Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Chelattherapie befreit die Gefäße von Plaques
nicht untersuchtKeine Studie an Gesunden und keine Studie gefunden, die einen Rückgang von Plaques gemessen hätte. Bei Kranken fanden RCTs keinen einheitlichen klinischen Nutzen [4][5][6].[4][5][6]
Senkt nach einem Herzinfarkt das Risiko weiterer Herz-Kreislauf-Ereignisse
uneinheitlichTACT: kombinierter Endpunkt knapp gesenkt (HR 0,82), Einzelkomponenten nicht signifikant, Sterblichkeit unverändert; Infusionslösung mit weiteren Bestandteilen [4]. TACT2 bei Diabetes: kein Unterschied (HR 0,93) [5]. Cochrane: Evidenz unzureichend [6]. Nur Abstract geprüft.
Bessert Angina pectoris und Belastbarkeit
kein NutzenDoppelblinde, placebokontrollierte RCT (PATCH, n = 84), im Abstract nicht als Pilotstudie bezeichnet, mit im Abstract benanntem Hauptendpunkt (Veränderung der Zeit bis zur Ischämie auf dem Laufband nach 27 Wochen): Unterschied zu Placebo 9 Sekunden (95 % KI −36 bis 53; p = 0,69); auch Belastbarkeit und Lebensqualität besserten sich unter EDTA und Placebo gleich [7]. Die Einordnung als reguläre RCT folgt Tilmans Entscheidung n022 (26.10.2026; PATCH war dort als regulär gepowerte Studie vorgelegt, Edetinsäure bleibt „kein Nutzen“); eine Fallzahlplanung steht nicht im Abstract. Nach der Regel für reguläre RCTs ohne Effekt am Primärendpunkt „kein Nutzen“. Nur Abstract geprüft.
Verbessert die Durchblutung der Beine
Einzelbefund, unbestätigtCochrane: Bei pAVK fanden zwei kleine placebokontrollierte Studien keinen Unterschied beim Knöchel-Arm-Index (181 Teilnehmende, MD 0,02) und bei der Gehstrecke (165 Teilnehmende); eine dritte Studie mit Verbesserung hatte ein hohes Verzerrungsrisiko [6]. Ergebnis nach Tilmans Zuordnung im Entscheidungsbogen (q007, 25.10.2026): „Einzelbefund, unbestätigt“ statt „kein Nutzen“. Die Leitfadenregel für kleine Pilotstudien mit verfehltem Primärendpunkt trifft nicht genau zu, weil das Ergebnis auf einem Cochrane-Review mit zwei kleinen placebokontrollierten Studien beruht, nicht auf einer einzelnen Pilotstudie. Gesamtfazit des Cochrane-Reviews: Die Vertrauenswürdigkeit ist niedrig, und die Evidenz reicht nicht aus, um Wirksamkeit oder Unwirksamkeit zu beurteilen [6]. Nur Abstract geprüft.
kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.
Wirkweise
Evidenzkarte: EDTA (Edetinsäure; Natriumcalcium- und Dinatriumedetat)
Edetinsäure (EDTA) bildet mit zweiwertigen Metallionen stabile Chelate. Arzneilich werden zwei Salze verwendet, die nicht austauschbar sind. Natriumcalciumedetat trägt bereits Calcium: Blei verdrängt das zentrale Ca²⁺-Ion, sodass Blei gebunden wird, ohne den Calciumspiegel zu senken. Es muss parenteral gegeben werden, wird nicht verstoffwechselt, verteilt sich außerhalb der Zellen, hat eine Eliminationshalbwertszeit unter 60 Minuten und mobilisiert Blei vor allem aus dem Knochen, daneben aus Niere und Leber; für einen Übertritt ins Gehirn gibt es keinen Beleg. Bei Bleivergiftung steigert es die Bleiausscheidung ähnlich wie Succimer und bessert die Beschwerden rasch; die größere klinische Erfahrung besteht vor allem bei der Bleienzephalopathie. Es schädigt dosisabhängig die Niere und senkt Zink stärker als Succimer [1]. Dinatriumedetat trägt kein Calcium und bindet deshalb Calcium im Blut. Von 2003 bis 2005 wurden der US-Gesundheitsbehörde CDC drei Todesfälle durch Herzstillstand infolge Hypokalzämie während einer Chelattherapie gemeldet; die zwei Kinder hatten Dinatriumedetat erhalten, der Fall des Erwachsenen war bei Veröffentlichung noch in Untersuchung [2]. Ein Fallbericht beschreibt den Tod eines fünfjährigen Kindes mit Autismus, dem in einer Praxis Dinatriumedetat statt Natriumcalciumedetat gegeben wurde [3].
Herz und Gefäße: Die TACT-Studie randomisierte 1708 Menschen ab 50 Jahren nach einem Herzinfarkt auf eine Infusionsserie mit Dinatriumedetat (zusammen mit Ascorbinsäure, B-Vitaminen, Elektrolyten, Procain und Heparin) oder Placebo. Der kombinierte Endpunkt aus Tod, erneutem Infarkt, Schlaganfall, Revaskularisation und Klinikaufnahme wegen Angina trat bei 26 gegenüber 30 % auf (HR 0,82; 0,69–0,99; p = 0,035 bei einer vorab festgelegten Schwelle von 0,036). Die Gesamtsterblichkeit änderte sich nicht (HR 0,93). Die übrigen Einzelkomponenten zeigten Effekte ähnlicher Größe (Infarkt HR 0,77, Schlaganfall 0,77, Revaskularisation 0,81, Angina 0,72), keine war für sich signifikant. Die Autorinnen und Autoren hielten das Ergebnis für nicht ausreichend, um die Routineanwendung zu stützen [4]. Die Wiederholungsstudie TACT2 bei 959 Menschen mit Diabetes und früherem Infarkt fand keinen Unterschied (35,6 gegenüber 35,7 %, HR 0,93; 0,76–1,16), obwohl das Blutblei unter Chelattherapie deutlich sank [5]. Ein Cochrane-Review mit fünf RCTs (1993 Teilnehmende) fand keinen belegten Unterschied bei Sterblichkeit, Infarkt oder Schlaganfall und bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit keinen beim Knöchel-Arm-Index oder der Gehstrecke; die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz war meist niedrig bis sehr niedrig, die Evidenz reicht weder für noch gegen eine Wirksamkeit [6]. Bei stabiler Angina pectoris verlängerte sich die Zeit bis zur Ischämie auf dem Laufband in einer RCT mit 84 Patientinnen und Patienten unter EDTA und Placebo gleich stark [7].
Provokation: Die US-amerikanische Fachgesellschaft für medizinische Toxikologie (ACMT) hat zu Urinmessungen nach Chelatorgabe schon früher Stellung genommen [8]. In der Fassung von 2017, die ihre Position bekräftigt, lehnt sie solche Messungen als nicht validiert, ohne nachgewiesenen Nutzen und möglicherweise schädlich ab, nennt die tödliche Hypokalzämie durch Dinatriumedetat als Beispiel für die Risiken unnötiger Chelattherapie und hält fest, dass auch Natriumcalciumedetat die Ausscheidung essenzieller Mineralstoffe wie Eisen, Kupfer und Zink erhöht [9].
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Zweiwertige Metallionen (Pb²⁺, Zn²⁺, Ca²⁺) | Sonstiges | Bindung (Chelat), renale Ausscheidung | Pb²⁺ verdrängt Ca²⁺ aus Natriumcalciumedetat | Mensch, nicht randomisiert[1] |
| Calcium im Blut (Dinatriumedetat) | Sonstiges | Bindung, Hypokalzämie | Todesfälle durch Herzstillstand gemeldet | Mensch, nicht randomisiert[2][3] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- DurchblutungBei peripherer arterieller Verschlusskrankheit kein Unterschied bei Knöchel-Arm-Index und Gehstrecke (Cochrane, niedrige Vertrauenswürdigkeit)[6]
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Intravenös · Infusion (Natriumcalciumedetat als Antidot; Dinatriumedetat in der alternativen Chelattherapie)
Natriumcalciumedetat muss parenteral gegeben werden, weil es oral schlechter aufgenommen wird als Succimer [1]. TACT und TACT2 verwendeten Infusionen mit Dinatriumedetat [4][5].[4][5]
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
TACT: EDTA-Chelattherapie nach Herzinfarkt
Gemessen: Tod, Reinfarkt, Schlaganfall, Revaskularisation, Klinikaufnahme wegen Angina (kombiniert)
Ergebnis: 26 vs. 30 %, HR 0,82 (0,69–0,99), p = 0,035 (Schwelle 0,036); Gesamtsterblichkeit HR 0,93; Einzelkomponenten HR 0,72–0,81, keine signifikant.[4]
Mensch, randomisiert
TACT2: Wiederholung bei Diabetes
Gemessen: derselbe kombinierte Endpunkt
Ergebnis: 35,6 vs. 35,7 %, HR 0,93 (0,76–1,16); Tod 17,4 vs. 17,6 %; Blutblei im Median von 9,03 auf 3,46 µg/l gesunken (Placebo 9,3 auf 8,7 µg/l).[5]
Mensch, randomisiert
Cochrane: Chelattherapie bei atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung
Gemessen: Sterblichkeit, Infarkt, Schlaganfall, Knöchel-Arm-Index, Gehstrecke
Ergebnis: Kein belegter Unterschied (z. B. Gesamtsterblichkeit RR 0,97; 0,73–1,28); Vertrauenswürdigkeit meist niedrig bis sehr niedrig.[6]
Mensch, randomisiert
PATCH: EDTA bei stabiler Angina
Gemessen: Zeit bis zur Ischämie (1 mm ST-Senkung)
Ergebnis: Verlängerung in beiden Gruppen (Placebo 54 s, EDTA 63 s), Unterschied 9 s, p = 0,69; Belastbarkeit und Lebensqualität gleich.[7]
Mensch, randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Hypokalzämie und Herzstillstand (Dinatriumedetat)
Drei der CDC gemeldete Todesfälle durch Hypokalzämie während Chelattherapie (2003–2005), die zwei Kinder mit Dinatriumedetat behandelt, der Erwachsenenfall noch in Untersuchung [2].
Mensch, nicht randomisiert
Verwechslung der Salze
Fallbericht: Tod eines Kindes, das Dinatriumedetat statt Natriumcalciumedetat erhielt; die CDC hatte schon 1991 empfohlen, Kindern nur Natriumcalciumedetat zu geben [3].
Mensch, nicht randomisiert
Nierenschädigung
Natriumcalciumedetat schädigt dosisabhängig die Niere [1].
Mensch, nicht randomisiert
Verlust essenzieller Mineralstoffe
Natriumcalciumedetat senkt Zink stärker als Succimer; Hautveränderungen werden einem Zinkmangel zugeschrieben [1]. Die Ausscheidung von Eisen, Kupfer und Zink steigt [9].
Mensch, nicht randomisiert
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- nicht belegt
„EDTA löst den Kalk aus Gefäßplaques“
Keine Studie gefunden, die einen Plaque-Rückgang gemessen hätte; klinische Endpunkte zeigen keinen einheitlichen Nutzen [4][5][6].
- nicht belegt
„TACT hat gezeigt, dass Chelattherapie Herzinfarkte verhindert“
In TACT war nur der kombinierte Endpunkt knapp signifikant, Infarkte allein nicht (HR 0,77, nicht signifikant), die Sterblichkeit unverändert [4]; TACT2 fand keinen Nutzen [5].
- widerlegt
„Dinatriumedetat und Natriumcalciumedetat sind dasselbe“
Nur Dinatriumedetat bindet Calcium aus dem Blut; Todesfälle durch Hypokalzämie, auch nach Verwechslung, sind dokumentiert [2][3].
- widerlegt
„Ein Urintest nach EDTA-Gabe zeigt eine verborgene Schwermetallbelastung“
Laut ACMT nicht validiert, ohne nachgewiesenen Nutzen und möglicherweise schädlich; Chelatbildner erhöhen die Metallausscheidung auch bei Gesunden [9].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Natriumcalciumedetat wird parenteral gegeben; oral schlechter aufgenommen als Succimer [1].
- Halbwertszeit
- Eliminationshalbwertszeit unter 60 Minuten [1].
- Abbau
- Wird nicht verstoffwechselt; Ausscheidung des Chelats über die Niere [1].
- Weg ins Gehirn
- Kein Beleg für einen nennenswerten Übertritt ins Gehirn [1].
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Natriumcalciumedetat und Dinatriumedetat sind in Deutschland in keinem verkehrsfähigen Arzneimittel zur systemischen Anwendung enthalten. In AMIce ist kein verkehrsfähiges Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Natriumcalciumedetat verzeichnet; alle sieben Einträge mit diesem Wirkstoff, darunter Kapseln und Injektionslösungen zur Behandlung von Bleivergiftungen, sind erloschen, zuletzt 2001. Mit dem Wirkstoff Natriumedetat (Dinatriumedetat) ist als einziges verkehrsfähiges Präparat eine Testsalbe für den Epikutantest verzeichnet; eine Infusionslösung (Anwendungsgebiete u. a. okklusive Gefäßkrankheiten, Digitalisintoxikation) ist seit 2005 erloschen (Suche nach Stoffname, Stofftyp Wirkstoff, Humanarzneimittel, Abruf 26.10.2026) [12]. In Anlage 1 der AMVV wurde kein Eintrag gefunden (Suche nach „Edet“, „Edetin“, „edetat“, „EDTA“, „Ethylendiamin“, „Natriumcalcium“, „Dinatrium“, „Calcium-dinatrium“, „Chelat“ am 24.10.2026) [10]. Die kategorie Arzneimittel ist vorläufig (Tilman, 25.10.2026, bestätigt am 26.10.2026, n014); sie folgt der Anwendung von Natriumcalciumedetat als Antidot [1] und den in anderen EU-Staaten gemeldeten Präparaten (siehe EU-Status) [13], nicht einem deutschen Zulassungsbeleg.
- EU
- Keine zentrale EU-Zulassung: kein Eintrag zu Edetinsäure oder ihren Salzen im EMA-Arzneimittelexport (24.10.2026), der die zentral über die EMA zugelassenen Arzneimittel erfasst, nicht die nationalen Zulassungen. Nationale Präparate sind in mehreren EU-Staaten gemeldet: In der EMA-Datenbank nach Art. 57 sind Präparate mit Natriumcalciumedetat zur intravenösen bzw. intramuskulären Anwendung für Frankreich, Italien und Malta gemeldet, mit Dinatriumedetat bzw. Natriumedetat zur intravenösen Anwendung für Italien und Frankreich; für Deutschland ist nur eine Natriumedetat-Zubereitung zur Anwendung auf der Haut gemeldet (Datenstand 09.10.2026). Die Datenbank belegt die Meldung eines Präparats, nicht den Inhalt seiner Zulassung (Anwendungsgebiete) [13]. Zur Abgrenzung: Eisen(III)-Natrium-EDTA steht als Eisenquelle in der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel; das ist ein anderer Stoff mit anderem Zweck [11]. Status als Lebensmittelzusatzstoff nicht geprüft.
- USA
- Nicht verifiziert.
- Andere Länder
- Als Antidot bei symptomatischer Bleivergiftung wird Natriumcalciumedetat parenteral angewendet: Es steigert die Bleiausscheidung ähnlich wie Succimer und bessert die Beschwerden einer mittelschweren bis schweren Vergiftung rasch; die größere klinische Erfahrung besteht vor allem bei der Behandlung der Bleienzephalopathie; ob eines der beiden Antidote die Bleiausscheidung stärker steigert, lässt sich nach der Übersicht nicht sagen [1]. Zu national gemeldeten Edetat-Präparaten in EU-Staaten siehe EU-Status.
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Erklärt die Bleisenkung den knappen Effekt in TACT, oder war er zufällig? TACT2 senkte das Blei und zeigte keinen Nutzen.
- Für welche Anwendungsgebiete sind die in Frankreich, Italien und Malta gemeldeten Edetat-Präparate zugelassen?
Referenzen
- Bradberry S, Vale A. A comparison of sodium calcium edetate (edetate calcium disodium) and succimer (DMSA) in the treatment of inorganic lead poisoning. Clin Toxicol (Phila). 2009;47(9):841-58. doi:10.3109/15563650903321064 · PubMed
- Brown MJ, Willis T, Omalu B, Leiker R. Deaths resulting from hypocalcemia after administration of edetate disodium: 2003-2005. Pediatrics. 2006;118(2):e534-6. doi:10.1542/peds.2006-0858 · PubMed
- Baxter AJ, Krenzelok EP. Pediatric fatality secondary to EDTA chelation. Clin Toxicol (Phila). 2008;46(10):1083-4. doi:10.1080/15563650701261488 · PubMed
- Lamas GA, Goertz C, Boineau R, Mark DB, Rozema T, Nahin RL, et al. Effect of disodium EDTA chelation regimen on cardiovascular events in patients with previous myocardial infarction: the TACT randomized trial. JAMA. 2013;309(12):1241-50. doi:10.1001/jama.2013.2107 · PubMed
- Lamas GA, Anstrom KJ, Navas-Acien A, Boineau R, Nemeth H, Huang Z, et al. Edetate disodium-based chelation for patients with a previous myocardial infarction and diabetes: TACT2 randomized clinical trial. JAMA. 2024;332(10):794-803. doi:10.1001/jama.2024.11463 · PubMed
- Villarruz-Sulit MV, Forster R, Dans AL, Tan FN, Sulit DV. Chelation therapy for atherosclerotic cardiovascular disease. Cochrane Database Syst Rev. 2020;5(5):CD002785. doi:10.1002/14651858.CD002785.pub2 · PubMed
- Knudtson ML, Wyse DG, Galbraith PD, Brant R, Hildebrand K, Paterson D, et al. Chelation therapy for ischemic heart disease: a randomized controlled trial. JAMA. 2002;287(4):481-6. doi:10.1001/jama.287.4.481 · PubMed
- American College of Medical Toxicology. American College of Medical Toxicology position statement on post-chelator challenge urinary metal testing. J Med Toxicol. 2010;6(1):74-5. doi:10.1007/s13181-010-0039-0 · PubMed
- American College of Medical Toxicology. ACMT recommends against use of post-chelator challenge urinary metal testing. J Med Toxicol. 2017;13(4):352-4. doi:10.1007/s13181-017-0624-6 · PubMed
- Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5). Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 24.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html
- Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments und des Rates über neuartige Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810).
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Natriumcalciumedetat“ und „Natriumedetat“ (Endmaskierung, Stofftyp Wirkstoff, Humanarzneimittel; nur verkehrsfähige sowie ohne Einschränkung); Dokumentanzeigen der sieben Natriumcalciumedetat-Einträge, u. a. NATRIUMCALCIUMEDETAT Kapsel (Eingangsnummer 0274163) und Calcium Vitis (0796884), sowie EDTA-Lösung (0790321) [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
- European Medicines Agency. Article 57 product data (EMA/518502/2018, Rev. 90; Daten der Art.-57-Datenbank vom 09.10.2026) [Datenbank]. Suche Wirkstoff „edetate“/„EDTA“ [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu/en/documents/other/article-57-product-data_en.xlsx
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
- TACT am Abstract [4]: 1708 Randomisierte, primärer Endpunkt 26 vs. 30 %, HR 0,82 (0,69–0,99), p = 0,035 bei Schwelle 0,036; Gesamtsterblichkeit HR 0,93 (0,70–1,25); Komponenten außer Tod ähnlich groß (Infarkt 0,77; 0,54–1,11; Schlaganfall 0,77; 0,34–1,76; Revaskularisation 0,81; 0,64–1,02; Angina 0,72; 0,35–1,47), alle einzeln nicht signifikant. Formulierung „vor allem Revaskularisationen“ aus dem Scope bewusst nicht übernommen (Korrektur aus der Kritik).
- TACT2 am Abstract [5]: 959, 35,6 vs. 35,7 %, HR 0,93 (0,76–1,16), Tod 17,4 vs. 17,6 %, Blutblei 9,03 → 3,46 µg/l.
- Brown 2006 am Abstract [2]: drei Todesfälle, zwei Kinder mit Dinatriumedetat, Erwachsenenfall noch in Untersuchung. Baxter 2008 am Abstract [3]: Verwechslung, CDC-Empfehlung 1991.
- Cochrane 2020 [6], PATCH [7], Übersicht Bradberry [1] am Abstract; ACMT 2017 im Volltext (PMC5711755): „reaffirms … (1) has not been scientifically validated, (2) has no demonstrated benefit, and (3) may be harmful“, „fatal hypocalcemia … edetate disodium“, CaNa2-EDTA erhöht die Ausscheidung von „iron, copper, and zinc“; Originalfassung „published in 2009“.
- AMVV Anlage 1 (gesetze-im-internet.de, 24.10.2026): kein Eintrag (Suchbegriffe siehe status). EMA-Datenexport (24.10.2026): kein Eintrag zu Edetat. Unionsliste 02017R2470-20260810: nur Eisen(III)-Natrium-EDTA.
- PubChem (24.10.2026): Edetinsäure CID 6049, Natriumcalciumedetat CID 6093170, Dinatriumedetat-Dihydrat CID 636371.
- 25.10.2026, q007 (Tilman): pAVK-Versprechen von „kein Nutzen“ auf „Einzelbefund, unbestätigt“ (Stufe 4 bleibt), Cochrane-Fazit in begruendung und Text; am Abstract [6] geprüft: ABPI MD 0,02 (−0,03 bis 0,06; 181 Teilnehmende; 2 Studien), Gehstrecke MD −31,46 (165 Teilnehmende; 2 Studien), dritte Studie mit hohem Verzerrungsrisiko, „insufficient evidence to determine the effectiveness or ineffectiveness“.
- 25.10.2026, q045 (Tilman): status.deutschland auf „rechtlich unklar“ mit Prüfweg umgestellt (kein AMVV-Eintrag gefunden, AMIce nicht abgefragt); kategorie bleibt vorläufig Arzneimittel.
- 25.10.2026, q018: Handelsnamen nicht ergänzt. Kein EPAR (EMA-Datenexport ohne Eintrag); eine deutsche Fachinformation wurde nicht gefunden. In der französischen Arzneimitteldatenbank (ANSM, CIS_bdpm, Abruf 25.10.2026) steht nur ein Präparat aus Wirkstoff- und Firmenname, das nach der Regel nicht aufgenommen wird.
- 25.10.2026, q012 (Tilman): Bei den Versprechen steht der Prüfstand in der begruendung („nur Abstract geprüft“ bzw. „im Volltext“), soweit die Bewertung auf Studienbefunden beruht; Versprechen mit Stufe 0 „nicht untersucht“ stützen sich auf das Fehlen passender Studien. Bei den Behauptungen ergibt sich der Prüfstand aus den Quellenvermerken unter geprueft („Am Abstract“ bzw. „Volltext“) und nicht_verifiziert.
- 25.10.2026, Gegenprüfung: begruendung des pAVK-Versprechens nennt jetzt Tilmans Zuordnung (q007) statt einer verallgemeinerten Regel.
- 26.10.2026, n024 (Tilman, Bogen 2): Versprechen „Behandelt eine Bleivergiftung (Natriumcalciumedetat)“ (Stufe 3, „Nutzen belegt“) entfernt, wie bei Succimer nach q078; der Inhalt der Übersicht [1] steht jetzt in status.andere und im Text (Bleienzephalopathie ergänzt), der Knoten in der Evidenzkarte heißt „Antidot“. Abstract [1] (PMID 19852620, efetch 26.10.2026) erneut gelesen: „parenteral sodium calcium edetate“, „insufficient data … to conclude that either antidote is superior in enhancing lead excretion“, „Both antidotes resolve the symptoms of moderate and severe lead toxicity rapidly“, „greater clinical experience with sodium calcium edetate, particularly in the treatment of lead encephalopathy“. Die Aussage der früheren begruendung „placebokontrollierte Studien fehlen“ steht nicht im Abstract und wurde deshalb nicht in Text oder status übernommen.
- 26.10.2026, n022 (Tilman, Bogen 2): Angina-Versprechen bleibt „kein Nutzen“. Abstract [7] (PMID 11798370, efetch 26.10.2026) erneut gelesen: „Double-blind, randomized, placebo-controlled trial“, 84 eingeschlossen, „MAIN OUTCOME MEASURE: Change from baseline to 27-week follow-up in time to ischemia“, Differenz 9 s (95 % KI −36 bis 53; p = 0,69); keine Bezeichnung als Pilotstudie. Eine Fallzahlplanung steht nicht im Abstract (Volltext JAMA nicht gelesen).
- 26.10.2026, n014 (Tilman, Bogen 2; E-20 Frage 5): kategorie bleibt vorläufig Arzneimittel. Die endgültige Entscheidung fällt erst nach einer Prüfung der Art.-57-Daten (Zulassungen von Edetat-Arzneimitteln in anderen EU-Staaten); „Nicht zugelassener Wirkstoff“ und „Supplement“ passen laut Prüfbericht E-20 nicht (kein Beleg für Forschungschemikalie oder Doping, keine Lebensmittelgrundlage).
- 26.10.2026, Gegenprüfung des Pakets: status.deutschland an n014 angepasst (vorläufig bis zur Prüfung der Art.-57-Daten statt bis zu einer AMIce-Abfrage). „Nicht randomisierte Daten“ am Knoten Bleivergiftung, an der Kante dorthin und in evidenz_gesamt ersetzt, weil der Abstract [1] (PMID 19852620, efetch 26.10.2026) kein Studiendesign der klinischen Vergleiche nennt („Only two clinical studies have compared …; both studies had limitations“); jetzt „Übersicht“ wie bei Succimer. PATCH-begruendung: „vorab benannt“ und „regulär angelegt“ ersetzt, weil der Abstract [7] weder Präspezifikation noch Fallzahlplanung nennt; die Einordnung als reguläre RCT stützt sich auf Tilmans Entscheidung n022.
- 25.10.2026, Gegenprüfung: offene Rückfrage zum Bereich erledigt; die Ersatzregel für Binder und Chelatoren (Leitfaden „Binder und Chelatoren“, kein Bereich „Schadstoffe & Entgiftung“, E-3) hat Tilman bestätigt, die Wahl steht in der jeweiligen begruendung.
- Präzisions-Flags (m004; Regeln Leitfaden 26.10.2026; Teilnehmendenzahlen, Richtung und Finanzierung am 26.10.2026 per PubMed efetch an Abstract, COI-Angabe und Affiliationen geprüft): „Bessert Angina pectoris und Belastbarkeit“: kleine_studien – [7] 84.
- 26.10.2026, Folgearbeit Bogen 2 (n021, eigener AMIce-Abruf, öffentlicher Teil ohne Login, Nutzungsbedingungen akzeptiert): Stoffname „Natriumcalciumedetat“ (Endmaskierung, Stofftyp Wirkstoff, Human): nur verkehrsfähige 0 Treffer, ohne Einschränkung 7; alle sieben Dokumentanzeigen gelesen, jeweils Verkehrsfähigkeit „Nein“, Status „erloschen“: Calcium + C Pharma (0160494, Löschung 31.08.1993), CALCIUM DINATRIUM EDETAT (0895072, 26.03.1990), Calcium Vitis (0796884, Bleivergiftung u. a., 11.01.2001), Chelintox (0234749, 30.04.1990), Edetamin-Ampullen (3002058, 30.06.1991), NATRIUMCALCIUMEDETAT Kapsel (0274163, Vorbeugung und Behandlung von Bleivergiftungen und Bleienzephalopathie, 02.02.2001), Prophyledta-Tabletten (3000038, Feld „Datum der Löschung“ 13.04.1993). Die Endmaskierung erfasst auch Stoffnamen mit Klammerzusatz; das Klammer-Artefakt des Prüfberichts betrifft nur Suchbegriffe mit Klammer. Stoffname „Natriumedetat“: nur verkehrsfähige 1 (Natriumedetat 1 %, Testsalbe, 2613570, PEI.D.04713.01.1), ohne Einschränkung 11, darunter EDTA-Lösung (0790321, Infusionslösung, erloschen, Löschung 09.09.2005). „Edetinsäure“: nur verkehrsfähige 0, ohne Einschränkung 4 (Chrom-EDTA-[Cr-51], FERRO-KOBALT, Nephrochrom, RC-Prep; keine Chelattherapie). Radiodiagnostika mit Chrom-51-Edetat unter eigenem Stoffnamen nicht gesucht. ATC V03AB03 ohne Einschränkung: 0. Befund des Prüfberichts E-20 Block A damit bestätigt [12].
- 26.10.2026, Art.-57-Daten (n014): EMA „Article 57 product data“ (EMA/518502/2018, Rev. 90, Daten vom 09.10.2026, Abruf 26.10.2026), Suche „edet“/„edta“ im Wirkstofffeld. Natriumcalciumedetat („Sodium Calcium Edetate“): Calcium Edetate De Sodium Serb (Frankreich, i.v.), Sodium Calcium Edetate Serb (Malta, i.v.), Sodio Calcio Edetato Monico und Sodio Calcio Edetato S.A.L.F. (Italien, i.m./i.v.). „Sodium Edetate“: Chelatran (Frankreich, i.v.) und Natriumedetat Smartpractice Europe (Deutschland, kutan). „Disodium Edetate“: Sodio Edetato Monico (Italien, i.v.). Weitere Treffer betreffen andere Stoffe (Dicobalt-, Feredetat, Dexmedetomidin). Deutschland ist für kein systemisches Edetat-Präparat gemeldet. kategorie nicht geändert (Auftrag); die Daten sprechen für ein in mehreren EU-Staaten gemeldetes Arzneimittel [13]. Handelsnamen nicht ergänzt: außer „Chelatran“ nur Namen aus Wirkstoff und Firma; Chelatran ist Natriumedetat, nicht Natriumcalciumedetat, und die Aufnahme in synonyme bleibt Tilman überlassen.
- 26.10.2026, Gegenprüfung der Folgearbeit (Befund zu Commit cb0c24f): Der Art.-57-Befund stand nur in status.andere, status.eu sagte weiter nur „kein Eintrag im EMA-Datenexport“. Art.-57-Datei (EMA/518502/2018 Rev. 90, Daten vom 09.10.2026, MD5 c2325161c363052125b016262b46271b) erneut zeilengenau gelesen: Calcium Edetate De Sodium Serb (Frankreich, i. v.), Chelatran (Frankreich, Sodium Edetate, i. v.), Natriumedetat Smartpractice Europe (Deutschland, kutan), Sodio Calcio Edetato Monico und Sodio Calcio Edetato S.A.L.F. (Italien, i. m./i. v.), Sodio Edetato Monico (Italien, Disodium Edetate, i. v.), Sodium Calcium Edetate Serb (Malta, i. v.). Befund nach status.eu verschoben und klargestellt, dass „kein Eintrag“ nur die zentrale Zulassung betrifft; status.andere verweist darauf, status.deutschland ebenso. Inhalt der Angaben unverändert, kategorie nicht geändert.
Nicht verifiziert
- Zulassungsinhalt (Anwendungsgebiete) der in Frankreich, Italien und Malta gemeldeten Edetat-Präparate (die Art.-57-Daten belegen nur die Meldung) und Status in den USA.
- Ob der Todesfall in [3] einer der beiden Kinderfälle in [2] ist (beide aus den USA, 2005 bzw. 2003–2005); im Profil als getrennte Quellen ohne Zählung geführt.
- ACMT 2010 [8]: nur als PDF, Wortlaut nicht gelesen; deshalb nur als frühere Fassung zitiert, alle Einzelaussagen stützen sich auf ACMT 2017 [9]. Laut ACMT 2017 erschien die Originalfassung 2009; ob sie mit [8] identisch ist, wurde nicht geprüft.
- Status von EDTA-Salzen als Lebensmittelzusatzstoffe (VO (EG) Nr. 1333/2008) nicht geprüft.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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