.10.2026]. doi:10.5281/zenodo.22812707 doi:10.5281/zenodo.22812707
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Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Stammbezeichnung: Die Zuordnung zur Unterart longum und das Exopolysaccharid-Gencluster stehen im Volltext der Genomarbeit [1] (Europe PMC, PMC5033381); dort ist auch die frühere Bezeichnung „subsp. infantis“ als überholt benannt.
  • Am Abstract geprüft: n = 77, acht Wochen, Symptom- und Zytokinbefund [3]; n = 362, vier Wochen, nur die mittlere von drei Keimzahlstufen überlegen, globale Besserung über 20 Prozentpunkte, p < 0,02 [4]; n = 302 randomisiert, 275 auswertbar, p > 0,3 im Schweregrad, mehr blähungsfreie Tage [5]; fünf eingeschlossene Studien, Einzelstamm ohne Effekt, zwei Mischpräparate mit „B. infantis“ (Stamm im Abstract nicht angegeben) mit Effekt [6]; 82 Studien, Bifidobacterium-Stämme beim Bauchschmerz niedrige Sicherheit, keine erhöhte Rate unerwünschter Ereignisse in 55 Studien [8]; Foxp3 und Interleukin 10 nach Einnahme bei Gesunden, Teilnehmerzahl und Dauer im Abstract nicht genannt [9]; Mutantenversuch und T-Zell-Transfer-Kolitis [10]; CRP-, TNF-α- und Interleukin-6-Befunde in drei Gruppen [11]; Rattenversuche zur kolorektalen Dehnung [12][13]; Rattenversuch zur Stressachse [14]; Stuhlausscheidung und Rückgang nach Absetzen [15]; Methan p = 0,012, Wasserstoff p = 0,768, 19 Gesunde, Empfehlung der Autoren zum Absetzen vor dem Test [17]; „1 x 10(10) dose was associated with significant formulation problems“ [4]; QPS-Abschnitt Bifidobacterium: nur die Frühgeborenenstudie und ein Fallbericht einer B.-breve-Bakteriämie ohne Probiotikaeinnahme [21] (Gegenprüfung 24.10.2026); einarmige Kinderstudie mit 64 Teilnehmenden [18]; Beobachtungsstudie mit 37 Teilnehmenden, 43,4 % Rückgang [19].
  • Im Volltext der Metaanalyse 2026 [7] (PMC12898053): Für diesen Stamm wurden genau drei Studien gepoolt (Charbonneau 2013, O'Mahony 2005, Whorwell 2006); die Autorenschaft erklärt keine Interessenkonflikte.
  • Interessenkonflikte an Abstract bzw. Volltext belegt: Alimentary Health, Alimentary Health Pharma Davos und Procter & Gamble in der Genomarbeit [1]; Procter & Gamble bei [5] und [15]; Alimentary Health bei [11]; Anstellung bei Novozymes und Finanzierung durch den Hersteller bei [18]; Anstellungen bei Biocodex und MEDICE bei [19].
  • EU-Recht: Suche in der konsolidierten Unionsliste (CELEX 02017R2470-20260810, deutsche Fassung über Cellar): kein Treffer für „longum“ oder „animalis“, kein Eintrag „Lactobacillus“; „Bifidobacterium bifidum“ kommt nur als Produktionsorganismus für Galactooligosaccharide vor [20].
  • QPS: Im Volltext des Updates 2026 (PMC12824592) steht, dass der QPS-Status von Bifidobacterium spp. unverändert bleibt, und die Bakteriämiezahlen aus der Frühgeborenenstudie [21].
  • Entscheidung 5 von Tilman vom 24.10.2026: Der Bereich „Immunsystem & Infekte“ ist für Mikrobiom-Profile freigegeben; das Entzündungsversprechen bleibt dort. Inhalte unverändert.
  • 25.10.2026, Entscheidungen q132 und q012: interner Arbeitsvermerk aus dem Prüfvermerk gestrichen (ohne inhaltliche Änderung). Kennzeichnung nach q012: Die Bewertungen der Versprechen beruhen für [3], [4], [5], [6], [8], [11], [14] und [18] nur auf den Abstracts (nur Abstract geprüft); [7] im Volltext gelesen.
  • Präzisions-Flags (m004; Regeln Leitfaden 26.10.2026; Teilnehmendenzahlen, Richtung und Finanzierung am 26.10.2026 per PubMed efetch an Abstract, COI-Angabe und Affiliationen geprüft): „Dämpft Entzündungen im ganzen Körper“: kleine_studien – [11] drei getrennte RCTs mit 22, 48 und 26 Teilnehmenden; herstellerfinanziert – Affiliation Alimentary Health Ltd. „Hilft Kindern mit Reizdarm“: kleine_studien – [18] 64; herstellerfinanziert – COI: gesponsert von PrecisionBiotics Group (Hersteller des Stamms), Autorin bei Novozymes beschäftigt.
  • 26.10.2026, Gegenprüfung der Präzisions-Flags (m004): Belege für die gesetzten Flags zusätzlich in die begruendung übernommen („Beleg für …“, Leitfaden „Präzisions-Flags“); Zahlen und Angaben erneut per PubMed efetch (Abstract, Interessen- und Förderangaben, Affiliationen) geprüft: „Dämpft Entzündungen“: [11] „(n = 22) … (n = 48) … (n = 26)“, Affiliation Alimentary Health Ltd.
  • 26.10.2026, Folgearbeit Bogen 2 (Prüfbericht E-20, Block E; eigener Abruf): Novel-Food-Katalog über die Backend-Schnittstelle der Kommission (979 Einträge) abgerufen, Statustexte auf der öffentlichen Katalogseite gegengelesen: POL-NF-09426 „Bifidobacterium longum“ (Teil „Whole“, NOT_NOVEL_IN_FOOD, letzte Änderung 26.01.2024). EFSA-QPS-Liste (Zenodo, doi:10.5281/zenodo.22812707, Version 17.09.2026, Panel Statement 24) heruntergeladen und im aktuellen Blatt „QPS List“ bzw. „Excluded from QPS“ gelesen, nicht im ausgeblendeten alten Blatt „QPS_list“. Slug, name und Artnamen nicht geändert, deshalb keine LPSN-Abfrage.

Nicht verifiziert

  • Rechtlicher Status in Deutschland (Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke oder Medizinprodukt) und in den USA; AMIce und PharmNet.Bund wurden nicht abgefragt.
  • Eine Hinterlegungsnummer des Stamms bei einer Kultursammlung (DSM, NCIMB, ATCC) wurde nicht gefunden; die Suche nach „NCIMB 41003“ in Europe PMC ergab keinen passenden Treffer. Belegt ist die Stammnummer 35624 selbst, einschließlich Genomsequenz [1].
  • Ob die Keimzahlstufen der Bestätigungsstudie [4] den heute verkauften Präparaten entsprechen, ist nicht geprüft; ein Produktions- oder Herstellerwechsel (Cork, Procter & Gamble, Novozymes, Biocodex) ist aus den Autorenangaben erkennbar, seine Folgen für das Produkt nicht.
  • Teilnehmerzahl, Dauer und Randomisierungsdetails der Foxp3-Studie [9]: Der Abstract nennt sie nicht, ein frei zugänglicher Volltext liegt nicht vor (Europe PMC: kein Open Access). Die vorher eingetragenen Werte (22 Personen, 8 Wochen) sind dort nicht belegt und wurden entfernt; 22 Gesunde und acht Wochen nennt die Arbeit [11].
  • Ob einzelne Studien der Metaanalyse [6] mit Mischpräparaten genau diesen Stamm enthielten, wurde an den Einzelstudien nicht geprüft.
  • Die Asthmastudie (PMID 36089255) ist nur als Kurzmitteilung ohne Abstract erfasst und wurde deshalb nicht ausgewertet.
  • Ob „probiotisch“ in der EU eine zulassungspflichtige gesundheitsbezogene Angabe ist, wurde nicht geprüft.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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