Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Wirkweise
Evidenzkarte: Adamax
Zu Adamax gibt es keine wissenschaftliche Veröffentlichung. Eine Suche in PubMed und Europe PMC ergab nur Treffer zu einem gleichnamigen Optimierungsverfahren aus dem maschinellen Lernen; auch PubChem und ClinicalTrials.gov führen keinen Eintrag. Damit ist nicht einmal die chemische Struktur in einer überprüfbaren Quelle beschrieben. Angaben zur Wirkweise auf Verkaufsseiten lassen sich daher nicht prüfen und werden hier nicht übernommen.
Adamax wird als Semax-Abwandlung beworben. Für Semax selbst stammen die Mechanismusdaten aus Tierversuchen, etwa ein Anstieg von BDNF im Rattenhirn [1]; Studien zu Konzentration oder Leistung bei Gesunden fehlen auch dort (siehe Profil semax). Dass sich solche Befunde nicht automatisch auf Abwandlungen übertragen lassen, zeigt N-Acetyl-Semax: Schon eine kleine Änderung am N-Terminus hob im Labor die Schutzwirkung von Semax gegen kupferbedingte Zellschäden auf [2].
Nootrope „Forschungspeptide“ aus dem Umfeld von Semax und Selank werden frei im Internet verkauft und wurden in beschlagnahmten Präparaten gefunden; Identität und Reinheit sind dort nicht kontrolliert [3]. Für Adamax ist nicht einmal überprüfbar, welche Substanz ein Präparat enthalten sollte.
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophinenicht untersucht; BDNF-Anstieg nur für Semax im Rattenhirn beschrieben[1]
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Studien am Menschen
Keine Studien am Menschen gefunden.
Risiken und Warnhinweise
Keinerlei Sicherheitsdaten
Weder Tier- noch Humandaten zur Verträglichkeit; Risiken sind unbekannt, nicht ausgeschlossen.
Keine Daten
Unklare Identität und Reinheit
Ohne publizierte Struktur lässt sich nicht prüfen, was ein Präparat enthält. Verwandte Forschungspeptide wurden in beschlagnahmten, nicht kontrollierten Präparaten gefunden [3].
Keine Daten
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- nicht belegt
„Adamax ist eine stärkere und länger wirksame Version von Semax“
Es gibt keine einzige Studie zu Adamax, weder zur Wirkstärke noch zur Wirkdauer.
- nicht belegt
„Die Adamantan-Gruppe macht Adamax besser hirngängig“
Keine Daten zur Aufnahme oder Hirngängigkeit; die Struktur selbst ist nicht publiziert.
- nicht belegt
„Adamax steigert BDNF, Fokus und Gedächtnis“
BDNF-Anstiege sind nur für Semax im Rattenhirn beschrieben [1]; schon kleine Änderungen am Semax-Molekül können Laboreigenschaften aufheben [2].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Nicht untersucht.
- Halbwertszeit
- Nicht untersucht.
- Abbau
- Nicht untersucht.
- Weg ins Gehirn
- Nicht untersucht.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Keine Zulassung bekannt; nicht in Arzneimittelregistern geprüft.
- EU
- Keine Zulassung bekannt; nicht verifiziert.
- USA
- Keine Zulassung bekannt; nicht verifiziert.
- Andere Länder
- Keine Zulassung in irgendeinem Land belegt; nicht verifiziert.
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Welche chemische Struktur hat Adamax genau, und wer hat es entwickelt?
- Gibt es unveröffentlichte Daten, etwa Patente oder russischsprachige Berichte außerhalb von PubMed?
Referenzen
- Dolotov OV, Karpenko EA, Seredenina TS, Inozemtseva LS, Levitskaya NG, Zolotarev YA, et al. Semax, an analogue of adrenocorticotropin (4-10), binds specifically and increases levels of brain-derived neurotrophic factor protein in rat basal forebrain. J Neurochem. 2006;97 Suppl 1:82–6. doi:10.1111/j.1471-4159.2006.03658.x · PubMed
- Magrì A, Tabbì G, Giuffrida A, Pappalardo G, Satriano C, Naletova I, et al. Influence of the N-terminus acetylation of Semax, a synthetic analog of ACTH(4-10), on copper(II) and zinc(II) coordination and biological properties. J Inorg Biochem. 2016;164:59–69. doi:10.1016/j.jinorgbio.2016.08.013 · PubMed
- Vanhee C, Francotte A, Janvier S, Deconinck E. The occurrence of putative cognitive enhancing research peptides in seized pharmaceutical preparations: an incentive for controlling agencies to prepare for future encounters of the kind. Drug Test Anal. 2020;12(3):371–81. doi:10.1002/dta.2717 · PubMed
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-23. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- PubMed (adamax ohne Treffer aus dem maschinellen Lernen; semax mit adamantane/adamantyl): kein relevanter Treffer.
- Europe PMC (adamax mit nootropic, ACTH, semax, adamantane): kein relevanter Treffer.
- ClinicalTrials.gov: 0 Einträge; PubChem: kein Eintrag unter „Adamax“ (23.10.2026).
- Am Abstract: BDNF-Anstieg im Rattenvorderhirn [1]; Acetylierung hebt den Schutz vor Kupfer-Toxizität auf [2]; Forschungspeptide in beschlagnahmten Präparaten [3].
- Alle DOIs über Crossref aufgelöst, PMIDs passen zu den DOIs.
Nicht verifiziert
- Die Beschreibung als „Semax mit Adamantan-Gruppe“ stammt nur aus dem Online-Handel und ist nicht in einer Fachquelle belegt.
- Patente und russischsprachige Literatur außerhalb von PubMed nicht durchsucht.
- Die drei Referenzen betreffen Semax und verwandte Peptide, nicht Adamax selbst; nur 3 statt 5–15 Referenzen, weil es keine Literatur gibt.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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